Wissenschaft und Technologie
Karte

Crusader

Ad absurdum im Namen des "Materialismus": Wissenschaftler glauben, das bislang fehlende Bindeglied zwischen Geologie und Biologie gefunden zu haben

Während mittlerweile die Vorstellung davon, dass die wichtigen Zutaten des Lebens mit Meteoriten auf die frühe Erde gelangt sind, weit verbreitet ist, war es bislang noch nicht möglich zu erklären, wie diese selbst unbelebten kosmischen Brocken zur Entstehung der Bausteine des Lebens geführt haben konnten. Britische Wissenschaftler glauben nun, genau dieses Rätsel gelüftet zu haben.
© Andreas Tille, GFDL/CC-BY-SA-3.0
Symbolbild: Eruption des Geysirs Strokkur auf Island.
Leeds (England) - In ihrer aktuell im Fachjournal Geochimica et Cosmochimica Acta veröffentlichten Studie zeigen Dr. Terry Kee und sein Team von der University of Leeds, wie eine Chemikalie - ähnlich der, wie sie heute in allen lebenden Zellen zu finden und unerlässlich für die Erzeugung jener Energie ist, um Etwas lebendig werden zu lassen - entstanden sein könnte, als phosphorhaltige Meteoriten in heißen, säurehaltigen flüssigen Becken rund um Vulkane landeten, wie sie überall auf der noch jungen Erde weit verbreitet waren.

Cassiopaea

Älteste Supernova entdeckt und neue mögliche Einsichten in das frühe Universum

Sternenexplosion vor zehn Milliarden Jahren öffnet neues Fenster in das frühe Universum
© NASA/ Justyn R. Maund/ University of Cambridge
Ein Weißer Zwerg saugt Materie von seinem Partnerstern ab. Überschreitet er dabei ein Limit, explodiert er nach gängiger Theorie in einer Supernova Typ 1a.
Ein neuer Rekord: Das Weltraumteleskop Hubble hat die bisher älteste Supernova des Typs 1a entdeckt. Die für Doppelsternsysteme typische Explosion ereignete sich vor mehr als zehn Milliarden Jahren - und eröffnet so ein neues Fenster in das frühe Universum. Die neue Entdeckung liefert aber auch Indizien dafür, welche der beiden gängigen Theorien zur Entstehung dieses Supernovatyps stimmen könnte, wie ein internationales Astronmenteam im Fachmagazin "The Astrophysical Journal" berichtet.

Eine Supernova Typ 1a ereignet sich dann, wenn ein massearmer Stern in einem Doppelsternsystem seinen Brennstoff aufgebraucht hat. Er schrumpft dann zu einem Weißen Zwerg und saugt in manchen Fällen Materie von seinem Partner ab. Überschreitet diese "geklaute" Materie aber eine gewisse Grenze, kollabiert der Weiße Zwerg und explodiert schließlich in einer Supernova des Typs 1a. Einer anderen Theorie nach wird diese Explosion dadurch ausgelöst, dass zwei Weiße Zwerge in einem solchen System verschmelzen. Noch ist unklar, welches dieser beiden Szenarios zutreffender ist.

Fireball

Kanada startet Satellit, um große zivilisationsbedrohende Asteroiden ausfindig zu machen

Jener riesige Feuerball, der am 15. Februar über Russland explodierte und dabei mehr als 1.000 Menschen verletzte, hat der Welt die Gefahr durch kosmische Kollisionsobjekte so deutlich vor Augen geführt wie kein vergleichbares Ereignis zuvor. Schon länger sind zusätzliche Such- und Abwehrprogramme geplant, um die Asteroidengefahr zu reduzieren. Schon im Jahr 2010 sollte zum gleichen Zweck ein kanadischer Mini-Satellit ins All verfrachtet werden. Nach wiederholten Verzögerungen ist sein Start nun für heute angesetzt.
Bild
© neossat.ca / NASA
NEOSSat ist nur so groß wie ein Koffer und bringt nicht mehr als 65 Kilogramm auf die Waage. Doch könnte in ihm das Potenzial stecken, die ganze Welt zu retten. Was fast nach einer Komödie klingt, wäre zumindest ganz im Sinne der Planer jenes Projekts, die den neuartigen Mini-Satelliten entwickelt haben, um mit ihm tatsächlich nach größeren Gefahrbringern aus dem All zu fahnden, nach Asteroiden, die vielleicht zur realen Bedrohung für unsere Erde werden könnten. Außerdem soll NEOSSat, der "Near Earth Object Surveillance Satellite" der kanadischen Raumfahrtbehörde, die Zusammensetzung solch unangenehmer Weltraumbrocken genau untersuchen und auch bei der Bahnanalyse behilflich sein.


Kommentar: Es ist mittlerweile unbestreitbar, dass es zumeist eben NICHT die "großen Objekte" waren, die ganze Zivilisationen in der Vergangenheit, immer und immer wieder, in die Knie zwangen. Sondern vielmehr kleinere Feuerbälle, die periodisch in Schwärmen durch unser Sonnensystem ziehen.

Schauen Sie sich hierzu auch unseren SOTT Fokus an.


Footprints

Erster direkter Beweis für Mensch-Neandertaler-Hybrid gefunden

Anhand eines schon 1957 in Norditalien gefundenen Unterkiefers glauben Anthropologen nun, den ersten direkten Beweis für die erfolgreiche Vermischung zwischen Menschen und Neandertalern führen zu können.
© S. Condemi et al. / plosone.org
Ansichten der Fragmente des sog. Mezzen-Kiefers.
Marseille (Frankreich) - Wie die Forscher um Silvana Condemi von der Aix-Marseille Université aktuell im Fachjournal PLoS ONE berichten, stammt der Unterkieferknochen von einer Person, die vor 40.000 bis 30.000 Jahren in Riparo di Mezzena in der Region Monti Lessini lebte.

Frühere Untersuchungen anhand von DNA-Analysen und Genom-Sequenzierungen konnten zwar bereits nachweisen, dass die DNA europäischer und asiatischer Menschen zwischen ein und vier Prozent Neandertaler-DNA beinhaltet (...wir berichteten), dennoch sind diese Ergebnisse bis heute Inhalt kontroverser Diskussionen rund um die Frage, ob sich Homo sapiens und Homo neanderthalensis erfolgreich vermischt haben (...wir berichten).

Fireball

Astronomen rekonstruieren Herkunft des Tscheljabinsk-Meteoriten

Anhand der zahlreichen Videoaufnahmen des über Tscheljabinsk explodierenden Meteoriten vom 15. Februar 2012, durch dessen Schockwelle mehr als 1.000 Menschen verletzt und erheblicher Sachschaden angerichtet wurde, konnten kolumbianische Astronomen nun mit der genauen Flugbahn des kosmischen Brockens auch dessen genaue Herkunft bestimmen.
Bild
© youtube.com
Standbild aus einem Zeugenvideo des Meteoriten vom 15.02.2013 über Tscheljabinsk.
Medellin (Kolumbien) - Wie das Team um Jorge Zuluaga und Ignacio Ferrin von der Universidad de Medellin aktuell auf "arxiv.org" berichten, gelang ihnen die Rekonstruktion der Umlaufbahn des Mutterkörpers des Meteoriten um die Sonne anhand der zahlreich vorhandenen Videoaufnahmen, den damit ebenfalls zur Verfügung stehenden Zeitangaben und der auf einigen Videos ebenfalls sichtbaren Schattenwürfen der Rauch- und Trümmerwolke des durch die Erdatmosphäre rasenden Meteors.

Rose

Hummeln erkennen nektarreiche Blüten, auch durch variierende elektrische Felder

Elektrische Felder der Blüten dienen als Orientierungshilfe und Informationsquelle

Blüten locken bestäubende Insekten durch Farben, anmutige Formen und Duft - soweit bekannt. Doch britische Forscher haben nun entdeckt, dass Blüten noch über einen weiteren Kanal Werbebotschaften vermitteln: durch elektrische Felder. Hummeln können diese wahrnehmen und vermutlich daran erkennen, ob Blüten Nektar bieten oder nicht, berichten die Biologen im Fachmagazin "Science". Per Ladungsbotschaft erfahren die Insekten auch, ob ein Artgenosse die Blüte gerade schon abgegrast hat.

Bild
© Spacebirdy/Myndir / CC-by-sa 3.0
Erdhummel (Bumbus terrestris) an einer Blüte
Schon aus früheren Untersuchungen war bekannt, dass Blüten eine leicht negative elektrische Ladung aufweisen - und ebenso, dass Bienen sich bei ihrem Flug durch die Luftreibung positiv aufladen. Dies brachte Dominic Clarke und seine Kollegen von der University of Bristol auf die Idee, dass die Insekten möglicherweise elektrische Ladungen wahrnehmen könnten und sich daran orientieren. Um dieser Frage nachzugehen, führten sie gezielt Versuche mit der pummeligen Vertreterin der Familie der Bienen durch: der Hummel (Bombus terrestris).

Frog

Regenwald-Krötenart in Südamerika paart sich mit toten Weibchen

Die Natur ist nicht zimperlich und kennt keine Tabus. Ein extremes Beispiel dafür haben brasilianische Forscher jetzt entdeckt: Kröten, die der Nekrophilie frönen. Im Klartext: Die Männchen der Regenwaldkröte Rhinella proboscidea begatten auch tote Weibchen und quetschen anschließend den befruchteten Laich aus dem Kadaver heraus. Biologisch betrachtet mache dieses Verhalten durchaus Sinn, erklären die Wissenschaftler im Fachmagazin "Journal of Natural History": Denn die Nekrophilie sorgt dafür, dass die beiden Paarungspartner letztlich dennoch Nachwuchs bekommen können - wenn auch im Falle der Weibchen postum.
Bild
© Calphotos/ Axel Kwet / CC-by-sa 2.5
Regenwaldkröte Rhinella proboscidea
Es gibt Verhaltensweisen im Tierreich, die wären für Menschen sozial inakzeptabel und abstoßend. Dazu gehörten beispielsweise die Kindsmorde, die in vielen Tiergruppen an der Tagesordnung sind, ebenso wie die Gewohnheit mancher Tiere, bei einer Begattung der Sperma eines Vorgängers aus dem Körper des Weibchens zu entfernen. Ganz sicher in diese Kategorie fällt jedoch auch das Verhalten von Rhinella proboscidea, einer kleinen, unauffälligen Krötenart, die in den Regenwäldern Südamerikas lebt. Denn bei ihr beobachteten Thiago Izzo von der Universidade Federal de Mato Grosso und seine Kollegen ein ziemlich brutales Paarungsverhalten.

Footprints

Weiteres unbekanntes Y-Chromosom entdeckt: Moderner Mensch vermischte sich mit noch unbekannter Spezies

Bei der Standardanalyse des Erbguts eines US-Amerikaners durch ein Stammbaumnachforschungsinstitut sind Genetiker auf ein Y-Chromosom gestoßen, das älter ist als die Spezies Homo sapiens selbst. Irgendwann, so erklären sich die Forscher die Entdeckung, muss sich also ein weiblicher moderner Mensch mit einer bislang noch unbekannten Art erfolgreich vermischt haben. Auch aus grenzwissenschaftlicher bzw. kryptozoologischer Sicht könnte die Entdeckung von Interesse sein.
© National Institutes of Health, Public Domain
Symbolbild: Männliche Chromosomen.
Tucson (USA) - Während Männer ihr Y-Chromosom stets von ihren Vätern vererbt bekommen und sich so diese Erblinie bis zum Urahn aller Männer, dem sogenannten "Adam des Y-Chromosoms" zurückverfolgen lässt, der vor 60.000 bis 140.000 Jahren lebte, ergab die Analyse der eingesandten DNA-Probe sich deren männliche Erblinie vor rund 338.000 Jahren von der aller anderen Männer getrennt hatte.

Camera

Extremfotografie: Faszinierende Bilder vom Dach der Pyramiden

Eine Gruppe russischer Extrem-Fotografen und -Kletterer um Vitaliy Raskalov und Vadim Mahora hat es sich zur Aufgabe gemacht, weltweit Bauwerke zu erklimmen, die der Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich sind. Von den Dächern dieser Monumente präsentiert die Gruppe immer wieder einzigartige Ansichten der entsprechenden Städte und Orte. Der neueste Clou der Truppe war die illegale Ersteigung der Großen (Cheops) Pyramide. Die Bilder sind erneut atemberaubend.
© Vitaliy Raskalov, raskalov-vit.livejournal.com
Blick auf die Chephrenpyramide und das nächtliche Kairo.
Kairo (Ägypten) - Seit 1980 ist das Ersteigen der Pyramiden für Touristen offiziell verboten. Nur im Schutze der Dunkelheit ist es der Gruppe gelungen, dem Wachpersonal zu entgehen und die Große Pyramide, die eine Höhe von fast 140 Metern aufweist, zu ersteigen.

Laptop

Luft-Tastatur: "Airwriting" wandelt Schreibbewegungen der Hand in Texte um

Bald könnte uns lästiges Tippen auf dem Smartphone erspart werden. Denn Wissenschaftler vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben jetzt ein System entwickelt, welches das Tippen auf der Minitastatur unnötig macht und uns stattdessen erlaubt, einfach mit der Hand in die Luft zu schreiben. An einem Handschuh oder Armband befestigte Sensoren zeichnen die Handbewegungen dabei auf. Ein Computersystem erfasst die wesentlichen Signale und übersetzt sie dann in Texte.
Bild
© Volker Steger
Airwriting: Aus Bewegungssignalen erkennt ein Computer in die Luft geschriebene Buchstaben.
Sogenannte Wearable Computing-Anwendungen - Computersysteme, die sich wie Kleidung am Körper tragen und so nahtlos in den Alltag des Nutzers integrieren lassen - gewinnen in der Informationstechnologie zunehmend an Wichtigkeit. Die Steuerung über Gesten ermöglicht dabei neue, innovative Eingabeformen - insbesondere für mobile oder in die Kleidung integrierte Geräte. „Informationstechnologie nutzen wir jederzeit und überall, derzeitige Eingabegeräte wie Smartphones erfordern bislang noch das manuelle Tippen auf virtuellen Mini-Tastaturen und konzentrierte Aufmerksamkeit auf kleine Bildschirme, sagt Christoph Amma, der das System am Cognitive Systems Lab (CSL) des KIT entwickelt hat. Die Verwendung von Gesten als Eingabemethode soll so dem Nutzer noch weiter den Umgang mit seinem Computer oder Smartphone erleichtern. "Die Interaktion fügt sich nahtlos in alltägliche Handlungen ein“, so der Informatiker.