Während schon frühere Analysen der beiden Zwillings-Rover "Opportunity" und "Spirit" im Rahmen der NASA-Mission "Mars Exploration Rover" (MER) Spuren einstigen Wassers auf dem Mars gefunden hatten (...wir berichteten), deuteten alle Analysewerte bislang daraufhin, dass dieses Wasser wahrscheinlich stark säurehaltig und damit eher lebensfeindlich war. Jetzt hat der Rover "Opportunity" erstmals die Reste einer einstigen wässrigen Umgebung auf dem Mars entdeckt, die durchaus die Voraussetzungen für Leben ja sogar Trinkwasser geliefert haben könnte.
Whitewater Lake, Mars
© NASA/JPL-Caltech/ Cornell Univ./Arizona State Univ.
Der "Whitewater Lake"-Felsen (Bildmitte) ist etwa 80 Zentimeter groß.
San Francisco (USA) - "Das ist unsere allererste Ansicht von (den Resten) einer Umwelt auf dem einstigen Mars, die eindeutig aus einer Chemie hervorging, die Leben ermöglicht haben könnte", so der MER-Chefwissenschaftler Steve Squyres auf dem diesjährigen Herbsttreffen der American Geophsical Union (AGU).

Die hier nun gefundenen Tonerdenablagerungen deuten auf eine andere Art von (einstigem) Wasser hin. "Dieses Wasser", so zeigt sich Squyres begeistert, "hätten wir sogar trinken können."

Entdeckt wurden die "Trinkwasserrückstände" auf einem von den Forschern als "Whitewater Lake" bezeichneten Felsen am sogenannten Matijevic Hill im Marskrater Edeavour, dessen Rand der Rover derzeit erkundet. "Die hier gefundenen Tonmineralien bilden sich nur im Zwischenspiel mit pH-neutralem Wasser".

Ganz in der Nähe des Fundorts befindet sich auch ein weiterer Forschungsort des Rovers: der Felsen "Kirkwood" (s. Abb. u.l.). Hier hatte "Opportunity" bereits zuvor kleine kugelförmige Mineraleinschlüsse gefunden, die zunächst den sogenannten "Blueberries" (Blaubeeren) glichen, die schon an anderen Orten auf dem Mars entdeckt worden waren. Eine Analyse dieser Sphärulen offenbarte jedoch eine gänzlich andere Zusammensetzung dieser Kügelchen, was zur Umbenennung der Einschlüsse in Kirkwood als "Newberries" (Neubeeren) durch die NASA-Wissenschaftler führte (...wir berichteten). Weitere Untersuchungen sollen nun das Rätsel dieser "neuen Beeren" lösen.

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Quellen: NASA, universetoday.com