Wissenschaft und Technologie
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Sun

Erste Hinweise auf Photosynthese bei Insekten gefunden

Erbsenläuse
© Shipher Wu (photograph), Gee-way Lin (aphid provision), National Taiwan University, cc-by-sa 2.5 US
Erbsenläuse.
Sophia Antipolis (Frankreich) - Beim Studium von Erbsenläusen (Acyrthosiphon pisum) sind französische Forscher erstmals auf Hinweise gestoßen, dass auch Insekten durch Photosynthese energiereiche Stoffe mit Hilfe von Sonnenlicht erzeugen. Bislang war diese Fähigkeit nur von Pflanzen, Algen- und einigen Pilz- und Bakteriengruppen bekannt.

Wie die Forscher um den Insektenforscher Alain Robichon vom Sophia Agrobiotech Institute aktuell im Fachmagazin Nature berichten, ist die Biologe von Läusen sowieso schon recht bizarr, können die Tiere doch schon schwanger geboren werden, während in anderen Fällen den Männchen schlichtweg die Mundöffnungen fehlen, wodurch sie nach der Paarung hilflos verhungern.

Zusätzlich zu diesen Anomalien haben die Forscher nun Hinweise darauf gefunden, dass die kleinen Insekten über ein Pigment verfügen, dass es ihnen ermöglicht, auf rudimentäre Weise Sonnenlicht in energiereiche Nährstoffe umzuwandeln.
Binoculars

Usutu-Virus auf Menschen übertragbar und weiteres Amselsterben

amsel
© Patrick Pleul/DPA
Das Virus wurde nun bei einem Blutspender aus Hessen erstmals nachgewiesen. Der Betroffene zeigte jedoch keinerlei Symptome. Unterdessen sterben auch dieses Jahr wieder viele Amseln an dem Virus.

Das aus Afrika stammende Usutu-Virus hat im vergangenen Jahr im Südwesten Deutschlands zu einem Massensterben von Amseln geführt© Patrick Pleul/DPA

Erstmals ist bei einem Menschen in Deutschland eine Infektion mit dem tropischen Usutu-Virus nachgewiesen worden. Es sei bei einem Blutspender entdeckt worden, als insgesamt 4200 Blutproben auf Antikörper untersucht wurden.

Dies sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin am Montag in Hamburg. Der betroffene Mann aus Groß-Gerau (Hessen) habe nach eigenen Angaben keine Symptome der Krankheit gezeigt.
Beaker

Neu hergestellte Kohlenstoff-Variante ist härter als Diamant

Rohdiamant
© Rob Lavinsky, iRocks.com - CC-BY-SA-3.0
Rohdiamant
Forscher erzeugen neuartige Mischung aus Kristallen und ungeordneten Strukturen

Diamant, Graphit und Ruß haben Familienzuwachs bekommen: US-Forscher haben eine völlig neue, ungewöhnlich aufgebaute Kohlenstoffform hergestellt. Sie entsteht unter hohem Druck und ist so hart, dass es sogar Diamanten beschädigen kann. Besonders interessant ist die innere Struktur dieses ultraharten Kohlenstoffs: Sie besteht aus einzelnen Klumpen ungeordneter Kohlenstoffteilchen, die in einer Art übergeordnetem Kristallgitter angeordnet sind. Das neue Material könnte neben seiner extremen Härte auch noch andere ungewöhnliche optische oder elektrische Eigenschaften besitzen, hofft das Team um Lin Wang von der Carnegie Institution in Argonne. Die Forscher stellen ihre Arbeit im Fachblatt "Science" vor.


Ungewöhnliche Vielfalt an Strukturen und Eigenschaften

Kohlenstoff kommt in vielen verschiedenen Strukturen und Formen daher, die alle unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Bei Diamanten sind die Kohlenstoffatome in einem Kristallgitter angeordnet, dies macht den transparenten Edelstein zum härtesten natürlichen Material. Das dunkelgraue Graphit hat dagegen eine Schichtstruktur, die das beispielsweise in Bleistiftminen eingesetzte Material weich und blättrig macht.. Ruß ist ein sogenanntes amorphes Material, bei der die Teilchen völlig ungeordnet vorliegen. Fullerene schließlich sind kugelförmige, hohle Kohlenstoffkäfige aus mindestens 60 Kohlenstoffatomen. Das bekannteste, das Buckminster-Fulleren, besteht wie ein Fußball aus regelmäßigen Fünf- und Sechsecken und besitzt wiederum völlig andere Eigenschaften als die anderen Kohlenstoffvarianten.
Cow Skull

Twitter möchte Datenzugriff der Nutzer einschränken

Der 140-Zeichen-Dienst Twitter ist eine beliebte, weil offene Alternative zu Plattformen wie Facebook. Das könnte sich jetzt ändern. Das Unternehmen hat angekündigt, den Datenzugriff weiter einzuschränken. Entwickler sind beunruhigt.
twitter
© AFP
Jetzt macht Twitter ernst. Das Unternehmen hat in einem Blogpost angekündigt, die Nutzung seiner Daten durch externe Software künftig strenger reglementieren. Die aktualisierte Version der Entwicklerschnittstelle (genannt: API) ist künftig nicht mehr ohne Weiteres nutzbar, sondern verlangt eine vorherige Registrierung.

Zudem reglementiert das Unternehmen das Volumen der möglichen Datenabrufe. So konnten bislang alle Arten von Twitter-Apps innerhalb einer Stunde maximal 350 Mal auf Twitter-Daten zugreifen. Künftig unterscheidet Twitter bei diesem Limit nach der Art der abgerufenen Daten. Für bestimmte Daten werden nur noch 60 Abrufe pro Stunde zugelassen, für andere wie die Darstellung der Tweets sollen aber bis zu 720 Abrufe möglich sein. Damit werde das System vor Missbrauch geschützt, ohne dass die Nutzung der meisten Anwendungen eingeschränkt werde, erklärte Twitter-Manager Michael Sippey.
Frog

Trogloraptor - Die Höhlenräuberspinne

Trogloraptoridae - bis zum Fund der Spinne wusste niemand, dass es diese weitere Spinnenfamilie überhaupt gibt. Vier Zentimeter misst sie mit ausgestreckten Beinen.
rogloraptor, spinne
© Griswold/Audisio/Ledford/DPA
Sie wurde Höhlenräuber oder Trogloraptor getauft: Die Forscher fanden das bisher unbekannte Tier mit den ungewöhnlichen Beinen in Höhlen des US-Staates Oregon
Diese eigenartige Spinne haben Forscher bislang noch nie gesehen: Sie sitzt in ihrem kümmerlichen Netz an einer Höhlenwand und hat lange, gefährlich aussehende Beine. Ihre Entdecker tauften sie deshalb Trogloraptor - Höhlenräuber. Wenn es seine borstigen Fänge ausstreckt, ist das Tier etwa vier Zentimeter breit. Die Gruppe um Charles Griswold präsentiert ihren Fund im Journal Zookeys. Er sei besonders spektakulär, da die Spinne nicht nur eine neue Art darstelle, sondern eine ganz neue Familie - die Trogloraptoridae.

Die Wissenschaftler von der California Academy of Sciences in San Francisco entdeckten die Spinnen in Höhlen des US-Staates Oregon. Kollegen aus San Diego erspähten kurz danach einige in alten amerikanischen Rotholz-Wäldern.
2 + 2 = 4

Graupapageien schlagen Hunde im logischen Denken

Intelligente Vögel verstehen auch komplexere ursächliche Zusammenhänge

Graupapagei
© Papooga/Public Domain
Graupapagei (Psittacus erithacus)
Im Gegensatz zu Hunden beherrschen Graupapageien das Ausschlussverfahren: Wenn sie wissen, dass eine von zwei Plastikboxen Futter enthält, reicht es ihnen, wenn die leere Box geschüttelt wird. Aus dem Fehlen des Klapperns schließen die intelligenten Vögel, dass sich das Futter in der anderen Box befinden muss. Das zeigen Experimente eines deutsch-österreichischen Forscherteams. Diese Art der logischen Schlussfolgerung quasi um zwei Ecken habe man bisher nur bei Menschen und Menschenaffen beobachtet. Alle anderen getesteten Tierarten, darunter auch andere Affenarten und Hunde, hätten dagegen in solchen Tests versagt, berichten die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B". Die Experimente deuten ihrer Ansicht nach darauf hin, dass Graupapageien den Zusammenhang von Ursache und Wirkung verstehen und auch danach handeln.

Menschliche Kleinkinder begreifen etwa ab drei Jahren, dass ein gefüllter Behälter beim Schütteln meist klappert oder sonstige Geräusche von sich gibt und ein leerer Behälter nicht. Sie verstehen den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Geräusch und der Füllung. Ob Graupapageien diese Fähigkeit auch besitzen, haben Christian Schloegl von der Universität Wien und seine Kollegen aus Wien, Göttingen und Tübingen nun getestet. Sie legten die Latte für die intelligenten Vögel aber noch ein Stück höher. Sie wollten wissen, ob die Papageien verstehen, dass es sich nicht lohnt, unter einem nicht klappernden Behälter nachzusehen
Airplane

Unbemannter Hyperschall-Jet stürzt in den Pazifik

Rückschlag für die US-Luftwaffe: Der Test mit einem Demonstrationsflugzeug, das 7000 Kilometer pro Stunde fliegen sollte, ist gescheitert. Nach 16 Sekunden trat ein technisches Problem auf - kurz danach geriet die Maschine außer Kontrolle und stürzte ab.

Der Test eines superschnellen Fluggeräts mit sechsfacher Schallgeschwindigkeit ist fehlgeschlagen. Das teilte die US-Luftwaffe am Mittwoch mit.
Überschall-Jet
© dpa
Demnach löste sich der Hyperschall-Jet X-51A WaveRider (Wellenreiter) bei dem Testflug am Dienstag zwar planmäßig von dem B-52-Bomber, der ihn über den Pazifik getragen hatte. Doch nur 16 Sekunden später sei ein Problem mit einem Kontrollruder festgestellt worden. Als sich der "Wellenreiter" etwa 15 Sekunden später vom Raketenantrieb getrennt habe, sei er außer Kontrolle geraten.
Camera

Brauner Zwerg umkreist jungen Stern

Brauner Zwerg, Infrarotaufnahme
© Markus Mugrauer/FSU
Die aktuellste Infrarotaufnahme (2.2 µm) des jungen Braunen Zwergs "PZ Tel B", die von den Wissenschaftlern des Astrophysikalischen Instituts der Universität Jena im Juni 2011 mit NAOS/CONICA am Paranal Observatorium der ESO in der chilenischen Atacamawüste aufgenommen wurde.
Jena (Deutschland) - Braune Zwerge, das sind für Astronomen alles andere als Wesen aus Märchen und Legenden sondern sternähnliche Himmelskörper, in denen jedoch keine Wasserstofffusion stattfindet und die daher eine Sonderstellung zwischen Planeten und Sternen einnehmen. Während die meisten der bislang entdeckten und fotografierten Braunen Zwerge ihre noch vergleichsweise jungen Sterne in Abständen von mehr als 100 astronomischen Einheiten (AE) - also dem hundertfachen des mittleren Erd-Sonnenabstandes - umrunden, gelang Astronomen der Friedrich-Schiller-Universität in Jena nun die direkte Abbildung eines Braunen Zwerges, der seinen Stern in deutlich geringerem Abstand umkreist.

Erstmals beobachten konnten die Wissenschaftler um Dr. Markus Mugrauer den Braunen Zwerge schon 2010. Er umkreist den erst etwa 12 Millionen Jahre alten, sonnenähnlichen Stern "PZ Tel" im Sternbild Telescopium (Teleskop) am südlichen Sternenhimmel. Der Braune Zwerg mit dem wissenschaftlichen Namen "PZ Tel B" wurde mit dem "Very Large Telescope" (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile neben seinem Zentralstern in einem Winkelabstand von nur 0,3 Bogensekunden entdeckt. Dies entspricht einem Abstand des Braunen Zwerges zu seinem Zentralstern von nur 15 AE. Damit ist "PZ Tel B" der engste direkt abgebildete Braune Zwerg eines Sterns.
Chalkboard

Große Mengen dunkler Materie in Sonnennähe gefunden

Milchstraße - Simulation
© UZH
Simulation der Milchstraße in hoher Auflösung: Sollte die dunkle Materie aus einem Elementarteilchen bestehen, ist die genaue Messung ihrer lokalen Dichte zentral.
Zürich (Schweiz) - Zusammen mit internationalen Kollegen haben Schweizer Astrophysiker die Menge der Materie in Sonnennähe gemessen und dabei einen unerwartet großen Anteil an unsichtbarer, sogenannter Dunkler Materie nachgewiesen. Die Ergebnisse widersprechen damit der bisherigen Theorie, wonach unsere Galaxie von einem massiven Halo von dunkler Materie umgeben sein sollte.

Schon in den 1930er Jahre entdeckte der Astronom Fritz Zwicky die Dunkle Materie und stellte damals fest, dass Galaxienhaufen mit einer unsichtbaren Substanz gefüllt sind. "Eine weitere Entdeckung zur selben Zeit enthüllte, dass die Materiedichte im Umfeld der Sonne fast doppelt so viel beträgt, wie durch Sternenmassen und sichtbarem Gas allein erklärt werden kann", erläutert die Medienmitteilung der Universität Zürich (UZH). "Trotz jahrzehntelanger Forschung blieb die Menge der dunklen Materie nahe der Sonne schleierhaft. Verschiedene Messungen ergaben zwischen drei- und sechsmal so viel dunkle Materie wie erwartet. Dann wurde letztes Jahr anhand neuer Daten und einer neuen Methode plötzlich weit weniger dunkle Materie detektiert. Dieses überraschende Resultat sorgte weltweit für Verwirrung, wobei es die Astronomen letztlich den zu wenig genauen Simulationsmethoden und Analysen zuschrieben."
Info

Bislang größte Tigerpython in den Everglades gefangen

Riesenschlange
© Kristen Grace/Florida Museum of Natural History
Forscher sezieren die Riesenschlange.
Gainesville (USA) - In den Everglades in Florida haben Forscher und Naturschützer die bislang größte Dunkle Tigerpython gefangen und untersucht. Bei rund 80 Kilogramm Lebendgewicht brachte es das Tier auf eine Länge von 5,40 Meter. Im Innern der Schlange entdeckten Biologen zudem 87 Eier.

Gefangen wurde das Tier im Rahmen eines Forschungsprogramms, dass sich mit der problematischen Invasion der Everglades durch illegal ausgewilderte Tigerpythons (Python molurus bivittatus) beschäftigt.

"Dieses Ding ist wahrhaft monströs", kommentiert Kenneth Krysko vom Florida Museum of Natural History auf dem Campus der University of Florida (UF) den Fang. "Ihr Körperdurchmesser beträgt bis zu 30 Zentimeter. Ihre Ausmaße zeigen uns, dass die Tiere in den Everglades sehr lange überleben zumal es hier in freier Wildbahn kein anderes Tier gibt, das die Ausbreitung der Schlangen unterbindet. Das ist ein wirkliches Problem für das Ökosystem der Everglades."
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