Wissenschaft und Technologie
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Analyse von Metastudien und Publikationen zur Tier-Homöopathie hat begonnen

Bisher gibt es nur sehr wenige klinische Studien im Bereich Veterinärhomöopathie. Um herauszufinden, ob es Evidenz für eine Wirksamkeit der Homöopathie in der Veterinärmedizin gibt, hat sich die British Homeopathic Association das Ziel gesetzt, die gesamte veterinärmedizinische Literatur in der Homöopathie zu analysieren. Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung ist an diesem Projekt beteiligt, und jüngst ist die erste (einleitende) Übersichtsarbeit veröffentlicht worden.
Kühe, Rinder, Weide
© grewi.de
Weidevieh
Essen (Deutschland) - Insgesamt konnten 150 Studien im Bereich Veterinärhomöopathie identifiziert werden. Von diesen wurden allein 88 in einer ersten Vorsortierung ausgesondert, da sie in nicht "peer reviewten" Zeitschriften veröffentlicht worden waren. Der Prozess des "peer reviewens" beschreibt, dass ein unveröffentlichtes Manuskript vor der Veröffentlichung von anonymen Experten geprüft und bewertet wird. Dieser Vorgang soll der Qualitätssteigerung von Publikationen dienen.
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Kaum bekannte Walart in Neuseeland angeschwemmt

2010 wurde ein der Wissenschaft bislang nahezu unbekannter Wal vor der Küste Neuseelands erstmals lebendig beobachtet, nachdem ein Mutter- und ein männliches Jungtier kurz zuvor gestrandet und an Land verendet waren. Zum ersten Mal haben Forscher nun den Bahamonde-Schnabelwal vollständig wissenschaftlich beschrieben, nachdem die Art erst 1997 anhand eines Schädelfundes überhaupt erst identifiziert worden war.
Bahamonde-Wal, Neuseeland
© New Zealand Government
Einer der 2010 in Neuseeland gestrandeten Bahamonde-Schnabelwale.
Auckland (Neuseeland) - Die Kadaver der gestrandeten Tiere und die Sichtung des lebenden Tieres in den Küstengewässern ist für die Forscher um Rochelle Constantine von der University of Auckland, die den Fund und die Beobachtung aktuell im Fachmagazin Current Biology beschreiben, einmalig der erste Beweis dafür, dass die Walart überhaupt noch existiert. "Zugleich erinnert uns die Entdeckung daran, wie wenig wir noch immer über das Leben in unseren Ozeanen wissen", so die Forscher.
Telescope

Himmelskörper für den Monat November

Komet C/2012 K5 (LINEAR) dürfte im November im Sternbild Bootes als Nebelfleck von bis zu 7. Grösse zu beobachten sein. Er durchläuft seinen Perihel am 28. November. Er wird im Dezember und an den ersten Tagen im 2013 voraussichtlich ein Fernglasobjekt. Für 2013 können wir auf den Kometen C/2011 L4 (Pan-STARRS) und den Kometen C/2012 S1 (ISON) hoffen. Die beiden haben das Zeugs zu Kometen des Jahrzehnts zu werden. Ersterer ist voraussichtlich vom Januar bis Mai 2013 von blossem Auge zu sehen, letzterer im November 2013, bevor er wahrscheinlich in unmittelbarer Sonnenumgebung zerfallen und verdampfen wird.

Komet C/2012 K5 (LINEAR)

Ein scheinbar Kleinplaneten-ähnliches Objekt wurde Ende März 2012 vom Überwachungsnetzwerk LINEAR dem Minor Planet Center gemeldet. Folgeuntersuchungen zeigten dann allerdings den typischen Anblick eines Kometen. Er erhielt die Bezeichnung C/2012 K5 (LINEAR). Bei der Entdeckung war er rund 19. Grösse "hell".

Unsere Helligkeitsschätzungen basieren auf Beobachtungen bis Mitte Oktober und sind deutlich optimistischer als das Basismodell der IAU: Beim Periheldurchgang am 28. November, der ausserhalb der Erdbahn und von uns fast gleich weit entfernt liegt wie die Sonne, erwarten wir eine Helligkeit von 7. Grösse. In der Folge hellt der Komet weiter auf und ist Ende Dezember mit 5½. Grösse am hellsten.
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Erstmalige umfassende Karte des menschlichen Erbguts: Das 1000 Genomes Project

Vor wenigen Jahren war es noch eine Mammutaufgabe, das Genom eines einzigen Menschen zu entschlüsseln - nun legt ein Forscherverbund die Erbgutsequenzen von mehr als tausend Personen vor. Die Daten sollen unter anderem dabei helfen, Krankheiten wie Krebs besser behandeln zu können.
Erbgut, Menschen, DNA
© Corbis
Sehr ähnlich, aber nicht identisch: Erbgutunterschiede bei mehr als tausend Menschen erfasst.
Hamburg - Das 1000 Genomes Project hat sein im Jahr 2008 gestecktes Ziel erreicht: Mehr als hundert Forscher aus zahlreichen Ländern haben in einer Gemeinschaftsarbeit das Erbgut von mehr als tausend Menschen aus aller Welt entschlüsselt - also die Abfolge der Genbausteine in ihrer DNA ermittelt.
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Das AB0-System der Blutgruppen existiert seit 20 Millionen Jahren

Nicht nur bei Menschen gibt es die Blutgruppen A, B, AB und Null. Das AB0-System findet sich auch bei vielen Primatenarten. Forscher folgern aus einer aktuellen Analyse: Diese vererbten Genvarianten existieren seit mindestens 20 Millionen Jahren.
Blut, Blutkörperchen
© Corbis
Rote Blutkörperchen (Computerfrafik): Die Blutgruppe ist genetisch bestimmt.
Hamburg - Ob ein Mensch die Blutgruppe A, B, Null oder AB hat, bestimmt ein einziges Gen. Verschiedene Varianten dieser Erbgutanlage beeinflussen, ob sich bestimmte Antigene in Blut sowie auf der Oberfläche vieler Zellen befinden - nicht nur auf den roten Blutkörperchen, sondern auch auf diversen anderen. Variante A und B produzieren leicht unterschiedliche Versionen eines Enzyms, bei der Variante Null hat das Protein seine Funktionsfähigkeit ganz verloren.

Nun hat ein internationales Forscherteam abgeschätzt, wie alt diese Erbgutvarianten sind. Im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences berichten sie, dass der sogenannte Polymorphismus vor mindestens 20 Millionen Jahren entstanden sein muss.
Comet

Komet C/2012 S1 wird observiert

Astronomen auf verschiedenen Erdteilen haben bereits erste Albedo-Füllanteil-Radius-Profile des Kometen erstellt.

Demnach findet sich ein Maximum des durch Staubpartikel reflektierten Sonnenlichts bei etwas unter 8.000 Kilometern Abstand vom Kernzentrum. Dies konnte bei verschiedenen Messungen am Majdanak-Observatorium (1.500/12.000) in Usbekistan sowie mit dem Faulkes Telescope North auf Hawaii (2.000/20.000 RC) festgestellt werden.

Der Komet C/2012 S1 (ISON) war am 21. September aus Daten eines automatischen Durchmusterungsteleskops entdeckt und seine Flugbahndaten bestimmt worden. Er wird sich im November 2013 der Sonne bis auf eine vergleichsweise geringe Distanz um 2 Millionen Kilometer nähern. Dabei wird er einen großen und hellen Schweif entwickeln, der unter Umständen sogar am Tage zu sehen sein könnte.
Bulb

Elefantenbulle Koshik spricht koreanische Wörter

Koshik kann fünf Wörter verständlich mit Maul und Rüssel imitieren
Elefant Koshik
© Department für Kognitionsbiologie, Universität Wien
Der Elefantenbulle Koshik, während er die menschliche Sprache imitiert.
Ein Elefantenbulle im Everland Zoo in Südkorea kann koreanische Wörter sprechen: Steckt er sich den Rüssel ins Maul, bringt er Laute hervor, die denen der menschlichen Sprache so gut entsprechen, dass sie ohne Probleme verstanden werden. Damit nutze der Koshik getaufte Elefantenbulle eine sowohl für Elefanten als auch allgemein für Tiere völlig neue Technik der Tonerzeugung, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Current Biology". Das Vokabular des Rüsseltieres besteht bisher aus fünf Worten: den koreanischen Begriffen für Hallo, Sitz, Nein, Leg dich hin und Gut. Soweit die Wissenschaftler feststellen konnten, versteht Koshik dabei allerdings nicht, was er sagt.
Galaxy

Supermassereiches Schwarzes Loch erzeugt riesige Blase

Ganz wie in einer Symbiose, stehen das Leben einer Galaxie und die Entwicklung ihres supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum in enger Beziehung. Die Details geben den Astronomen aber immer noch viele Rätsel auf. Einige Schwarze Löcher verschlucken aktiv Materie. Überraschenderweise verschwindet nicht die gesamte Materie, die ein Schwarzes Loch schluckt, auf Nimmerwiedersehen; ein Bruchteil der Teilchen entkommt diesem Schicksal. Die ausgestoßene Materie bildet einen heißen Plasmastrahl und verlässt die Heimatgalaxie des Schwarzen Lochs mit nahezu Lichtgeschwindigkeit. Das Plasma wird allmählich abgebremst und erzeugt dabei eine große und extrem dünne Blase, die neben der gesamten Galaxie auch ihre Umgebung umfasst. Für optische Teleskope ist diese Plasmablase unsichtbar, bei niedrigen Radiofrequenzen ist sie allerdings sehr markant, wie jüngste Beobachtungen mit dem LOFAR-Radioteleskop gezeigt haben.
© Francesco de Gasperin, on behalf of the LOFAR collaboration
Diese Falschfarbenaufnahme zeigt die Galaxie M87. Optisches Licht ist in weiß/blau dargestellt (SDSS), die Radiostrahlung in gelb/orange (LOFAR). Im Zentrum weißt die Radiostrahlung eine hohe Oberflächenhelligkeit auf und zeigt somit, wo sich der Plasmastrahl befindet, der vom supermassereichen Schwarzen Loch angetrieben wird.
Mars

Erste Bodenproben: Marsboden gleicht verwitterten Böden vulkanischer Herkunft auf Hawaii

Die mobile Laboreinheit "Curiosity" der aktuellen NASA-Marsmission "Mars Science Laboratory" (MSL) hat ihre ersten Analysen von Proben des Marsbodens abgeschlossen. Deren Ergebnisse zeigen, das die Mineralogie des Marsbodens der verwitterter Böden vulkanischen Ursprungs auf Hawaii gleicht. Damit bestätigt sich schon jetzt die frühere Vermutung von einem ehemals wärmeren und feuchteren frühen Mars.
Mars, Curiosity
© NASA/JPL-Caltech/MSSS
Bilder der Curiosity-Mastkamera zeigen das "Gesteinsnest" (Rocknest), so der NASA-Spitzname des Ortes, an dem die ersten Bodenproben entnommen wurden. Links im Bild ist die Szene in den Originalfarben zu sehen, wie sie sich aufgrund der rotstaubigen Atmosphäre einem Betrachter auf dem Mars zeigen würde. Die rechte Bildseite zeigt eine Version der gleichen Szene so, wie sie auf der Erde erscheinen würde.
Pasadena (USA) - Mit dem "Chemistry and Mineralogy instrument" (CheMin) an Bord von "Curiosity" konnten die NASA-Wissenschaftler nun Lücken in früheren Vermutungen über die mineralogische Zusammensetzung von Staub und feinem Boden des Mars schließen, wie sie sich über den gesamten Planeten verteilt finden.
Bulb

Vornamen kein Hinweis auf soziale Herkunft

Kevin, Mandy, Chantal, Justin - vermeintliche Unterschichten-Namen? Reine „Sozialschichten-Arroganz“, sagt eine Erziehungswissenschaftlerin und zeigt: Die Vornamen sind nur halb so schlimm und haben zu Unrecht ein schlechtes Ansehen.
© dpa
Vornamenlexikon. Die Vorurteile gegenüber den Kevins, Mandys &Co. sind unberechtigt, so das Ergebnis einer Studie
Vornamen wie Kevin und Mandy gelten womöglich zu Unrecht als Hinweis auf eine Herkunft aus einer unteren sozialen Schicht. „Unsere Statistiken beweisen, dass es viele Akademiker gibt, die solche stereotypen Vornamen tragen“, sagte die Leipziger Sprachwissenschaftlerin Gabriele Rodriguez der Wochenzeitung Die Zeit. Die Expertin wertete für eine neue Untersuchung Namenslisten ehemaliger Studenten der Universität Leipzig aus. Darunter seien allein 380 Peggys, 217 Ronnys und 379 Mandys gewesen.

Anlass für die Untersuchung waren dem Bericht zufolge Aufsehen erregende Studien aus den vergangenen Jahren. Demnach hatten etwa Grundschullehrer Schulkinder mit Namen wie Kevin, Mandy, Chantal oder Justin als weniger leistungsfähig eingestuft.
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