Wissenschaft und Technologie
Karte


Bulb

Süßwasserpolyp Hydra ist unsterblich

Wie ihr mythischer Namensvetter ist die Hydra unsterblich: Das uralte, einfach gebaute Nesseltier kann defekte Zellen unbegrenzt durch neue ersetzen, sie vermehrt sich durch Knospen und altert nicht. Als einziges Tier kann der Süßwasserpolyp auch seine Nerven vollständig regenerieren. Aber was ist das Geheimnis dieser unvergleichlichen Regenerationskraft?
© Lifetrance at en.wikipedidia / CC-by-sa 3.0
Süßwasserpolyp Hydra oligactis
Der Antwort auf diese Frage könnten die Stammzellen der Hydra liefern. Aus einigen von ihnen können nahezu alle Zelltypen eines Organismus hervorgehen, sie sind die Grundlage jeder Entwicklung und die Voraussetzung für lebenslange Anpassung. Wissenschaftler um Thomas Holstein von der Universität Heidelberg erforschen daher, was diese Alleskönner bei der Hydra von denen anderer Tiere unterscheidet. Was bestimmt ihre Eigenschaften? Und wie haben die faszinierenden Zellen im Laufe der Evolution komplexe Zellsysteme entstehen lassen?

Die Forscher hoffen, aus dem Studium der Stammzellen und ihren erstaunlichen Fähigkeiten neue Ansätze zu finden, um Alterungsprozesse auch beim Menschen einmal aufhalten zu können.
People 2

Treuehormon Oxytocin stärkt bei Männern bestehende Beziehungen und vergrößert soziale Distanz zu attraktiven Frauen

Männer in Partnerbeziehungen halten größeren Abstand zu attraktiven Frauen

Pärchen, Paar, Beziehung
© SXC
Das Oxytocin gilt als Treuehormon und schützt die bestehende Partnerschaft. Das soll die Überlebenschancen des Nachwuchses erhöhen.
Bei einem Flirt kommen sich Frau und Mann näher. Der dabei eingehaltene "soziale Sicherheitsabstand" vergrößert sich bei Männern mit Partnerin, wenn sie unter Einfluss des Hormons Oxytocin stehen. Das zeigte sich bei einem Experiment von Forschern der Universität Bonn. Sie hatten dabei eigentlich erwartet, dass sich Männer mit Hilfe des Bindungshormons attraktiven Flirtpartnerinnen stärker annähern würden. Doch offenbar scheine das Hormon nicht Bindungen allgemein zu fördern, sondern schon bestehende Beziehungen zu stärken, berichten die Forscher im Fachmagazin "Journal of Neuroscience“.

Bei der Annäherung von Menschen gelten unbewusste Regeln. Sie gehen aufeinander zu und verbleiben dann in einem ganz bestimmten Abstand, beispielsweise bei einem Gespräch. Wissenschaftler sprechen von „sozialer Distanz“. „Wird eine gewisse Distanz zwischen den Gesprächspartnern unterschritten, wird dies als unangenehm empfunden“, sagt René Hurlemann, Oberarzt der Psychiatrie und Psychotherapie des Bonner Universitätsklinikums. Eine besonders sensible Angelegenheit ist die soziale Distanz etwa bei einem Flirt zwischen Frau und Mann. „Die Magie der ersten Begegnung entscheidet häufig über das, was daraus entsteht“, sagt Hurlemann.
Magnify

Wissenschaft startet Suche nach mikrobiologischen Lebensformen in der Stratosphäre der Erde

Während die oberen Schichten der Erdatmosphäre lange Zeit als lebloser und lebensfeindlicher Raum galten, haben Studien mittlerweile gezeigt, dass es mikrobiologische Lebensformen auch in Höhen von 18 bis 50 Kilometern gibt. Über die Vielfalt des Lebens in dieser Höhe ist bislang jedoch nur wenig bekannt. US-Wissenschaftler wollen deshalb diese Lebensformen genauer erforschen, bestimmen und zählen.
Erdatmosphäre
© NASA
Blick auf die Erdatmosphäre
Seattle (USA) - Grund für die bis noch vor wenigen Jahren gehegte Vorstellung einer toten oberen Atmosphäre war hauptsächlich der Umstand, dass die dort vorherrschenden Bedingungen (hohe Strahlungswerte, niedriger atmosphärischer Druck und die Abwesenheit von Wasser und Nährstoffen) Leben scheinbar unmöglich machten - bis das Gegenteil in Form von Mikroben bewiesen wurde.
Galaxy

Bislang am weitesten entfernte Galaxie im Universum entdeckt - von uns aus gesehen

Mit den Weltraumteleskopen "Hubble" und "Spitzer" und der Hilfe einer Gravitationslinse als "kosmisches Teleskop" haben Astronomen ein Objekt entdeckt, bei dem es sich wahrscheinlich um die bislang weit entfernteste Galaxie im Universum handelt. Sollte sich die Vermutung der Astronomen bestätigen, böte das Objekt den Wissenschaftlern einen Einblick in eine Zeit, als das Universum nur drei Prozent seines bisherigen Alters von 13,7 Milliarden Jahren alt war.
Galaxie
© NASA, ESA, and M. Postman and D. Coe (Space Telescope Science Institute), and the CLASH team
Die bislang am weitesten entfernte Galaxie "MACS0647-JD" (HIER finden Sie eine vergrößerte Abbildung).
Balitomore (USA) - In diesem Fall würde das nun erstellte Bild (s. Abb.) den Galaxienkandidaten mit der Bezeichnung "MACS0647-JD" nur 420 Millionen Jahre nach dem Urknall zeigen. Das Licht der Galaxie, das können die Wissenschaftler anhand der Rotverschiebung mit einem Wert von 11 ablesen, wäre demnach 13.3 Milliarden Jahre zur Erde unterwegs gewesen.
Stormtrooper

Propaganda und Überwachung: Forscher fordert Lizenz zum Rauchen

rauchen
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich fünf Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Um die gesundheitlichen Schäden in Grenzen zu halten, diskutieren Forscher nun die Einführung einer Chipkarte für Raucher. Auch das Handy könnte bei der Entwöhnung helfen.

"Mit dem Rauchen aufzuhören, ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft." Was Mark Twain wusste, ist auch Wissenschaftlern nur allzu geläufig. Auf das Rauchen zu verzichten, mag zuweilen nicht besonders schwierig sein. Es endgültig aufzugeben indes schon. "Die Zigarette ist ein außergewöhnlich gefährliches Produkt", schreibt Simon Chapman in der aktuellen Ausgabe von PLoS Medicine. "Keine andere Ware oder Verhaltensweise ist für eine so große Zahl jährlicher Todesfälle verantwortlich."

Und weil die Dimension des Problems eine ungewöhnliche ist, schlägt der Soziologe von der University of Sydney eine ungewöhnliche Maßnahme vor: die Lizenz zum Rauchen.

Kommentar: Lesen Sie in diesem Zusammenhang die folgenden Artikel und das Rauchen viele positive Effekte hat. Und nicht die, die ständig wiederholt werden. Und man sich die Frage stellen kann, warum wird so eine Propaganda gegen das Rauchen betrieben?!

Rauchen schützt vor Lungenkrebs

Studie: Nikotin alleine macht nicht süchtig, es sind andere Tabakstoffe

Nikotin stärkt Nervenverbindungen bis zu 200 Prozent

Handys sind "gefährlicher als das Rauchen"

Wenn der Arzt das Rauchen als Therapie empfiehlt

Comet

Asteroid VJ38 fliegt knapp an Erde vorbei: Diese Woche zum ersten Mal gesichtet

Stuttgart - Viel Vorwarnzeit bleibt nicht: In der Nacht zum Donnerstag werde der Asteroid VJ38 an der Erde vorbeifliegen, teilt die US-amerikanische Raumfahrtagentur Nasa über den Kurznachrichtendienst Twitter ihren fast eine Millionen Abonnenten mit. Um 2.51 Uhr mitteleuropäischer Zeit werde der Brocken nur 226.000 Kilometer von der Erde entfernt sein - der Mond ist fast doppelt so weit weg. Der Asteroid benötigt gut anderthalb Jahre, um die Sonne zu umkreisen, geht aus der Datenbank der Nasa hervor. Er ist diese Woche zum ersten Mal gesichtet worden.

Weil VJ38 nur geschätzte sieben Meter breit sei und die Bahn in den vergangenen zwei Tagen genau genug vermessen wurde, hält die Nasa den Asteroiden „nicht für ein gefährliches Objekt“. Asteroiden mit der Größe von nur wenigen Metern explodieren, wenn sie auf die Erde treffen, in der Regel noch in der Atmosphäre. Die Bruchstücke verglühen dann.
People 2

Menschen scheinen gezielt Augenkontakt zu suchen

Sehorgane eines Gegenübers werden auch an ungewöhnlichen Stellen erkannt

Wir schauen einem Gegenüber immer zuerst auf die Augen - auch dann, wenn diese nicht im Gesicht sitzen, wie beispielsweise bei einem Fantasiemonster. Das haben britische und kanadische Forscher in einem Experiment festgestellt. Sie testeten, wohin Probanden als erstes blickten, wenn sie Bilder von Menschen, menschenähnlichen Figuren oder aber Monstern mit Augen an den Armen sahen. Bei allen Bildern seien die Blicke zuerst in die Bildmitte gegangen, dann aber direkt zu den Augen der jeweiligen Figuren - egal wo diese saßen. Das zeige, dass nicht die Position der Augen im Gesicht entscheidend sei, sondern dass unser Gehirn die Augen an sich bei einem Gegenüber erkenne und gezielt anvisiere, berichten die Forscher im Fachmagazin "Biology Letters". Diese Erkenntnis erlaube auch Rückschlüsse darüber, welcher Gehirnbereich für dieses Verhalten zuständig sei.

© Tom Foulsham
Monster mit Augen an den Enden der Arme
"Der Mensch, aber auch Affen, Delfine, Vögel oder Hunde folgen automatisch dem Blick ihres Gegenübers", schreiben Alan Kingstone von der University of British Columbia und seine Kollegen. Der Blick auf die Augen liefere wichtige Informationen über den Gegenüber und dessen Umgebung. Woran das Gehirn aber erkennt, wohin es dabei schauen muss, war bisher unklar. "Eine Erklärung wäre, dass wir einen Schaltkreis im Gehirn besitzen, der darauf spezialisiert ist, Augen zu erkennen", sagen die Forscher. Eine andere Möglichkeit wäre aber auch, dass unser Zentrum für die Gesichtserkennung einfach unseren Blick automatisch in die Mitte eines Kopfes lenkt - dort, wo bei den meisten Tieren und dem Menschen die Augen sitzen. Mit ihrem Experiment haben die Forscher nun Indizien dafür geliefert, dass die erste Theorie - ein auf Augen spezialisierter Schaltkreis - zutreffen könnte.
People 2

Wer arm ist, ist wahrscheinlich anfälliger für kurzsichtige Entscheidungen

Mangel versperrt den Blick für langfristige Folgen des Handelns

Menschen in Armut treffen häufig Entscheidungen, die ihre Lage noch verschlimmern: Sie spielen im Lotto, machen übermäßig Schulden oder nehmen Hilfsangebote nicht wahr. Eine Erklärung für dieses scheinbar paradoxe Verhalten könnten US-amerikanische Forscher jetzt gefunden haben. In mehreren Experimenten stellten sie fest, dass Menschen, die unter einem Mangel leiden, sich stärker auf unmittelbare Herausforderungen konzentrieren, dabei aber langfristige Probleme aus dem Blick verlieren. Das habe nichts mit geistiger Beschränktheit oder der Persönlichkeit der Betroffenen zu tun, betonen die Wissenschaftler. Stattdessen rufe der Mangel als solcher - egal ob an Geld oder Zeit - eine ganz eigene Denkweise hervor. Diese verändere, wie die Menschen Probleme wahrnehmen und Entscheidungen treffen, berichten die Forscher im Fachmagazin "Science".


© SXC
Geldscheine
"Der Prinzip hinter diesem Mechanismus lässt sich leicht nachvollziehen: Wenn Geld genug da ist, können wir Ausgaben für das Einkaufen, die Miete oder ähnliches leicht decken und müssen kaum darüber nachdenken", erklären Anuj Shah von der University of Chicago und seine Kollegen. Anders sei dies aber, wenn Geldmangel herrsche: Dann erscheine jede Ausgabe dringender und bedrohlicher. Sie erfordere daher mehr Aufmerksamkeit. Dieses Prinzip der Fokussierung gelte nicht nur bei Armut, sondern auch bei Zeitmangel und anderer Knappheit. Und genau hier setzt die Hypothese der Forscher an: Weil Mangel einige Probleme mehr in den Mittelpunkt rücke, vernachlässige man gleichzeitig andere, "Während wir uns darauf konzentrieren, was wir diese Woche für Lebensmittel bezahlen müssen, verlieren wir die Miete des nächsten Monats aus dem Blick", verdeutlichen die Forscher.
Jupiter

Hochinteressantes Studienobjekt für Astronomen: Freifliegender, sonnenloser Planet beobachtet

Mit dem "Very Large Telescope" (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) und dem Canada-France-Hawaii Telescope haben Astronomen einen Himmelskörper beobachtet, bei dem es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Planeten handelt, der ungebunden an einen Mutterstern alleine durch das Weltall treibt.
Planet
© ESO/P. Delorme
Künstlerische Darstellung des sonnenlosen, frei beweglichen Planeten "CFBDSIR J214947.2-040308.9" (Illu.).
Grenoble (Frankreich) - Da der Planet mit 100 Lichtjahren Entfernung im Vergleich zu allen anderen Kandidaten für solche frei beweglichen Einzelgängerplaneten unserem Sonnensystem vergleichsweise nahe ist, ist er für die Astronomen das bei weitem interessanteste Objekt dieser Klasse von Himmelskörpern.
2 + 2 = 4

Mathe kann weh tun

Die Furcht vor bevorstehenden Rechenaufgaben aktiviert Schmerzzentren im Gehirn

Die Angst vor der nächsten Mathe-Arbeit kann echte Pein verursachen: Denn sie aktiviert Zentren im Gehirn, die normalerweise bei körperlichen Schmerzen reagieren. Das haben ein kanadischer und ein US-amerikanischer Forscher herausgefunden, als sie Menschen mit ausgeprägter Mathe-Angst vor und bei dem Lösen von Rechenaufgaben im Hirnscanner untersuchten. Das Ergebnis: Unmittelbar vor Beginn der Aufgaben wurden mehrere Hirnareale im Gehirn dieser Probanden aktiv, in denen Schmerzen, aber auch körperliche Bedrohungen verarbeitet werden. Bei Probanden, die Mathematik neutral gegenüberstanden, sei dies nicht der Fall gewesen, berichten die Forscher im Fachmagazin "PloS ONE". Dieses Ergebnis zeige, dass die Angst vor Mathematik eine echte, körperliche Reaktion hervorrufen könne und eng mit dem Empfinden von Schmerzen verknüpft sei.


© SXC
Angst vor Mathe-Aufgaben kann weh tun
Mathematik fällt vielen Menschen nicht leicht, und auch in der Schule rangiert das Fach nicht gerade hoch auf der Beliebtheitsskala. Für einige Menschen jedoch sind Gleichungen und Textaufgaben der reinste Horror. "Diese Menschen empfinden extremen Stress, Angst und Bedrohung beim Gedanken an Mathematikaufgaben", erklären Ian Lyons von der University of Chicago und Sian Beilock von der Western University in Ontario. Dass diese Mathe-Angst kein rein psychologisches Phänomen ist, sondern tatsächlich eine Form der körperlich empfundenen Beklemmung und des Schmerzes auslöst, zeigt nun ihr Experiment.
Top