Afghanistan-Krieg, Kampfdrohnen, Guantanamo - die Friedens- und Bürgerrechtsbewegung ist unzufrieden mit der Politik des US-Präsidenten. Sie ruft deshalb für Montag - einen Tag vor Obamas Berlin-Besuch - zum Protest auf.

Als Barack Obama 2008 als Präsidentschaftskandidat nach Berlin kam, jubelten ihm bei seiner Rede an der Siegessäule rund 200.000 Menschen zu. Wenn Obama am kommenden Dienstag erstmals als US-Präsident die deutsche Hauptstadt besucht, wird das anders aussehen: Seine Aufenthaltsorte werden streng abgeriegelt und der Besuch sorgt für Protest.

Ein Bündnis von Friedens- und Bürgerrechtsaktivisten hat für Montag unter dem Motto "Yes we can: Obama die rote Karte zeigen" zu einer Demonstration aufgerufen. Mit dem Protestzug vom Bertolt-Brecht-Platz in Mitte zur US-Botschaft am Brandenburger Tor soll gegen den Einsatz von Kampfdrohnen, den Afghanistan-Krieg und für die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo demonstriert werden. Die Veranstalter rechnen mit 5000 Teilnehmern.

Zur Amtszeit des US-Präsidenten erklärte hingegen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Obama sei "mit riesigen Erwartungen ins Amt gewählt worden. Es war von Anfang an klar, dass irgendwann Abstriche gemacht werden müssen. Es gab Erwartungen, die ein amerikanischer Präsident schwer erfüllen kann." Sein Eindruck sei, dass Obama in Deutschland nach wie vor sehr populär sei, sagte Wowereit.


Kommentar: Abstriche? Erwartungen? Eher Strichlisten mit Totenzahlen. Und die Erwartungen wurden erfolgreich propagiert. Obama ist nicht unterscheidbar zu seinem Vorgänger - Geroge W. Bush - wenn nicht sogar schlimmer.


Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für Obama-Besuch

Der Berlin-Besuch des US-Präsidenten wird von massiven Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Obama landet an diesem Dienstag mit der "Air Force One" in Berlin - die Polizei hat sich schon am Wochenende auf einen Großeinsatz in der Hauptstadt vorbereitet.

Das Gebiet rund um das Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz wird streng abgeschirmt sein - dort wohnt die Präsidentenfamilie bis zum Mittwoch. Am Brandenburger Tor waren am Sonntag auch die Aufbauarbeiten für eine Tribüne in vollem Gange. Dort will Obama am Mittwoch eine Rede vor tausenden geladenen Gästen halten. Auch die beiden Töchter der Obamas sollen beim Besuch in Berlin dabei sein.

Zudem müssen die Polizeikräfte auch die Orte besonders schützen, die Ehefrau Michelle Obama besuchen will. Die First Lady will nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa unter anderem das Holocaust-Mahnmal und die Gedenkstätte Berliner Mauer besichtigen.