Zwei Selbstmordattentäter haben bei einem Anschlag auf Schiiten in Bagdad mehr als 30 Menschen mit in den Tod gerissen. Dutzende Menschen seien verletzt worden, teilte ein Vertreter des Innenministeriums in der irakischen Hauptstadt mit.

Die Angreifer sprengten sich den Angaben zufolge nach dem Mittagsgebet in einem schiitischen Gebetsraum im Norden Bagdads in die Luft. Durch die beiden Explosionen wurden mindestens 31 Menschen getötet und 57 verletzt.

Der Doppelanschlag hat sich im Stadtviertel Kahira ereignet. Der Gebetesraum lag neben einer Universität, unter den Opfern waren zahlreiche Studenten.

Der Irak wird seit Monaten von einer Welle der Gewalt überrollt. Allein im Mai wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 1.000 Menschen bei Anschlägen getötet. Betroffen sind vor allem von Schiiten bewohnte Gegenden. Für die Anschläge werden überwiegend radikale Sunniten verantwortlich gemacht. Sie lehnen die von Schiiten dominierte Regierung ab und heizen den Konflikt zwischen den Religionsgruppen an.

Das Land wird von der politischen Krise völlig gelähmt. Alle Versuche, die Spannungen zwischen den Glaubensgemeinschaften abzubauen, blieben bislang erfolglos. Auch im benachbarten Syrien kämpfen Schiiten und Sunniten gegeneinander.