So warm war es noch nie: Mit sommerlichen 20,7 Grad ist in München ein deutschlandweiter Temperatur-Rekord für einen Heiligabend seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erreicht worden. Das warme Wetter ist gefährlich: Köln und Düsseldorf bereiten sich auf Hochwasser vor.
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Hochwasser am 23. Dezember am Rheinufer bei Oestrich-Winkel in Hessen
Mit fast sommerlichen 20,7 Grad ist am Montag in München ein deutschlandweiter Temperatur-Rekord für einen Heiligabend seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erreicht worden. Der Wert wurde an einer Station in der Innenstadt gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.

Die bisherige Höchsttemperatur für einen 24. Dezember in der bayerischen Landeshauptstadt war mit 14,5 Grad im Jahr 1977 erreicht worden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Im Verlaufe des Nachmittags erwartet der DWD noch einen weiteren leichten Temperaturanstieg, so dass vermutlich mehr als 16 Grad erreicht werden.

Zehntausende Menschen nutzen in Bayerns Landeshauptstadt das frühlingshafte Wetter, um letzte Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Straßencafés sind gut besucht und Cabriofahrer drehen ihre Runden mit offenem Verdeck. Bundesweit wurden an einem Heiligabend aber schon höhere Temperaturen gemessen. So am 24. Dezember 1983 in Baden-Württemberg mit 17,8 Grad.

Flüsse teils nicht mehr schiffbar

Das Tauwetter und die Regenfälle haben die Flüsse im Süden und Westen Deutschlands anschwellen lassen. Der Oberrhein war am Montag wegen Hochwassers teilweise gesperrt. Auch die Pegelstände an der Mosel und anderen Flüssen in Rheinland-Pfalz stiegen zunächst. Am Niederrhein bereiteten sich Köln und Düsseldorf auf das Rhein-Hochwasser vor. Beide Städte meldeten am Montag weiter steigende Pegelstände.

Hochwasserschützer sehen vorerst jedoch keine Gefahr. In Köln stand das Wasser am Pegel um 11 Uhr bei 7,40 Meter. Schutzmaßnahmen für einen Pegelstand von 9,00 Metern seien ergriffen oder vorbereitet, sagte ein Mitarbeiter der Hochwasserschutzzentrale. Im langjährigen Mittel liegt der Wasserstand des Rheins bei Köln bei einer Marke von 3,21 Meter. Schiffe durften am Montag nur noch langsam und in Flussmitte fahren. In Düsseldorf wurden die Altstadt und der Ortsteil Hamm geschützt.

Düsseldorfer Altstadt wegen Regen gesperrtIn Düsseldorf mussten aufgrund von Dauerregen Teile der Altstadt gesperrt werden, ab Köln rheinaufwärts läuft die Schifffahrt eingeschränkt, zwischen Iffezheim und Mannheim ist der Rhein wegen Hochwassers für die Schifffahrt gesperrt. Um Mitternacht hatte der Fluss den kritischen Pegelstand von 7,50 Meter in Maxau überschritten, teilte die Wasserschutzpolizei in Baden-Württemberg am Montag mit. Vor dem Stadthafen in Karlsruhe schlossen die Behörden als weitere Schutzmaßnahme ein Hafentor, das den Anstieg des Wasserstandes im Stadtbereich verhindern soll.

An Rhein, Mosel und Saar drohen nach Informationen der Hochwasserdienste am ersten Weihnachtsfeiertag noch überflutete Keller. Nach den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes liessen aber ab Mittwoch die Niederschläge nach, sodass an den Oberläufen der Flüsse mit fallenden Wasserständen gerechnet werden könne. Klirrende Kälte in RusslandGanz anders sieht es in Russland aus: Mit klirrendem Frost von bis zu minus 32 Grad hat die Region um die Hauptstadt Moskau die bislang kälteste Nacht des Winters erlebt. Besonders eisig war es im Dorf Tscherusti im Osten des Moskauer Gebiets, wie die Agentur Itar-Tass am Montag meldete. Im Osten des Riesenreichs war es noch deutlich kälter. Das Zivilschutzministerium schickte ein Flugzeug mit 60 Öfen in die südsibirische Teilrepublik Tuwa. In der Region an der Grenze zur Mongolei war bei tagelangen Frösten von mehr als minus 40 Grad ein Heizkraftwerk ausgefallen. Mehr als 300 Menschen aus dem Dorf Chowu-Aksy sind in Notunterkünften untergebracht.

kma/sk/dpa