Wissenschaft und Technologie
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Sherlock

Zweites Stonehenge aus Holz entdeckt: Das Alter des Stonehenge-Zwilling wird auf bis zu 5000 Jahre geschätzt

Österreichische Forscher haben einen Zwilling des Kreises gefunden. Der Holzkreis ist groß - er hat 25 Meter im Durchmesser, nur fünf Meter weniger als der aus Stein. Das Alter wird auf bis zu 5000 Jahre geschätzt.
Circular ditches
© Wikimedia Commons
Rekonstruierte Kreisgrabenanlage in Heldenberg, Österreich.
Jetzt müssen wir erst einmal schauen, wie wir die Kuhscheiße von unseren Geräten herunterbringen“, berichtet Wolfgang Neubauer, Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (Wien), von den Feldern rund um Stonehenge, wo er und sein Team seit drei Wochen mit einem Traktor durch die Gegend fahren bzw. etwas vor sich herschieben, was an einen Rasenmäher erinnert. Aber es ist keiner, und auch der Traktor zieht keine Egge. Es sind Instrumente, die in den Erdboden schauen können - Georadar, Geomagnetik - , rasch, großflächig und zerstörungsfrei, am Computer werden dreidimensionale Bilder daraus. Ausgegraben wird nichts, schmutzig werden die Geräte doch.
Airplane Paper

Größter Dinosaurier mit vier Flügeln entdeckt

Neues Fossil mit langen Schwanz- und Beinfedern könnte ein guter Gleiter gewesen sein

Ein Raubdino als Gleiter? In China haben Paläontologen das Fossil des bisher größten "vierflügeligen" Dinosauriers entdeckt. Der Changyuraptor trägt nicht nur die längsten Schwanzfedern aller bekannten Dinos, sondern auch ausgeprägte Federn an den Hinterbeinen. Wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" berichten, könnte ihn dies zu einem halbwegs guten Gleiter gemacht haben.
© S. Abramowicz / Dinosaur Institute, NHM
So könnte der Changyuraptor beim Gleiten ausgesehen haben.
In den letzten Jahren haben Paläontologen in China mehrere verblüffend vogelähnliche Dinosaurier entdeckt. Einer von ihnen ist der in der frühen Kreidezeit lebende Microraptor. Dieser flinke, kleine Raubdinosaurier trug bereits an allen vier Beinen und am Schwanz lange, dichte Federn. Viele Forscher vermuten deshalb, dass Microraptor nicht nur lief, sondern bereits als eine Art Vierflügel-Gleiter kleinere Strecken fliegen konnte.
Hearts

Freunde haben mehr genetisches Material gemeinsam als Fremde

So viele DNA-Übereinstimmungen wie bei einem Cousin vierten Grades
Freunde, Freundschaft
© freeimages
Freunde sind sich genetisch näher als mit Fremden
Genetische Nähe: US-Forscher haben herausgefunden, dass Freunde sich genetisch verblüffend ähnlich sind. Ihre Übereinstimmungen entsprechen denen eines Cousins vierten Grades - obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. Offenbar wählen wir unbewusst diejenigen Menschen als Freunde aus, die auch genetisch zu uns passen. Wie das gelingt, ist allerdings noch rätselhaft, wie die Forscher im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences berichten.

Wir teilen die gleichen Interessen, haben ähnliche Vorlieben, lachen über die gleichen Dinge und bewegen uns wahrscheinlich auch in ähnlichen Kreisen: Dass wir mit unseren Freunden viel gemeinsam haben, ist nichts Neues. Manchmal gleichen wir ihnen sogar im Typ - ähnlich wie dies bei vielen Ehepaaren der Fall ist. Nicholas Christakis von der Yale University und James Fowler von der University of California in San Diego haben nun erstmals untersucht, ob es auch in punkto Genetik mehr Gemeinsamkeiten mit Freunden als mit Fremden gibt.
Cow

Höhere Erkenntnisleistungen bei Nutztieren? Wenn Nutztiere von Menschen beobachtet werden, verändern sie ihr Verhalten

Werden Nutztiere von Menschen beobachtet, verändern sie ihr Verhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie die zeigt, zu welchen höheren Erkenntnisleistungen diese Tiere fähig sind.
© Fir0002 / GFDL-1.2
Symbolbild: Hausziege.
Halle-Wittenberg/Dummerstorg (Deutschland) - Wie der Biologe Christian Nawroth vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als Ergebnis seiner Doktorarbeit in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf im Fachjournal Animal Cognition (DOI: 10.1007/s10071-014-0777-5) aufzeigt, reagieren Zwergziegen deutlich auf die Aufmerksamkeit des Menschen.

In den Versuchen waren die Tiere zum Beispiel weniger aktiv und starrten länger, wenn der Experimentator seinen Kopf von den Tieren abgewandt hatte oder ihnen sogar den Rücken zudrehte. "Das deutet darauf hin, dass Zwergziegen die Rolle eines Menschen, und hier speziell dessen Aufmerksamkeitszustand ihnen gegenüber, im Kontext der Futtergabe interpretieren können", sagt Nawroth. Durch weitere Tests, in denen den Ziegen verschiedene menschliche Zeige- und Kopfgesten die Position einer versteckten Futterbelohnung anzeigten, konnte darüber hinaus nachgewiesen werden, dass Zwergziegen zwar in der Lage sind, zwischen verschiedenen Kopforientierungen eines Menschen zu unterscheiden, jedoch die Blickrichtung des Menschen alleine nicht als Informationsquelle bei der Futtersuche nutzen können.
Moon

Drei Super-Vollmonde: Der Erdtrabant kommt im Juli, August und September der Erde besonders nah

Am Samstag lohnt ein Blick in den Himmel. Denn der Vollmond ist an diesem Tag besonders groß, weil der Mond gerade den erdnächsten Punkt seiner Bahn passiert. Das Besondere daran: In diesem Jahr können wir einen solchen Super-Vollmond gleich drei Mal hintereinander bewundern: am 12. Juli, 10. August und 9. September.


Die Umlaufbahn des Mondes um die Erde ist nicht kreisförmig, sondern leicht elliptisch. Deshalb schwankt seine Entfernung von unserem Planeten zwischen rund 363.000 und 405.000 Kilometern. Befindet sich der Erdtrabant während eines Vollmonds in seiner erdnächsten Phase, dem Perigäum, erscheint er daher besonders groß. Im Juni 2013 war ein solcher Perigäums-Vollmond immerhin 14 Prozent größer und erschien 30 Prozent heller als alle anderen Vollmonde im Jahr.
Fireball

Objekt schamanischer Magie: Meteoritenfragment in mittelsteinzeitlicher Schamanen-Hütte entdeckt

Im Innern von Überresten einer mehr als 9.000 Jahre alten schamanischen Hütte nahe Bolków am Jezioro Świdwie (Neuendorfer See) in der Ueckermünder Heide in der polnischen Woiwodschaft Westpommern, haben Archäologen einen Meteoritenfragment entdeckt, das wahrscheinlich zu rituellen Zwecken verwendet und verehrt wurde.
© T. Galiński
Verschiedene Ansicht des in den Resten einer Schamanen-Hütte gefundenen Meteoritenfragments.
ZBolków (Polen) -Korrektur: In der ersten Version unserer Meldung beschrieben wir als Beifund des Meteoritenfragments eine "Magische Wand" aus Geweihen. Tatsächlich ist natürlich keine "Wand" sondern ein "Zauberstab" gemeint. Wir haben dieses Mißverständnis korrigiert.
Airplane Paper

Größter flugfähiger Vogel entdeckt: Mit 6,4 Metern Flügelspannweite war Pelagornis ein guter Gleiter

Urzeitlicher Überflieger: Paläontologen haben das Fossil des größten Vogels entdeckt, der sich jemals in die Lüfte erhob. Mit rund 6,4 Metern Flügelspannweite überschreitet er sogar das theoretische Maximum. Der Pelagornis sandersi getaufte Riesenvogel war dennoch ein herausragender Segler, hatte allerdings Probleme beim Start, wie die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten.
© Liz Bradford
So könnte der Riesenvogel Pelagornis sandersi ausgesehen haben
Vom winzigen Zaunkönig bis zum Albatros mit 3,5 Metern Flügelspannweite: Die Evolution hat im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Vogelformen hervorgebracht. Um sich in die Luft erheben zu können, bildeten die Vögel hohle, leichte Knochen, starke Flugmuskeln und aerodynamisch optimierte Flügelformen aus. Schon länger ist bekannt, dass es unter den ausgestorbenen Vögeln Arten gab, die weitaus größer wurden als heutige Vertreter. Ob und wie gut diese aber fliegen konnten, blieb unklar - auch, weil die Fossilien häufig zu unvollständig waren.
Clipboard

Aufrüttelnde Studie: Die meisten Menschen bevorzugen den Schmerz eines Elektroschocks als 15 Minuten allein zu sitzen und nachzudenken

Und das Konzentrationsvermögen ist... hey, hast du das bei Facebook gesehen?
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© lassedesignen/Shutterstock
Diese neue Studie ist ein Schocker und liefert all jenen Munition, die den Menschen ein gegen null tendierendes Konzentrationsvermögen unterstellen. Das Ergebnis der Studie: Vor die Wahl gestellt, ob sie sich selbst Stromschläge verabreichen wollen oder lieber 15 Minuten völlig allein in einem leeren Raum hocken möchten, entschied sich die Mehrheit für die Stromschläge.

Es ist eine weit verbreitete These: Die Unterhaltungselektronik und solche Dinge wie Facebook und Twitter sorgen dafür, dass unser Konzentrationsvermögen nachlässt und wir uns immer leichter ablenken lassen.

Forscher von der Harvard University und von der University of Virginia haben dies nun in einer Studie mit dem Titel »Just Think: The challenges of the disengaged mind« untersucht, also etwa: »Einfach nur denken. Wie schwierig es ist, einfach mal den Kopf abzuschalten.« Zu Beginn der Studie wurden die Teilnehmer in einen völlig leeren Raum gesteckt. Dort sollten sie sechs bis 15 Minuten nichts anderes tun als nachzudenken.

Kommentar: Um mehr darüber zu lernen, wie das Gehirn arbeitet, und um sich der kognitiven Revolution anzuschließen, gibt es den Diskussionsraum über Kognitionswissenschaften in unserem (englischsprachigen) Forum.

Better Earth

Rätselhafte Erdwerke im Amazonas sind älter als der Regenwald

Weitflächige Rodungen haben es offen gelegt: quadratische, gerade Linien und ringförmige Gräben und Erdwerke prägen den bolivianischen und brasilianischen Amazonas und sind - das zeigt eine neue Untersuchung der künstlichen Strukturen - älter als der Regenwald selbst. Wozu die Anlagen einst errichtet wurden ist bis heute unbekannt. Die Erkenntnis wirft die Frage auf, wie stark die Ureinwohner die Amazonas-Landschaft schon vor der Ankunft der Europäer prägten und zeichnet ein neues Bild der frühen Amazonas-Kulturen und ihres Lebensraums.
© reading.ac.uk
Kreisförmiges Erdwerk nahe Laguna Granja im Amazonasgebiet des nordöstlichen Boliviens.
Reading (England) - Wie das Team um Dr. John Carson von der University of Reading aktuell im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences berichtet, ging man bislang davon aus, dass der heutige Regenwald urzeitlicher Herkunft und ungestörte Wildnis war. Doch durch unfangreiche Rodungen traten in den vergangenen Jahren hunderte von künstlichen Bodenstrukturen unter dem dichten Dschungel zutage.
Better Earth

Einzigartiger Fund: Tausende Dinosaurierspuren in Alaska entdeckt

Abdrücke belegen Verbreitung der Dinosaurier selbst im hohen Norden

Einzigartiger Fund: Im Denali-Nationalpark in Alaska haben Paläontologen tausende von Fußabdrücken von Entenschnabel-Dinosauriern entdeckt. Sie sind so gut erhalten, dass sogar die Hautstruktur der Füße noch erkennbar ist. Die Abdrücke sind nicht nur die nördlichsten ihrer Art, sie stammen zudem von Dinosauriern aller Altersstufen und geben damit einen einzigartigen Einblick in ihre Herdenstruktur, wie die Forscher im Fachmagazin "Geology" berichten.
Dino
© Heinrich Harder
Hadrosaurier an einem flachen Ufer
Während der späten Kreidezeit bildete Alaska eine wichtige Brücke zwischen dem nordamerikanischen und dem asiatischen Kontinent. Zahlreiche Fossilien zeugen von einer reichen urzeitlichen Tierwelt dieser Region. Im Gebiet des Denali-Nationalparks lag damals ein ausgedehntes Flussdelta mit vielen Wasserarmen und Sandbänken. Jetzt haben Paläontologen um Anthony Fiorillo vom Perot Museum of Nature and Science in Dallas in Ablagerungen aus dieser Zeit erstmals ein ganzes Feld aus Dinosaurier-Fußabdrücken entdeckt.
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