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Mi, 10 Feb 2016
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Wissenschaft und Technologie
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Family

Frühchen zeigen dramatische Defizite bei komplexen Aufgaben und lernen auch als Schüler langsamer

Das Gehirn zu früh geborener Kinder ist bei komplexen Aufgaben schnell überfordert

Frühchen haben es nicht leicht: Sie sind meist kleiner als ihre Altersgenossen und hinken auch in Kindergarten und Schule oft hinterher. Woran dies liegt, zeigt nun eine Studie deutscher und britischer Psychologen mit achtjährigen Kindern: Demnach sind Frühchen vor allem schneller überfordert, wenn sie komplexere Aufgaben lösen sollen. Ihr Gehirn ist noch zu stark mit dem Nachholen beschäftigt und kann daher nicht so viele Informationen auf einmal verarbeiten. Angesichts steigender Frühchenzahlen müsse dies zukünftig auch im Schulunterricht stärker berücksichtigt werden, mahnen die Forscher im Fachmagazin "PLoS ONE".
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© SXC
Frühchen haben oft noch als Schulkinder mehr Lernprobleme als ihre Altersgenossen
Immerhin mehr als die Hälfte aller Kinder kommen vor der 39. Schwangerschaftswoche zur Welt, also etwas vorzeitig. Als echte Frühchen gelten in der Regel aber nur diejenigen, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Das betrifft jedes Jahr etwa 15 Millionen Babys weltweit - immerhin gut zehn Prozent aller Geburten. Dank einer immer besseren Neonatalmedizin können die Ärzte heute immer häufiger auch die Neugeborenen am Leben erhalten, die in der 32. Woche, also fast zwei Monate zu früh auf die Welt kommen. Für die Kinder bleibt das zu frühe Ende ihrer Zeit im Mutterleib aber nicht ohne Folgen.

Ice Cube

Über 400 Jahre alte Moose schlagen wieder aus: Aus ihrem Eisgrab, neu zum Leben erwacht

Jahrhunderte unter einem arktischen Gletscher begrabene Moose schlagen wieder neu aus

Moose sind so leicht nicht totzukriegen, das weiß man schon seit längerem. Jetzt aber haben diese seit rund 400 Millionen Jahren erfolgreichen Gewächse selbst Botaniker verblüfft: Denn in der kanadischen Arktis überdauerten Moose 400 Jahre lang unter dem meterdicken Eis eines Gletschers - nur um bei seinem Abschmelzen neu auszuschlagen als wenn nichts gewesen wäre. Das demonstriere eindrucksvoll, wie widerstandsfähig diese Pflanzengruppe sei, konstatieren kanadische Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Es zeige aber auch, dass der von den schrumpfenden Gletschern freigelegte Boden weder tot noch unbewohnt ist.

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© Catherine La Farge
Frisch vom Eis freigelegt: Ein Polster des Mooses Aulacomnium turgidum
"Die zunehmende Klimaerwärmung lässt weltweit die Gletscher schwinden." Auf der Ellesmere Insel in der kanadischen Arktis hat sich beispielsweise der Teardrop Gletscher seit 1850 um mehr als 200 Meter zurückgezogen. "Im Gletschervorland ist dies deutlich an einer scharfen Grenze zu erkennen", berichten Catherine La Farge von der University of Alberta in Edmonton und ihre Kollegen. Während außerhalb dieser Grenze die normale arktische Vegetation wächst, finden sich auf dem zuvor von Eis bedeckten, helleren Boden zahlreiche Eistrümmer und nur wenige, vereinzelt stehende Pflanzen. Die meisten davon gehören zu den typischen Pionierpflanzen - den Gewächsen, die besonders gut auf kahlem Boden wachsen und daher meist zu den ersten Besiedlern gehören.

People 2

Paare in einer glücklichen Beziehung streiten anders

Partner in einer funktionierenden Beziehung gleichen ihre negativen Gefühle gegenseitig aus

Warum hinterlässt Streit in einer unglücklichen Beziehung mehr Narben als in einer glücklichen? Eine Antwort darauf liefert ein Experiment von US-Psychologen: Während sich bei einem unglücklichen Paar beide Partner im Streit vor allem auf ihre negativen Gefühle - Verbitterung, Ärger oder Frustration - konzentrieren, gleichen sich glückliche Paare aus: Versinkt einer der beiden in negativen Gefühlen, versucht der andere unwillkürlich, eine positive Lösung zu finden, so die Forscher im Fachmagazin "Communication Monographs". Und noch etwas zeigte die Studie: Frauen neigen eher dazu, ihrem Partner die Schuld zu geben als Männer.

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© SXC
Glückliche und unglückliche Paare streiten anders
Streit kommt in jeder Beziehung vor. Aber während sich glückliche Paare meist schnell wieder vertragen, hinterlassen Konflikte in unglücklichen Beziehungen oft Narben oder Arten in schwelenden Groll aus. Warum das so ist und wie sich die Konflikte zwischen glücklichen und unglücklichen Paaren unterschieden, haben Anita Vangelisti von der University of Texas in Austin und ihre Kollegen nun genauer untersucht.

Bulb

Neue Eigenschaft von Wasser entdeckt: Supergekühltes Wasser das sich nicht in Eis verwandelt

US-Forscher haben eine weitere ungewöhnliche Eigenschaft von Wasser entdeckt: Wird Wasser auf extreme Tiefsttemperaturen heruntergekühlt, verwandet es sich in eine neue Form von Flüssigkeit.
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Symbolbild (Illu.)
Fayetteville (USA) - Entdeckt haben die Forscher um Feng Wang von der University of Arkansas, Fayetteville den ungewöhnlichen Vorgang mittels einer Simulation von supergekühltem Wasser. Demnach findet der Phasenübergang bei minus 66 Grad Celsius (207 Kelvin) statt. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht (DOI: 10.1073/pnas.1309042110).

"Während einer Mikrosekunde (0,000 001 Sekunden) verwandelte sich das ursprünglich flüssige Wasser nicht zu Eis sondern in eine neue Form von Flüssigkeit", so Wang. "Unsere Studie zeigt, dass sich Wasser auch bei niedrigsten Temperaturen ausdehnen und so seine Dichte verringern kann, ohne Eis zu bilden."

Smiley

Am besten nicht starten: Schleudersitze des "Eurofighter" nicht geprüft

Berlin - Das Bundeswehr-Kampfflugzeug "Eurofighter" könnte nach Informationen von Spiegel Online Probleme mit den Schleudersitzen bekommen. Einem Prüfer des Wehrbeschaffungsamtes sei bei einer Routineuntersuchung aufgefallen, dass die mit einer Sprengladung versehenen Sitze keine Stück- und Nachprüfung in ihrem Werk in England erhalten hätten, berichtete das Nachrichtenportal am Montag unter Berufung auf eine Beanstandungsmeldung vom 18. April dieses Jahres.

Quelle: dpa

Question

Mehr Erfolg durch Gen-Screening? Neue Methode bei künstlicher Befruchtung

Die Erfolgsaussichten bei einer künstlichen Befruchtung waren bislang mäßig. Das könnte sich nun ändern. Britische Forscher haben eine neue Methode entwickelt und sprechen von einer Revolution.
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© dpa
Die mikroskopische Aufnahme zeigt eine menschliche Eizelle, die in einem Dresdner Speziallabor zu Demonstrationszwecken injiziert wird.
Britische Mediziner hoffen mit einer neuen Methode der Präimplantationsdiagnostik auf eine deutlich höhere Erfolgsquote bei künstlichen Befruchtungen. Erste Tests mit dem sogenannten "Next Generation Sequencing" seien einem Team der Universität Oxford geglückt, berichten Wissenschaftler auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Human-Reproduktion und Embryologie (ESHRE) in London. Das erste gesunde Kind sei nach der neuen Form des Gen-Screening im Juni geboren worden, heißt es in einer Mitteilung der Gesellschaft. Dafür hatten Mediziner das gesamte Erbgut des Embryos einbezogen. Bisher ist die neue Methode allerdings erst bei zwei Paaren getestet worden. Das macht deutsche Experten noch skeptisch.

Die Methode verspreche, die Embryo-Auswahl bei der künstlichen Befruchtung zu revolutionieren, behaupten die britischen Forscher. Im Gegensatz zu bisherigen Methoden der Präimplantationsdiagnostik (PID), bei denen nur fünf bis sechs Chromosomen auf mögliche Fehler untersucht werden konnten, ermögliche das "Next Generation Sequencing" (NGS) die Analyse des gesamten Genoms, wie eine Sprecherin der Gesellschaft bestätigte.

Cassiopaea

Rätselhafte Radioblitze aus dem All entdeckt

Mit dem 64-Meter-Radioteleskop der CSIRO im australischen Parkes hat ein internationales Team von Astronomen Ausbrüche von Radiowellen entdeckt, deren Ursprung offenbar in einer Entfernung von Milliarden Lichtjahren liegt - in einer Zeit also, da das Universum erst zwischen sechs und neun Milliarden Jahre alt war. Über die Ursache der Strahlungsausbrüche rätseln die Forscher noch.
© Swinburne Astronomy Productions, mit dem CSIRO-Parkes-Radioteleskop u. astronomy.fas.harvard.edu/skymaps/halpha (Hntgr.)
Künstlerische Darstellung eines Radioblitzes am Nachthimmel vor dem CSIRO-Parkes-Radioteleskop in Australien (Illu.).
Bonn (Deutschland) - Insgesamt vier kurzzeitige Radiostrahlungsausbrüche (sog. Fast Radio Bursts, FRBs) von jeweils nur wenigen Millisekunden Dauer haben die Astronomen am Südhimmel bei hohen galaktischen Breiten registriert. Die extrem kurze Zeitdauer und die abgeleitete große Entfernung, so erläutern die Forscher in einer Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, lasse darauf schließen, dass diese Ausbrüche von sehr energiereichen Ereignissen in kosmologischer Distanz stammen.

Sherlock

Weltweit einmaliger Fund: Urzeit-Wald auf einer Baustelle in Zürich entdeckt

13.000 Jahre alte Holzstümpfe sind wichtiger Fund für die Dendrochronologie

Es war ein Fund direkt vor der Haustür: Am Südrand von Zürich haben Forscher die Reste eines vor 13.000 Jahren im Schlamm begrabenen Urzeit-Waldes entdeckt. Arbeiter auf einer Baustelle waren beim Baggern zufällig auf die Baumstümpfe gestoßen. Bisher wurden mehr als 200 gut erhaltene Kiefernstümpfe geborgen. Qualität und Ausmaß des Fundes seien weltweit einmalig und ein wichtiger Schatz für die mitteleuropäische Dendrochronologie - die Datierung mittels Jahresringen, berichten die Forscher.

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© WSL / Gottardo Pestalozzi
Die Holzproben werden sorgfältig inventarisiert und für die Analysen im Labor vorbereitet.
Als Daniel Nievergelt, Jahresringforscher an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), einen Blick in eine Baustelle am Südrand von Zürich warf, hoffte er auf einen brauchbaren Fund. Und tatsächlich: Am Rand der lehmigen Baugrube lagen einige große Baumstrünke. Die Bauarbeiter hatten sie zum Holzabfall geworfen. Bei näherem Hinsehen erkannte sie der Forscher als sogenannte subfossile Kiefern - Baumreste, die nicht versteinert sind, aber dennoch bereits sehr alt. Sofort unterzog er den Fund gemeinsam mit Kollegen einer näheren Untersuchung und schickte drei Proben an die ETH Zürich mit der Bitte um eine C14-Datierung.

Sherlock

Pilzliche Mitbewohner auf der menschlichen Haut

Menschliche Haut entpuppt sich als komplexes Ökosystem

Auf jedem Zentimeter unserer Haut haust eine bunte Gemeinschaft aus Mikroorganismen. Über die Bakterien der Hautflora ist bereits vieles bekannt, unsere pilzlichen Mitbewohner waren dagegen kaum erforscht. US-Forscher sind den Geheimnissen der menschlichen Pilzgärten nun mittels der Genetik auf die Spur gekommen. Sie haben erstmals die Verteilung aller Pilze auf unserem Körper kartiert - mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen, wie sie im Fachmagazin "Nature" berichten.


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© N. Podbregar
Schutzhülle Haut
Pilzbestimmung auf der menschlichen Haut hat wenig mit der Pilzsuche in einem Herbstwald gemeinsam: Die mikroskopischen Geflechte in den winzigen Hautfurchen sind schwer charakterisierbar. Im Gegensatz zu Hautbakterien lassen sich Hautpilze auch schlecht im Labor kultivieren und dann bestimmen. Die Forscher um Keisha Findley vom National Human Genome Research Institute in Bethesda haben stattdessen nun genetische Methoden zur Bestimmung eingesetzt.

Bullseye

Unterschwellige Werbung: Müde Zugpassagiere mit nicht direkt hörbaren Botschaften konfrontieren

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BBDO Germany hat das Konzept des "Talking Window" für Sky Go entwickelt.
Flächenlautsprecher sind nicht neu: Sie werden sowohl professionell als unsichtbare Wandlautsprecher als auch für mobile Miniaturlautsprecher eingesetzt, die man auf eine Tischplatte legt oder an eine Fensterscheibe klebt. Sie bringen die Fläche per Körperschallübertragung zum Schwingen und nutzen sie so zur Schallübertragung.

BBDO Germany hat das Konzept des "Talking Window" für Sky Go entwickelt. Für Sky Deutschland hat die Agentur BBDO Germany dieses Konzept aufgegriffen und zu einem Werbekonzept für schläfrige Bahnpassagiere weiterentwickelt. Das "Talking Window" wird durch ein kleines Kästchen in hochfrequenten Schwingungen außerhalb des hörbaren Bereichs versetzt, sodass die Passagiere zunächst nichts davon mitbekommen. Erst wenn jemand den Kopf an die Scheibe lehnt, wird die Schwingung auf den Schädelknochen übertragen und Passagier hört über Knochenschall die Werbebotschaft. Wie bei Google Glass wird dabei das Mittelohr umgangen, das Innenohr nimmt den Schall direkt wahr.

Wer beim Eindösen plötzlich eine fremde Stimme im Kopf hört, dürfte ziemlich irritiert sein. Ob man dadurch die Werbebotschaft besonders verinnerlicht oder eher vergisst, bleibt abzuwarten. Ungeteilte Begeisterung wird dieser akustische Eingriff in die Privatsphäre wohl nicht finden.

Der Clip "Talking Window" stellt das subliminale Werbekonzept vor.