Erst Lichtblitze, dann eine gewaltige Detonation: Ein Meteoritenregen ist im Gebiet Tscheljabinsk im Ural niedergegangen. Von Hunderten Verletzten ist die Rede. Die Bevölkerung reagierte panisch.
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Das örtliche Katastrophenschutzministerium erklärte in einer Mitteilung, der Meteoritenregen sei am Freitag über dem russischen Ural niedergegangen. Gesteinsfragmente seien in kaum bewohnte Gegenden gestürzt. Augenzeugen berichteten von hellen Objekten und berennenden Gegenständen, die vom Himmel fielen. „Es war definitiv kein Flugzeug“, sagte ein Beamter.

Nach derzeitigem Stand seien mehr als 500 Menschen verletzt worden, viele hätten medizinische Hilfe gesucht, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Viele Menschen waren demnach von Scherben zersplitterter Scheiben getroffen worden. Unter den Verletzten sind mindestens zehn Kinder. Momentan sind etwa 20 000 Rettungskräfte in der Stadt, die 1500 Kilometer östlich von Moskau liegt, im Einsatz.


Explosion in 10 000 Meter Höhe

Ein Zeuge aus Chelyabinsk berichtete, wie er in den frühen Morgenstunden eine Explosion gehört habe. Auto-Alarmanlagen sprangen an und sorgten für Lärm. Alles deutet darauf hin, „dass es ein Meteoritenregen“ war, sagten Experten. „Wir haben Informationen über eine Explosion in 10 000 Meter Höhe.“ Angaben zufolge ließ eine Druckwelle in mehreren Ortschaften die Fenster bersten.

Teile des Meteoriten seien auch in eine Schule von Tscheljabinsk eingeschlagen. Auch dort seien Menschen durch zerborstenes Glas verletzt worden. Behörden ordneten die Schließung aller Schulen der Region an.

Keine ernsthaften Verletzungen

Die Meteoritenteile seien in zahlreiche Häuser eingeschlagen und hätten Dächer und Scheiben zertrümmert, hieß es. Das Leben in der Region gehe aber seinen gewohnten Gang, teilte die Gebietsregierung mit. Wegen der Schäden sollten Betriebe und Einrichtungen ihre Mitarbeiter nach Möglichkeit zum Helfen nach Hause schicken, hieß es in einer Mitteilung der Verwaltung.

Atomanlagen der Gegend seien nicht betroffen, teilte der Staatskonzern Rosatom laut Agenturberichten mit. Vizeregierungschef Dmitri Rogosin sprach sich für eine internationale Initiative zur Errichtung eines Schutzsystems aus, mit dem nicht nur frühzeitig vor gefährlichen Objekten aus dem Weltall gewarnt, sondern diese auch zerstört werden können.


Der Einschlag des Meteoriten hat nach Angaben deutscher Weltraumexperten aber nichts mit dem Asteroiden zu tun, der an diesem Freitagabend knapp an der Erde vorbeirasen wird. „Das ist etwas völlig anderes“, sagte ein Sprecher der europäischen Weltraumagentur Esa am Freitagmorgen auf Anfrage. „Flugbahn und Ort des Anschlages sprechen dagegen.“

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sh/cp/Reuters/AFP/dpa