Wissenschaft und Technologie
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Wissenschaftler haben die Herkunft der Roma rekonstruiert

Vorfahren der Roma wanderten vor 1.500 Jahren aus Indien aus

Roma
© Milei.vencel/CC-by-sa 3.0
Roma in Transsylvanien
Alle heute in Europa lebenden Roma haben trotz ihrer teils sehr unterschiedlichen Sprachen und Lebensweisen gemeinsame Vorfahren: Sie stammen alle von einer kleinen Bevölkerungsgruppe ab, die vor etwa 1.500 Jahren im Nordosten Indiens lebte. Das schließt ein internationales Forscherteam jetzt aus einer genetischen Analyse von insgesamt 152 Roma aus 13 Ländern. Demnach wanderten die Urahnen der heute über elf Millionen europäischen Roma relativ rasch von Indien bis zum Balkan, von wo aus sie sich vor etwa 900 Jahren über ganz Europa verteilten. Seitdem haben die Gruppen zwar verschiedene Sprachen, Religionen und Lebensstile entwickelt, teilen aber nach wie vor ein soziales und genetisches Erbe, wie Isabel Mendizabal von der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona und ihre Kollegen im Fachblatt "Current Biology" schreiben.
Smoking

Stadtvögel nutzen Zigarettenstummel um Parasiten abzuwehren

Nester mit vielen nikotinhaltigen Resten enthalten deutlich weniger blutsaugende Milben

Karmingimpel, Vögel
© Victor Argaez
Männlicher und weiblicher Karmingimpel (Carpodacus mexicanus) auf einem Zaun in Mexiko Stadt.
Stadtvögel polstern ihre Nester häufig mit zerrupften Zigarettenstummeln aus. Dass diese Art der Polsterung den Vögeln messbare gesundheitliche Vorteile bringt, hat jetzt ein mexikanisches Forscherteam nachgewiesen. Demnach wirken die nikotinhaltigen Zigarettenreste als Abwehrmittel gegen Parasiten. Je mehr Stummel die Nester von Haussperlingen und einer Finkenart enthielten, desto weniger parasitische Milben habe man dort gefunden. Offenbar schrecke das in den Zigarettenresten enthaltene Nikotin die Milben ab.
Better Earth

Zwei Drittel aller Bewohner der Weltmeere sind noch unbekannt

Bestandsaufnahme liefert neuen Einblick in marine Artenvielfalt

Bis zu zwei Drittel aller Meeresbewohner warten noch immer auf ihre Entdeckung. Von den geschätzt knapp eine Million Pflanzen und Tieren in den Ozeanen wurden bisher erst rund 226.000 beschrieben, viele davon erst in den letzten Jahrzehnten. Das zeigt die bisher umfassendste Bestandsaufnahme marinen Lebens durch ein Team von 270 Forschern aus aller Welt, welche jetzt im Fachmagazin "Current Biology" veröffentlicht wurde.
© Xavier Turon
Diese Aufnahme zeigt ein Korallenriff im Roten Meer.
Sie haben erstmals alle bekannten Arten in einem globalen Register zusammengetragen und ausgewertet. Demnach gibt es selbst in europäischen Gewässern - dem weltweit am besten erforschten Meeresgebiet - noch immer rund ein Drittel unbekannte Arten. Während unter den großen Meeressäugern und Krebsen nicht mehr viele Entdeckungen zu erwarten seien, habe man von anderen Organismengruppen wie den Meerasseln, Schnecken, Fadenwürmern und Kleinkrebsen bisher kaum mehr als 20 Prozent bestimmt.
Moon

Schwerkraftanomalien auf dem Mond gefunden

Mit Hilfe der Zwillingssonden der aktuellen NASA-Mondmission "GRAIL" (Gravity Recovery and Interior Laboratory) ist es Wissenschaftlern gelungen, die bislang genaueste Schwerkraft-Karte des Erdtrabanten zu erstellen. Dabei sind die Forscher auch auf Anomalien in der Verteilung der Gravitationsstärken gestoßen, die den Mond über Hunderte von Kilometern geradlinig überziehen.
Gravitation, Mond
© NASA/JPL-Caltech/CSM
Die geradlinigen Schwerkraftanomalien auf dem Mond sind nur auf der neuen Gravitationskarte des Erdtrabanten (l. bzw. r. als gepunktete Linie vermerkt), nicht aber als topografischer Oberflächenmerkmale (r.) zu erkennen.
Pasadena (USA) - Die neue Karte der Mondgravitation offenbart zahlreiche bislang noch nie gesehene Merkmale des Mondes, darunter einstig tektonische Strukturen, vulkanische Landformen, Einschlagsringe, Krater, zentrale Kraterberge sowie zahlreiche einfache, schalenförmige Krater. Zudem offenbaren die Messungen, dass das Gravitationsfeld des Mondes sich von dem der erdartigen Planeten im Sonnensystem deutlich unterscheidet.
Question

Asteroid Vesta: Wissenschaftler scheinen Spuren von fließendem Wasser gefunden zu haben

Neue Auswertungen der Daten der Asteroiden-Sonde "Dawn" offenbaren ein faszinierendes Rätsel auf der Oberfläche des zweitgrößten bekannten Asteroiden Vesta: Neben erwarteten geraden Abflussrinnen, die charakteristisch für von Kraterwänden abrutschendes trockenes, sandiges Material sind, zeigen die Aufnahmen auch sich abwärts schlängelnde Rinnen, die so auf der Erde für gewöhnlich von abfließendem flüssigem Wasser hinterlassen werden.
Vesta, Asteroid
© NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
Im Vesta-Krater "Cornelia" finden sich wellenförmig verlaufenden Abflussrinnen, wie sie auf der Erde hauptsächlich von abfließendem Wasser gegraben werden.
Los Angeles (USA) - Wie die Forscher um die Dawn-Wissenschaftlerin Jennifer Scully, von der University of California, Los Angeles, auf dem Herbstreffen der American Geophysical Union (AGU) in San Francisco berichteten, enden die meandernden Rinnen zudem oft in gletscherzungenartigen Ablagerungen.
Telescope

Sternflecken: Erstmalige Vermessung von Temperatur- und Magnetfeldverteilungen auf einem rotierenden Stern

Astronomen haben erstmals das Magnetfeld eines fernen dunklen Sternflecks ermittelt, wie sie als "Sonnenflecken" auf unserem eigenen Mutterstern der Sonne zu beobachten sind. Den Forschern ist damit der lange erwartete Nachweis gelungen, dass diese aktiven Regionen Orte besonders hoher Magnetfelddichte sind.
Magnetfeld, Temperatur, Sonne
© aip.de
Magnetfeld- und Temperaturkarte der Oberfläche der mit einigen Millionen Jahren noch "jungen Sonne" V410 Tauri.
Potsdam (Deutschland) - Das Feld, so berichten die Astronomen um Thorsten Carroll und Klaus G. Strassmeier vom Leibniz-Institut für Astrophysik (AIP, aip.de) aktuell in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics, erreicht lokal eine etwa fünfzig- bis hundertfach größere Stärke als auf der restlichen Oberfläche des Sterns. Der Nachweis wurde möglich durch die am AIP entwickelte neue tomografische Analysesoftware iMap.
Blue Planet

Vorfahren des großen Pandas lebten in Spanien

Kiefer und Zähne belegen frühe Anpassung dieser Bärengruppe an harte Pflanzenkost

In Spanien haben Paläontologen Überreste des ältesten bekannten Vorfahren des Großen Panda entdeckt. Der Kretzoiarctos getaufte Bär lebte vor 11,6 Millionen Jahren und war bereits daran angepasst, harte Pflanzenteile zu fressen. Das sei an den im Vallès-Penedès Becken im Nordosten Spaniens gefundenen fossilen Kiefern und Zähnen erkennbar, berichten die Forscher im Fachmagazin "PloS ONE".
© Rob / CC BY 2.0
Abbildung eines Pandas im Zoo
Der urzeitliche Bär ähnelt damit im Fressverhalten bereits seinem einzigen heute noch lebenden Nachfahren, dem Großen Panda, der sich vorwiegend von Bambus ernährt. Der neue Fund verschiebe nicht nur den Ursprung der ersten Pandas weiter in die Vergangenheit, er deute auch darauf hin, dass diese heute nur in China vorkommende Bärengruppe einst in Westeuropa entstanden sein könnte, sagen die Wissenschaftler.
Water

Analysewerte deuten auf einstiges Trinkwasser auf dem Mars hin

Während schon frühere Analysen der beiden Zwillings-Rover "Opportunity" und "Spirit" im Rahmen der NASA-Mission "Mars Exploration Rover" (MER) Spuren einstigen Wassers auf dem Mars gefunden hatten (...wir berichteten), deuteten alle Analysewerte bislang daraufhin, dass dieses Wasser wahrscheinlich stark säurehaltig und damit eher lebensfeindlich war. Jetzt hat der Rover "Opportunity" erstmals die Reste einer einstigen wässrigen Umgebung auf dem Mars entdeckt, die durchaus die Voraussetzungen für Leben ja sogar Trinkwasser geliefert haben könnte.
Whitewater Lake, Mars
© NASA/JPL-Caltech/ Cornell Univ./Arizona State Univ.
Der "Whitewater Lake"-Felsen (Bildmitte) ist etwa 80 Zentimeter groß.
San Francisco (USA) - "Das ist unsere allererste Ansicht von (den Resten) einer Umwelt auf dem einstigen Mars, die eindeutig aus einer Chemie hervorging, die Leben ermöglicht haben könnte", so der MER-Chefwissenschaftler Steve Squyres auf dem diesjährigen Herbsttreffen der American Geophsical Union (AGU).

Die hier nun gefundenen Tonerdenablagerungen deuten auf eine andere Art von (einstigem) Wasser hin. "Dieses Wasser", so zeigt sich Squyres begeistert, "hätten wir sogar trinken können."
Mars

Komplexe Chemie und erste Hinweise auf organische Verbindungen auf dem Mars entdeckt

Nach zwei Wochen der Spekulationen über die vom leitenden Wissenschafter der NASA-Mission "Mars Science Laboratory" (MSL) einst angekündigte "historische Entdeckung" des Rovers "Curiosity"(...wir berichteten. s. Links), hat die US-Raumfahrtbehörde nun offiziell die Hintergründe der Ankündigung bekannt gegeben. Demnach hat die mobile Laboreinheit komplexe Chemie und tatsächlich erstmals Hinweise auf organische Verbindungen auf dem Roten Planeten gefunden. Letztere gilt es nun noch genauestens zu überprüfen und auf ihren Ursprung hin zu untersuchen. Während organische Verbindungen auch nichtbiologischer Natur oder sogar irdischer Herkunft sein könnten, können sie auch als Bausteine des Lebens dienen.
Mars, Mars-Rover Curiosity
© NASA/JPL-Caltech/MSSS
Grabungsspuren des Mars-Rovers "Curiosity" im "Rocknest", so der Name des Grabungsortes auf dem Mars.
Pasadena (USA) - Zum ersten Mal, so die NASA-Wissenschafter auf der Pressekonferenz im Rahmen des Herbstreffens der "American Geophysical Union" (AGU) in San Francisco, habe der Rover seine gesamtes Instrumentarium eingesetzt, um Bodenproben vom Mars zu analysieren. Dabei habe er in den Proben komplexe chemische Vorgänge nachweisen können, in dem neben anderen Bestandteilen und Inhaltsstoffen der sandigen Bodenprobe Wasser, Schwefel und chlorhaltige Substanzen nachweisbar waren.
Jupiter

Schwefeldioxid-Zunahme auf der Venus ein Hinweis auf aktive venusische Vulkane?

Während die Venusoberfläche mit Hunderten von Vulkanen übersät ist, konnte bislang noch kein Beweis für noch immer aktive Vulkane gefunden werden. Sechs Jahre lang haben Wissenschaftler mit der europäischen Sonde "Venus Express" die "höllische Schwester der Erde" beobachtet und glauben nun anhand atmosphärischer Messungen Hinweise für aktive Vulkane gefunden zu haben.
Venus, Atmosphäre
© Data: E. Marcq et al. (Venus Express); L. Esposito et al. (earlier data); background image: ESA/AOES
Anstiege und Rückgänge der Schwefeldioxid-Werte, gemessen von den Sonden "Pioneer Venus" (l.) und "Venus Express" (r.), in der oberen Atmosphäre deuten auf aktuell aktive Venusvulkane hin.
Paris (Frankreich) - Wie die Forscher um Dr. Emmanuel Marcq vom Laboratoire Atmosphères, Milieux, Observation Spatiales (LATMOS) im Fachmagazin Nature Geoscience berichten, wären derzeitig aktive Vulkanausbrüche "eine faszinierende mögliche Erklärung" für die nachgewiesenen starken Veränderungen in der Schwefeldioxidkonzentration in der Venus-Atmosphäre.
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