Was in Großbritannien für gewaltiges Aufsehen sorgt, ist den Medien im deutschsprachigen Raum kaum eine Zeile wert. Es gibt - schon wieder - einen großen Lebensmittelskandal.
Fleischknochen
© Marafona/Shutterstock
Erinnern Sie sich noch an die BSE-Krise? Seither haben uns die europäischen Behörden versprochen, dass man Fleisch in der Produktion viel besser kontrollieren werde. Jedes Kalb bekommt kurz nach der Geburt eine Ohrmarke. Jedes Schwein wird lückenlos überwacht.

Zumindest wurde das behauptet. Und nun gibt es riesige Schlagzeilen in Großbritannien, wonach beispielsweise das bei Aldi und Lidl verkaufte angebliche Rindfleisch Pferdefleisch enthält. In Großbritannien sorgen solche Medienberichte für großes Aufsehen, nach denen das bei Aldi und Lidl verkaufte »Rindfleisch« in Wahrheit zum Teil Pferdefleisch ist.

Nicht nur das: Bei der britischen Kette Tesco enthielten Burger, die angeblich aus Rindfleisch bestanden, tatsächlich 29 Prozent Pferdefleisch. Das abgepackte Fleisch stammt aus den Niederlanden, aus Spanien und aus Irland und wurde europaweit als »Rindfleisch« verkauft.

Aufgefallen ist es nach aufwändigen DNS-Tests in Irland. Doch es kommt noch schlimmer: Bekannt wurde zudem, dass Burger häufig aus Kostengründen Anteile von Schweinefleisch enthalten, dessen Verzehr Muslimen und Juden verboten ist.

Hinter diesen Schweinereien steckt die ABP Food Group und der 76 Jahre alte Millionär Larry Goodman. Die zum Firmenimperium gehörenden Tochterunternehmen müssen nur lächerlich geringe Strafen fürchten. Aus den Regalen wurden viele Millionen Burger genommen und weggeworfen - wahrscheinlich wurde das Fleisch von Pferden und Schweinen den Burgern schon seit Jahren beigemischt.

Seit November 2012 ist das den Behörden schon bekannt, gewarnt haben sie die Verbraucher erst jetzt Mitte Januar 2013. Haben auch Sie in letzter Zeit einen Burger gegessen und sich über den günstigen Preis gefreut? War es Pferdefleisch? Die Wahrheit: Burgerfleisch wurde bislang nicht darauf untersucht, ob es Pferdefleisch enthielt. Der Betrug war einfach. Der Informationsdienst Kopp Exklusiv berichtete darüber schon mehrfach.

Die Briten nehmen das alles mit britischem Humor. Der Song »Horse Meat« von Robbi Williams wird gerade Kult.

Wer wissen will, was wirklich gesund ist, der muss sich gut informieren. Das ist gut investierte Zeit. Und wer diese Zeit investiert hat, der isst garantiert keine Burger mehr...