Wissenschaft und Technologie
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Bell

Genetik: Diabetes-Heilung bei Mäusen gelungen

Forscher haben Mäusezellen so umprogrammiert, dass sie selbst Insulin produzieren. Damit befreiten sie die Mäuse von Diabetes.

Evil Rays

Forscher entwickeln WLAN-Virus

wlan router
© Shutterstock / Thep Urai
Forschern der Universität Liverpool ist es gelungen, ein Virus zu konzipieren, das sich über das WLAN Netzwerk verbreitet. Wie ein Lauffeuer könnte sich der Schädling innerhalb weniger Jahre in einer Millionenstadt, wie beispielsweise London, verbreiten.

„Chamäleon“ nennt sich die Erfindung der britischen Wissenschaftler, gefährlich dadurch, dass sie sich unentdeckt und seuchenartig verbreitet - bis jetzt handelt es sich glücklicherweise nur um eine Simulation im Labor.
Sherlock

Neandertaler konnten wahrscheinlich sprechen: Neue Erketnisse stellen bisherige Theorien zum Ursprung der Sprache in Frage

Allgemein gilt die Sprache als nur den Menschen eigen. Neuste biomechanische Untersuchungen eines Neandertaler-Zungenbeins zeigen nun jedoch, dass offenbar auch unsere meist "missverstandenen Cousins", die Neandertaler, in einer Sprache miteinander kommunizierten, die selbst noch heute gebräuchlichen Sprachen ähnlich wäre. Damit stellt das Ergebnis der Studie zugleich bisherige Theorien zur Entstehung von Sprache allgemein in Frage.

© Wroe et al. / plosone.org
Biomechanische Analyse der Zungenbeine moderner Menschen (Homo sapiens) (B, C, D) und des Neandertalers aus Kebara (A).
Armidale (Australien) - Der genaue Ursprung und die Entstehung von Sprache ist eine selbst unter Wissenschaftlern von jeher kontrovers diskutierte Frage. Bislang gingen die meisten Experten aber davon aus, dass andere Arten, inklusive der Neandertaler, mit denen sich auch unsere Vorfahren jahrtausendelang einen Lebensraum teilten, schlicht und einfach nicht über die für Sprache notwendigen kognitiven Fähigkeiten und vokalen Sprachwerkzeuge verfügten.
Fireball

30-Meter Asteroid 2014 DX110 passiert heute die Erde: näher als der Mond

Asteroid 2014 DX110
© NASA/JPL-Caltech
Der Asteroid wird der Erde vergleichsweise nahe kommen
Ein erst vor wenigen Tagen entdeckter Asteroid wird am heutigen Mittwoch die Erde passieren und ihr dabei näher kommen, als der Mond. Interessierte können den Vorbeiflug live verfolgen.

Der Asteroid 2014 DX110 wird am heutigen Mittwoch in rund 350.000 Kilometern Entfernung die Erde passieren, das ist näher als der Mond, der im Schnitt 385.000 Kilometer entfernt ist. Wie die NASA erläutert, wird die größte Annäherung etwa gegen 22 Uhr MEZ erreicht. Interessierte können diese Momente live beim virtualtelescope.eu verfolgen, wo in Echtzeit übertragene Bilder kommentiert werden sollen. Eine Gefahr für die Erde bestehe nicht.

Der rund 30 Meter messende 2014 DX110 ist erst am vergangenen Freitag (28. Februar) vom System Pan-STARRS (Panoramic Survey Telescope And Rapid Response System) entdeckt worden. Weitere Beobachtungen wurden aus England vorgenommen. Ähnlich nahe Vorbeiflüge wie der von 2014 DX110 werden laut NASA mit der gegenwärtigen Technik etwa 20 Mal pro Jahr registriert. Geht es nicht so glimpflich aus, kann dies schwerwiegende Auswirkungen haben, so wie vor etwas mehr als einem Jahr, als der Tscherbakul-Meteorit über Russland explodierte. Er hatte wohl einen Durchmesser von 20 Metern und richtete schwere Schäden in der Millionenstadt Tscheljabinsk an.
Fireball

NEOWISE entdeckt ersten Kometen

Komet C/2014 C3
© NASA/JPL-Caltech
Der neuentdeckte Komet C/2014 C3 (NEOWISE)
Schon in den letzten Tagen des vergangenen Jahres hatte der im September reaktivierte Wide-field Infrared Survey Explorer seinen ersten Asteroiden entdeckt. Mitte Februar spürte das Teleskop nun auch den ersten Kometen nach der Wiederinbetriebnahme auf. Bei dem Kometen C/2014 C3 (NEOWISE) handelt es sich offenbar um einen etwas ungewöhnlichen Brocken.

"Wir sind sehr erfreut, dass wir diesen tiefgefrorenen Besucher aus den äußersten Regionen des Sonnensystems aufgespürt haben", meinte Amy Mainzer vom Jet Propulsion Laboratory der NASA, die verantwortliche Wissenschaftlerin der Mission. "Dieser Komet ist schon ein verrückter Typ - er hat einen retrograden Orbit, er läuft also in umgekehrter Richtung um die Sonne als die Erde und die anderen Planeten."
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Außerirdische Lebensspuren: Neue Indizien in Marsmeteorit entdeckt

außerirdisches leben
© unbekannt
In der Februar-Ausgabe der Fachzeitschrift Astrobiology berichten amerikanische Wissenschaftler über verdächtige Strukturen, die sie im Mars-Meteoriten Yamato 000593 gefunden haben. Die Indizien für Wasser und Leben auf dem Roten Planeten mehren sich. Damit setzt sich eine kontroverse Diskussion fort, die schon vor Jahrzehnten für Aufsehen gesorgt hat.

Die neue Untersuchung liefert beeindruckende Indizien dafür, dass unser äußerer Planetennachbar Mars eine sehr aktive Vergangenheit gehabt haben muss. Alles deutet darauf hin, dass es dort einst umfangreiche Wasserreservoirs gab sowie alle Grundelemente des Lebens, möglicherweise sogar lebende Organismen. Everett Gibson vom Johnson-Raumflugzentrum der NASA zeigt sich spätestens seit seiner Analyse des annähernd 14 Kilogramm schweren Mars-Meteoriten Yamato 000593 von biologischer Aktivität auf dem Mars überzeugt. In jenem spektakulären Gesteinsbrocken finden sich Strukturen, die möglicherweise durch einstige Lebensprozesse entstanden sind. Wasser und Bakterien scheinen zumindest in früheren Epochen auf dem Mars existiert zu haben, vielleicht gibt es sie dort sogar heute noch.
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Biologen erwecken Riesenviren aus jahrtausendelangem Schlaf

Pithovirus
© Julia Bartoli, Chantal Abergel/PNAS
Ein Schnitt durch den Pithovirus
Kommt die nächste Epidemie aus dem Eis? Darüber spekulieren Forscher, die Viren im russischen Permafrost entdeckt haben. Doch für ein Horrorszenario taugt der Fund nicht.

Der Neandertaler starb aus, das Zarenreich entstand und zerfiel, doch Pithovirus sibericum blieb, wo es war. Vergraben im kalten Boden der sibirischen Einöde schlummerte das Virus vor sich hin. 30 Meter Permafrost trennten es vom Alltag an der Oberfläche. Bis französische Forscher im fernen Osten Russlands in der Region Kolyma es aus seinem natürlichen Tiefkühlfach befreiten.

Sie hatten sich nicht verirrt, sie waren auf der Jagd nach Viren, die die Welt da draußen noch nie gesehen hat und die sie in unerforschten Gebieten vermuten. Die Wissenschaftler um Matthieu Legendre von der Universität Aix-Marseille rissen Pithovirus sibericum mit schwerem Gerät aus seinem 30.000 Jahre währenden Winterschlaf. Eine Sensation, denn einen solchen Virus hatten sie noch nicht gesehen. Doch mit der Entdeckung kam auch die Sorge. Könnten Erreger wie Pithovirus sibericum dem Menschen gefährlich werden?
Fireball

Forscher sagen intensiven Meteorschauer im Mai vorher

© epa
Die Erdeinwohner werden Ende Mai einen rekordgroßen Meteorenschauer beobachten können, teilen Weltallexperten mit.

Der vom Kometen 209P/LINEAR ausgehende Strom soll der intensivste seit den letzten 14 Jahren werden. Der Komet werde am 29. Mai acht Kilometer nahe an der Erde vorbeikommen. Fünf Tage zuvor, am 29. Mai, wird die Erde durch einen mehrschichtigen Schweif kommen, der vom Kometen innerhalb von 200 Jahren hinterlassen wurde.

Die Dichte des Meteorenstroms soll bis 1.000 Meteore pro Stunde erreichen, schätzen Experten ein. Der beste Blick auf die Erscheinung werde sich im Zentralwesten der USA bieten.
Solar Flares

Sonnenaktivität: Riesenexplosion im aktuellen Zyklus

Sonneneruption Sonnenfleck
Zum Wochenbeginn feuerte unser Stern eine außergewöhnlich starke Salve ins All - eine der bisher stärksten Sonneneruptionen im gegenwärtigen Aktivitätsmaximum. Sie stammt aus einem ungewöhnlich beständigen Sonnenfleck, der bereits zwei volle Rotationen hinter sich hat. Am 27. Februar löste eine eintreffende Plasmawolke leichte geomagnetische Stürme und Polarlichter aus. Hätte sich die Erde direkt in der »Schusslinie« befunden, hätte es ernster werden können.

Die in letzter Zeit recht wankelmütige Sonne demonstriert gegenwärtig wieder ihre Macht. Ihr jetziges Maximum zählt zwar sicher nicht zu den stärksten solaren Aktivitätsgipfeln, wartet aber dennoch mit unvorstellbaren kosmischen Gewalten auf, wie sie unser Stern entfesseln kann.
Health

Hirnforschung: Wissenschaft kein bisschen klüger

Nervenzellen
© Greg Dunn Design u.a./dpa
Das menschliche Gehirn, leicht verfremdet: Das Wissenschaftsmagazin „Science“ hat dieses Bild vor einigen Tagen mit dem ersten Preis in der Kategorie Illustration bedacht. Der Designer und promovierte Hirnforscher Greg Dunn hat dazu das Dickicht der Nervenzellen gelichtet.
Zahm wollen sie gewesen sein, als sie vor zehn Jahren ihr Manifest veröffentlichten. Der Hirnforscher Gerhard Roth, in den Medien so präsent wie kaum ein anderer, behauptet das in einem aktuellen Interview mit der Zeitschrift Gehirn und Geist. In diesem Magazin erschien am 19. Oktober 2004 eine Denkschrift von Roth und zehn seiner Kollegen. Eine steile Kernthese von damals: „Wir haben herausgefunden, dass im menschlichen Gehirn neuronale Prozesse und bewusst erlebte geistig-psychische Zustände aufs Engste miteinander zusammenhängen.“ Dazu sagt Gerhard Roth heute: „Sicher, was denn sonst?“ Das bedeute doch nicht, dass die Hirnforscher „psychisch-geistige Phänomene vollständig aus der Biologie heraus erklären oder vorhersagen könnten“.

Ich gebe zu, ich habe damals auch geschrieben (in einem Text für die Berliner Zeitung), dass der Tonfall „auffallend gedämpft“ sei. Und in einem FAZ-Beitrag stand, dass sich die Ehrlichkeit der elf Hirnforscher wohltuend von der Selbstgewissheit manch anderer abhebe. Dem widerspricht eine Gruppe von 15 Wissenschaftlern, die nun im Magazin Psychologie heute ein Gegen-Memorandum vorlegt: Das Manifest von damals habe „eine äußerst optimistische Zukunftsperspektive“ erkennen lassen, und die Bilanz falle heute „eher enttäuschend“ aus.
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