Wissenschaft und Technologie
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Sherlock

Urahnen des Menschen stellten Ernährung "vor 3,5 Millionen Jahren" auf Fleisch um

Forscher untersuchten Kohlenstoffisotope

San Francisco - Irgendwann vor 3,5 Millionen Jahren stellten die Vorfahren des Menschen ihre Ernährung um. Davor aßen sie - wie heutige Gorillas und Schimpansen - Blätter und Früchte von Bäumen und Sträuchern. Für die Zeit danach konnte bei den frühen Vorfahren des Menschen wie dem Australopithecus afarensis und dem Kenyanthropus platyops aber jetzt nachgewiesen werden, dass sie auch verschiedene Gräser und Seggen zu sich genommen haben - oder Tiere, die diese Gräser gefressen hatten.
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© Unbekannt
Forscher konnten in mehreren im Fachjournal PNAS publizierten Studien auf die Nahrung der Hominiden schließen, weil verschiedene Kategorien von Pflanzen verschiedene Fotosynthesemethoden (C3-, C4-, CAM-Pflanzen) benutzen. Sie können durch die Anreicherung eines Kohlenstoffisotops im Körper von Tieren auch noch Millionen Jahre später nachgewiesen werden.

Comet

Asteroid NE19 raste knapp an Erde vorbei - Vor weniger als eine Woche entdeckt

Eine mystische Nacht: Zuerst wurde der wohl zukünftige König Grossbritaniens geboren, dann stieg ein orange leuchtender Vollmond über Europa auf und um ca. 3 Uhr nachts raste ein gigantischer Asteroid an der Erde vorbei. Zeichen des Himmels - oder ausserirdische Begrüssung eines neuen Königs?


Asteroid von der Grösse eines Footballfeldes

Heute Nacht raste ein Asteroid in der Grösse eines Footballfeldes an der Erde vorbei. Der Asteroid 2013 NE19 wurde vor weniger als einer Woche von den Pan-STARRS Teleskopen in Hawaii entdeckt.

Das Ding aus dem All ist 200 bis 400 Meter lang und zieht lautlos mit einer Geschwindigkeit von 64'000 Meilen pro Stunde durch den Weltraum!

Asteroid 2013 NE19 wird uns nicht schaden

Eigentlich wäre der Asteroid gross genug um um die Erde bei einem Impact erheblich zu verwüsten, doch das passierte glücklicherweise nicht, denn der Koloss hatte bei seinem nahesten Vorbeiflug eine Entfernung von 2,6 Millionen Meilen zur Erde. Das ist 11 mal weiter von uns entfernt als es der Mond ist. Da hatten wir ja nochmal Glück! Aber in unserer Animation oben sehen Sie, dass die Annäherung in Relation zur Distanz der Erde zu den anderen Planeten unseres Sonnensystems doch ziemlich bedrohlich aussieht und wirkt wie "knapp vorbeigeschrammt".

Butterfly

Feldversuch: Verlust einer Hummelart hätte gravierende Folgen - Kein Ausgleich von Bienensterben möglich

Der Verlust nur einer Hummelart macht die restlichen zu uneffektiven Bestäubern

Das weltweite Bienensterben könnte für die Pflanzenwelt schlimmere Folgen haben als bisher gedacht. Denn wie ein Feldversuch jetzt zeigt, genügt schon der Ausfall nur einer Hummelart, um das Bestäubungsverhalten der restlichen merklich zu verändern: Die Hummeln werden ihren zuvor bevorzugten Blütenarten untreu und bestäuben diese dadurch weniger effektiv. Als Folge bilden die Blumen ein Drittel weniger Samen. Das widerlege bisherige Annahmen, nach denen die Natur den Bienenschwund ausgleichen kann, solange insgesamt genügend Bestäuber vorhanden sind, konstatieren US-amerikanische Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".

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© Sputniktilt / CC-by-sa 3.0
Vergleich von floraler Treue, Pollenfracht und Effektivität der Bestäubung vor und nach Entfernung der auf dieser Wiese häufigsten Hummelart.
Die Mehrheit aller Blütenpflanzen benötigt tierische Hilfe für ihre Fortpflanzung - ohne Insekten tragen Apfel, Erdbeere und Co, aber auch viele Wildblumen keine Frucht. Sie tragen den Pollen von Blüte zu Blüte und übernehmen so deren Bestäubung. Am wichtigsten für viele Nutzpflanzen, aber auch Wildgewächse sind Bienenarten - doch diese sind weltweit auf dem Rückzug. Vor allem im letzten Jahrzehnt haben Forscher einen geradezu dramatischen Rückgang von Hummel, Honigbiene und Co. registriert, der vermutlich durch Veränderung ihrer Lebensräume und die Wirkung von Pestiziden verursacht wird.


Kommentar: Eine andere Befürchtung ist, dass Mobilfunkstrahlen einen Artenschwund verursachen.


Welche Auswirkungen aber hat es, wenn die Bestäuberarten verschwinden? Modellstudien deuteten bisher daraufhin, dass Pflanzen dies verkraften können, solange genügend andere Bestäuber im Ökosystem vorhanden sind. Allerdings haben diese Ergebnisse einen Haken, wie Berry Brosi und Heather Briggs vom Rocky Mountain Biological Laboratory in Colorado berichten: Sie berücksichtigen nicht, dass sich die Bestäuberarten auch gegenseitig beeinflussen.

Galaxy

Angebliche "Kometenfabrik entdeckt" und Rätsel um Planetenentstehung "gelöst"

Ein internationales Astronomenteam hat mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) der Europäischen Südsternwarte (ESO) eine Region um einen jungen Stern aufgenommen, in der Staubpartikel langsam anwachsen können, indem sie nach und nach zusammenklumpen. Damit konnte eine solche Staubfalle erstmals eindeutig beobachtet und modelliert werden und so zugleich das lange Jahre ungeklärte Rätsel wie Staubteilchen in den Scheiben um junge Sterne zu größeren Objekten anwachsen können, aus denen schließlich Kometen, Planeten und andere Körper aus Gestein werden, "gelöst werden".
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© ESO/L. Calçada
Künstlerische Darstellung der von ALMA beobachteten Kometenfabrik (Illu.).
Leiden (Niederlande) - Wie die Astronomen um Nienke van des Marel von der Sternwarte in Leiden aktuell in der Fachzeitschrift Science berichten, verstanden Astronomen und Astrophysiker bislang noch nicht ganz wie Planeten eigentlich entstehen. Auch viele Aspekte bei der Bildung von Kometen und anderen gesteinsartigen Objekten waren bislang ein Rätsel.

Zumindest einer der grundlegenden Fragen kann nun mit der ALMA-Beobachtung "beantwortet werden:" Wie schaffen es winzige Staubkörnchen in den Scheiben um junge Sterne immer größer zu werden - und schließlich zu Steinen oder sogar Felsbrocken von über einem Meter Durchmesser anzuwachsen?

People

Einblick in Funktionsweise des "geistigen Auges"

Buchstäblich mit jedem Augenblick nehmen wir scheinbar perfekte Bilder unserer Umwelt wahr. Diese werden allerdings von unserem Gehirn generiert - es handelt sich also um ein inneres Abbild der äußeren sichtbaren Welt. Frankfurter Forschern sind nun hinter die Funktionsweise dieses "geistigen Auges" gekommen, indem sie mit Hilfe eines neuen mathematischen Modells das Verhalten von Gehirnzellen genauer erklären konnten. Im Gegensatz zu bisherigen Modellen, berücksichtig dieses nun auch Verdeckungen zwischen Objekten in der Welt. Die Wissenschaftler können damit zeigen, dass unsere Gehirnaktivität sehr viel direkter mit Eigenschaften der äußeren Welt verbunden ist als bisher vermutet.
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© Jörg Lücke / Bornschein J. et al.
Im Alltag sehen wir häufig wie ein Objekt ein anderes verdeckt, wie zum Beispiel hier der Zweig eines Strauches einen anderen (roter Kasten). Das Bild der beiden Objekte gelangt als eine Art Abbild ins Gehirn indem spezielle Nervenzellen mit hoher Aktivität auf Bildmerkmale reagieren. Um das Bild zu verstehen, muss das Gehirn es in seine ursprünglichen Komponenten (hier die beiden Zweige) zerlegen. Ein neues mathematisches Model dieser Zerlegung sagt nun, dass es viele Nervenzelle geben muss die auf rundliche Merkmale reagieren um Verdeckungen zu verstehen (Merkmal „neu“ von Nervenzellen). Diese Art Zellen wird seit einiger Zeit beobachtet, wurde aber nie mit visuellen Verdeckungen in Verbindung gesetzt.
Frankfurt (Deutschland) - "Im Jahr 1981 erhielten die Neurowissenschaftler Hubel und Wiesel den Nobelpreis für die Entdeckung von Gehirnzellen, die mit hoher Aktivität auf Objektkanten in Bildern reagieren. Dies zeigte, dass unsere Gehirnaktivität mit Merkmalen wie Kanten in Bildern in Verbindung steht", erläutert die Pressemitteilung des Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience. "Später konnte man mit mathematischen Modellen erklären, warum Gehirnzellen auf bestimmte Objektmerkmale mit starkem Feuern reagieren. Diese Modelle beschreiben, wie das Gehirn ein internes Bild generieren kann - allerdings spiegeln sie die tatsächliche Struktur von natürlichen Bildern bisher nur sehr vereinfacht wieder. So ignorieren sie etwa Verdeckungen zwischen Objekten, wie sie in der sichtbaren Welt allgegenwärtig sind. Eine bestimmte Art von Nervenzellen, die man erst seit wenigen Jahren kennt, lässt sich aber nur schwer mit den gängigen vereinfachten Modellen erklären."

Red Flag

Wer raucht, der greift zu Alkohol: Zumindest bei Ratten und Wunschdenken bei Forschern

Raucher kennen das Phänomen: Der Genuss von Alkohol kann das Verlangen nach einer Zigarette kräftig anfeuern. US-Wissenschaftler wollen nun herausgefunden haben, dass die Kausalkette andersherum verläuft. Zumindest bei nikotinsüchtigen Ratten.

Dass Rauchen die Lust auf Alkohol verstärkt, vermuten Wissenschaftler schon lange. US-Forscher haben in einem Versuch mit Ratten nun einen biologischen Grund für diese These gefunden und präsentieren ihn in der Fachzeitschrift Neuron.

Beim Menschen ist der Zusammenhang von Alkohol- und vorherigem Nikotinkonsum noch nicht konkret bewiesen. In früheren Studien haben Wissenschaftler aber bereits zahlenmäßig belegt, dass Alkoholmissbrauch unter Rauchern rund zehnmal häufiger vorkommt als unter Nichtrauchern. Und wer sich schon in früher Jugend Zigaretten anzündet, hat später ein größeres Risiko, alkoholkrank zu werden - so ein bisher oft beobachtetes Phänomen. Die Frage ist nur: Woran liegt das? Gibt es vielleicht eine gemeinsame pharmakologische Wirkung von Nikotin und Alkohol?

Attention

Geothermie-Bohrung löst Erdbeben aus

Nach einem kleineren Erdbeben unweit des Bodensees haben Schweizer Behörden am Samstag eine Geothermie-Bohrung gestoppt. Das Beben der Stärke 3,6 unweit von St. Gallen sei auf ein Geothermie-Projekt nahe der Ortschaft Sittertobel zurückzuführen, teilte der Schweizerische Erdbebendienst (SED) mit.

St. Gallen - Sichtbare Schäden wurden durch das Beben sowie mehr als ein Dutzend kleinerer Erdstöße am frühen Samstagmorgen nicht verursacht. Das Bohrloch sollte noch im Laufe des Tages stabilisiert werden. Ein Krisenstab will in den nächsten Tagen entscheiden, ob und wie es mit dem Erdwärme-Projekt weitergehen kann.

Wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA unter Berufung auf einen der verantwortlichen Ingenieure berichtete, war am Freitag während der Vorbereitungen für Tests in mehr als 4000 Metern Tiefe überraschend Gas mit hohem Druck in das Bohrloch gelangt. Als Gegenmaßnahme seien Wasser und eine schwere Bohrspülung in das Loch gepumpt worden, was die Erdstöße ausgelöst haben könnte.

dpa

Frog

Frosch in Israel entpuppt sich als lebendes Fossil

Scheibenzüngler galt seit 50 Jaren als ausgestorben, hat aber überlebt

Er galt seit 50 Jahren als ausgestorben: Der schwarzbäuchige Scheibenzüngler aus Israel. Jetzt haben Forscher lebende Vertreter dieser Froschart wiederentdeckt und festgestellt: Er ist ein echtes lebens Fossil. Denn DNA-Analysen belegen, dass er der letzte Überlebende einer Froschgruppe ist, die seit rund einer Million Jahren als ausgestorben galt. Das zeige, dass zumindest einige Amphibien trotz widrigster Umstände überdauern können, berichtet das internationale Forscherteam im Fachmagazin " Nature Communications".

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© Frank Glaw
Der schwarzbäuchige Scheibenzüngler - ein lebendes Fossil
Amphibien gehören weltweit zu der Tiergruppe, die am stärksten durch Klimawandel, Krankheiten und den Verlust ihrer Lebensräume bedroht sind. Auch der schwarzbäuchige Scheibenzüngler (Discoglossus nigriventer) hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Entdeckt wurde diese Art erst in den 1940er Jahren, als Forscher zwei ausgewachsene Exemplare und zwei Kaulquappen in einem Feuchtgebiet am Ostrand des Hulesees in Israel fanden. Der rund acht Zentimeter lange Frosch galt damals schon als extrem selten, man nahm an, dass er ausschließlich an diesem einen See vorkommt.

Bacon n Eggs

Ablenkung beim Essen dämpft den Geschmack und führt zu mehr Verzehr

Studie zeigt, warum man beim Lesen oder Fernsehen während der Mahlzeit mehr isst

Multitasking funktioniert selten: Man macht nichts richtig und kann den einzelnen Aufgaben nicht die nötige Aufmerksamkeit widmen. Besonders ungünstig ist das offenbar beim Essen, wie jetzt zwei niederländische Forscherinnen herausfanden: Wenn man sich dabei auf eine schwierige Aufgabe konzentriert, leidet nämlich der Geschmackssinn - die Aromen erscheinen flacher und weniger intensiv. Das Problem dabei: Um das auszugleichen, isst man automatisch mehr. Fernsehen oder Lesen beim Essen könnte daher Übergewicht fördern, so die Forscherinnen im Fachmagazin "Psychological Science".

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© SXC
Sind wir abgelenkt, schmeken wir Aromen nur noch gedämpft
Für ihre Testreihe rekrutierten Reine van der Wal von der Universität Nijmegen und Lotte van Dillen von der Universität Leiden knapp 100 Studenten. Sie wollten wissen: Nimmt man Geschmackseindrücke weniger gut wahr, wenn man sich eine komplizierte Zahlenfolge merken muss? Sie setzten ihren Probanden jeweils zwei verschiedene Konzentrationen von saurem Zitronensaft oder süßem Grenadinesirup vor oder ließen sie Cracker mit und ohne gesalzene Butter knabbern. Parallel sollten sich die Testteilnehmer entweder eine siebenstellige Zahlen- oder Buchstabenkombination merken oder eine einzelne Ziffer oder Letter. Anschließend mussten sie auf einer Skala von eins bis sieben angeben, wie süß, salzig oder sauer ihnen die Nahrungsmittel vorgekommen waren.

Question

Rätselhafte Riesenviren entdeckt die keiner bislang bekannten Lebensform ähneln

DIe Viren sind so groß wie ein Bakterium und in Aussehen und Erbgut völlig fremdartig
© Chantal Abergel / Jean-Michel Claverie
Ein Pandoravirus im Elektronenmikroskop, deutlich ist die ovale Form mit der Öffnung an einem Ende zu erkennen.
Ein internationales Forscherteam hat zwei Riesenviren entdeckt, die alle bisherigen Rekorde sprengen: Die Pandoravirus getauften Partikel sind so groß wie ein Bakterium und damit sogar mit einem normalen Lichtmikroskop sichtbar. Ihr Erbgut ist zudem länger als das der meisten Bakterien. Und: Die Gene dieser Viren ähneln keiner bisher bekannten Lebensform, auch mit anderen Megaviren scheinen sie kaum verwandt. Ihre Herkunft und ihre Position im Stammbaum des lebens sei daher ein völliges Rätsel, berichten die Forscher im Fachmagazin Science.