Verbraucherschützer und Grüne fordern nach Fleischskandal eine bessere Etikettierung von Lebensmitteln. Oder sollte man besser gleich Vegetarier werden?
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Vor dem heutigen Brüsseler Krisengipfel wegen des Skandals um umdeklariertes Pferdefleisch dringen Europas Verbraucherschützer auf mehr Transparenz bei der Lebensmitteletikettierung. „Wir fordern schon seit langem eine klare Herkunftsbezeichnung für Lebensmitteln“, sagte Johannes Kleis vom europäischen Verbraucherschutzverband BEUC der Berliner Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). So sollten die Etiketten künftig ausweisen, woher das Fleisch kommt und wo es verarbeitet wurde, also etwa „Schweinefleisch, in Dänemark geschlachtet, in Frankreich zu Schinken verarbeitet“, erläuterte Kleis. Vom Ausmaß des Skandals zeigte auch er sich überrascht. „In dieser Komplexität ist das neu“, so der Verbraucherschützer weiter.

Zuletzt war bekanntgeworden das umdeklariertes Pferdefleisch als tiefgekühlte Rinder-Lassagne unter anderem in Supermärkten in Großbritannien und Frankreich gelandet war. Auch deutsche Discounter mussten teilweise ihre Ware aus den Regalen nehmen. In Brüssel findet am Mittwoch auf Einladung des irischen Agrarministers Simon Coveney ein Krisentreffen statt. Die Verbraucherschützer fordern nun eine bessere Etikettierung von Lebensmitteln. EU-Kommission und Lebensmittelindustrie lehnen das bisher ab. Doch kommen auch aus dem Europaparlement Forderungen nach transparenteren Regeln. „Hier wird mit Nahrungsmitteln gehandelt wie mit Ersatzteilen. Wir brauchen endlich eine klare Herkunftsbezeichnung für Lebensmittel", sagte der Grünen-Agrarexperte Martin Häusling der Berliner Zeitung.

Nach einer Studie des europäischen Verbraucherschutzverbandes Beuc in Österreich, Frankreich, Polen und Schweden wünschen 70 Prozent der Verbraucher mehr Informationen über Essen. An erster Stelle auf der Wunschliste der Kunden steht Fleisch (83 Prozent), gefolgt von Frischprodukten wie Joghurt oder Milch (73 Prozent) und Tiefkühlware (62 Prozent).