Wissenschaft und Technologie
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Blue Planet

Neuer Exoplanet entdeckt - Eventuell bewohnbar

Göttingen/Hatfield - Ein internationales Astronomen-Team hat Hinweise auf eine möglicherweise bewohnbare Super-Erde in der Nachbarschaft unseres Sonnensystems entdeckt. Bei einer Zwergsonne im Sternbild Maler (Pictor) am Südhimmel stießen die Forscher auf Spuren von drei bislang unbekannten Planeten.
Exoplaneta
© Desconocido
Sollten sich diese drei Planeten-Kandidaten durch weitere Beobachtungen bestätigen, würde der äußerste von ihnen seinen Stern in der sogenannten bewohnbaren Zone umkreisen, wo Wasser flüssig wäre, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Astronomy & Astrophysics. Hinweise auf Leben haben sie nicht gefunden.

Die Gruppe um Mikko Tuomi von der Universität von Hertfordshire in Hatfield (Großbritannien) und Guillem Anglada-Escudé von der Universität Göttingen hatte Beobachtungen des Sterns mit der Katalognummer HD 40307 neu analysiert. Bei dem Zwergstern waren bereits drei Planeten nachgewiesen worden, die alle in die Klasse der sogenannten Super-Erden fallen. So bezeichnen Astronomen Planeten, die mehr Masse haben als die Erde, aber weniger als der leichteste Gasplanet unseres Sonnensystem, der Uranus. Bei Super-Erden muss es sich allerdings nicht zwangsläufig um Gesteinsplaneten wie die Erde handeln.
Comet 2

Komet 168P zerbricht

Der im Jahr 1998 entdeckte Komet 168P/Hergenrother bricht auf seiner Reise durch das innere Sonnensystem offenbar auseinander. Astronomen konnten bei Beobachtungen mit dem Gemini-Teleskop auf Hawaii vier Fragmente des Kometenkerns erkennen. Schon zuvor war der Komet durch einen eindrucksvollen Ausbruch aufgefallen.
hergenrother
© Michael Jaeger
Eigentlich ist der Komet 168P/Hergenrother nicht wirklich etwas Besonderes: Er umrundet die Sonne in knapp sieben Jahre und bewegt sich dabei in etwa zwischen den Bahnen von Jupiter und Mars, kommt der Erde also nicht wirklich nahe. Entsprechend lichtschwach erscheint der Komet dann auch am Himmel, so dass Amateurastronomen schon ein recht großes Teleskop brauchen, um den Kometen sehen zu können. Der Komet wurde 1998 entdeckt und kehrte 2005 ins innere Sonnensystem zurück. Anfang Oktober 2012 erreichte er erneut den sonnennächsten Punkt seiner Bahn.
Bulb

Erster Kakadu der sich Werkzeuge baut erstaunt Forscher

Mit seiner Fähigkeit zur wiederholten Herstellung und Anwendung von Werkzeugen aus Gegenständen überrascht der Goffini Kakadu "Figaro" die WissenschaftWissenschaft - wurde die Fähigkeit der Werkzeugherstellung und -nutzung bislang jedoch noch nie bei Kakadus beobachtet.
Kakadu
© Alice Auersperg
Der Kakadu Figaro baut sich sein Werkzeug selbst, um an die Nuss zu gelangen.
Wien (Österreich) - Wie die Kognitionsbiologinnen Alice Auersperg und Birgit Szabo von der Universität Wien gemeinsam mit Professor Alex Kacelnik von der Oxford University aktuell im Fachmagazin Current Biology berichten, fertigt und benutzt Figaro hölzerne Werkzeuge, um an Futter zu gelangen.
Ice Cube

Neue Forschungen zeigen wie Schmelzwasser-Fluten in der Arktis zur letzten großen Eiszeit führten

Kälterückfall nach der Eiszeit: Vor knapp 13.000 Jahren ergossen sich in Nordamerika riesige Seen ins Meer - sie stoppten eine warme Meeresströmung. Forscher kennen nun den Ort der Sturzflut.
Eiszeit, Modell
© Alan Condron
Ein neues Modell der Schmelzwasserfluten des Laurentide Eisschilds zeigt, wie das Wasser zuerst nordwestlich in die Arktis floss und dabei tiefe Ozeanströmungen schwächte, was zur letzten großen Kälteperiode auf der Erde führte.
Washington/Hamburg - Vor 12.900 Jahren wurde es kalt. Gerade erst hatte sich die Erde aus der Eiszeit befreit, es war wärmer geworden. Dann kam es zu einem erstaunlichen Kälterückfall.

Die Ursache scheint klar: Eine gewaltige Schmelzwasserflut hatte den wärmenden Nordatlantikstrom still gelegt - und ließ die Nordhalbkugel innerhalb kurzer Zeit vereisen. Entscheidend für diesen dramatischen Klimawechsel war jedoch nicht allein die große Menge Schmelzwasser, sondern auch der Ort der Sturzflut, berichten Forscher.
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Analyse von Metastudien und Publikationen zur Tier-Homöopathie hat begonnen

Bisher gibt es nur sehr wenige klinische Studien im Bereich Veterinärhomöopathie. Um herauszufinden, ob es Evidenz für eine Wirksamkeit der Homöopathie in der Veterinärmedizin gibt, hat sich die British Homeopathic Association das Ziel gesetzt, die gesamte veterinärmedizinische Literatur in der Homöopathie zu analysieren. Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung ist an diesem Projekt beteiligt, und jüngst ist die erste (einleitende) Übersichtsarbeit veröffentlicht worden.
Kühe, Rinder, Weide
© grewi.de
Weidevieh
Essen (Deutschland) - Insgesamt konnten 150 Studien im Bereich Veterinärhomöopathie identifiziert werden. Von diesen wurden allein 88 in einer ersten Vorsortierung ausgesondert, da sie in nicht "peer reviewten" Zeitschriften veröffentlicht worden waren. Der Prozess des "peer reviewens" beschreibt, dass ein unveröffentlichtes Manuskript vor der Veröffentlichung von anonymen Experten geprüft und bewertet wird. Dieser Vorgang soll der Qualitätssteigerung von Publikationen dienen.
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Kaum bekannte Walart in Neuseeland angeschwemmt

2010 wurde ein der Wissenschaft bislang nahezu unbekannter Wal vor der Küste Neuseelands erstmals lebendig beobachtet, nachdem ein Mutter- und ein männliches Jungtier kurz zuvor gestrandet und an Land verendet waren. Zum ersten Mal haben Forscher nun den Bahamonde-Schnabelwal vollständig wissenschaftlich beschrieben, nachdem die Art erst 1997 anhand eines Schädelfundes überhaupt erst identifiziert worden war.
Bahamonde-Wal, Neuseeland
© New Zealand Government
Einer der 2010 in Neuseeland gestrandeten Bahamonde-Schnabelwale.
Auckland (Neuseeland) - Die Kadaver der gestrandeten Tiere und die Sichtung des lebenden Tieres in den Küstengewässern ist für die Forscher um Rochelle Constantine von der University of Auckland, die den Fund und die Beobachtung aktuell im Fachmagazin Current Biology beschreiben, einmalig der erste Beweis dafür, dass die Walart überhaupt noch existiert. "Zugleich erinnert uns die Entdeckung daran, wie wenig wir noch immer über das Leben in unseren Ozeanen wissen", so die Forscher.
Telescope

Himmelskörper für den Monat November

Komet C/2012 K5 (LINEAR) dürfte im November im Sternbild Bootes als Nebelfleck von bis zu 7. Grösse zu beobachten sein. Er durchläuft seinen Perihel am 28. November. Er wird im Dezember und an den ersten Tagen im 2013 voraussichtlich ein Fernglasobjekt. Für 2013 können wir auf den Kometen C/2011 L4 (Pan-STARRS) und den Kometen C/2012 S1 (ISON) hoffen. Die beiden haben das Zeugs zu Kometen des Jahrzehnts zu werden. Ersterer ist voraussichtlich vom Januar bis Mai 2013 von blossem Auge zu sehen, letzterer im November 2013, bevor er wahrscheinlich in unmittelbarer Sonnenumgebung zerfallen und verdampfen wird.

Komet C/2012 K5 (LINEAR)

Ein scheinbar Kleinplaneten-ähnliches Objekt wurde Ende März 2012 vom Überwachungsnetzwerk LINEAR dem Minor Planet Center gemeldet. Folgeuntersuchungen zeigten dann allerdings den typischen Anblick eines Kometen. Er erhielt die Bezeichnung C/2012 K5 (LINEAR). Bei der Entdeckung war er rund 19. Grösse "hell".

Unsere Helligkeitsschätzungen basieren auf Beobachtungen bis Mitte Oktober und sind deutlich optimistischer als das Basismodell der IAU: Beim Periheldurchgang am 28. November, der ausserhalb der Erdbahn und von uns fast gleich weit entfernt liegt wie die Sonne, erwarten wir eine Helligkeit von 7. Grösse. In der Folge hellt der Komet weiter auf und ist Ende Dezember mit 5½. Grösse am hellsten.
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Erstmalige umfassende Karte des menschlichen Erbguts: Das 1000 Genomes Project

Vor wenigen Jahren war es noch eine Mammutaufgabe, das Genom eines einzigen Menschen zu entschlüsseln - nun legt ein Forscherverbund die Erbgutsequenzen von mehr als tausend Personen vor. Die Daten sollen unter anderem dabei helfen, Krankheiten wie Krebs besser behandeln zu können.
Erbgut, Menschen, DNA
© Corbis
Sehr ähnlich, aber nicht identisch: Erbgutunterschiede bei mehr als tausend Menschen erfasst.
Hamburg - Das 1000 Genomes Project hat sein im Jahr 2008 gestecktes Ziel erreicht: Mehr als hundert Forscher aus zahlreichen Ländern haben in einer Gemeinschaftsarbeit das Erbgut von mehr als tausend Menschen aus aller Welt entschlüsselt - also die Abfolge der Genbausteine in ihrer DNA ermittelt.
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Das AB0-System der Blutgruppen existiert seit 20 Millionen Jahren

Nicht nur bei Menschen gibt es die Blutgruppen A, B, AB und Null. Das AB0-System findet sich auch bei vielen Primatenarten. Forscher folgern aus einer aktuellen Analyse: Diese vererbten Genvarianten existieren seit mindestens 20 Millionen Jahren.
Blut, Blutkörperchen
© Corbis
Rote Blutkörperchen (Computerfrafik): Die Blutgruppe ist genetisch bestimmt.
Hamburg - Ob ein Mensch die Blutgruppe A, B, Null oder AB hat, bestimmt ein einziges Gen. Verschiedene Varianten dieser Erbgutanlage beeinflussen, ob sich bestimmte Antigene in Blut sowie auf der Oberfläche vieler Zellen befinden - nicht nur auf den roten Blutkörperchen, sondern auch auf diversen anderen. Variante A und B produzieren leicht unterschiedliche Versionen eines Enzyms, bei der Variante Null hat das Protein seine Funktionsfähigkeit ganz verloren.

Nun hat ein internationales Forscherteam abgeschätzt, wie alt diese Erbgutvarianten sind. Im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences berichten sie, dass der sogenannte Polymorphismus vor mindestens 20 Millionen Jahren entstanden sein muss.
Comet

Komet C/2012 S1 wird observiert

Astronomen auf verschiedenen Erdteilen haben bereits erste Albedo-Füllanteil-Radius-Profile des Kometen erstellt.

Demnach findet sich ein Maximum des durch Staubpartikel reflektierten Sonnenlichts bei etwas unter 8.000 Kilometern Abstand vom Kernzentrum. Dies konnte bei verschiedenen Messungen am Majdanak-Observatorium (1.500/12.000) in Usbekistan sowie mit dem Faulkes Telescope North auf Hawaii (2.000/20.000 RC) festgestellt werden.

Der Komet C/2012 S1 (ISON) war am 21. September aus Daten eines automatischen Durchmusterungsteleskops entdeckt und seine Flugbahndaten bestimmt worden. Er wird sich im November 2013 der Sonne bis auf eine vergleichsweise geringe Distanz um 2 Millionen Kilometer nähern. Dabei wird er einen großen und hellen Schweif entwickeln, der unter Umständen sogar am Tage zu sehen sein könnte.
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