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Telescope

Unerwartete Polarisation in Gammablitz widerlegt gängige Theorien

polarisation
© NASA/GSFC, S. Wiessinger
Nach gängiger Theorie beeinflussen geordnete Magnetfelder das Nachglühen und dessen Polarisation - hier durch die Linien dargestellt.
Eine ungewöhnliche Polarisation des Nachglühens widerlegt nahezu alle gängigen Theorien

Ein Gammablitz sorgt für Aufregung. Denn das Licht des energiereichen Strahlungsausbruches verhält sich ganz anders, als es eigentlich sollte: Die Polarisierung stimmt nicht mit gängigen Theorien überein. Das aber bedeutet: Die Modelle dazu, wie das Nachglühen solcher Explosionen entsteht, sind wahrscheinlich falsch, wie Forscher jetzt im Fachmagazin Nature berichten.

Sie gehören zu den energiereichen Ereignissen des Universums: Gammastrahlenausbrüche entstehen nach gängiger Theorie bei der Explosion massereicher Sterne. Bei ihrem Kollaps wird kurzzeitig ein Jet extrem energiereicher Teilchen und Gammastrahlung erzeugt. "Ungefähr einmal am Tag wird ein solcher sehr heller Blitz von Gammastrahlen von den Satelliten detektiert", erklärt Klaas Wiersema von der University of Leicester.
Black Cat

Rückgang der Artenvielfalt könnte Krankheitsrisiko erhöhen

wildtiere
© pnas
Ein Rückgang großer Wildtiere könnte das Krankheitsrisiko für Menschen erhöhen.
Ein Rückgang großer Wildtiere könnte das Krankheitsrisiko für Menschen erhöhen. Diesen Zusammenhang haben Forscher in einem aufwendigen Experiment in der Savanne Ostafrikas nachgewiesen.

Dort ging der Verlust des Großwilds mit einer Zunahme der Nagetiere einher - und damit auch von Bakterien, die beim Menschen Erkrankungen verursachen. Das berichten Biologen um Rodolfo Dirzo von der kalifornischen Stanford University in den Proceedings der US-nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS).
People 2

Das Y-Chromosom ist weit mehr als nur das männliche Geschlechtschromosom

Gene des Mini-Chromosoms prägen Zellen im gesamten Körper und sind erstaunlich langlebig
Chromosomen
© NIH
Das kleine Y-Chromosom (roter Kreis) ist ein bloßer Stummel verglichen mit dem Rest.
Klein, aber oho: Das männliche Y-Chromosom galt lange als kümmerliches Relikt, zum Verschwinden verurteilt. Jetzt zeigen zwei neue Studien: Das kleine Chromosom ist nicht nur sehr langlebig. Seine Gene steuern auch mehr als nur die männliche Fortpflanzung. Ihre regulierende Wirkung prägt Zellen in unserem gesamten Körper, wie Forscher im Fachmagazin Nature berichten.
Info

Labormäuse reagieren mit Stress auf männliche Forscher: Medikamenten-Studien könnten verfälscht sein

Stressreaktion auf männlichen Geruch könnte Medikamenten-Studien verfälschen
Labormaus
© Reuters
Drastischer Unterschied zwischen Männern und Frauen: Labormäuse reagieren auf den Geruch von Männern besonders gestresst, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Sind Frauen in ihrer Nähe, ist das dagegen nicht der Fall. Weil diese Reaktion auch das Schmerzempfinden der Tiere verändert, könnte sie sogar wissenschaftliche Studien verfälschen - beispielsweise für Medikamente, wie die Forscher online im Fachmagazin Nature Methods berichten.
Galaxy

Potentielle Biosignaturen ferner Planeten können durch Monde verfälscht sein

Die Idee klingt einfach: Ist man in der Lage, das Licht eines fernen Sterns vor, während und nach dem Transits eines potentiell lebensfreundlichen Felsplaneten vor seiner "Sonnenscheibe" spektral aufzuschlüsseln, wäre es vergleichsweise leicht, auf sogenannte Biosignaturen und damit Hinweise auf biologische Prozesse auf diesem Planeten zu schließen. Schon mit den Weltraumteleskopen der nächsten Generation sollte dies möglich sein und somit der Beweis für außerirdischen Leben erbracht werden können. In einer aktuellen Studie geben kanadische Forscher nun jedoch zu bedenken, dass möglicherweise vorhandene Monde um diese Exoplaneten das Ergebnis einer solchen Analyse stark und negativ beeinträchtigen können. Vor diesem Hintergrund, so die Forscher, solle bis auf Weiteres die Suche nach außerirdischem Leben in unserem eigenen Sonnensystem Vorrang haben.
© NASA/JPL
Künstlerische Darstellung eines fernen Exoplaneten mit Mond (Illu.).
Scarborough (Kanada) - Wie die Planetologen Hanno Rein, Yuka Fujii und David Spiegel von der University of Toronto aktuell im Fachjournal Prcoeedings of the National Academy of Sciences berichten, gelten bestimmte Kombinationen etwa aus Sauerstoff und Methan als deutlicher Hinweis zumindest auf mikrobische Aktivitäten auf der Planetenoberfläche. Doch genau diese Kombination - und damit biologische Aktivität auf einem eigentlich leblosen Planeten - könnte durch einen anwesenden Mond, der den so untersuchten Exoplaneten umkreist, auch nur vorgetäuscht werden.
Solar Flares

Flammenring: Sonnenfinsternis über Australien und der Antarktis

Erste von zwei heuer stattfindenden Sonnenfinsternissen war am frühen Morgen MESZ zu beobachten
ringförmige Sonnenfinsternis
© reuters/china daily
Eine ringförmige Sonnenfinsternis wie diese vom 15. Jänner 2010 fand am Dienstag über Australien und der Antarktis statt.
Die Bewohner Australiens und der Antarktis konnten sich heute über die erste von zwei Sonnenfinsternissen dieses Jahres freuen. Am frühen Morgen MESZ schob sich der Mond zwischen Erde und Sonne und verwandelte unser Muttergestirn für kurze Zeit in einen Flammenring. Da der Mond der Erde etwas ferner als üblich steht, erschien er kleiner als die Sonnenscheibe, man spricht in diesem Fall von einer ringförmigen Sonnenfinsternis.
Bulb

Raben verstehen die Beziehungen ihrer Artgenossen zueinander

Kognitionsbiologe Thomas Bugnyar und sein Team von der Universität Wien konnten zeigen, dass Kolkraben fähig sind, die Beziehungen anderer Raben zueinander einzuschätzen. Eine Fähigkeit, die bis dato nur von Primaten bekannt war.

© Thomas Bugnyar
Raben können die Beziehungen anderer Raben zueinander allein durch akustische Signale richtig einschätzen.
Wie viele sozial lebende Tiere zeigen Raben unterschiedliche soziale Beziehungen - sie können Freunde, Verwandte oder Paarpartner haben und sie bilden strikte Dominanzhierarchien. Kognitiv gesehen ist das Verständnis von eigenen Beziehungen eine wichtige Voraussetzung im Umgang mit Artgenossen im Alltag. Ein Verständnis für die Beziehungen, die andere Gruppenmitglieder untereinander haben, ermöglicht hingegen eine noch wesentlich flexiblere Vorgehensweise, da nun strategische Einsichten möglich sind. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Nature Communications publiziert.
Better Earth

Mysteriöses Meeresquaken: Biologen lösen das Rätsel

Seit den 1960er Jahren sorgte ein mysteriöses Geräusch, das U-Boot-Besatzungen und Biologen im Südpolarmeer immer wieder aufzeichnen konnten für Rätselraten unter Wissenschaftlern und so manche Spekulation über seine Herkunft. Jetzt sind sich US-Forscher sicher, in Südlichen Zwergwalen die Quelle des entenähnlich klingenden Meeresquakens gefunden zu haben.

© Ari S. Friedlaender, Oregon State University
Eine Gruppe Südlicher Zwergwale.
Washington (USA) - Wie die Forscher um Denise Risch vom Northeast Fisheries Science Center (NEFSC) der Nationale Ozean- und Atmosphärenverwaltung der USA (NOAA) aktuell im Fachjournal Biology Letters berichten, konnten Sie im Februar 2013 in der Wilhelmina Bay der westlichen Antarktischen Halbinsel erstmals den Gesang der Südlichen Zwergwale (Balaenoptera bonaerensis) aufzeichnen. Ein Vergleich dieser Aufzeichnungen mit dem als "Bio-Duck" bezeichneten Meeresquaken zeigt, dass beide Geräusche offenbar identisch sind.
Nuke

Vögel rund um Tschernobyl haben sich der Strahlenbelastung angepasst

Obwohl dauerhafte radioaktive Strahlung eigentlich Zellstress und Erbgutschäden verursachen, haben sich Vögel innerhalb der Sperrzone rund um die strahlende Ruine des einstigen Kernkraftwerks Tschernobyl an die Strahlenbelastung angepasst. Einige Arten scheinen sogar davon zu profitieren.

London (England) - Wie die Forscher um Dr. Ismael Galván vom Spanischen Nationalen Forschungsrat (CSIC) aktuell im Fachjournal Functional Exology (DOI: 10.1111/1365-2435.12283) der British Ecological Society berichten, handele es sich um den erstmaligen Beweis dafür, dass sich Wildtiere an ionisierende Strahlung anpassen können.

"Frühere Studie des Tierbestandes in Tschernobyl hatten gezeigt, dass das chronische Ausgesetztsein gegenüber der Strahlung mit der Verminderung von Antioxidantien und einer erhöhten oxidativen Schädigung der Zellen einhergeht", erläutert Galván. "Was wir nun jedoch bei unseren Untersuchungen der Vögel gefunden haben, ist das genaue Gegenteil: Je höher die Hintergrundstrahlung ist, desto höher ist der Gehalt von Antioxidantien und umso niedriger der zelluläre Stress."
Fireball 2

Tscheljabinsk-Meteorit verursachte weltweite Druckwelle

Im September 1996 verabschiedete die UN-Vollversammlung den Kernwaffenteststopp-Vertrag, der jede Art von Atombombenversuchen verbietet. Obwohl er noch nicht in Kraft getreten ist, wurde ein entsprechendes Messnetz aufgebaut, um seine Einhaltung zu überwachen. Im vergangenen Jahr wurde dieses Messnetz durch den Meteoritenabsturz von Tscheljabinsk auf die Probe gestellt.

Die Stadt Tscheljabinsk im russischen Ural, es ist der 15. Februar 2013, 9:20 Uhr Ortszeit. Unvermittelt werden die Einwohner Zeuge eines beängstigenden Spektakels: Eine Leuchtspur zeichnet sich in den Himmel, scheint plötzlich grell auf, dann erschüttert eine Reihe von heftigen Explosionen die Region. Der Erdboden erzittert, Alarmanlagen gehen los, Fensterscheiben bersten. Mehr als 1000 Menschen werden verletzt, die meisten nur leicht. Ein Meteorit ist niedergegangen, ein nahezu 20 Meter großer Brocken. Mit vierzigfacher Schallgeschwindigkeit war er auf die Erde zugerast, war beim Abbremsen in der Atmosphäre in zahllose Bruchstücke zerborsten. Es ist der größte bekannte Meteorit, der in den letzten 100 Jahren die Erde getroffen hat. Ein bemerkenswertes Ereignis - auch für Wissenschaftler.

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