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Wissenschaft und Technologie


Bug

Autofahrende Insekten

Per Trackball lenken Mottenmännchen den Roboter zum lockenden Duftsignal

Um zu einem Weibchen zu kommen, fahren Motten-Männchen sogar mit dem Auto: Japanische Forscher haben ein Roboterfahrzeug entwickelt, das über eine Art Trackball von den Insekten gesteuert werden kann. Angelockt durch den Sexual-Lockstoff ihrer Weibchen lenkten die männlichen Seidenspinner den Roboter stets erfolgreich zum Ziel - und glichen selbst künstlich eingebaute Lenkhemmnisse dabei aus, wie die Forscher im Fachmagazin "Bioinspiration and Biomimetics" berichten.

© Noriyasu Ando
Die Motte steuert den Roboter durch Krabbeln auf dem Trackball
Für ihr bizarres Konzept haben die Forscher um Noriyasu Ando von der Universität Tokyo ihre Versuchstiere am Rücken so fixiert, dass die Beinchen der Tiere auf einem beweglichen Styroporball standen. Dieser bildete die Steuereinheit des Robotergefährts. Durch ihre Laufbewegungen konnten die Motten den Ball drehen - und erzeugten so einen ähnlichen Effekt wie bei einem Trackball: Es entstanden Signale, die den Motoren der Räder als Information dienten. Naturgemäß laufen Mottenmännchen zielstrebig in die Richtung, aus der der Duft eines Weibchens zu ihnen dringt. Entsprechend drehten die Füßchen der Insekten nun den Steuerball.
Cardboard Box

Mäuse mit menschlichen Hirnzellen gezüchtet - Die Chimären lernen schneller und sind schlauer

Eingepflanzte Hilfszellen unseres Gehirns verhelfen Mäusen zu geistigen Höhenflügen

Was vor einigen Jahren noch pure Fantasie - und Horrorvorstellung - war, ist jetzt Realität: US-Forscher haben Mäuse gezüchtet, die menschliche Zellen im Gehirn tragen und die deshalb tatsächlich schlauer sind als ihre normalen Artgenossen. Sie lernen schneller und finden problemlos den Weg durch Labyrinthe. Die humanen Zellen hätten die Hirnfunktionen der chimären Mäuse erweitert und die Tiere lernfähiger gemacht, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Cell Stem Cell". In ethischer Hinsicht allerdings ist dieses Experiment ein sehr zweifelhafter Erfolg.
Labormaus
© Rama / CC-by-sa 2.0 fr
Labormaus: schlauer durch menschliche Zellen
Mäuse, Schafe oder Ratten mit menschlichen Zellen, Geweben und sogar ganzen Organen gibt es in den Labors der Forscher schon längst. Auch geringe Mengen von Gehirnzellen wurden Mäusen schon implantiert, beispielsweise im Rahmen der Parkinson- und Alzheimerforschung. Was aber die Forscher der Universitäten von Rochester und Kalifornien nun gemacht haben, ist Neuland - in neurobiologischer und auch in ethischer Hinsicht. Denn erstmals haben sie gezielt Chimären erzeugt, nicht um eine menschliche Krankheit zu erforschen, sondern um zu testen, ob die Zugabe menschlicher Zellen die Hirnfunktion und geistige Leistungsfähigkeit der Tiere verändert.
Magnify

Bislang unbekannte Lebensform bei Bohrung im antarktischen Wostoksee entdeckt

Nachdem es russischen Wissenschaftlern vor einem Jahr gelungen war, den seit mindestens 500.000 Jahren durch eine kilometerdicke Eisschicht von der Außenwelt isolierten subglazialen antarktischen Wostoksee anzubohren und Wasserproben daraus zu entnehmen, standen bislang Analysen der Proben aus den Tiefen des Sees noch aus. Jetzt haben die Forscher bekanntgegeben, man habe in dem See eine bislang unbekannte Lebensform entdeckt.
Bohrung Wostoksee
© Nicolle Rager-Fuller / US National Science Foundation
Schematische Darstellung der Bohrung zum Wostoksee von 2011.
St. Petersburg (Russland) - Wie die Nachrichtenagentur "RIA Novosti" (ria.ru) am gestrigen Donnerstag meldete, habe Sergey Bulat vom Nuklearphysikalischen Institut in St. Petersburg erklärt, man habe sämtliche Möglichkeiten der Kontamination von der Oberfläche ausschließen können, und in einer probe von Wasser, das an der Bohrkrone nach deren Eindringen in den subglazialen See angefroren war, bakterielle DNA gefunden, die sich mit keiner bekannten Gensequenz decke.
Mars

Riesiges von Wasserfluten gegrabenes Kanalsystem auf dem Mars entdeckt

Neue Karten des Untergrunds der Marsoberfläche offenbaren zum ersten Mal gewaltige, heute verschüttete, jedoch vergleichsweise "junge" Kanäle, die einst von gewaltigen Fluten in den Roten Planeten gegraben wurden. Die Entdeckung im Marstal Marte Vallis widerspricht dem sonstigen Bild von einem seit rund 2,5 Milliarden Jahren trockenen und kalten Planeten.
Kanalsystem Mars
© NASA/MOLA Team/Smithsonian
Das größtenteils unter "junger" Lava verborgene Kanalsystem Marte Vallis in der Elysium-Region des Mars. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)
Washington (USA) - Wie die Forscher verschiedener NASA-Institutionen um Gareth A. Morgan von der Smithsonian Institution aktuell im Fachmagazin Science berichten, erhoffen sie sich von dem Studium der geologisch noch relativ "jungen" Kanäle in den Ebenen der Marsregion Elysium Planitia neue Erkenntnisse über die jüngste hydrologische Aktivität auf dem Planeten.
Bug

Ameisen kommunizieren auch über akustische Signale

Akustische Signale spielen im Ameisenstaat eine größere Rolle als gedacht

Ameisen sind "redseliger" als bisher gedacht: Selbst die in ihren starren Hüllen eingeschlossenen Ameisenpuppen zirpen laut, um ihren Status zu verkünden und mit den erwachsenen Arbeiterinnen zu kommunizieren. Das haben britische und italienische Forscher festgestellt, als sie die Puppen mittels Mikrophon belauschten. Das Zirpen bringt die Arbeiterinnen unter anderem dazu, die Puppen im Falle einer Gefahr bevorzugt zu retten - noch vor den jüngeren Larven, wie die Forscher im Fachmagazin "Current Biology" berichten. Das zeige, dass akustische Signale im Ameisenstaat eine wichtigere Rolle spielen als bisher gedacht.

© Gary Alpert / CC-by-sa 3.0
Zwei Arbeiterinnen der Myrmica aufgenommen in Massachusetts.
"Das Kommunikationsmittel, das Millionen von Einzeltiere im Ameisenstaat wie ein einziger Superorganismus funktionieren lässt, sind chemische Signale, meist noch ergänzt durch gegenseitiges Betasten", erklären Luca Casacci von der Universität Turin und seine Kollegen. Anhand der Gerüche erkennen sich die Nestgenossen, markieren Wege zu lohnenden Futterquellen und informieren sich über den Zustand des Nests. Die sich von der Larve zum erwachsenen Tier wandelnden Puppen aber sind in einer starren, nahezu undurchlässigen Hülle eingeschlossen. Duftsignale dringen dort kaum hindurch. Wie sie kommunizieren, war daher bisher rätselhaft.
Map

Mystischer Lichtkompass der Wikinger: Wirkung des Kristalls zur Navigation wissenschaftlich bestätigt

Glaubt man den mystischen Überlieferungen der Wikinger, so sollen die Nordmänner mit sogenannten "Sólsteinnen", also mit "Sonnensteinen", in der Lage gewesen sein, den Stand der Sonne selbst bei bedecktem Himmel und sogar noch nach Sonnenuntergang exakt zu bestimmen. Dass diese Legende auf Tatsachen beruhen könnte und es die Sonnensteine tatsächlich gab, vermuten einige Forscher schon länger. Jetzt haben französische und britische Wissenschaftler den polarisierenden Effekt von Kalzit, der als möglicher Sonnenstein in einem Schiffswrack noch aus dem 16. Jahrhundert gefunden wurde, überprüft und bestätigen die "magischen" Eigenschaften des Doppelspats.
isländischer Silfurberg-Kristall
© ArniEin, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons
Polarisierende Kristalle, hier ein isländischer Silfurberg-Kristall (Silberfels), wurden von den Wikingern als "Sonnensteine" zur Navigation verwendet.
Rennes (Frankreich) - Wie die Wikinger in der Lage waren, zwischen Norwegen, Island und Grönland tausende von Kilometern zurückzulegen und trotz meist widriger Sichtbedingungen zum Sternenhimmel stets sicher zu navigieren, galt lange Zeit als großes Rätsel. Schließlich war zur Zeit der Wikinger (750 und 1066 n. Chr.) der Kompass zum einen noch nicht bekannt - zum anderen wäre dieser teilweise derart nahe am Nordpol zur Navigation auch nur von begrenztem Nutzen gewesen.
Bullseye

Asteroid 2013 ET: Kosmische Nahbegegnung am Samstag

Der Asteroid 2013 ET, knapp 100 Meter im Durchmesser bzw. so groß wie ein 35-stockiges Gebäude, soll am Samstag an der Erde vorbeifliegen, berichtet die NASA-Webseite.

Dieser Himmelskörper wurde am 3. März bei einer US-Suchaktion nach dem Catalina-Asteroiden entdeckt. Der Durchmesser des Asteroiden kann von 45 bis 140 Metern betragen. Er fliegt an der Erde in einer Entfernung von knapp 972.000 Kilometern vorbei, was den Abstand zum Mond ums 2,5-fache übersteigt.
Fireball 3

Hell wie der Mond: Pan-STARRS C 2011/L4 ab nächster Woche mit bloßem Auge sichtbar

Komet Pan-STARRS ist da - und bereits am Himmel sichtbar. Anfang kommender Woche dürfte uns der Schweifstern namens C 2011/L4 dann ein himmlisches Spektakel bieten.


2013 ist das Jahr der Kometen: Aktuell ist es Komet Pan-STARRS, der am Nachthimmel zu sehen ist. Im Herbst wird dann ISON über uns leuchten - nicht nur für Hobby-Astronomen ein tolles Spektakel.

Wann der Komet Pan-STARRS dieser Tage am Himmel zu sehen ist? "Theoretisch schon jetzt", sagt Werner Kiesle von der Sternwarte in Laupheim. "Natürlich braucht man dafür optimale Bedingungen, also eine gute Sicht. Wenn es bewölkt ist, wird es schwierig."
Sun

Solar Maximum wurde verschoben

Etwas Unerwartetes geschieht derzeit auf der Sonne. 2013 soll das Jahr der höchsten Sonnenaktivität sein, der Höhepunkt des 11-Jahres-Sonnenflecken-Zyklus. Nun haben wir das Jahr 2013 und die Sonnenaktivität zeigt sich extrem gering. Die Sonnenflecken-Zahlen sind weit unter den Werten vom Jahr 2011 und starke Sonneneruptionen waren in den letzten Monaten eher selten.

sonnenzyklus

Sonnenzyklus Prognose
Diese geringe Aktivität führte einige Beobachter zu der Frage, ob die Weltraumwetter-Meteorologen sich nicht verrechnet haben. Sonnen Physiker Dean Pesnell vom Goddard Space Flight Center hat eine andere Erklärung: “Das ist das Maximum der Sonnenaktivität” sagte er . “Aber es sieht anders aus, als wir es erwartet hatten, weil es eine doppelte Spitze geben wird.”

Die herkömmliche Sichtweise besagt, dass die Sonnenaktivität als einfaches Pendel hin und her schaukelt. An einem Ende des Zyklus gibt es eine ruhige Zeit mit wenigen Sonnenflecken und Flares. Am anderen Ende bringt das Maximum, zahlenmäßig hohe Sonnenflecken und Sonnenstürme. Es ist ein regelmäßiger Rhythmus, der sich ca. alle 11 Jahre wiederholt.
Info

Hunde können Bilder ihrer Artgenossen von Bildern anderer Tierarten unterscheiden


Hund
© SXC
Hunde können Portraits ihrer Artgenossen von denen anderer Tier unterscheiden.

Hunde können Portraits ihrer Artgenossen von Bildern mit Menschen und anderen Tieren unterscheiden. Sie erkennen dabei die Gesichter anderer Hunde unabhängig von deren Rasse - und allein anhand von visuellen Anhaltspunkten. Das zeigt die Studie französischer Forscher die jetzt zum ersten Mal um diese Fähigkeit bei Haushunden untersucht haben. Ihre Ergebnisse stellten sie im Fachmagazin "Animal Cognition" vor.