Wissenschaft und Technologie
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Airplane

Atemluft aus Turbine: Wenn Nervengift ins Flugzeug gelangt

Flugzeugkabine Reise
© dpa
Ab und zu kommt es an Bord von Flugzeugen zu Störfällen: Gift aus den Triebwerken wabert durch die Kabine. Airlines und Flugzeughersteller spielen das Risiko herunter. Behörden und Forschungsinstituten mangelt es an Engagement, die Gefahr für Crews und Passagiere genau zu untersuchen.

Dass gelegentlich Schwaden von Abgasen kurzzeitig durch Flugzeugkabinen wehen, daran haben sich Fluggäste schon gewöhnt. Doch ein größeres Gesundheitsproblem blieb bisher weitgehend unbeachtet: Manchmal wabern Dämpfe von Triebwerksöl durch die Kabine. Darin enthalten: ein Additiv namens Trikresylphosphat (TCP). Dieser Stoff und seine Abbauprodukte im Organismus sind Nervengifte. Organisationen von Piloten und Flugbegleitern dokumentieren seit Jahren Fälle von Vergiftungen, doch die Airlines und Flugzeughersteller spielen das Risiko herunter. Behörden und Forschungsinstituten wiederum mangelt es an Engagement, die Gefahr für Crews und Passagiere genau zu untersuchen.
Bug

Orientierung: Die Abkürzung der Ameisen

ameise
© dpa
Auf Futtersuche: Eine Ameise streckt ihre Fühler nach einem Teil eines toten Insektes aus.
Ameisen krabbeln wild durcheinander - doch bald schwenken sie auf den kürzesten Weg zur Nahrungsquelle um. Forscher glauben, die Strategie nun erklären zu können.

Am Anfang herrscht Chaos: Verlässt eine Ameise ihren Bau, um auf Futtersuche zu gehen, folgt der Weg, den sie einschlägt, keinem erkennbaren Muster. Hat sie jedoch Futter gefunden, kehrt sie in das Nest zurück und holt Verstärkung. Diese einfache Beobachtung kann einer neuen Studie zufolge erklären, wie Ameisen sich die erfolgreichsten Wege bahnen.
Gear

"Roboter-Lego" und flexible Möbel: Wenn der Tisch zum Patienten kommt

Wenn der Patient nicht zum Tisch kann, kommt der Tisch eben zum Patienten; wird kein Regal mehr gebraucht, wird es eben zum Stuhl: Die Roombots sollen Bewegung ins Mobiliar bringen.

roombot
In diesem Moment ein Tisch, im nächsten ein Stuhl, im übernächsten vielleicht ein Regal: Mit den Roombots wird das Umdekorieren der Wohnung einfach. Die Roombots sind robotische Bausteine, aus denen sich Möbel aufbauen lassen. Entwickelt wurden sie am Biorobotics Laboratory (Biorob) der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL).

Das Grundmodul ist ein Würfel, der diagonal geteilt ist. Die beiden Hälften können gegeneinander rotiert werden. An den sechs Seiten hat der Würfel Verbindungsstücke mit ausfahrbaren Krallen, mit denen er sich mit anderen Modulen verbindet. Ein Roombot besteht aus zwei solcher Würfel.

(2:10)
Bug

Anzeichen für höhere Intelligenz bei Fruchtfliegen?

Britische Forscher haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Selbst Fruchtfliegen lassen sich länger Zeit je komplexer die zu treffenden Entscheidungen sind. Statt rein impulsiv oder instinktiv zu entscheiden, scheinen auch diese Insekten angesichts komplexer Situationen zunächst Informationen zusammenzutragen und dann erst zu reagieren. Derartiges Verhalten gilt eigentlich als Zeichen höherer Intelligenz, wie sie sonst nur beim Menschen, Primaten und einigen Säugetierarten beobachtet werden kann.
© University of Oxford
Fruchtfliege im Entscheidungs-Test.
Oxford (England) - Wie die Forscher um Dr. Shamik DasGupta Professor Gero Miesenböck vom Centre for Neural Circuits and Behaviour an der University of Oxford aktuell im Fachjournal Science berichten, wurden die Fruchtfliegen (Drosophila) in den Experimenten vor die Aufgabe gestellt, zwischen sich immer stärker angleichenden Konzentrationen eines bestimmten Geruchs zu unterscheiden.
Sun

Materie aus Licht

Britische Physiker haben einen Weg gefunden, um Materie aus Licht zu erzeugen. Nachdem vor rund 80 Jahren diese Möglichkeit erstmals angedacht wurde, galt das Prinzip zwar theoretisch als machbar, in der Praxis jedoch als nicht umsetzbar. Die nun vorgestellte Methode ist zudem nicht nur vergleichsweise einfach sondern kann schon mit bereits existierender Technologie umgesetzt werden. Das Rennen um den ersten Nachweis für die so erzeugte "Licht-Materie" erklären die Forscher damit als eröffnet.
© grewi.de
Symbolbild: Licht (Illu.).
London (England) - Zum ersten Mal schlugen die Physiker Gregory Breit und John Wheeler im Jahre 1934 vor, dass es möglich sein sollte, Licht in Materie umzuwandeln, in dem man nur zwei Lichtteilchen - sog. Photonen - miteinander kollidieren lässt, um daraus ein Elektron und ein Positron entstehen zu lassen. Obwohl heutzutage Teil der sieben grundlegenden theoretischen Vorhersagen der Quantenelektrodynamik, konnte bzw. wurde der von der sog. Breit-Wheeler-Theorie beschriebene Effekt bislang noch nie im Laborexperiment bestätigt werden. Hauptgrund war, dass zur Durchführung derart große Photonendichten benötigt werden, wie sie unter Laborbedingungen nicht erzeugt werden konnten.
Mars

Irdische Mikroben können auch auf dem Mars überleben

Methanogene Mikroorganismen, also Archaen, die sich Wasserstoff als Energiequelle und Kohlendioxid an Kohlenstoffquelle ernähren und dabei Methangas erzeugen, gehören zu den einfachsten und zugleich ältesten irdischen Organismen - und könnten auch auf dem Mars existieren. Zu dieser Erkenntnis kommt eine aktuelle vom Exobiology Program der NASA geförderte Studie von US-Wissenschaftern.

© Journal of Bacteriology
Mikroskopaufnahme Methanobacterium formicicum.
Fayetteville (USA) - Die auch als Methanbildner bezeichneten Mikroorganismen leben in Sümpfen und Marschland, finden sich aber auch in Mägen von Weidevieh, Termiten und anderen Pflanzenfressern sowie in abgestorbener und verrottender Materialien. Da sie anaerobisch sind, benötigen sie keinen Sauerstoff und ebenso wenig organische Nährstoffe. Da sie auch nicht von Photosyntheseprozessen abhängig sind, könnten sie also auch im lichtdunklen Untergrund existieren und sind somit ideale Kandidaten für irdische Vorbilder von vielleicht heute noch existierendem mikrobischem Leben auf dem Mars.
Moon

Strukturen unterhalb der Mondoberfläche sichtbar, durch neue Radaraufnahmen

Neue Radaraufnahmen der Radioteleskope Green Bank in West Virginia und Arecibo auf Puerto Rico zeigen Strukturen unterhalb der Mondoberfläche, wie sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.
© Bruce Campbell (Smithsonian Institution, National Air and Space Museum); Arecibo/NAIC; NRAO/AUI/NSF
Radaraufnahme des Mare Serenitatis.
Washington (USA) - Entstanden sind die neuen Aufnahmen mittels Radarsignalen die vom Radioteleskop Arecibo auf den Mond ausgerichtet wurden, hier 10 bis 15 Meter tief in den staubigen Mondboden eindrangen, von hier zurück Richtung Erde geschickt und hier vom Green Bank Telescope wieder aufgefangen wurden.
Chalkboard

Kernfusionsexperiment "Wendelstein 7-X" vor dem Start

Wendelstein 7-X fusion reaktor
© dpa
Greifswald - Forscher wollen nach dem Modell der Sonne Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen gewinnen. In Greifswald wurde dafür seit 2005 das Fusionsexperiment «Wendelstein 7-X» aufgebaut. Für die Grünen behindert die teure Fusionsforschung die Energiewende.


Kommentar: Mittlerweilen gibt es dank der Bemühungen der Kosmologie-Bewegung Elektrisches Universum (leider noch von den deutschsprachigen Medien ignoriert) hinreichend viele Belege dafür, dass in der Sonne keine Kernfusion stattfindet, sondern die Sonne (genauer gesagt, die Aurora der Sonne) ein Plasma-Phänomen ist, das die Wärme erzeugt und durch galaktischen Stromfluss aufrecht erhalten wird.


Physikern wird ein eher rationales und nüchternes Verhältnis zu ihrem Forschungsgegenstand nachgesagt. Doch Thomas Klinger, Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald, hat zum Kernfusionsexperiment «Wendelstein 7-X» inzwischen eine väterlich-emotionale Beziehung - «wie bei einem kleinen Kind, das seine ersten Schritte macht».

Der 49-Jährige steht unter Spannung, wippt auf den Zehenspitzen. Nicht ohne Grund: Seit 1996 wurde in Greifswald am Fusionsexperiment geplant und gebaut. Mit sieben Jahren Verspätung geht der «Wendelstein» nun in die Vorbetriebsphase. Am 20. Mai werden Forschungsministerin Johanna Wanka (CDU), EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) den offiziellen Startschuss geben.
Dollar

Google kauft Drohnenhersteller Titan Aerospace

Jetzt ist es offiziell: Google ist nicht mehr »nur ein Medienunternehmen«. Oder eine Suchmaschine natürlich. Nein, Google hat sich zu einem Technologieunternehmen gewandelt, und zwar einem, das mit Robotik und jetzt auch mit Drohnen aufwartet.

Der Technik-Gigant hat kürzlich einen Hersteller von solarbetriebenen Drohnen aufgekauft - interessanterweise ein Unternehmen, an dem auch ein anderer Technik-Gigant, nämlich Facebook, Inc., interessiert war. Offensichtlich kämpfen die beiden Konzerne darum, »ihrenEinfluss auszuweiten und weitere Nutzer in den entferntesten Winkeln der Welt zu finden«, schrieb das Wall Street Journal (WSJ) über den Kauf.

Den Kaufpreis für die in New Mexico ansässige Firma Titan Aerospace hat Google nicht bekannt gegeben. Titan Aerospace entwickelt große Drohnen, die mehrere Jahre lang nonstop fliegen sollen. Vertreter von Google seien überzeugt, dass sich die Technologie nutzen ließe, um Bilder zu sammeln und Onlinedienste auch in entlegenen Gebieten der Welt anzubieten, berichtet das WSJ.
Comet

Asteroid ließ die Erde abkühlen

© Virgil L. Sharpton, Lunar and Planetary Institute
Der untermeerische Chicxulub-Krater zeugt noch heute von einem gewaltigen Einschlag, der sich vor 65 Millionen Jahren vor der Küste der Halbinsel Yucatán ereignete. Vermutlich löschte dieses Ereignis die Dinosaurier aus.
Erstmals finden Forscher handfeste Belege für die Vermutung, dass der Asteroideneinschlag am Ende der Kreidezeit riesige Mengen Aerosole in die Stratosphäre schleuderte, die die Erde über Jahrzehnte in eine Art nuklearen Winter stürzten.

Ein gigantischer Feuerball, hunderte Meter hohe Tsunamis, Regen aus geschmolzenem Gestein und globale Waldbrände zerstörten vor etwa 65 Millionen Jahren die Welt der Dinosaurier. Den eigentlichen Todesstoß aber, so vermuten Forscher seit Langem, versetzte den Ökosystemen des Erdmittelalters eine andere Folge des Asteroideneinschlags von Chicxulub: ein jahrzehntelanger globaler Winter, ausgelöst durch Ruß und Aerosole, die bei dem Ereignis in die obere Atmosphäre geschleudert wurden und dort die Sonne abblockten. In der Forschung ist dieses Szenario weithin akzeptiert. Allerdings: Bisher gab es keinen greifbaren Beleg dafür, dass es den langen Einschlagwinter überhaupt gab.

Kommentar: Lesen Sie auch die Artikelserie von Laura Knight-Jadczyk, wo die Autorin besonders auf aktuellere Ereignisse in der Geschichte aufmerksam macht und das es keine "Killer-Asteroiden" benötigte, die Erde zu gefährden! Auch steht die momentane Erdabkühlung und Atmosphären-Veränderung mit Kometenstaub in Verbindung.

Seit 60 Jahren beobachten Forscher eine Zunahme an nachtleuchtenden Wolken: Ist Feuerball-Staub in der Erdatmosphäre dafür verantwortlich?
Vermehrter Meteoriten-Rauch: Nachtleuchtende Wolken werden heller und breiten sich nach Süden aus

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