Eine neue Analyse auf er Grundlage von Beobachtungen des Weltraumteleskops "Kepler" hat Hinweise darauf gefunden, dass es alleine in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, mindestens 100 Milliarden Planeten gibt.
Milchstraße
© Sebastian Voltmer, astrophoto.de
Symbolbild: Blick ins Zentrum der Milchstraße.
Pasadena (USA) - Zu dieser Schlussfolgerung kommen Forscher um Jonathan Swift und John Johnson vom California Institute of Technology (Caltech) und stützen damit ein weiteres Mal die Vorstellung, dass Planetensysteme um Sterne nicht die Ausnahme sondern die "kosmische Norm" sind.

Zu ihrer in kürze im Fachjournal Astrophysical Journal erscheinenden Einschätzung kommen die Wissenschaftler anhand der Analyse der Planeten, die den fernen Stern "Kepler-32" umkreisen. Bei den Planeten dieses Systems handele es sich um exemplarische Stellvertreter der Mehrheit der Planeten in unserer Galaxie und damit um die perfekte Grundlage für eine Studie darüber, wie die meisten dieser Welten entstehen.

"Die Erkenntnis, dass es mindestens 100 Milliarden Planeten in der Milchstraße gibt, ist geradezu atemberaubend", so Swift. "Grundsätzlich bedeutet das, dass jeder Stern in unserer Galaxie auch mindestens einen Planeten besitzt."

Das System "Kepler-32" selbst beheimatet hingegen gleich mindesten fünf Planeten Zwei dieser Planeten waren zuvor schon von anderen Astronomen entdeckt worden, drei weitere fand und bestätigte das Caltech-Team und verglich dann das System mit anderen bereits vom "NASA-Planetenjäger" Kepler entdeckten Systemen.

Bei Kepler-32 selbst handelt es sich um einen Roten Zwergstern und damit um ein Exemplar des am häufigsten in der Milchstraße vorkommenden Sternentyps (...wir berichteten). Allerdings unterscheiden sich Systeme um derartige Zwergsterne deutlich von Planetensystemen wie unserem Sonnensystem. Zum einen sind die auch als M-Zwerge bezeichneten Sterne deutlich kühler und kleiner als die Sonne. Kepler-32 selbst besitzt beispielsweise nur die Hälfte der Sonnenmasse und nur den halben Sonnenradius. Die Radien seiner fünf Planeten liegen zwischen dem 0,8- und 2,7-fachen des Erdradius. Die Planeten umkreisen ihren Stern zudem deutlich dichter als die inneren Planeten im Sonnensystem: Das ganze Kepler-32-System passt in ein Zehntel des Abstandes zwischen Sonne und Erde (einer sogenannten Astronomischen Einheit = AE), was wiederum nur einem Drittel des Abstandes des innersten Planeten Merkur zur Sonne entspricht.

Die Tatsache, dass M-Zwerg-Systeme deutlich häufiger vorkommen als Systeme um andere Sternentypen legt für Johnston zudem eine grundlegende Erkenntnis nahe: "Systeme wie unser Sonnensystem sind extrem selten. Das Sonnensystem ist sozusagen ein Sonderling unter den unzähligen Planetensystemen der Milchstraße".

- Die vollständige Zusammenfassung der Caltech-Studie finden Sie hier


Quellen: jpl.nasa.gov, caltech.edu