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Im Stahlwerk Ilva im süditalienischen Tarent (Taranto) ist nach einem Wirbelsturm Feuer ausgebrochen, ein Kamin stürzte ein.
Ein Wirbelsturm verwüstet Europas größtes Stahlwerk in Süditalien. Ein Arbeiter stirbt, 20 weitere werden verletzt. Schwere Regenfälle führen in der Toskana zu Überschwemmungen, auch Venedig leidet wieder unter Hochwasser.

Tarent - Durch einen Wirbelsturm im Süden Italiens sind etwa 20 Fabrikarbeiter verletzt worden. Ein weiterer Mitarbeiter des Stahlwerks Ilva in Tarent (Taranto) werde seit dem Unwetter vermisst, teilte die Werksleitung am Mittwoch mit. Etwa 20 leicht Verletzte seien auf der Krankenstation der Fabrik behandelt worden, zwei weitere seien ins Krankenhaus gebracht worden.

Der Tornado hatte den Angaben zufolge Lagerstätten des Werkes verwüstet, durch den Einschlag eines Blitzes seien Teile eines Schornsteins abgebrochen und auf eine Hochspannungsleitung gefallen. Dieser Vorfall legte eine Bahnstrecke lahm.

Der Vermisste habe auf einem Kran gearbeitet, als dieser infolge des Sturms ins Meer gestürzt sei, hieß es in der Mitteilung. An der Suche nach ihm beteiligten sich Taucher der Feuerwehr, sagte der Sprecher des Bürgermeisteramtes von Tarent, Lino Ursi.

Explosionen und Feuer im Stahlwerk

Nach dem Sturm waren laut Ursi Explosionen im Inneren des Stahlwerks zu hören gewesen. Die Werksleitung habe aber versichert, dass die Lage unter Kontrolle sei. Ein örtlicher Vertreter des Zivilschutzes teilte mit, infolge des Sturm seien in einer Schule in der Nähe des Stahlwerks sechs Kinder leicht verletzt worden.

Schwere Regenfälle in der Toskana

Auch in der Toskana in Mittelitalien gab es erneut schwere Regenfälle, die zu Überschwemmungen in der Regionalhauptstadt Florenz und in anderen Gebieten führten. So mussten in der Provinz Grosseto 19 Straßen wegen Hochwassers und Erdrutschen gesperrt werden. Vor zwei Wochen waren bei Unwettern in der Toskana vier Menschen ums Leben gekommen.

Auch in der Nachbarregion Emilia-Romagna wurde Alarm ausgerufen, weil heftige Regenfälle erwartet wurden. Die Insel Capri im Golf von Neapel war von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Fähren wegen starken Windes und hohen Wellengangs nicht mehr fuhren. Auch in Venedig herrschte „Acqua Alta“.

afp