Wissenschaft und Technologie
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Galaxy

Nach der Entdeckung von gleich zwei neue Zwergplaneten im äußeren Sonnensystem, hoffen Astronomen nun, schon in wenigen Wochen auf weitere Indizien für Planet X zu stoßen

Seit kaum drei Wochen sieht unser Sonnensystem nicht mehr so aus, wie zuvor: Neben der Entdeckung eines Asteroiden mit einem saturnartigen Ringsystem (...wir berichteten), haben US-Astronomen gleich zwei neue Zwergplaneten im äußeren Sonnensystem entdeckt, deren Umlaufbahnen zudem auf die Existenz eines bislang noch unbekannten großen Planeten hindeuten könnten (...wir berichteten 1, 2, 3). Gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de" hat nun der Entdecker der beiden neuen Zwergplaneten, der Astronom Scott S. Sheppard von der Carnegie Institution of Sciences, die baldige Entdeckung bzw. Bestätigung weiterer Zwergplaneten in Aussicht gestellt. Mit dieser, so hofft das Team um Sheppard, könnte schon in wenigen Wochen weitere Indizien für den kontrovers diskutierten "Planet X" gefunden werden.


© Adolf Schaller/NASA/ESA
Künstlerische Darstellung des Blicks auf das Sonnensystem von der Oberfläche des Zwergplaneten Sedna aus. (Illu.).
Washington (USA) - Während Sheppard schon zuvor neben den Zwergplaneten "2012 VP113" und "2013 FY27", ein weiteres Objekt mit der Kennung "2013 FZ27" als potentiellen Zwergplaneten beschrieben hatte (...wir berichteten), erklärte der Astronom auf Anfrage unserer Redaktion (GreWi), dass sein Team bei den bisherigen Beobachtungen neben diesem Objekt, noch weitere potentielle Zwergplaneten entdeckt habe:
Solar Flares

Sonnensturm Ende März störte Radiokommunikation

Sonne
© Youtube/Nasa
Sonnensturm: Kann Kommunikation beeinträchtigen.
Ende März führte eine Sonneneruption teils zu Kommunikationsproblemen auf der Erde. Wissenschaftler befürchten, dass das nicht alles war. Das trifft auch die Luftfahrt.

35 Mal so groß wie die Erde war das Magnetfeld, welches die Sonneneruption am Samstag (29. März 2014) auslöste. Eindrückliche Bilder der Nasa zeigen, wie sich der Sonnensturm entwickelt. Solche geomagnetische Stürme entstehen nach Eruptionen auf der Sonne. Diese stößt dann große Mengen an magnetischem Plasma ab. Ein Solarsturm entsteht und wandert durch das Weltall.

Die koronalen Massenauswürfe, wie die Eruptionen auf der Sonne im Fachjargon heißen, stören das Erdmagnetfeld. Eigentlich bekommt man vom Phänomen nichts mit - und wenn ja, dann ist es ziemlich schön. Polarlichter sind eine Folge der kosmischen Stürme.
Display

Software-Sicherheitsleck bedroht globale Kraftwerke

Kraftwerk
© Alpine Bau
Das Security-Unternehmen Rapid7 hat im Zuge der Überprüfung einer weltweit eingesetzten Software für den Betrieb von Ölbohrplattformen, Raffinerien und Kraftwerken einen gravierenden Sicherheitsmangel aufgedeckt. Wie die Forschungsabteilung der Firma berichtet, handelt es sich dabei um die Windows-Applikation "Centum CS 3000" des japanischen Anbieters Yokogawa, die in rund 7.600 Anlagen rund um den Globus zum Einsatz kommt. Nach dem Bekanntwerden der Sicherheitslücke hat das Cyber Emergency Response Team (ICS-CERT) der US-Regierung nun alle betroffenen Kraftwerksbetreiber dazu aufgerufen, schleunigst eine Evaluierung des eigenen Gefahrenpotenzials durchzuführen.
Bulb

Wie Licht das Gehirn illuminiert

Leuchtdioden ARS Electronica Center Linz
© APA / Rubra
Linz: 40.000 Leuchtdioden erhellen das ARS Electronica Center
Licht, vor allem blaues, ermuntert uns nicht nur auf dem Weg, auf dem wir es sehen. Es kommt auch unvermerkt ins Gehirn, stellt die innere Uhr und fördert die Kognition. Und an die Schatten dieses Lichts erinnert sich das Gehirn lange.

„Mehr Licht“ soll Goethe gehaucht haben, als das seine am Flackern war, gesichert ist es nicht, vielleicht wollte er „mehr nicht“. Aber selbst wenn sich die Zeugen verhört haben, taten sie es mit Grund, wir leben vom Licht. Das beginnt mit der allfrühjährlichen Erfahrung, wie man aufblickt und -atmet, wenn das drückende Grau sich verzogen hat; und das geht so weit, dass lästige Kilos los wird, wer sich dem Licht des Morgens aussetzt, es muss nicht lang sein, es darf mild sein, aber es muss morgens sein. Das bemerkte Phyllis Zee (Chicago) an Probanden, die sie entweder vor Mittag oder danach 20, 30 Minuten spazieren gehen schickte. Den Rest des Tages verbrachten die Leute in ihrem Alltagsleben, zu Hause und/oder im Büro.
Saturn

Astronomie: Neuer Mond in Saturnringen entdeckt?

Die Raumsonde "Cassini" hat am Saturn ein bislang unbekanntes Objekt abgelichtet. Astronomen glauben, dass die Fotos die Geburt eines neuen Himmelskörpers zeigen - mitten in den Ringen des Gasplaneten.

Saturnringe
© NASA/ JPL/ Space Science Institute
Saturnringe


Eigentlich war es ein Routineeinsatz, als die Raumsonde "Cassini" im April 2013 den kleinen Saturnmond Prometheus fotografierte. Doch auf den Fotos entdeckten Astronomen eine Überraschung: ein ominöses Objekt in den Saturnringen. Es konnte keinem der bekannten Monde zugeordnet werden. Carl Murray von der Queen Mary University of London hatte als erster die seltsam eckige Struktur am normalerweise runden Rand des sogenannten A-Rings entdeckt.

Wurde der Planetenforscher Zeuge der Geburt eines neuen Mondes? "In Gestalt, Helligkeit und Ausdehnung ist kein weiteres Objekt dieser Art in den Hauptringen Saturns bekannt", schreiben die Forscher nun in einem Artikel, der demnächst im Fachblatt Icarus erscheint.
Evil Rays

Massiver Programmierfehler "Heartbleed" gefährdet Internet-Verschlüsselung

heartbleed openssl bug
© screenshot by Stephen Shankland/CNET; Filippo.io
Ein "Heartbleed" Testprogramm zeigt, dass Yahoo von dem Bug betroffen ist. Es können Passwörter und andere Geheimnisse aus dem Server-Speicher ausgelesen werden.
Ein Fehler in OpenSSL lässt das Auslesen von Arbeitsspeicher zu. Damit können Angreifer private Keys von Servern erhalten. Eine sichere Verschlüsselung ist nicht mehr gewährleistet. Der Bug betrifft sehr viele Web- und Mailserver im Internet.

In OpenSSL wurde eine Sicherheitslücke entdeckt, welche die Sicherheit von TLS-Verbindungen vollständig untergräbt und einen großen Teil der im Internet verfügbaren Dienste betreffen dürfte. Ein Angreifer kann mit einem gezielt manipulierten Datenpaket Speicher auslesen. Laut Aussagen der Entdecker der Sicherheitslücke sei es ihnen in Tests damit gelungen, den privaten Schlüssel eines TLS-Servers zu extrahieren. Die Entdecker der Sicherheitslücke nennen diese Heartbleed Bug, sie hat die ID CVE-2014-0160 erhalten.
Comet

Was ist der Unterschied zwischen Asteroid, Meteorit und Komet?

komet asteorid meteorit
© Hubble ESA
Was sind Asteroiden?

Asteroiden sind grundsätzlich Gesteinsbrocken, die in unterschiedlichen Größen vorhanden sind. Sie bewegen sich wie die Erde um die Sonne. Zwischen dem Mars und dem Jupiter gibt es einen Asteroidengürtel - den Kuiper-Gürtel, in dem sich die Asteroiden befinden.

Sie werden auch als Kleinplaneten (die größten Asteroiden) oder auch als Planetoiden bezeichnet. Im Jahre 1801 wurde der sogenannte Kleinplanet Ceres entdeckt. Der bekannte Asteroidenschauer ist eine Beobachtung von vielen Asteroiden, die aufgrund von kosmischen Ereignissen oder aufgrund der Gravitation aus ihrer Bahn geworfen werden. Der Popigai-Krater (Sibirien) und der Chesapeake-Bay-Krater (USA) sollen zwar von Kometen herrühren, jedoch ist man in der heutigen Zeit der Ansicht, dass es sich eher um einen Asteroidenschauer gehandelt hat. Die bekanntesten Asteroiden sind derHidalgo, der Thule und der Sedna.
Telescope

Expandierendes Universum: Astronomen finden erstmals Gravitationswellen und damit direkten Beweis für kosmologische Inflation

Teleskop-Anlage am Südpol
© Harvard
Teleskop-Anlage am Südpol
Cambridge (USA) - Laut dem kosmologischen Standardmodell entstand unser Universum vor rund 14 Milliarden Jahren durch ein Ereignis, auf das unmittelbar der sogenannte Urknall folgte. Im ersten flüchtigen Bruchteil einer Sekunden dehnte sich das Universum demnach exponentiell unvorstellbar schnell und weit aus.

Während dieses Szenario bislang nur eine - zwar durch viele Indizien belegte - aber noch nicht bewiesene Theorie war, haben nun US-Astrophysiker erklärt, erstmals direkte Beweise für diese sogenannte kosmologische Inflation in Form des erstmaligen Nachweises von Gravitationswellen dieses Ereignisses gefunden zu haben. Diese Wellen werden als die ersten Erschütterungen des Urknalls interpretiert. Damit bestätigen die Daten auch eine enge Verbindung zwischen der Quantenmechanik und der Generellen Relativitätstheorie und beantworten einige der grundlegenden kosmologischen Fragen.

Wie die Wissenschaftler mit dem BICEP2-Teleskop am "South Pole Telescope" des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) aktuell in ihrer Pressemitteilung berichten, handele es sich um die ersten direkten Abbildungen der fieberhaft gesuchten Gravitationswellen der Inflation innerhalb der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung - sozusagen dem Nachglühen des Urknalls. "Der Nachweis dieses Signals war das wichtigste Ziel der heutigen Kosmologie", erläutert der CfA-Astronom John Kovac.

Bei dem Signal selbst handelt es sich um kleinste Schwankungen in diesem Nachglühen des Urknalls, anhand dessen die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Zustände im frühesten Universum ziehen können. So belegen kleine, über den Himmel verteilte Temperaturunterschiede, wo das Universum einst dichter war und sich in der Folge Galaxien und galaktische Haufen bilden konnten.
Einstein

Menschen, die 105 Jahre oder älter wurden, konzentrieren sich im Nordwesten und in Berlin: Die Uralten aus dem Norden


© Cattari Pons/Photocase
Umgebung oder Gene: Was trägt besonders zur Langlebigkeit in bestimmten Regionen Deutschlands bei?
Wer im Nordwesten Deutschlands oder in Berlin geboren wurde, hatte die höchsten Chancen, 105 Jahre oder älter zu werden. Viele starben nur unweit des Ortes, an dem sie geboren wurden. Mit Karten der Geburts- und Sterbeorte von solchen Höchstaltrigen belegen Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock erstmals, dass es in Deutschland besondere Regionen („Hotspots“) extremer Langlebigkeit gibt.
Pi

Quantenphysik: Drei Photonen erfolgreich miteinander verschränkt

Messstation Quantenphysik
© QCI
Die Photonen wurden solche Hunderte von Metern entfernt stehende Messstationen übertragen.
Einsteins spukhafte Wirkung besteht Härtetest. Auch drei verschränkte Lichtteilchen zeigen ein perfekt abgestimmtes Verhalten.

Das Phänomen der Verschränkung - wegen seiner seltsamen Anmutung von Albert Einstein einst als „spukhafte Fernwirkung“ bezeichnet - gilt offenkundig auch uneingeschränkt zwischen drei weit entfernten Lichtteilchen. Das haben Physiker von den Universitäten Innsbruck und Waterloo in einem Freilandversuch gezeigt.

Um die Gültigkeit der Quantenphysik auzuloten, hatte man in den bisherigen Versuchen vor allem zwei stark miteinander korrelierte Photonen auf getrennte Wege geschickt und registriert. Gregor Weihs und seine Kollegen erzeugten die perfekt abgestimmten Photonentripletts mit einer speziellen Lichtquelle.
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