In diesen Tagen gibt es immer mehr kuriose Meldungen. Eine kleine Auswahl.
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Wenn zwei sich streiten, dann freut sich angeblich der Dritte. Dass dieser Satz nicht stimmt, spürt man als Verbraucher sofort, wenn man folgende Zeilen liest: »Streit beim Verbraucherschutz: Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor der Konkurrenz verbraucherschutz.de und bezeichnet deren Arbeit als dubioses Treiben. Das Portal weist die Kritik zurück.« Private Konkurrenz scheint bei den Verbraucherschützern nicht erwünscht zu sein, aber was nützt der Streit den Bürgern? Die bleiben hilflos auf der Strecke.

Noch absurder ist das angebliche Angebot des Jobcenters aus Osterode im Harz, arbeitslose Akademiker wieder für den deutschen Arbeitsmarkt fit zu machen und zu Bauhelfern umzuschulen, da heißt es:
 »Ein akademischer Abschluss oder gar eine Promotion kann beim Zugang zu bestimmten Berufen, beispielsweise als Bauhelfer, eine große Einstellungshürde sein. In diesem Kurs versuchen wir, durch Erlernen eines zielgruppenspezifischen Vokabulars, angepasste Kleidung und gezielte Verhaltensänderungen auch aus promovierten Geisteswissenschaftlern wieder echte Männer zu machen.« 
Ist das vielleicht ein verfrühter Aprilscherz? Und ist das Angebot nicht diskriminierend den Frauen gegenüber? Der Informationsdienst Kopp Exklusiv hat in der nächsten Ausgabe mehr dazu.

Am absurdesten aber ist ein Artikel in der Zeit, in dem ein promovierter arbeitsloser Akademiker sich darüber beklagt, dass er trotz vieler Bewerbungen keine Stelle findet. Er beklagt sich darüber, dass er ständig gegen Armut ankämpfe und gegen mangelnde Anerkennung. Da heißt es allen Ernstes sogar: »In manchen Augenblicken hilft mir nur zu hoffen, dass mir Nachruhm zuteil wird, oder dass sich die gesellschaftlichen Werte endlich ändern.« 

Warum das absurd ist? Wenn der zuvor zitierte promovierte Bildungsprekarier wirklich so superintelligent ist, wie er sich selbst einschätzt, dann müsste ihm aufgefallen sein, dass es in Deutschland zu wenig innovative Menschen gibt, die das Land vorantreiben. Warum also bewirbt er sich und erwartet von anderen, dass sie ihm monatlich Geld überweisen? Warum macht er sich als intelligenter Mensch nicht selbstständig? Es sind die vielen engagierten Selbstständigen, die eigenes Risiko tragen und ihre Ideen verwirklichen, die ein Land immer wieder voranbringen - nicht die staatlichen Planer. Wenn schon arbeitslose promovierte Akademiker darauf hoffen, dass ihnen »Nachruhm« zuteil wird, dann kann es mit diesem Land nur noch weiter abwärts gehen. Aber vielleicht wendet sich der Mann ja auch mal an das Jobcenter in Osterode - und lässt sich vom Akademiker zum Bauhelfer umschulen. Sonst heißt es hier bald: Kein Schwarz, kein Rot, kein Gold.