Wissenschaft und Technologie
Karte


Bell

Angesehener Klimatologe wechselt die Seiten

Lennart Bengtsson

Lennart Bengtsson
Eine heikle Personalie erschüttert die Umweltforschung: Einer der angesehensten Klimatologen, der emeritierte Max-Planck-Direktor Lennart Bengtsson, wechselt ins Lager der Skeptiker. Im Interview erläutert er seinen überraschenden Schritt.

Hamburg - Einer der renommiertesten Klimaforscher wechselt die Seiten. Lennart Bengtsson, ehemaliger Direktor am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie, einem weltweit führenden Klimaforschungszentrum, tritt dem Akademischen Beirat der Global Warming Policy Foundation (GWPF) bei.

Die GWPF, also die "Klimawandel-Politik-Stiftung", ist eine gemeinnützige Organisation aus Großbritannien, die sich als "Denkfabrik" bezeichnet. Sie wurde 2009 von dem konservativen Politiker Nigel Lawson gegründet, um angebliche Überreaktionen gegen die globale Erwärmung zu verhindern. Ihr Ziel verfolgt sie mit kämpferischen Informationskampagnen. Der Tenor: Der Klimawandel werde als Problem überschätzt.
Network

Selbst extrem geringe Mengen an Elektrosmog stören die Orientierung von Zugvögeln massiv

Elektrosmog hat unterhalb bestimmter Grenzwerte keine Auswirkungen auf biologische Prozesse oder gar auf die menschliche Gesundheit - das galt zumindest bisher als Stand der Wissenschaft. Nun zeigt eine Studie Oldenburger Biologen aber erstmals das Gegenteil: Der Magnetkompass von Rotkehlchen versagt komplett, sobald elektromagnetische Störungen im Mittelwellenbereich auf die Vögel einwirken. Der störende Effekt sei selbst dann messbar, wenn die Signale nur ein Tausendstel des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als unbedenklich eingestuften Grenzwerts betragen.
© Marek Szczepanek, naturephotos.com.pl
Rotkehlchen.
Oldenburg (Deutschland) - Wie das Team um dem Biologen Prof. Dr. Henrik Mouritsen von der Universität Oldenburg und Prof. Dr. Peter J. Hore von der University of Oxford aktuell im Fachjournal Nature berichtet, konnte man in den Versuchen "einen eindeutigen und reproduzierbaren Effekt menschlich verursachter elektromagnetischer Felder auf ein Wirbeltier dokumentieren".

Diese Störungen, so erläutern die Wissenschaftler weiter, stammen jedoch nicht von Stromleitungen oder Mobilfunknetzen". Das elektromagnetische Rauschen im Frequenzbereich zwei Kilohertz bis fünf Megahertz stamme im Wesentlichen von Elektrogeräten. "Die Auswirkungen der schwachen elektromagnetischen Felder sind bemerkenswert: Sie stören die Funktion eines gesamten sensorischen Systems bei einem gesunden höheren Wirbeltier."
Nebula

Superschweres Element 117 nachgewiesen

Neue Erkenntnisse sind wichtiger Schritt auf dem Weg zur Beobachtung besonders langlebiger superschwerer Elemente
Ein internationales Forscherteam hat an der Beschleunigeranlage der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt mehrere Atome des superschweren Elements mit der Ordnungszahl 117 erzeugt und nachgewiesen. Die gemessenen Eigenschaften von Element 117 stehen im Einklang mit früheren Befunden aus dem Forschungszentrum in Dubna in Russland und unterstützen damit die offizielle Anerkennung des neuen Elements 117. Bei dem Experiment entstanden außerdem Atome der Elemente Dubnium und Lawrencium mit außergewöhnlich langen Lebensdauern. Deren Nachweis war nur durch eine extrem verfeinerte Messmethode möglich und stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur sogenannten "Insel der Stabilität" dar.
Calculator

Zweiklassengesellschaft im Internet: Internet-Maut kommt in den USA - Wer mehr zahlt ist schneller

internet
© dpa / Boris Roessler/Archiv
In den USA gibt es bald eine Überholspur im Internet. Die US-Behörde FCC erlaubt es Unternehmen künftig, gegen Bezahlung auf schnellere Internet-Leitungen zuzugreifen. Damit kommen Inhalte von Streaming-Diensten wie Netflix noch schneller beim Kunden an - Netzaktivisten sind entrüstet.

Wenn US-Konzerne ihre Angebote schneller zu den Kunden bringen wollen, können sie hierfür künftig gegen einen Aufpreis schnellere Netze nutzen, wie die New York Times online berichtet. Die Telekommunikationsaufsicht FCC habe eine entsprechende Regeländerung angekündigt. Das sei besonders für Streaming-Dienste wie Netflix oder Googles Comcast interessant, würden sich Inhalte wie Serien oder Filme in noch höherer Geschwindigkeit zum User bringen lassen. Auf der letzten Meile zum Nutzer bekämen die Angebote durch die neue Regel einen zusätzlichen Geschwindigkeitsschub, wie die Seite weiter schreibt.

Ein FCC-Sprecher habe aber ausdrücklich betont, dass eine Blockade von Internetangeboten ausdrücklich verboten sei. Wenn etwa ein Provider einem Streaming-Dienst eine Überholspur anbietet, müsse er dies auch für andere Anbieter tun, zu "wirtschaftlich vernünftigen" Konditionen - eine sehr schwammige Formulierung. Die Änderung ist ein entscheidender Schritt, bisher gilt in den USA die Netzneutralität, alle Daten werden gleich behandelt. Durch das Einführen dieser Überholspur ändert sich dies nun. Am 15. Mai soll die Änderung von der FCC endgültig verabschiedet werden, bis dahin sind noch Änderungen an dem Vorhaben möglich.
Solar Flares

Die Sonne bringt Licht ins Dunkel - Was die Erdtemperaturen wirklich bestimmt, Teil 2

wärmekarte
Während sich die Naturforscher unter den Klimaforschern mit naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und den daraus ermittelten Daten befassen, um Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Wetter- und damit Klimazusammenhänge zu verstehen sind, begeben sich IPCC und deren Gefolgsschar in den Bereich von Mythen und leiten daraus Spekulationen über zukünftige Klimaentwicklungen ab. Diejenigen, denen diese Aussage zu hart erscheint, mögen sich bitte einmal vor Augen halten, dass es keine messbaren Erwärmungseffekte durch die Erhöhung der Konzentration von sog. Treibhausgasen gibt und kein Klimaforscher auch nur den Ansatz eines auf Temperaturmessungen basierenden Beweises für die Temperaturwirkung von CO2 vorlegen kann. Weder in der Experimentalphysik, noch in der theoretischen Physik, noch in der mathematischen Physik gibt es einen Treibhauseffekt. Da gibt es dbzgl. nichts! Mittels moderner Astrologie, im Fachchargon Computermodelle oder Klimamodelle genannt, wird aus dem Nichts eine Cyberwelt von Horrorszenarien sichtbar, die Hollywood nicht besser in Szene setzen könnte. Mit Sicherheit ein Grund, warum gerade die (deutsche) Presse so auf solche Berichte abfährt. Wer sieht nicht gern einen „Steven Spielberg“ oder einen „Roland Emmerich“. Auch wenn die in der Klimainszenierung andere Namen tragen...
Telescope

Unerwartete Polarisation in Gammablitz widerlegt gängige Theorien

polarisation
© NASA/GSFC, S. Wiessinger
Nach gängiger Theorie beeinflussen geordnete Magnetfelder das Nachglühen und dessen Polarisation - hier durch die Linien dargestellt.
Eine ungewöhnliche Polarisation des Nachglühens widerlegt nahezu alle gängigen Theorien

Ein Gammablitz sorgt für Aufregung. Denn das Licht des energiereichen Strahlungsausbruches verhält sich ganz anders, als es eigentlich sollte: Die Polarisierung stimmt nicht mit gängigen Theorien überein. Das aber bedeutet: Die Modelle dazu, wie das Nachglühen solcher Explosionen entsteht, sind wahrscheinlich falsch, wie Forscher jetzt im Fachmagazin Nature berichten.

Sie gehören zu den energiereichen Ereignissen des Universums: Gammastrahlenausbrüche entstehen nach gängiger Theorie bei der Explosion massereicher Sterne. Bei ihrem Kollaps wird kurzzeitig ein Jet extrem energiereicher Teilchen und Gammastrahlung erzeugt. "Ungefähr einmal am Tag wird ein solcher sehr heller Blitz von Gammastrahlen von den Satelliten detektiert", erklärt Klaas Wiersema von der University of Leicester.
Black Cat

Rückgang der Artenvielfalt könnte Krankheitsrisiko erhöhen

wildtiere
© pnas
Ein Rückgang großer Wildtiere könnte das Krankheitsrisiko für Menschen erhöhen.
Ein Rückgang großer Wildtiere könnte das Krankheitsrisiko für Menschen erhöhen. Diesen Zusammenhang haben Forscher in einem aufwendigen Experiment in der Savanne Ostafrikas nachgewiesen.

Dort ging der Verlust des Großwilds mit einer Zunahme der Nagetiere einher - und damit auch von Bakterien, die beim Menschen Erkrankungen verursachen. Das berichten Biologen um Rodolfo Dirzo von der kalifornischen Stanford University in den Proceedings der US-nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS).
People 2

Das Y-Chromosom ist weit mehr als nur das männliche Geschlechtschromosom

Gene des Mini-Chromosoms prägen Zellen im gesamten Körper und sind erstaunlich langlebig
Chromosomen
© NIH
Das kleine Y-Chromosom (roter Kreis) ist ein bloßer Stummel verglichen mit dem Rest.
Klein, aber oho: Das männliche Y-Chromosom galt lange als kümmerliches Relikt, zum Verschwinden verurteilt. Jetzt zeigen zwei neue Studien: Das kleine Chromosom ist nicht nur sehr langlebig. Seine Gene steuern auch mehr als nur die männliche Fortpflanzung. Ihre regulierende Wirkung prägt Zellen in unserem gesamten Körper, wie Forscher im Fachmagazin Nature berichten.
Info

Labormäuse reagieren mit Stress auf männliche Forscher: Medikamenten-Studien könnten verfälscht sein

Stressreaktion auf männlichen Geruch könnte Medikamenten-Studien verfälschen
Labormaus
© Reuters
Drastischer Unterschied zwischen Männern und Frauen: Labormäuse reagieren auf den Geruch von Männern besonders gestresst, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Sind Frauen in ihrer Nähe, ist das dagegen nicht der Fall. Weil diese Reaktion auch das Schmerzempfinden der Tiere verändert, könnte sie sogar wissenschaftliche Studien verfälschen - beispielsweise für Medikamente, wie die Forscher online im Fachmagazin Nature Methods berichten.
Galaxy

Potentielle Biosignaturen ferner Planeten können durch Monde verfälscht sein

Die Idee klingt einfach: Ist man in der Lage, das Licht eines fernen Sterns vor, während und nach dem Transits eines potentiell lebensfreundlichen Felsplaneten vor seiner "Sonnenscheibe" spektral aufzuschlüsseln, wäre es vergleichsweise leicht, auf sogenannte Biosignaturen und damit Hinweise auf biologische Prozesse auf diesem Planeten zu schließen. Schon mit den Weltraumteleskopen der nächsten Generation sollte dies möglich sein und somit der Beweis für außerirdischen Leben erbracht werden können. In einer aktuellen Studie geben kanadische Forscher nun jedoch zu bedenken, dass möglicherweise vorhandene Monde um diese Exoplaneten das Ergebnis einer solchen Analyse stark und negativ beeinträchtigen können. Vor diesem Hintergrund, so die Forscher, solle bis auf Weiteres die Suche nach außerirdischem Leben in unserem eigenen Sonnensystem Vorrang haben.
© NASA/JPL
Künstlerische Darstellung eines fernen Exoplaneten mit Mond (Illu.).
Scarborough (Kanada) - Wie die Planetologen Hanno Rein, Yuka Fujii und David Spiegel von der University of Toronto aktuell im Fachjournal Prcoeedings of the National Academy of Sciences berichten, gelten bestimmte Kombinationen etwa aus Sauerstoff und Methan als deutlicher Hinweis zumindest auf mikrobische Aktivitäten auf der Planetenoberfläche. Doch genau diese Kombination - und damit biologische Aktivität auf einem eigentlich leblosen Planeten - könnte durch einen anwesenden Mond, der den so untersuchten Exoplaneten umkreist, auch nur vorgetäuscht werden.
Top