
Zwischen den Gleisen liegt ein Junge! Er ist zwischen dem ersten und dem zweiten Waggon eingeklemmt. Er bewegt sich nicht. Sein linker Fuß ist abgetrennt, der Kopf blutet stark.
Kurze Zeit später trifft ein Großaufgebot an Rettungskräften ein. Feuerwehrmänner schieben die Bahn zurück und retten den Jungen, der mit Blaulicht ins UKE gebracht wird.
Die Polizei sperrt den Bahnsteig ab. Was war geschehen?
Offenbar ist der rothaarige Junge von seiner eigenen Mutter vor die Bahn gestoßen worden. Laut Feuerwehr ist die 31-jährige Frau psychisch krank und war deshalb auch schon seit Längerem in Behandlung. Sie wurde vorläufig festgenommen. Nach einer Befragung auf der Polizeiwache wurde sie in die geschlossene Psychiatrie des UKE eingeliefert.

Rettungskräfte kümmern sich am Bahnsteig der Station Hoheluftbrücke um den schwer verletzten Jungen.
Auch Stunden nach der Tat ist das Entsetzen an der U-Bahn-Station groß. „Die Frau war völlig hysterisch, als sie hier weggebracht wurde“, erzählt ein Zeitungsverkäufer. „Ich bete, dass der Junge durchkommt.“ Eine Frau mit Kind ist fassungslos: „Wie kann eine Mutter so etwas machen?“
Mehrere Augenzeugen der Tat mussten von Notfallseelsorgern betreut werden. Ebenso wie der Zugführer, der einen Schock erleidet. Alles geschah so schnell, dass er nicht mehr bremsen konnte.
Die Linie U3 wurde zwischen den Stationen Kellinghusenstraße und Schlump für mehrere Stunden gesperrt. Die Hochbahn richtete einen Schienenersatzverkehr ein.
Der Zustand des Jungen ist offenbar stabil. Laut Feuerwehr war er während der Bergungsarbeiten die ganze Zeit ansprechbar. Im UKE wurde er sofort operiert und intensivmedizinisch betreut.
Er schwebt nicht in Lebensgefahr. Doch seine Seele wird vermutlich für den Rest seines Lebens verwundet bleiben.



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