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Sun

Henrik Svensmark antwortet auf Kritik an seiner Theorie, dass die Sonne einen maßgeblichen Einfluss auf Klimaveränderungen hat

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© NASA/ESA SOHO Satellite
Seitdem der frühere Hamburger Umweltsenator und jetziger Vorstandsvorsitzende der RWE-Sparte für “Erneuerbare Energien”, RWE Innogy, mit seinem Buch Die kalte Sonne: Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet die Klimadebatte in Deutschland neu angefacht hat, werden die von ihm vertretenen Standpunkte in weiten Teilen der Medien heftig diskutiert.

Was die Sache aus Sicht der Befürworter des menschengemachten Klimawandels wohl besonders brisant macht ist der Umstand, dass sich hier einer zu Wort meldet, der bislang selbst daran geglaubt hatte, dass der Mensch vor allem durch den Ausstoß von CO2 dem Klima irreparable Schäden zufügt. Man hat es also mit einem vom rechten Glauben abgefallen zu tun und solche Menschen werden von den Vertretern einer Glaubensgemeinschaft zu Recht als besonders “gefährlich” angesehen.

So wundert es nicht, dass der Nestbeschmutzer Vahrenholt nun von vielen Seiten heftigen Angriffen ausgesetzt ist. Wobei auffällt, dass jene, die ihn kritisieren, sein Buch in aller Regel überhaupt nicht gelesen haben, und nach eigenem Bekunden auch nicht zu lesen gedenken.

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Saturn

Kugelsternhaufen: Nur die größten Sternhaufen überlebten

antennen galaxie, sternhaufen
© NASA, ESA und das Hubble Heritage Team (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration
Dieses Bild der Antennen-Galaxie zeigt eine Vielzahl von hellen, jungen Sternhaufen. Diese Gruppen von Sternen treten meist nahe bei Regionen mit intensiver Sternentstehung auf.
Die Kugelsternhaufen unserer Milchstraße könnten die einzigen Überlebenden einer sehr heftigen Sternentstehungsphase nach einer Galaxienkollision sein, bei der unzählige kleinere Haufen wieder zerstört wurden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, in der Wissenschaftler die Entstehung von Kugelsternhaufen mit einem Computermodell untersucht haben.

Kugelsternhaufen haben eine bemerkenswerte Eigenschaft: Die typische Anzahl von Sternen in diesen Haufen scheint im ganzen Universum etwa gleich zu sein. Ganz im Gegensatz zu viel jüngeren Sternhaufen, die nahezu eine beliebige Anzahl von Sternen enthalten können - von weniger als 100 bis zu vielen Tausend. Doch wie lässt sich dieser Unterschied erklären?

Um diese Frage zu beantworten, hat ein deutsch-niederländisches Astronomenteam jetzt Simulationen von isolierten und kollidierenden Galaxien durchgeführt, in denen auch ein Modell für die Entstehung und Zerstörung von Sternhaufen enthalten war. Bei einer Galaxienkollision gibt es oft spektakuläre Ausbrüche von Sternentstehung (sogenannte Starbursts) und es entsteht eine Fülle von hellen, jungen Sternhaufen in ganz unterschiedlichen Größen. Deshalb vermuteten die Wissenschaftler zunächst, dass sich die Gesamtzahl der Sternhaufen während eines Starbursts erhöhen muss.
Better Earth

Entdeckung im Regenwald: Amazonas-Pilz verzehrt Plastik

Abfalldeponie
© Ropable / Public Domain
Verdichtung einer Abfalldeponie mit einem sog. Kompaktor.
New Haven/ USA - US-Forscher haben im Amazonas-Regenwald einen Pilz entdeckt, der sich ausschließlich von Polyurethanen ernähren kann und das sogar unter Umweltbedingungen, die jenen im Innern von Abfalldeponien gleichen.

Bei Polyurethanen (PU / PUR) handelt es sich um Kunststoffe oder Kunstharze, die je nach Herstellung hart und spröde, aber auch weich und elastisch sein können und aus diesem Grund besonders in aufgeschäumter Form als dauerelastischer Weichschaum (z. B. für Sportschuhsohlen) oder als harter Montageschaum Verwendung finden. Bislang glaubten Wissenschaftler nicht, dass Polyurethane durch natürliche Prozesse aufgebrochen werden und somit recycelt werde könnten.

Wie das Studententeam um Professor Scott Strobel vom Rainforest Expedition and Laboratory der Yale University im Fachmagazin Applied and Environmental Microbiology berichten, finden Polyurethane in nahezu allen Plasktikgegenständen Anwendung, überdauert als Abfall jedoch mehrere Generationen.
Footprints

Studie findet keine Belege für Sprachursprung in Afrika

Biblisches Symbol zur Entstehung der Sprachen
© Public Domain
Biblisches Symbol der Entstehung der Sprachen von Pieter Brueghel (1563), zu sehen im Kunsthistorischen Museum Wien.
München/ Deutschland - Während im vergangenen Jahr der Kulturanthropologe Quentin Atkinson in einer Studie zu dem vielbeachteten Ergebnis gekommen war, dass der Ursprung aller Sprachen im Südwesten Afrikas liege, zeigt nun der Sprachwissenschaftler Michael Cysouw, dass diese Out-of-Africa-Hypothese für die Sprachentstehung damit längst nicht belegt sei. Die Suche nach dem Ursprung der Sprachen geht weiter.

Atkinson hatte für seine im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie die Zahl sogenannter Phoneme von gut 500 heute noch gesprochenen Sprachen verglichen. Hierbei handelt es sich um die kleinsten Lauteinheiten - Konsonanten, Vokale oder auch Tonhöhen. die dazu verwendet werden, Bedeutungen voneinander zu unterscheiden und deren Zahl je nach Sprache stark variieren kann.
Butterfly

Kleinstes Chamäleon der Welt entdeckt

Auf Madagaskar haben Wissenschaftler das kleinste Chamäleon der Welt aufgespürt: Der Winzling ist nicht einmal drei Zentimeter lang - gerade einmal groß genug, um auf einem Streichholzkopf zu balancieren. Forscher fürchten jedoch um seine Zukunft.
zwerg-chamäleon
© Jörn Köhler/ DPA
Das neu entdeckte Zwerg-Chamäleon ist so klein, dass es locker auf einem Streichholzkopf stehen kann

Gut versteckt hat es sich, das kleinste Chamäleon der Welt. Fast ein Wunder, dass es überhaupt entdeckt wurde: Der Köper dieser Tiere ist nur bis zu 16 Millimeter lang, rechnet man den Schwanz dazu, sind es bis zu 29. Die Winzlinge leben auf Mauritius, in der trockenen Laubstreu der Wälder und ernähren sich von noch kleineren Insekten oder Milben, berichtet Miguel Vences vom Zoologischen Institut der Technischen Universität Braunschweig. Sie sind braun gefärbt - "eine reine Tarnfarbe", erklärt Jörn Köhler vom Landesmuseum Darmstadt. Die von Chamäleons bekannte Fähigkeit, die Farbe zu wechseln, hätten sie nicht. Ihre Entdeckungen haben die Forscher im Fachjournal PLoS ONE veröffentlicht.

Vences und seine Kollegen aus München, Darmstadt und San Diego nannten den Winzling, den sie auf der afrikanischen Insel im Indischen Ozean gefunden hatten, Brookesia micra. "Brookesia ist der vorgegebene Gattungsname und micra erklärt sich bei der Größe von selbst", erläutert Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München. Das kleinste Wirbeltier der Welt ist Brookesia micra jedoch nicht: "Es gibt Fische und Frösche, die sind noch kleiner. Manche messen nur acht Millimeter", sagt Glaw.
Beer

Unglaubliche Ideen: So wollen Forscher die Erde vor Kometen retten

Um erdnahe Asteroiden davon abzuhalten, auf die Erde zu krachen, wollen Wissenschaftler sie mit Raumsonden von ihrem Kurs ablenken - oder eine Atombombe im Weltall zünden.
asteroid, neo-shield
© INFOGRAFIK WELT ONLINE
Unglaubliche Ideen, um Gefahren aus dem All Herr zu werden.

Hoch über dem Wald war der nördliche Teil des Himmels plötzlich völlig mit Feuer bedeckt. Es gab einen enormen Knall und einen gewaltigen Crash. Dann folgte ein Geräusch wie das von fallenden Steinen oder Gewehrschüssen. Die ganze Erde erzitterte.

So beschrieb ein Augenzeuge den einzigen Einschlag eines größeren Weltraum-Brockens auf der Erde in neuerer Zeit. Der Asteroid soll etwa 30 bis 60 Meter groß gewesen sein und ging am 30. Juni 1908 in der Nähe des Flusses Tunguska nieder, in einer weitgehend unbewohnten Region Sibiriens im heutigen Bezirk Krasnojarsk.

Auf einem Gebiet von etwa 2000 Quadratkilometern wurden 60 Millionen Bäume umgeknickt, die Druckwelle der Explosion ließ noch in 65 Kilometer Entfernung Fenster zu Bruch gehen, selbst im Tausende von Kilometern entfernten England schlugen die Seismografen noch deutlich aus.

Völlig eindeutig und zweifelsfrei geklärt wurde der Vorgang nie, zumal kein Einschlagskrater gefunden wurde. Die allgemein akzeptierte Theorie geht davon aus, dass ein 30 bis 60 Meter großer steinerner Asteroid mit einer Geschwindigkeit von etwa 50.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eingetreten ist. Dabei hätte er sich enorm aufgeheizt und sei dann in etwa zehn Kilometer Höhe explodiert - im Fach-Slang ein sogenannter „Airbust“.

Kommentar: SOTT.net verfolgt seit einigen Jahren Ereignisse, die Feuerbälle, beinah Einschläge und Einschläge von Himmelskörpern betreffen. Und die Kräfte an der Macht betreiben zur Zeit einen Aufwand, um von Gefahren abzulenken oder wie in diesem Fall, ein Bild zu suggerieren, dass man sich keine Sorgen zu machen braucht, da wir beschützt werden können.

Lesen Sie auch die Artikelserie von Laura Knight-Jadczyk über Kometen und Katastrophen:

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Tunguska, Psychopathie, und das sechste Aussterben

Feuer und Eis: The Day After Tomorrow

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Kosmische Ballerei

Footprints

Namibia: Forscher entdecken älteste Tierspuren und bringen damit Berechnung der Evolution durcheinander

Staubkornkleine Steinchen schreiben Erdgeschichte: Forscher haben in Namibia 760 Millionen Jahre alte Partikel gefunden, die sie als die Überreste der ältesten bekannten Tiere deuten - es wären damit frühe Vorfahren des Menschen.

Hamburg - Wissenschaftler sind bei Grabungen in Namibia auf die versteinerten Überreste schwammartiger Wesen gestoßen, bei denen es sich ihrer Ansicht nach um die ersten Tiere handelt. Sie hätten damit auch die ältesten tierischen Vorfahren des Menschen entdeckt, meint der Geologe Tony Prave von der St.-Andrews-Universität in Schottland, ein Autor der Studie.

Die millimeterkleinen Fossilien in Felsen im Etosha Nationalpark und anderen Orten in Namibia seien zwischen 550 und 760 Millionen Jahre alt, berichten die Forscher in ihrer von Fachkollegen begutachteten Studie im South African Journal of Science. Tiere gebe es ihrer Entdeckung zufolge also nicht erst wie bislang angenommen seit 600 bis 635 Millionen Jahren, schreibt das internationale Team von zehn Forschern, sondern bereits 100 oder 150 Millionen Jahre früher.
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Verschlingt das Schwarze Loch Asteroiden?

Das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße könnte sich regelmäßig Asteroiden einverleiben. Zu diesem Schluss kamen Astronomen nun nach Auswertung von Daten des NASA-Röntgenteleskops "Chandra". Das Szenario würde das häufige Aufleuchten im Röntgenbereich erklären, das aus unmittelbarer Umgebung der Schwerkraftfalle beobachtet wurde.
chandra, agittarius a*
© X-ray: NASA/CXC/MIT/F. Baganoff et al.; Illustrations: NASA/CXC/M.Weiss
Sorgen regelmäßig ins Schwarze Loch stürzende Asteroiden für das mysteriöse Aufleuchten im Röntgenbereich?

Im Zentrum unserer Milchstraße befindet sich, da sind sich alle Astronomen einig, ein supermassereiches Schwarzes Loch. Von der Erde aus gesehen liegt es im Sternbild Schütze und wird als Sagittarius A* bezeichnet. Seit mehreren Jahren schon hat das NASA-Weltraumteleskop Chandra von hier ein wiederholtes Aufleuchten im Röntgenbereich beobachtet, das im Schnitt einmal täglich aufzutreten scheint. Das mysteriöse Aufleuchten dauert jeweils einige Stunden. In dieser Zeit kann sich die Helligkeit von Sagittarius A* auf das 100-fache im diesem Wellenlängenbereich erhöhen. Das Aufleuchten wurde auch vom Very Large Telescope der europäischen Südsternwarte in Chile im Infraroten registriert.

"Es gab immer wieder Zweifel daran, ob sich Asteroiden überhaupt in der recht harschen Umgebung eines supermassereichen Schwarzen Lochs bilden können", so Kastytis Zubovas von der University of Leicester, der auch Hauptautor eines Fachartikels der Studie ist, die in der Zeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society erscheint. "Es ist faszinierend, dass unsere Untersuchung nun darauf hindeutet, dass eine große Zahl von ihnen nötig ist, um dieses Aufleuchten zu erzeugen."
Bell

Die Venus rotiert langsamer

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© ESA
Venus Express umkreist seit 2006 unseren Nachbarplaneten.
Durch Auswertung von Daten der europäischen Venussonde "Venus Express" haben Astronomen entdeckt, dass unser sonnennäherer Nachbarplanet sich offenbar etwas langsamer um die eigene Achse dreht als bei früheren Messungen. Ihnen war nämlich aufgefallen, dass sich Strukturen auf der Oberfläche des Planeten nicht dort befanden, wo sie eigentlich sein sollten.

Die 2005 gestartete Sonde Venus Express der europäischen Weltraumagentur ESA befindet sich seit April 2006 in einem Orbit um unseren sonnennäheren Nachbarplaneten. Mit Hilfe des Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer (VIRTIS) an Bord der Sonde können Planetenforscher auch die Oberfläche der Venus untersuchen, da das Instrument im Infraroten durch die dichte Atmosphäre des Planeten schauen kann.

Bei solchen Untersuchungen ist den Wissenschaftlern jetzt etwas Bemerkenswertes aufgefallen: Die Positionen von Strukturen auf der Oberfläche des Planeten unterscheiden nach den aktuellen Daten von Venus Express offenbar um bis zu 20 Kilometer von den Positionen, an denen sie eigentlich zu sehen sein müssten, wenn man die allgemein anerkannte Rotationsgeschwindigkeit der Venus zugrunde legt. Diese basiert auf Messungen der NASA-Sonde Magellan von Anfang der 1990er Jahre.
Bulb

Belgier machen aus Pottwal-Fett Energie

pottwal
© dpa
Ein gestrandeter, toter Pottwal wird von neugierigen Passanten beäugt.
Ein gestrandeter Pottwal wird in Belgien zu Biosprit verwandelt. Sein Fett soll so aufbereitet werden, dass 14 Haushalte damit ein Jahr lang mit Strom versorgt werden können. Auch die dann noch verbleibenden Überreste sollen verwertet werden.

Der auf organische Abfälle spezialisierter Energiehersteller Electrawinds hat angeboten, das das Walfett zu Biotreibstoff zu verarbeiten. Das berichtet die belgische Nachrichtenagentur Belga. Der Meeressäuger war diese Woche am Strand des Seebades Knokke-Heist angespült worden und dort verendet.

Das fast 25 Tonnen schwere Tier besteht zur Hälfte aus Fett, welches nun erst geschmolzen und dann gereinigt werden soll. Danach will die Firma Electrawinds es zu Biokraftstoff raffinieren. Der tote Wal soll rund 50 000 Kilowattstunden Strom liefern - nach Information von Belga genug, um 14 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen.
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