Wissenschaft und Technologie
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Weißer Geruch: Das weiße Rauschen des Geruchsinns

Kombination vieler gleich starker Komponenten kann andere Düfte neutralisieren

Ähnlich wie es weiße Farbe und ein weißes Rauschen gibt, existiert auch ein "weißer Geruch": Ein Duft, der alle Kanäle unseres Geruchssinns belegt und andere Gerüche neutralisiert. Das haben israelische Forscher in einem Experiment herausgefunden. Dafür mischten sie zahlreiche Duftkomponenten so zusammen, dass sie alle die gleiche Intensität hatten und breit über das Spektrum der vom Menschen wahrnehmbaren Geruchsqualitäten verteilt waren.
Riechen, Geruch
© SXC
Rätsel Riechen
Ab etwa 30 solcher Komponenten konnten Probanden diese Mischungen nicht mehr auseinanderhalten - sie rochen für sie auch dann gleich, wenn sie aus völlig verschiedenen chemischen Bestandteilen zusammengesetzt waren. Selbst die markanten Duftstoffe der Rose seien völlig maskiert worden, wenn sie mit zahlreichen anderen zu einem solchen weißen Geruch zusammengemischt wurden, berichten die Forscher im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences. Dies belege, dass ein solcher weißer Reiz nicht nur beim Sehen und Hören existiere, sondern auch beim Geruch.
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Lehrbuchmeinung widerlegt: Erster Nachweis von Kannibalismus unter Pflanzen

Biologen der Universität Bielefeld haben eine überraschende Entdeckung gemacht und wiesen erstmals nach, dass die Grünalge Chlamydomonas reinhardtii nicht nur Photosynthese betreibt, sondern ihre Energie zum Wachsen alternativ auch aus anderen Pflanzen ziehen kann. Die ungewöhnliche der bisherigen Lehrmeinung widersprechende Erkenntnis könnte in Zukunft auch einen großen Einfluss auf die Gewinnung von Bioenergie haben.
Alge
© uni-bielefeld.de
Die Alge Chlamydomonas reinhardtii.
Bielefeld (Deutschland) - Wie die Forscher um Professor Dr. Olaf Kruse aktuell im Fachjournal Nature Communications berichten, galt bislang, dass nur Würmer, Bakterien und Pilze pflanzliche Zellulose verdauen und sie so als Kohlenstoffquelle zum Wachsen und Überleben nutzen können. Pflanzen hingegen betreiben Photosynthese aus Kohlendioxid, Wasser und Licht.
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NASA: Überprüfung eines historischen Fundes auf dem Mars - keine Preisgabe von Informationen

© NASA
Die NASA überprüft derzeit einen Fund, der laut dem Curiosity-Leiter "in die Geschichtsbücher eingehen könnte." Über die Art des Fundes will er keinerlei Angaben machen, da man eine Kontaminierung nach den letzten Fehlschlägen nicht ausschließen könnte. Die Untersuchung wird mehrere Wochen dauern.

In letzter Zeit ist es relativ ruhig rund um den Mars-Rover Curiosity geworden, doch das könnte lediglich die bekannte "Ruhe vor dem Sturm" sein. Denn laut einem Bericht von NPR arbeitet die NASA derzeit an der Evaluierung einiger Daten, die "in die Geschichtsbücher eingehen könnten." Der einzige Haken hierbei ist, dass selbst die NASA ihren Ergebnissen noch nicht traut. So hatte der SAM-Sensor (Sample Analysis at Mars) bereits einmal scheinbar Methan am Mars entdeckt, ein möglicher Hinweis auf Lebensformen. Im Endeffekt entpuppte sich die Entdeckung allerdings als falsch, da der Sensor verunreinigt war und vermutlich einige Reste von der Erde mitgetragen hatte.
Solar Flares

Neue Theorie beschreibt geneigte Bahnebene der Planeten als Hinweis auf zweite Sonne in unserem Sonnensystem

Mit einer neuen Theorie beschreibt ein US-Astronom, wie ein junger Stern entstehende Planetensysteme derart beeinflussen kann, dass die Bahnebenen ihrer Planeten im Verhältnis zur Ebene des Zentralgestirns geneigt wird. Sollte sich diese Theorie bestätigen, könnte auch die um 7 Grad gegen die Äquatorebene der Sonne geneigte Bahnebene unserer Planeten auf eine einst zweite Sonne des Sonnensystems hindeuten.
Sonnensystem
© NASA
Fehlt hier eine "zweite Sonne"? Künstlerische Darstellung der protoplanetaren Scheibe um die junge Sonne.
Cambridge (USA) - Grundlage der Theorie ist eine Entdeckung, die 1995 Wissenschaftler verblüffte, als Schweizer Astronomen den ersten sogenannten "hot Jupiter" entdeckten. Heiße Jupiter umkreisen ihren Stern auf derart ungewöhnlich dichten Bahnen, wie dies anhand der bis dahin gültigen Theorie zur Entstehung von Planeten aus protoplanetaren Scheiben heraus eigentlich für unmöglich gehalten wurde, da derart große Planeten laut dieser Vorstellung sehr viel weiter von ihren Sternen entfernt entstanden sein sollten. Mittlerweile sind zahlreiche "hot Jupiter" bekannt und Astrophysiker erklären diese mittlerweile mit der Vorstellung, dass diese Gasriesen nach innen und damit durch die protoplanetare Scheibe in Richtung ihrer Zentralgestirne gewandert sind.
Jupiter

Seltene Beobachtung eines Super-Jupiters bietet Schlüsselinformation für Planetenentstehung

Seltene direkte Beobachtung des Gasriesen mit der 13-fachen Masse des Jupiter um den Stern Kappa Andromedae wirft neues Licht auf Planetenentstehung
Super-Jupiter
© naoj / subaru / j. carson (college of charleston) / t. currie (university toronto)
Zwei Falschfarben-Abbildungen des κ And-Systems, aufgenommen mit dem Subaru-Teleskop auf Hawaii, zeigt Super-Jupiter κ And b jeweils oben links. Der Großteil des Lichts des Muttersterns, auf den das Bild zentriert ist, wurde durch Bildverarbeitung herausgefiltert. Die Flecken rund um die Scheibe sind Resteffekte des herausgerechneten Sternenlichts.

Linkes Bild: Aufnahme im Nahinfrarotlicht (Wellenlängen 1,2 bis 2,4 Mikrometer).

Rechtes Bild: "Signal-zu-Rauschen"-Karte für die Abbildung links. Je weißer ein Fleck, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich nicht um einen zufälligen Störeffekt handelt, sondern dass dort tatsächlich ein Himmelskörper zu sehen ist.
Bislang haben Astronomen knapp 850 Exoplaneten entdeckt, direkt beobachtet wurde davon aber nur eine Hand voll. Der Großteil der Nachweise gelangen indirekt über minimale Pendelbewegungen der Muttergestirne oder deren Helligkeitsänderungen beim Vorbeiziehen eines Planeten. Grund dafür ist, dass Sterne ungleich heller sind als ihre Planeten und ihre Planeten schlicht überstrahlen. Nun ist einem internationalen Astronomenteam mit dem Subaru-Spiegelteleskop auf dem Gipfel des Mauna Kea (Hawaii) die seltene Aufnahme eines 168 Lichtjahre entfernten "Super-Jupiters" gelungen, der den massereichen Stern κ Andromedae, ein sogenannter Unterriese, umkreist.
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Multitasking eines Kraken: Nahrung stehlen und Hai in Schach halten

Gelebtes Multitasking: Ein Video aus einem südafrikanischen Meeresforschungsinstitut macht staunen

Nur die Banjo-Musik gegen Ende hätte es vielleicht nicht unbedingt gebraucht - immerhin erleben wir hier weniger Slapstick als ein weiteres Beispiel für die erstaunlichen Fertigkeiten von Kraken. Das Video wurde in einem Aquarium des Meeresforschungsinstituts der Universität Kapstadt angefertigt. Es zeigt einen Kraken, der sich geschickt einen verschlossenen Behälter mit Nahrung aneignet ... so weit, so gut. Was die Kopffüßer diesbezüglich zu leisten vermögen, wissen wir schon. Dieser hier ist aber besonders souverän: Während des durchaus komplizierten Vorgangs hält er mit einem Tentakel auch noch ganz beiläufig einen lästigen Katzenhai fern. Das ist Multitasking!



(red)
Beaker

Gen-Variante entdeckt, die den Todeszeitpunkt eines Menschen mit bestimmt

Bei ihrer Suche nach den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten für Alzheimer und Parkinson haben amerikanische Wissenschaftler zufällig eine Gen-Variante gefunden, die unsere Lebenszeit bestimmt. Zumindest bestimmt es den Zeitpunkt des Todes eines Menschen mit. Nun wird untersucht, ob man es beispielsweise bei Herzinfarkt-Patienten dazu verwenden kann, um die Medikation gegen tödliche Infarkte besser abzustimmen.
Bulb

Süßwasserpolyp Hydra ist unsterblich

Wie ihr mythischer Namensvetter ist die Hydra unsterblich: Das uralte, einfach gebaute Nesseltier kann defekte Zellen unbegrenzt durch neue ersetzen, sie vermehrt sich durch Knospen und altert nicht. Als einziges Tier kann der Süßwasserpolyp auch seine Nerven vollständig regenerieren. Aber was ist das Geheimnis dieser unvergleichlichen Regenerationskraft?
© Lifetrance at en.wikipedidia / CC-by-sa 3.0
Süßwasserpolyp Hydra oligactis
Der Antwort auf diese Frage könnten die Stammzellen der Hydra liefern. Aus einigen von ihnen können nahezu alle Zelltypen eines Organismus hervorgehen, sie sind die Grundlage jeder Entwicklung und die Voraussetzung für lebenslange Anpassung. Wissenschaftler um Thomas Holstein von der Universität Heidelberg erforschen daher, was diese Alleskönner bei der Hydra von denen anderer Tiere unterscheidet. Was bestimmt ihre Eigenschaften? Und wie haben die faszinierenden Zellen im Laufe der Evolution komplexe Zellsysteme entstehen lassen?

Die Forscher hoffen, aus dem Studium der Stammzellen und ihren erstaunlichen Fähigkeiten neue Ansätze zu finden, um Alterungsprozesse auch beim Menschen einmal aufhalten zu können.
People 2

Treuehormon Oxytocin stärkt bei Männern bestehende Beziehungen und vergrößert soziale Distanz zu attraktiven Frauen

Männer in Partnerbeziehungen halten größeren Abstand zu attraktiven Frauen

Pärchen, Paar, Beziehung
© SXC
Das Oxytocin gilt als Treuehormon und schützt die bestehende Partnerschaft. Das soll die Überlebenschancen des Nachwuchses erhöhen.
Bei einem Flirt kommen sich Frau und Mann näher. Der dabei eingehaltene "soziale Sicherheitsabstand" vergrößert sich bei Männern mit Partnerin, wenn sie unter Einfluss des Hormons Oxytocin stehen. Das zeigte sich bei einem Experiment von Forschern der Universität Bonn. Sie hatten dabei eigentlich erwartet, dass sich Männer mit Hilfe des Bindungshormons attraktiven Flirtpartnerinnen stärker annähern würden. Doch offenbar scheine das Hormon nicht Bindungen allgemein zu fördern, sondern schon bestehende Beziehungen zu stärken, berichten die Forscher im Fachmagazin "Journal of Neuroscience“.

Bei der Annäherung von Menschen gelten unbewusste Regeln. Sie gehen aufeinander zu und verbleiben dann in einem ganz bestimmten Abstand, beispielsweise bei einem Gespräch. Wissenschaftler sprechen von „sozialer Distanz“. „Wird eine gewisse Distanz zwischen den Gesprächspartnern unterschritten, wird dies als unangenehm empfunden“, sagt René Hurlemann, Oberarzt der Psychiatrie und Psychotherapie des Bonner Universitätsklinikums. Eine besonders sensible Angelegenheit ist die soziale Distanz etwa bei einem Flirt zwischen Frau und Mann. „Die Magie der ersten Begegnung entscheidet häufig über das, was daraus entsteht“, sagt Hurlemann.
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Wissenschaft startet Suche nach mikrobiologischen Lebensformen in der Stratosphäre der Erde

Während die oberen Schichten der Erdatmosphäre lange Zeit als lebloser und lebensfeindlicher Raum galten, haben Studien mittlerweile gezeigt, dass es mikrobiologische Lebensformen auch in Höhen von 18 bis 50 Kilometern gibt. Über die Vielfalt des Lebens in dieser Höhe ist bislang jedoch nur wenig bekannt. US-Wissenschaftler wollen deshalb diese Lebensformen genauer erforschen, bestimmen und zählen.
Erdatmosphäre
© NASA
Blick auf die Erdatmosphäre
Seattle (USA) - Grund für die bis noch vor wenigen Jahren gehegte Vorstellung einer toten oberen Atmosphäre war hauptsächlich der Umstand, dass die dort vorherrschenden Bedingungen (hohe Strahlungswerte, niedriger atmosphärischer Druck und die Abwesenheit von Wasser und Nährstoffen) Leben scheinbar unmöglich machten - bis das Gegenteil in Form von Mikroben bewiesen wurde.
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