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So, 07 Feb 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
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Frog

Eins, zwei ... schnapp! Venusfliegenfalle kann zählen und hat Gedächtnis

© Sönke Scherzer
Diese kleine Fliege schwebt in höchster Gefahr.
Eine Pflanze, wie nicht von dieser Welt: Die berühmte Venusfliegenfalle legt bizarre "Fangeisen" aus, die blitzartig nach Insekten schnappen. Pflanzenwissenschaftler haben nun herausgefunden, dass die grüne Fleischfresserin bei dieser Fangtechnik sogar zählt: Sie erfasst, wie oft ein Insekt die Sinneshaare in einer Falle berührt. Ein Kontakt stellt den Klappmechanismus nur scharf, bei der zweiten Berührung schnappt sie zu und erst wenn dann ein gefangenes Beutetier die Haare mindestens fünf Mal gereizt hat, fließt der Verdauungssaft.

In der Regel begnügen sich Pflanzen mit dem Nährstoffangebot des Bodens. Doch etwa 600 Arten aus 18 Gattungen reicht das nicht: Die sogenannten Carnivoren verschaffen sich Zusatznahrung durch die Jagd auf Insekten. Dadurch haben sie Wachstumsvorteile an Standorten, wo der Boden nur wenig Nährstoffe bietet. Um sich die lebendigen Düngetabletten einzuverleiben, haben die rabiaten Gewächse unterschiedliche Strategien entwickelt: Manche kleben, einige stellen Fallgruben auf und die berühmteste aller Carnivoren schnappt: Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) hat ihre Blattspitzen zu fangeisenartigen Fallen umgewandelt.

Kommentar: Pflanzen können sehr viel mehr, als wie wir ihnen für gewöhnlich zutrauen. Nachfolgend ein paar Beipiele:


Black Magic

Chirurg behauptet, Affenkopf erfolgreich transplantiert zu haben

Dr. Sergio Canavero behauptet, den Kopf eines Affen erfolgreich transplantiert zu haben.
© ZUMA/REX
Dr. Sergio Canavero mit Valery Spiridonov, dem Kopftransplantations-Patienten
Der umstrittene Chirurg Dr. Sergio Canavero machte bereits Schlagzeilen, als er im vergangenen Jahr verkündete, dass er bei dem russischen Computerspezialisten Valery Spiridonov eine Kopftransplantation durchführen wolle. Der 30-jährige Spiridonov leidet an Spinaler Muskelatrophie (SMA), einem genetischen Defekt, der Muskelschwund zur Folge hat und der ihn schon bereits an den Rollstuhl gefesselt hat. (wir berichteten hier , hier und hier). Der Termin für diesen äußerst fragwürdigen, weltweit einmaligen chirurgischen Eingriff wurde auf Dezember 2017 festgesetzt. Doch noch sucht Dr. Canavero Milliardäre, die diese gewagte und sehr kostspielige Operation finanzieren.

Kommentar: Frankenstein wird Realität? Ärzte wollen eine Kopftransplantation durchführen


Post-It Note

Ein Kind ohne Schmerzempfinden: Das "bionische Mädchen"

Ein siebenjähriges Mädchen, das ohne Schlaf oder Nahrung auskommt und keinerlei Schmerzempfinden hat, wurde von den Ärzten bereits mit dem Spitznamen »bionisches Mädchen« versehen, weil sie wie aus Stahl gemacht scheint.
© SWNS - Ross Parry
Olivia Farnsworth, das sogenannte "bionische Mädchen" ohne jegliches Empfinden für Schmerz
Die kleine mutige Olivia Farnsworth lebt in der britischen Stadt Huddersfield und ist vermutlich der einzige Mensch auf der Welt, der drei Symptome einer seltenen Chromosomenstörung aufweist. Selbst die Mediziner waren völlig fassungslos, als sie das Mädchen untersuchten, denn sie hatten so etwas noch nie zuvor gesehen. Sie leidet an einen sehr seltenen Chromosom-6-Defekt, der ihr einzigartige, übermenschliche Fähigkeiten verleiht, die noch nie in der Geschichte der Medizin dokumentiert worden sind. Dieser Chromosomenfehler lässt bei ihr kein Hunger- oder Müdigkeitsgefühl aufkommen und schaltet zudem jede Schmerzempfindung aus. Problemlos kann sie bis zu drei Tage und Nächte ohne Schlaf auskommen und Unfälle übersteht sie, als gehöre sie zu den »X-Men«, ohne eine Miene zu verzeihen.

Jupiter

Astronomen präsentieren handfeste Beweise für unbekannten Riesenplaneten - Planet X

Pasadena (USA) - Zwei US-Astronomen präsentieren handfeste Beweise für die Existenz eines bislang unbekannten Riesenplaneten im Sonnensystem, der unsere Sonne auf einer exzentrischen Umlaufbahn umkreist. Direkt beobachtet wurde der Planet bislang jedoch noch nicht.
© Caltech/R. Hurt (IPAC)
Künstlerische Interpretation des mutmaßlich neuen, neunten Planeten. Die Forscher vermuten, dass es sich um einen Planeten handelt, der Uranus und Neptun gleichen könnte (Illu.)
Wie der Assistenzprofessor Konstantin Batygin und Professor Mike Brown vom California Institute of Technology (Caltech) aktuell im Fachjournal Astronomical Journal berichten, lassen sich laut ihren mathematischen Berechnungen und umfangreichen Computersimulationen die ungewöhnlichen aber gemeinsamen Umlaufbahnmerkmale der sechs bislang bekannten äußersten Objekte im Sonnensystem (Sedna, „2012GB174“, „2004VN112“, „2013RF98“, „2007TG422“ und „2012VP113“) am wahrscheinlichsten mit der Anwesenheit eines weiteren großen Planeten im äußeren Sonnensystem erklären.

Auf den Spitznamen „Planet Nine“ (Planet Neun) getauft, soll dieser Planet das etwa Zehnfache der Masse unserer Erde aufweisen, die Sonne jedoch 20 mal weiter entfernt umkreisen als der äußerste Planet Neptun. Auf diese Weise würde der neue „Neunte Planet“ 10.000 bis 20.000 Jahre für eine Umrundung der Sonne benötigen.

Kommentar:


Rocket

Nur fast geschafft: Erneute SpaceX Recycling-Rakete ging zu Bruch

Erst ein Blackout in der Übertragung, dann die schlechte Botschaft: SpaceX ist es wieder nicht gelungen, seine Rakete auf dem Meer zu landen. Ein Klapper-Teil hat die Ingenieure blamiert.
© Terence Horan/Marketwatch, SpaceX, justatinker.com
Vor knapp vier Wochen konnte SpaceX noch jubeln, jetzt wieder ein Rückschlag. Dem relativ jungen US-Raumfahrtfirma SpaceX ist es erneut nicht gelungen, die erste Stufe seiner Recycling-Rakete Falcon sanft und senkrecht auf eine schwimmende Meeresplattform zurück zu holen. Ende Dezember verlief eine ähnliche Landemission auf festem Boden in Florida noch erfolgreich.


Zunächst klappte der Start der Falcon-Rakete am Sonntagvormittag Ortszeit noch nach Plan. Die gut 60 Meter hohe Falcon 9 mit dem Wissenschaftssatelliten Jason 3 zur Erforschung der Ozeane hob in dichtem Nebel auf die Sekunde genau ab. SpaceX nutzte diesmal als Startplatz den US-Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien.

Ursprünglich sollte die komplette Landung der ersten Stufe auf der Meeresplattform live übertragen werden. Doch kurz vor dem Aufsetzen stockte das Video-Bild von der unbemannten Plattform in der Größe eines Fußballfeldes. Es gab etwa eine Viertelstunde ein Nachrichten- und Bild-Blackout von der Wackelinsel. Dann erklärte ein SpaceX-Sprecher, dass die Rakete härter als erwartet auf der Plattform aufgesetzt hat. Dabei sei ein Landebein abgebrochen.

Kommentar:
  • Amerikas Absturz: SpaceX-Rakete bei erneuter Landung gescheitert



Nebula

Angelehnt an die Inka-Knoten zum Speichern von Informationen: Wissenschaftlern gelingt die Verknotung von Quantenfeldern

Erstmals gelingt die Verknotung von Quantenfeldern. Noch ist der Zustand nicht allzu langlebig. Er könnte aber die Entwicklung von Quantencomputern voranbringen.
Bereits die alten Inka nutzten Knoten zum Speichern von Informationen. Dank einer über Jahrtausende bewährten Knotenschrift namens Quipu konnten sie komplexe Information festhalten und über große Strecken transportieren. Auch in der Quantenwelt sollten verknotete Zustände existieren, die sich besonders für die Anwendung in empfindlichen Quantencomputern eignen könnten. Denn ihre topologischen Eigenschaften machen sie besonders stabil. Allerdings wurde ihre Existenz zwar schon seit Jahrzehnten von Theoretikern vorausgesagt - doch bislang widersetzten sich die komplizierten Quantenknoten einer experimentellen Realisierung.

Kommentar:


Sun

Silizium bekommt Gesellschaft

© Fotolia/ svitekd
Trotz vieler Alternativen bestehen die meisten Solarmodule noch immer aus Silizium. Jetzt aber haben Forscher eine effektive Methode gefunden, für höhere Wirkungsgrade ein weiteres Material hinzuzunehmen.

Mit der Ablösung von Silizium als wichtigstem Material für Photovoltaik ist auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Allerdings könnte es bald einen Partner aus einer viel versprechenden Materialklasse namens Perowskite bekommen.

Eine Gruppe um Henry Snaith, Physiker an der University of Oxford und einer der führenden Perowskit-Forscher, hat jetzt einen bedeutenden Fortschritt auf diesem Weg gemacht: Sie demonstrierte ein nach ihren Angaben realistisches Konzept für ein Solarmodul, in dem konventionelles Silizium und Perowskit, das den Wirkungsgrad um mehrere Prozentpunkte erhöht, zusammenkommen.

Gem

Größter Saphir der Welt in Sri Lanka gefunden - Besitzer tauft ihn "Stern von Adam"

In Sri Lanka wurde vor kürzlich der bisher größte und schwerste Saphir der Welt gefunden. Der anonyme Besitzer des blauen Minerals hat ihn den Spitznamen “Stern von Adam” gegeben.

© Saphir / gicolombo
Ratnapura (Sri Lanka). Bergleute haben in der Nähe von Ratnapura, einer Region die seit gut 2.000 Jahren für ihre Edelsteinfunde bekannt ist, den bisher schwersten und größten Saphir der Welt entdeckt. Der Saphir wiegt 1404 Karat und ist schätzungsweise 90 Millionen Euro wert. Der bisherige Rekordhalter brachte mit 1395 Karat nur 9 Karat weniger auf die Waage.

Stern von Adam

Der anonyme Besitzer des größten Saphirs der Welt hat das blaue Mineral auf “Stern von Adam” getauft. Laut muslimischer Überlieferung soll Adam nach seiner Verteibung aus dem garten Eden nach Sri Lanka gelangt sein und sich an den Hängen des heutigen Bergs Adam’s Peak niedergelassen haben. Der Stern im Namen bezieht sich auf einen optischen Effekt des Saphirs: Im Saphir sind Rutilnadeln - Titandioxide - eingelagert, so dass diese mehr oder weniger gut das Licht sechsstrahlig sternförmig reflektieren


Ice Cube

Bärtierchen überleben extremste Zustände: 30 Jahre lang eingefroren und wieder putzmunter

Bärtierchen (Tardigrada) sind höchstens einen Millimeter groß, besitzen acht Beine, leben vorwiegend im Moos, Teichen sowie Dachrinnen und haben eine Besonderheit: Sie überleben auch die extremsten Umweltbedingungen ohne jeglichen Schaden.
© Oliver Meckes & Nicole Ottawa/ eyeofscience.com
Ein Bärtierchen
Über 1.000 Arten dieser Überlebenskünstler sind unseren Wissenschaftlern bekannt und man entdeckt immer neue hinzu. Obwohl man sie bereits seit rund 200 Jahren kennt, bleiben sie unseren Forscher weitgehendst ein Rätsel. Wieso hat dieser Tierstamm derart extreme Überlebensstrategien entwickelt, die er eigentlich gar nicht benötigte? Gemäß der Evolutionstheorie bilden sich doch angeblich nur Fähigkeiten und Merkmale heraus, die auch zum Überleben benötigt werden. Das Bärtierchen hingegen hat auf unserer Erde keines der Umweltbedingungen erlebt, für die es ausgerüstet ist.

Cassiopaea

Zufallsfund: Das zweite schwarze Loch in unserer Galaxie entdeckt

Es erreicht nicht ganz die Größe von Sagittarius A* im Zentrum der Galaxie, dafür kommt es unvermutet: Das zweite Schwarze Loch der Milchstraße ist ein Zufallsfund.
© Tomoharu Oka / Keiko University
Mit einer Masse, die dem Hunderttausendfachen unserer Sonne entspricht, ist dieses Schwarze Loch nicht ganz so gewaltig wie sein bekannter Nachbar Sagittarius A* - das zentrale Gravitationsmonster unserer Milchstraße. Dafür kommt es umso überraschender. Denn Tomoharu Oka von der Keio Universität in Japan und seine Kollegen wollten mit Hilfe des Nobeyama-Radioteleskops in Japan und des ASTE-Radioteleskops in Chile eigentlich eine außergewöhnliche Gaswolke beobachten, die sich nur etwa 200 Lichtjahre vom Zentrum unserer Galaxie entfernt befindet. Die als CO-0.40-0.22 bezeichnete Wolke bewegt sich jedoch mit extrem heterogenen Geschwindigkeiten: Ihre schnellsten und langsamsten Moleküle rasen mit einer Differenz von bis zu 100 Kilometern pro Sekunde durchs All, was die Astronomen mit unterschiedlichen Modellberechnungen erklären wollten.

Kommentar: