Wissenschaft und Technologie
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Penis Pump

Oxytocin ist besser als Viagra

Das Potenzmittel Viagra könnte bald Konkurrenz bekommen. Forscher aus Kalifornien haben nachgewiesen, dass ein Nasenspray mit dem Hormon Oxytocin ähnlich erfolgreich die Potenz anregt wie die blauen Pillen. Nur die Nebenwirkungen blieben aus.

Oxytocin ist ein körpereigenes Hormon, das bisher vor allem als Kuschel- und Bindungshormon bekannt wurde. Als Medikament wird es unter anderem in der Geburtshilfe eingesetzt, um die Wehentätigkeit zu fördern oder den Milchfluss anzuregen. Darüber hinaus stärkt es die Bindungsfähigkeit und das Vertrauen in Mitmenschen.

Dass das „Kuschelhormon“ auch die Lust steigert, darauf kam das Forscherteam um den Psychiater Kai MacDonald an der University of California deshalb auch eher zufällig. Ursprünglich hatten die Wissenschaftler Oxytocin einem männlichen Patienten verordnet, der unter einer sozialen Angststörung und unter Beziehungsproblemen zu seiner Frau litt. Der Familienvater sollte das Hormon zwei Mal pro Tag in Form von Nasenspray zu sich nehmen.
Evil Rays

Brieftauben orientieren sich am Erdmagnetfeld

taube
© Colourbox
Brieftauben haben eine Art Navigationssystem im Kopf.
Brieftauben finden sich im Erdmagnetfeld zurecht, weil bestimmte Hirnzellen aufgenommene Informationen zu einer Art Navigationssystem verknüpfen. Das zeigen Versuche in einer Magnetkammer.

Wie Brieftauben stets so sicher wieder nach Hause finden, beschäftigt Wissenschaftler schon seit langem. Nun ist das Rätsel gelöst. US-Forscher entdeckten, dass die Vögel ein Navigationssystem aus speziellen Nervenzellen im Gehirn haben. Bei einem Versuch in einer Magnetkammer konnten die Wissenschaftler 53 Neuronen im Stammhirn identifizieren. Diese verarbeiten die magnetischen Informationen zu einer Art GPS-System. Dafür nutzen die Tiere Intensität, Höhe und Größe des Erdmagnetfelds, schreiben Le-Quing Wu und David Dickman von der Medizinischen Universität Houston in Texas im Fachjournal Science.
Saturn

Saturnmond Phoebe war einst Planetenvorläufer und wurde von der Schwerkraft des Saturn eingefangen

Saturnmond Phoebe
© NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute
Cassini-Nahaufnahme des Saturnmondes Phoebe. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)
Pasadena/ USA - Der heutige Saturnmond Phoebe war einst ein Planetenvorläufer, ein sogenannter Planetesimal. Zu diesem Ergebnis kommen NASA-Wissenschaftler anhand neuer Daten der Saturnsonde Cassini und aktueller Simulationen. Phoebe bietet somit den Forschern damit einen Blick in jene Zeit, in der das Sonnensystem entstand.

Wie die Planetenforscher um Julie Castillo-Rogez vom "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA aktuell in der Fachzeitschrift Icarus berichten, zeichnen die neuen Daten zur chemischen Zusammensetzung, Geophysik und Geologie ein gänzlich neues Bild des ungewöhnlichen Saturnmondes.

"Objekte wie Phoebe habe sich wahrscheinlich sehr schnell gebildet und stellen sozusagen die Grundbausteine von Planeten dar", so Castillo-Rogez. Die Forscher gehen davon aus, dass Phoebe einst im Kuipergürtel entstand. Diese ringförmige und vergleichsweise flache Region außerhalb der Neptunbahn erstreckt sich in einer Entfernung von ungefähr 30 bis 50 Astronomischen Einheiten (AE) nahe der Ekliptik und beinhaltet tausende Objekte, darunter schätzungsweise mehr als 70.000 Objekte mit mehr als 100 km Durchmesser.
Question

Mysteriöses Fossil verblüfft Wissenschaftler

rätselhafter Fossilienfund
© www.uc.edu
Paläontologen der University of Cincinnati untersuchen den rätselhaften Fund.
Cincinnati/ USA - Der Fund eines versteinerten Organismus durch einen den Paläontologen der University of Cincinnati zuarbeitenden Amateurforscher stellt Wissenschaftler vor ein Rätsel - weiß doch niemand, welcher Lebensform die Versteinerung zugeordnet werden kann.

Im vergangenen Jahr entdeckte Ron Fine (s. Abb. m.), Mitglied der Amateur-Paläontologen-Verbands "Dry Dredgers", die Fossilien in einer rund 450 Millionen Jahre alten Schicht in der Großregion Cincinnati, nahe Covington im US-Bundesstaat Kentucky. Zur damaligen Zeit war die Gegend von vergleichsweise seichten Seen bedeckt und bislang waren hier nur Fossilien deutlich kleinerer Organismen aus dieser Zeit entdeckt worden.
Bulb

Biosolarzellen: Innovative Stromgewinnung aus Pflanzenresten

Energie.- Bewohner von Entwicklungsländern haben in aller Regel kein Geld, um sich Photovoltaikmodule für ihre Häuser zu leisten. Die Solarzelle Marke Eigenbau wäre deshalb ein Quantensprung in der Entwicklungshilfe. Ein US-Forscher setzt hierfür auf die Stromgewinnung aus Pflanzenresten.

Dr. Andreas Mershin hat eine Vision. Er will Millionen Menschen in Entwicklungsländern in die Lage versetzen, ihre eigenen Solarzellen zu bauen. Statt Licht mit teuren Siliziumscheiben in Strom zu verwandeln, setzt der Physiker vom Massachusetts Institute of Technology bei Boston auf lichtempfindliche Proteine, die aus Pflanzen gewonnen werden.

"Unsere Vision ist, dass die Menschen die Rohstoffe für Solarzellen einmal genauso anpflanzen wie Nahrungsmittel. Sie wachsen auf dem Feld, werden geerntet und zu Solarmodulen verarbeitet, die Strom erzeugen. Idealerweise drückt man den Menschen nur noch eine einseitige Anleitung in die Hand, die einer Skizze zum Aufbau eines IKEA-Regals ähnelt. Alles was sie dann noch tun müssen, wäre auf dem Feld oder einer Müllkippe die passenden Zutaten zu finden."
Einstein

Gammastrahlenausbrüche werden untersucht

Gammastrahlenausbrüche gelten als die gewaltigsten Explosionen im Kosmos. Der Theorie nach sollte dabei energiereiche Strahlung entstehen - sowie Neutrinos: Ein Nachweisversuch in der Antarktis verlief nun negativ. Physiker stehen vor einem Rätsel.
ice-cube station
© unbekannt
Das Ice-Cube-Labor in der Amundsen-Scott-Südpolstation
Der stärkste Teilchenbeschleuniger befindet sich ... im europäischen Kernforschungszentrum Cern? Falsch geraten. Der Large Hadrone Collider (LHC) mag zwar auf dem Planeten Erde die mit Abstand energiereichsten subatomaren Teilchen herstellen - kosmisch betrachtet sind das jedoch Peanuts. Zahlen rücken die Relationen zurecht: Der LHC wird in seiner höchsten Ausbaustufe Energien von bis zu 14 Tera-Elektronenvolt erreichen, ausgeschrieben 14 Millionen Millionen Elektronenvolt. Im Kosmos indes treten Strahlungen mit mehr als 10 hoch 18 Elektronenvolt auf - das ist mindestens eine Million Mal mehr als der LHC zu leisten imstande ist.

Wer oder was die kosmischen Teilchen auf solch irre Energien respektive Geschwindigkeiten beschleunigt, war bislang unklar. Als Hauptverdächtige galten Gammastrahlenausbrüche. Diese ebenso heftigen wie kurzen Explosionen entstehen, wenn Sterne unter dem Druck ihrer eigenen Masse kollabieren und sich in Schwarze Löcher verwandeln. Als wollten sie sich kurz vor ihrem Ende noch einmal aufbäumen, werfen die vergehenden Sterne noch einen elektromagnetischen Blitz in die Weiten des Kosmos. Dann folgt Stille und Dunkelheit.
Christmas Lights

Physiker spalten Elektronen

Bis zur Entdeckung der Kernspaltung im Jahr 1938 galt das Atom als kleinste, nicht spaltbare Einheit der Materie. Doch jetzt haben Physiker erstmals beobachtet, dass sich auch Elektronen aufspalten können.
elektron
© Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB)
Wissenschaftler haben entdeckt, dass sich Elektronen scheinbar in Teilchen mit verschiedenen Eigenschaften aufspalten. Dazu müssen die Elektronen aber eindimensional eingesperrt werden. Die Entdeckung könnte für die Nanoelektronik und für das Verständnis von Supraleitern von großer Bedeutung sein
Früher nutzten Physiker den Begriff "Elementarteilchen". Heute sprechen sie lieber nur von Teilchen, wenn es zum Beispiel um Protonen, Neutronen oder Elektronen geht. Ihnen ist zwischenzeitlich klar geworden, dass man mit dem Attribut "elementar" sehr vorsichtig sein muss.

So hielt man das Proton für ein elementares Teilchen, bis man entdeckte, dass es sich aus drei sogenannten Quarks zusammensetzt. Zwar ist es bis heute nicht gelungen, freie Quarks zu beobachten, weil diese einfach zu stark aneinanderhaften. Doch als elementar kann man Protonen eben nicht mehr bezeichnen.

Protonen sind auch keine unzerstörbaren Quantitäten. Wenn man sie etwa mit hoher Geschwindigkeit aufeinanderprallen lässt - wie das beim weltgrößten Teilchenbeschleuniger LHC am europäischen Forschungszentrum Cern jeden Tag geschieht - , dann zerplatzen sie zu einem Schwarm aus vielen verschiedenen Teilchen. Und die beiden ursprünglichen Protonen gibt es einfach nicht mehr. Das ist wahrlich nicht elementar.
Bell

Warnung vor gewaltigem Sonnensturm, wie er nur alle 1000 Jahre vorkommt

Sonneneruption 16. April 2012
© NASA/SDO/AIA
Diese Sonneneruption am 16. April 2012 war nicht in Richtung Erde gerichtet.
London/ England - Der britische Sonnenforscher Professor Mike Hapgood vom Weltraumlabor (RAL) des britischen Wissenschaftsrates "Science and Technology Facilities Council" (STFC) hat in einem Artikel die immer noch existente Anfälligkeit unserer technologisierten Gesellschaft vor den Auswirkungen von schweren Sonnenstürmen gewarnt. Die Menschheit müsse sich auf einen gewaltigen Sonnensturm vorbereiten, wie er nur alle 1.000 Jahre vorkomme.

Bereits in der Vergangenheit haben Sonneneruptionen und die damit einhergehenden erdgerichteten Sonnenstürme zu erheblichen Störungen und Ausfällen irdischer Kommunikations- und Energienetzwerke geführt. Doch trotz der verbesserten Fähigkeiten von Sonnenforschern, derartige Ausbrüche und ihre Auswirkungen auf die Erde vorherzusagen, sei - so Hapgood - unsere Zivilisation noch immer nur unzureichend auf ein solches Ereignis vorbereitet.

Zuletzt sorgte im März 1989 ein heftiger Sonnensturm für eines landesweiten Stromausfall in Kanada und damit einhergehenden Folgeschäden von mehren Milliarden Dollar - dabei war dieser Sonnensturm im Vergleich zu vorangegangenen Ereignissen in den Jahren 1859 und 1921 noch vergleichsweise milde. Da unsere Zivilisation damals jedoch noch kaum technologisiert war, führte etwa der Sturm des sogenannten Carrington-Ereignisses 1859 lediglich zum Durchbrennen irdischer Telegrafenleitungen.
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Raben können sich jahrelang an Qualität einer Beziehung zu Artgenossen erinnern

Sie wissen auch, wer früher ein Feind und wer ein Freund war

Rabe
© Markus Böckle (Universität Wien)
Kolkrabe (Corvus corax)
Raben erkennen auch nach langer Zeit ihre Artgenossen wieder. Sie erinnern sich auch daran, ob der andere ein Freund oder ein Feind war. Das berichten österreichische Forscher im Fachmagazin "Current Biology". Dazu müssen die Tiere ihre Artgenossen gar nicht persönlich treffen - sie erkennen sie an ihrem Rufen. Die Erinnerung reiche mindestens drei Jahre zurück, berichten die Forscher.


Wenn die Raben einen Artgenossen rufen hörten, antworteten sie darauf, indem sie ebenfalls zu rufen begannen. Die Stimmlage der Antwort verriet dabei, wie gut sich der Rabe mit dem anderen früher einmal verstanden hatte, schreiben Markus Böckle und Thomas Bugnyar von der Universität Wien. Wenn Raben einen ehemaligen Freund hörten, dann riefen sie auch mit freundlicher Stimme zurück. War die Bekanntschaft früher allerdings eher feindselig, antworteten sie mit tiefen und rauen Lauten. "Damit versuchen sie, ihre akustisch wahrnehmbare Körpergröße zu übertreiben", erklärt Markus Böckle. Auch bei verärgerten Menschen klinge die Stimme rauer als bei freundlichen, schreiben die Forscher.

Die Forscher hatten Kolkraben die Laute von Artgenossen vom Tonband vorgespielt, mit denen die Vögel Jahre zuvor in Zoos oder privater Haltung eine gemeinsame Voliere geteilt hatten. Dabei war bekannt, mit welchen Artgenossen sich die Tiere gut verstanden hatten und mit welchen nicht.
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Eisbären älter als gedacht

Wie eine Erbgutanalyse zeigt, ist die Art fünf Mal so alt wie bisher gedacht

Eisbär
© US Fish and Wildlife Service
Eisbären sind entwicklungsgeschichtlich fünf Mal älter als ursprünglich gedacht. Die Art spaltete sich von ihren nächsten Verwandten, den Braunbären, bereits vor 600.000 Jahren ab, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Diese Erkenntnis könne bedeuten, dass es den Eisbären noch schwerer fällt, mit dem Klimawandel umzugehen, als ohnehin bereits vermutet. Denn die Art habe damals sehr viel Zeit gehabt, sich an arktische Bedingungen anzupassen, schreiben die Forscher.


Beim Alter der Eisbären hat man sich bisher geirrt, entdeckten die Wissenschaftler um Frank Hailer von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main. Sie haben Teile des Erbguts von Eisbär, Braunbär und Schwarzbär entschlüsselt und miteinander verglichen. Demnach sind Schwarzbären etwa 952.000 Jahre alt; die Eisbären spalteten sich als Art vor etwa 603.000 Jahren ab und der moderne Braunbär, so wie wir ihn heute kennen, entstand vor etwa 125.000 Jahren.

Die ältesten Eisbärfossilien stammen aus Zeiten vor etwa 130.000 Jahren, schreiben die Forscher. Das untermauerte das Ergebnis früherer Erbgutanalysen: Diese hatten ergeben, dass die Art der Eisbären etwa 150.000 Jahre alt ist. Bei den älteren Erbgutanalysen hatte man allerdings nicht wie jetzt das Haupt-Erbgut im Zellkern analysiert, sondern das in den Mitochondrien, erläutert das Team um Hailer. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle, die eigenes Erbmaterial besitzen.
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