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Sturmgepeitschte Palmen. Die Unwettersaison im Pazifik hat mit einem verheerenden Zyklon begonnen.
Zyklon "Evan" hat im Pazifik-Inselstaat Samoa schwere Verwüstungen angerichtet. In der Hauptstadt Apia kamen nach Medienberichten mindestens drei Menschen um.

Apia/Wellington - Bei der Polizei seien am Freitag mehrere Vermisstenmeldungen eingegangen, berichtete der neuseeländische Hochkommissar Nick Hurley dem Rundfunk in seiner Heimat. Entgegen ersten Befürchtungen nahm der Zyklon am Freitag nicht erneut Kurs auf Apia, sondern bewegte sich in Richtung Westen auf Savai'i zu, die größere der beiden Hauptinseln Samoas.

"Es sieht verheerend aus", berichtete Reporterin Marjorie Moore von der Zeitung Samoa Observer der Nachrichtenagentur dpa. "Auf der Hauptstraße aus der Stadt Richtung Süden liegen entwurzelte Bäume und umgerissene Strommasten. Die Leitungen liegen quer über die Straße." Es gab keinen Strom und vielerorts kein Wasser. "Es regnet noch und der Wind weht weiter heftig", sagte Rachael Dempsey, Mitarbeiterin der deutschen Entwicklungsorganisation GIZ am Freitag. In ihrem Garten riss der Sturm zahlreiche Bäume um. "Es stehen nur noch Palmen", berichtete sie.

Der deutsche Honorarkonsul Arne Schreiber flüchtete mit seiner Familie in sein Büro, das verstärkte Wände hat. "Wir hatten eine schlaflose Nacht", berichtete er. Während bei seinem Nachbarn das Dach wegflog, hatte er das Hausdach mit Seilen am Fundament verankert. "Wir haben Glück gehabt, keine größeren Schäden", sagte er. Die Familie behelfe sich mit Kerzen und einem Kerosinkocher.

In Apia war unter anderem der Fluss Vaisigano über die Ufer getreten und hatte die Innenstadt überschwemmt. Autos steckten nach Angaben von Augenzeugen im Schlamm fest. Über die Uferpromenade peitschte eine Sturmflut. Die 40 000-Einwohner-Stadt war ohne Strom. Die Behörden erklärten den Ausnahmezustand. Die Pazifikstaaten werden zwischen Dezember und März oft von Zyklonen heimgesucht. "Evan" war einer der schlimmsten Zyklone der vergangenen 20 Jahre.