Kalender,Maya,Comic
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"Deswegen wird sicher mal jemand ausflippen ..."
Während der Maya-Kalender und das berüchtige Datum 2012 in New Age Kreisen weitgehend bekannt ist, wissen die wenigsten, dass die relative Datierung zwischen dem Maya-Kalender und unserem westlichen Kalender auf dünnen Beinen steht. Nach einem Artikel von Dr. Antoon Leon Vollemaere (International Scientific Institute for Ancient American Cultures) gibt es über 50 verschiedene Berechnungsmöglichkeiten, die beiden Kalender miteinander in Verbindung zu bringen. Es kann sogar sein, dass das mysteriöse Verschwinden der Maya Kultur lediglich durch eine falsche Zuordnung der beiden Kalender entstanden ist. Die jahrhundertelange Lücke müsste gar nicht existieren.

Seit nun fast einem Jahrhundert haben viele Studenten versucht, eine korrekte Korrelation zwischen dem Maya-Kalendersystem und unserem alten europäischen julianischen (nicht gregorianischen!) Kalender zu finden. Derzeit gibt es nicht weniger als 52 Vorschläge für mögliche Beziehungen! Das augenfälligste Faktum dabei ist, dass mehr als 1000 Jahre (!) zwischen der ersten Korrelation des Maya-Nullpunktes (vorgeschlagen von Bowditch zum Zeitpunkt 14.01.-3632) und der letzten Korrelation (vorgeschlagen von Vaillant zum Zeipunkt 29.04.-2593) liegen.

Das bedeutet in anderen Worten, dass - je nach Geschmackssache - die Geschichte der Maya bis zu 10 Jahrhunderte nach vorn oder hinten verschoben werden kann. [...]
Weiter schlägt die Analyse vor, dass aufgrund der Berechnungen von Dr. Vollemaere der Maya-Kalender bereits geendet hat: im Jahr 1546!
Um die Berechnung der Periode nach 4 Ahau 8 Cumhu bis zum Ende des Kalenders nachzuvollziehen, muss unsere Arbeit über die Sonnenfinsternis des Codex Dresdensis 51-58 gelesen werden. Es ist gut zu wissen, dass der Maya-Kalender bereits zur Wintersonnenwende am 12.12.1546 geendet hat. Fast alle Maya-Anhänger glauben an das total falsche Ende zum Zeitpunkt 13.0.0.0.0, das zur Wintersonnenwende im Jahr 2012 auftritt. Der Maya-Kalender endete bereits im Jahr 1546!
Ob Vollemaeres Arbeit korrekt ist oder nicht ist eine andere Frage. Jedoch erlaubt sie die ernsthafte Hinterfragung der Daten, die derzeit von sehr vielen Menschen, inklusive Gebildeten, akzeptiert und geglaubt werden.

Die zunehmende Kommerzialisierung des Datums 2012 lässt eine Hysterie erwarten, wie sie zum Wechsel in das Jahr 2000 beobachtet wurde.