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Wissenschaft und Technologie


Sherlock

Urzeit-Wurm der aussieht wie das männliche Geschlechtsteil, soll nun eines der wichtigsten "Bindeglieder" der Evolution sein

505 Millionen Jahres altes Wurmfossil könnte Ururahn aller Chordatiere sein

In der berühmten Fundstätte von Burgess Shale in Kanada haben Paläontologen einen besonderen Fund gemacht: In dem feinkörnigen Gestein stießen sie auf 505 Millionen Jahre alte Fossilien seltsamer, penisförmiger Würmer. Wie ihre heutigen Verwandten, die Eichelwürmer, glichen diese Weichtiere verblüffend dem Geschlechtsteil eines Menschen. Noch wichtiger aber: Der Fund repräsentiert die ältesten Vertreter der Tiere, aus denen später die Wirbeltiere und damit der Mensch hervorgingen. Der Urzeit-Wurm ist damit ein wichtiges Bindeglied der Evolution, wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" berichten.
© C.B. Cameron, Université de Montréal
Ein heute lebender Eichelwurm - so ähnlich sah sein früher Verwandter aus dem Kambrium auch aus.
Im Zeitalter des Kambrium, vor mehr als 500 Millionen Jahren, bevölkerten bizarre Kreaturen die Meere unseres Planeten. Räuberische Krabbler mit zahlreichen Beinen dafür ohne Augen, festsitzende Armfüßer und zahlreiche wurm- und schwammähnliche Geschöpfe. Viele dieser urtümlichen Lebewesen sind bis heute unbekannt, denn vor allem von denen, die keine Panzer oder Knochen besaßen, blieben nur selten Fossilien erhalten. Für die Evolution und daher auch für die Paläontologie ist das Kambrium aber ein entscheidender Punkt in der Entwicklungsgeschichte des Lebens, denn in dieser Zeit entstanden die Vorfahren nahezu aller heute lebenden Tiergruppen.
Laptop

Roboter die durch das Internet lernen: Forscher entwickeln Wikipedia für Roboter

Cloud-Plattform soll Roboter flexibler, leichter und lernfähiger machen

Wenn Roboter Bob nicht mehr weiter weiß, schaut er einfach im Internet nach - auf "RoboEarth". Denn diese neu entwickelte Cloud-Plattform speziell für Roboter, ermöglicht es diesen, gelerntes Wissen auszutauschen und Berechnungen online durchzuführen. Die Roboter können so neue Fertigkeiten lernen und komplett neue Aufgaben übernehmen - und das ohne dass sie selbst schwere Computergehirne und Speicher mit sich herumtragen müssen. Erste Modellprojekte mit der Plattform laufen bereits.

© RoboEarth.org/ Angeline Swinkels
Robotische Helfer sollen dank Cloud-Plattform künftig lernfähiger und selbstständiger werden
Navigationsroboter tauschen über das Internet Karten aus, Hilfsroboter im Krankenhaus oder Pflegeheim laden sich selbst Beschreibungen von Getränkeflaschen herunter, um diese im Kühlschrank zu finden und den Patienten bringen zu können und der Haushaltsroboter informiert sich über das neugekaufte Objekt seiner Besitzer, das plötzlich mitten im Wohnzimmer steht. Das alles klingt futuristisch, ist aber bereits Realität. Möglich wird dieser Austausch durch eine Cloud-Plattform speziell für Roboter, die jetzt von Wissenschaftlern von fünf europäischen Universitäten entwickelt worden ist.
Wolf

Rotkäppchen lügt! Wolfs-Studie klärt auf

Schenkt man Märchen und Legenden Glauben, so sind es neben Zicklein und wehrlosen Großmüttern auch und besonders rotkäppige kleine Kinder, die ganz oben auf der Speisekarte des "gemeinen" Wolfs stehen. Obwohl Jahrhunderte vergangen sind, hält sich die Mär vom zähnefletschenden, kinderfressenden Wolf immer noch hartnäckig und die Angst vor'm Wolf geht um. Forscher räumen nun mit den Gerüchten auf. Denn: Menschen stehen definitiv nicht auf dessen Speisekarte. Viel lieber mag Canis lupus Wildtiere, die sich mit ihm den Lebensraum Wald teilen - ganz selten auch mal Nutztiere, doch nur, wenn diese nicht ausreichend geschützt sind.

© Bernard Landgraf, GFDL/CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Common
Archiv: Wolf.
Görlitz (Deutschland) - Die Hinweise auf die genaue Zusammenstellung der Speisekarte des Wolfes liefert das Senckenberg-Forschungsinstitut in Görlitz, dessen Forscher zehn Jahre lang insgesamt 2.000 Kotproben von Wölfen aus der sächsisch-brandenburgischen Lausitz analysiert haben.
Chalkboard

Moore's Law angewandt auf Entwicklungsrate des irdischen Lebens: "Leben auf der Erde älter als die Erde selbst"

Das "Mooresche Gesetz" (Moore's Law) beschreibt eigentlich die exponentielle Weiterentwicklung der Komplexität integrierter Schaltkreise, wenn sich die Anzahl an Transistoren pro Flächeneinheit in regelmäßigen Zeitabständen verdoppelt. Umgedreht kann durch Rückwärtsanwendung dieser Gesetzmäßigkeit recht präzise auf jene Zeit geschlossen werden, als die Mikrochips (in den 1960er Jahren) erfunden wurden. Genetiker haben das Mooresche Gesetz nun auf das irdische Leben selbst angewendet und kommen zu einem verblüffenden Ergebnis: Das Leben auf der Erde ist deutlich älter als die Erde selbst.
junges Sonnensystem
© NASA
Archiv: Künstlerische Darstellung eines noch jungen Sonnensystems (Illu.).
Baltimore (USA) - Während "Moore's Law" ursprünglich nur auf besagte Weiterentwicklung der Mikrochiptechnologie Anwendung fand, stellte sich nach und nach heraus, dass das Prinzip auch auf anderen Feldern gefunden werden kann. So lässt sich durch Übertragung des Gesetzes beispielsweise auch das erstmalige Erscheinen wissenschaftlicher Publikationen (deren Anzahl sich im Zeitraum von 1960 und 1990 rund alle 15 Jahre in etwa verdoppelte) zu Beginn des 18. Jahrhunderts korrekt ermitteln.
Fireball

Neue Beweise dafür, dass Kometen das Leben auf die Erde gebracht haben könnten

In aktuellen Experimenten haben US-Forscher die Bedingungen des tiefen Weltraums simuliert und dabei erneut bestätigt, dass auch die komplexen Bausteine des Lebens auf eisigen Staubpartikel im interstellaren Raum entstanden und mit Kometen zur Erde gelangt sein könnten.
© NASA
Brachten einst Kometen die Bausteine des Lebens auf die junge Erde? (Hier eine Aufnahme des Kometen Lovejoy über dem Erdhorizont am 21. Dezember 2011, aufgenommen von Bord der ISS)
Berkeley (USA) - Während Wissenschaftler schon zuvor grundlegende organische Moleküle wie Aminosäuren etwa im Innern von Meteoriten entdeckt hatten, war es bislang nicht möglich, darin auch komplexe molekulare Strukturen nachzuweisen, wie sie als Voraussetzung für die irdische Biologie gelten. Auf diesem Umstand basierend, schlussfolgerten die meisten Wissenschaftler bislang, dass die wirkliche komplexe 'Chemie des Lebens' auf der Erde selbst - etwa in den Ozeanen - entstanden sein müsse.

Kommentar: Neue Aspekte zum Schwarzen Tod: Die kosmische Verbindung
Wie herabstürzende Himmelskörper, Kriege, die Pest und Hexerei miteinander zusammenhängen

Fireball 2

2014: »Armageddon« auf dem Mars?

Im nächsten Jahr könnte sich eine "einzigartige" und katastrophale Kollision in unserem Sonnensystem ereignen. Wie neueste Berechnungen zeigen, rast ein riesiger Komet auf den Planeten Mars zu. Ein im Januar entdeckter Himmelskörper erreicht den Mars im Herbst 2014. Wenn es wirklich zu einer Kollision kommt, wird dies globale Folgen für den Mars mit sich bringen.
© David Carillet / Shutterstock
Noch sind die Daten zu ungenau. Niemand weiß, was im Oktober 2014 wirklich geschehen wird. Tatsache aber ist, dass ein sehr großer Komet dann im Extremfall sogar mit unserem äußeren Nachbarplaneten Mars kollidieren könnte. Das Objekt geriet am 3. Januar erstmals ins Visier eines automatisierten Suchsystems am australischen "Siding-Spring-Observatorium".
Galaxy

Das ESA-Weltraumteleskop "Herschel" wird bald stillgelegt

Im Mai 2009 gestartet, gehen dem europäischen Weltraumteleskops "Herschel" wie geplant schon bald die Helium-Vorräte zur Kühlung der Instrumente zu Ende. Die letzten Reste werden im Laufe der nächsten Wochen aufgebraucht sein. Danach soll das Teleskop in einer Umlaufbahn um die Sonne "geparkt" werden.
© ESA/NASA
Das Weltraumteleskop "Herschel" im Einsatz (Illu.).
Köln (Deutschland) - Aus wissenschaftlicher Sicht war und ist die Mission "Herschel", mit der zum Beispiel die Geburt von neuen Sternen zu beobachtet werden konnte, ein voller Erfolg.

"Wir waren mit Herschel quasi im Kreißsaal bei der Geburt von Sternen dabei", betont Christian Gritzner vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit den Instrumenten PACS, HIFI und SPIRE sah das Teleskop mit seinem 3,50-Meter-Spiegel in verschiedenen Wellenlängen durch Staub- und Gaswolken. "Die Wissenschaftler konnten so durch diesen scheinbar undurchdringlichen Nebel blicken und komplizierte Strukturen erkennen, die optische Teleskope nicht sehen." Das bisher größte Teleskop, das jemals im Weltraum geflogen ist, spürt dafür die Wärme von Sternen, Galaxien und Nebeln auf und kann dabei selbst noch extrem schwache Wärmestrahlung erkennen. Aber auch Planeten, Asteroiden und Kometen in unserem Sonnensystem wurden durch Herschel beobachtet.
Network

Artenübergreifendes Internet

Eine Gruppe von Wissenschafts-Visionären und berühmten Persönlichkeiten aus Unterhaltung und Medien hat sich zusammengefunden, um die Grundlagen für ein artenübergreifendes Internet zu erarbeiten. Während das "Interspecies Internet" zunächst darauf abzielt, auch andere irdische Arten von Lebewesen an dem Kommunikationsmedium teilhaben zu lassen, steht das Projekt auch unter der Vorgabe eines Tages vielleicht auch von Spezies anderer Planeten zur Kommunikation mit uns Menschen genutzt werden zu können.
© James Duncan Davidson, ted.com
Diana Reis, Peter Gabriel, Neal Gershfeld und Vint Cerf auf der TED-Konferenz 2013 in Long Beach.
Long Beach (USA) - Zu den Förderern des Projekts "Interspecies Internet" gehören neben dem "Vater des Internet" und heutigem Google-Vize, dem Informatiker Vint Cerf auch der MIT-Tech-Guru Neal Gershfeld, die Psychologin und Delfinforscherin Professor Diana Reis aber auch Persönlichkeiten wie der Musiker Peter Gabriel.
Nuke

Außergewöhnlich strahlungsresistente Mikroalge kann die 2000-fache Menge der für den Menschen letalen Dosis problemlos überstehen

In einem Abkühlbecken für Kernbrennstoffe haben französische Wissenschaftler der französischen Behörde für Atomenergie und alternative Energien (CEA) eine bislang unbekannte, außergewöhnlich strahlungstolerante Mikroalge entdeckt.
Atomreaktor
© photos.state.gov
Symbolbild: Blick in einen Atomreaktor.
Grenoble (Schweiz) - Wie die Forscher in einer Pressemitteilung berichten, kann die kleine einzellige Alge - Coccomyxa actinabiotis - eine Strahlendosis von 20.000 Gy problemlos überstehen. Dieser Wert das entspricht der 2.000-fachen Menge der für den Menschen letalen Dosis. Damit ist die Alge der erste bekannte eukaryotische Organismus (im Gegensatz zu prokaryotischen Zellen besitzen eukaryotische Zellen einen Zellkern, der von einer Membran umgeben ist. Der abgegrenzte Zellkern trägt die DNS in Form von Chromosomen in sich), der eine so hohe Strahlung absorbieren kann. Bisher waren nur Bakterien wie das Deinococcus radiodurans dazu fähig.
Mars

Atmosphäre des Mars schwindet

Mars
© EPA
Der Marsrover Curiosity hat mit Hilfe des Geräts Sample Analysis at Mars (SAM) festgestellt, dass der Anteil der leichteren Isotope Argon-36 in der Mars-Atmosphäre ums vierfache den der schwereren Isotope Argon-38 übersteigt.