Das Kind der Gesellschaft
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Heart - Black

Mann schlägt sein ungeborenes Kind tot

Mann boxt seiner schwangeren Freundin in den Bauch. Knapp drei Jahre Haft

Auslöser für die Tat: Ein männlicher Arzt hatte die Frau behandelt

Weil er das Baby seiner Freundin im Mutterleib totgeboxt haben soll, muss ein 21-Jähriger aus dem Münsterland für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Amtsgericht Rheine verurteilte den Mann am Mittwoch wegen illegaler Abtreibung. Er hatte demnach der Partnerin bei einem Streit im März 2011 vorsätzlich einen heftigen Faustschlag in den Bauch versetzt. Die 19-Jährige war im siebten Monat. Das Baby starb zwei Tage nach einem Not-Kaiserschnitt.

Auslöser des Streits war ein Frauenarzt-Besuch. Die Schwangere hatte sich am Tag der Tat gynäkologisch untersuchen lassen - erstmals von einem Mann. "Das hat ihnen nicht gepasst", sagte der Richter beim Urteil zum Angeklagten. Der Deutsche mit afghanischen Wurzeln hatte der Freundin heftige Vorwürfe gemacht. Später kam es zum Übergriff. Über die Tat sagte der Richter: "Dafür gab es keinen Grund und gibt es keine Rechtfertigung. Das Kind war lebensfähig. Nach allem, was wir gehört haben, wäre es gesund zur Welt gekommen."

Der junge Mann ohne Arbeit und Ausbildung hatte auf der Anklagebank die Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Freundin habe ihn angegriffen, behauptete er. Er habe sie weggeschubst. "Ich kann nicht erklären, wie das passiert ist." Er betonte: "Ich bin überhaupt kein strenger Moslem. Ich esse auch Schweinefleisch." Die Staatsanwältin zeigte sich dagegen überzeugt, dass die Behandlung der Freundin durch einen Mann in seinen Augen "nicht mit seiner Mentalität, möglicherweise auch nicht mit seiner Religion vereinbar" sei.
Nuke

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Auch in Frankreich erkranken mehr Kinder an Leukämie

Im Umfeld von französischen Atomkraftwerken sind laut der sogenannten Geocop-Studie des französischen Medizin-Instituts Inserm zwischen 2002 und 2007 fast doppelt so viele Kinder unter 15 Jahren an Leukämie erkrankt wie im Landesdurchschnitt. »Die Ergebnisse der neuen Studie aus Frankreich reihen sich ein in die Ergebnisse der Studien zum Leukämierisiko bei Kleinkindern im Nahbereich von Atomkraftwerken aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz«, erklärt der Wissenschaftler Dr. Alfred Körblein. Die französische Studie ist für die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW ein weiterer Beleg für den Zusammenhang zwischen ionisierender Strahlung und der Zunahme von Leukämieerkrankungen bei Kindern. Denn auch wenn die Wissenschaftler für den gesamten Studienzeitraum von 1990 bis 2007 keine Erhöhung der Leukämiefälle bei Kindern unter 15 Jahren beobachtet haben wollen, beträgt die Erhöhung des Leukämierisikos für Kleinkinder unter fünf Jahren in diesem Zeitraum 37 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt Alfred Körblein, der die Daten der Studie ausgewertet hat. Er berichtet, dass das Leukämierisiko für Kleinkinder in der Umgebung von Atomkraftwerken auch in Großbritannien (36 Prozent), Deutschland (41 Prozent) und der Schweiz (40 Prozent) in der gleichen Größenordnung liege.
Heart - Black

Haiti: Prostitution aus Armut - Viele Frauen warten nach Erd­beben ver­geb­lich auf Hilfe

Die 18-​jährige Kett­lyne lebt in Croix Deprez, einem der zahl­rei­chen Lager für Erd­be­ben­opfer in Haiti. Die junge Frau, die keine Eltern mehr hat, kann sich und ihre drei­jäh­rige Tochter nur mit Hilfe von Essen­resten ernähren, die sie sich durch Pro­sti­tu­tion ‘erar­beitet’. Kett­lyne ist eine von meh­reren Hun­dert Frauen, die im Rahmen einer inter­na­tio­nalen Studie zu ihren Lebens­um­ständen seit dem Beben 2010 befragt worden sind.

Die gemein­same Unter­su­chung, an der unter anderem die Orga­ni­sa­tionen ‘Madre’, ‘Inter­na­tional Women’s Human Rights’ (IWHR), ‘Global Justice Clinic’ (GJC) und ‘Center for Gender and Refugee Stu­dies (GGRS) betei­ligt waren, wurde am 12. Januar ver­öf­fent­licht. Genau zwei Jahre nach der Kata­strophe doku­men­tiert der Bericht, dass die Krise vor allem für hai­tia­ni­sche Frauen und Mäd­chen noch längst nicht über­wunden ist. Mehr als eine Mil­lion Men­schen in dem Kari­bik­staat wurden durch das Beben obdachlos. Die meisten von ihnen cam­pieren seitdem in behelfs­mä­ßigen Unter­künften. Die große Not hat das Klima der Gesetz­lo­sig­keit weiter verschärft.
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Japan aktuell: Stromausfall stoppte Kühlsystem an beiden Fukushima-Kraftwerken

Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit ist aufgrund einer Augenbinde bekanntlich blind, um unparteiisch entscheiden zu können. Die Entscheidung des Amtsgerichts Nagoya, als erstes Gericht in Japan überhaupt, Dokumente in Brailleschrift für Blinde und Sehbehinderte zuzulassen, kann sicher als Erfolg gewertet werden.

Dagegen dürfte das Urteil von Japans Höchstem Gerichtshof, die Mahnung von Lehrern durch die Schulleitung, wenn sich diese nicht am Singen der Nationalhymne Kimigayo beteiligen sei rechtens, jedoch Gehaltskürzungen oder gar Kündigungen nicht angemessen, für Diskussionen sorgen.
Andernorts mangelt es jedoch offenbar an Urteilsvermögen, wie Meldungen aus Fukushima aktuell zeigen. Nicht nur in Sachen radioaktiver Beton und Kies scheint einiges “verschütt” gegangen zu sein. Neben weiteren Informationen sind somit auch die Fukushima News erneut Teil der Berichterstattung - im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Januar 2012.

Stromausfall auch am Kühlsystem von Fukushima Daini: Der Energiekonzern TEPCO betreibt mehrere Atomkraftwerke, darunter auch die Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima 1) und Fukushima Daini (Fukushima 2). Während ersteres durch die Reaktorkatastrophe vom 11. März 2011 bekannt wurde, gab es von letzterem weniger dramatisch klingende Meldungen.
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Blackout: Wikipedia macht einen Tag lang dicht

Am 18. Jänner - Aus Protest gegen US-Zensurgesetz SOPA - "Gefahr für das offene Internet"

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© Grafik: Wikipedia
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will ihre englischsprachige Seiten aus Protest gegen ein im US-Kongress diskutiertes Gesetz gegen Online-Piraterie für 24 Stunden schließen. Das kündigt die hinter dem Projekt stehende Wikimedia Foundation in einer offiziellen Erklärung an.

Dicht

Demnach wird die englischsprachige Wikipedia am Mittwoch, 18. Jänner, für einen Tag - beinahe vollständig - offline gehen. Statt der gewohnt weit gestreuten Informationen soll auf der Webseite in dieser Zeit lediglich über den Stop Online Piracy Act (SOPA) - und dessen "Zwillingsgesetz" im Repräsentantenhaus namens PROTECTIP (PIPA) informiert werden.
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Restaurants stellen sich vermehrt auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten ein

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© Colorado Springs Independent
Lebensmittel-Unverträglichkeiten sind kein Einzelphänomen mehr. In Hamburg stellen sich immer mehr Restaurants und Supermärkte darauf ein

Im "Landhaus Scherrer" an der Elbchaussee serviert Sternekoch Heinz Wehmann exklusive Menüs, Salat mit Mango und gebratenen Garnelen in Haselnuss-Vinaigrette oder Buchweizennudeln mit gebratenen Kräutersaitlingen. Das Schöne an diesen speziellen Gerichten: Sie sind gluten- und laktosefrei. Das ist für viele wichtig, um sich richtig ernähren zu können. Zwar heißt es auf einschlägigen Ernährungsseiten, für ein gesundes Frühstück brauche es nicht viel - ein Vollkornbrot mit Käse, ein gekochtes Ei, einen Apfel oder eine Banane, einen Erdbeerjoghurt, ein Glas Orangensaft und eine Tasse Kaffee mit Milch und Zucker. Dann sei man gewappnet, um sich den ganzen Tag fit zu fühlen. Doch immer mehr Menschen vertragen das vermeintlich gesunde Frühstück nicht mehr. Und vieles andere auch nicht.

Eier und Brot führen zu Bauchschmerzen und Blähungen, Käse und Joghurt zu Brechreiz und Kopfschmerzen, Apfel und Orangensaft zu Durchfällen und Kreislaufbeschwerden. Oft überfällt den Konsumenten auch eine extreme Müdigkeit direkt nach dem Essen.


Kommentar: Dies ist eher eine normale Reaktion und liegt nicht nur bei Menschen vor, die an einer Zöliakie erkrankt sind.


Kommentar: Die folgenden Artikel könnten auch von Interesse sein:

Warum Milch so schädlich ist

Die (Brot-)Büchse der Pandora: Die kritische Rolle von Weizenlektin bei menschlicher Krankheit

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Zwölfjähriger mit Hammer erschlagen - Vater schweigt zu Mord an seinem Sohn

Julian sitzt ahnungslos am Computer, als ihn sein eigener Vater von hinten mit einem Hammer erschlägt: In Berlin hat nun der Prozess gegen den 35-Jährigen begonnen. Am drängendsten ist für die Mutter des Jungen die Frage nach dem Warum - doch ihr Ex-Mann fühlt sich zu einer Aussage außerstande.

Neun Monate nach dem heimtückischen Mord an seinem Sohn hat sich der Vater zu Prozessbeginn in Schweigen gehüllt. Der 35 Jahre alte Täter hatte den Zwölfjährigen laut Anklage mit einem Hammer erschlagen. "Der Angeklagte möchte grundsätzlich aussagen, aber er schafft es nicht", erklärte sein Verteidiger Thomas Schräder vor dem Berliner Landgericht.
© dpa

Nach Angaben von Staatsanwalt Reinhard Albers hatte Julian am 18. April 2011 nachmittags in der Wohnung seines Vaters im Berliner Stadtteil Reinickendorf am Computer gespielt. Plötzlich habe der 35-Jährige von hinten dreimal kräftig zugeschlagen. Das Kind starb an den schweren Kopfverletzungen. Der Arbeitslose versteckte die Leiche seines Sohnes im Kellerverschlag des Mietshauses in der Gotthardstraße.
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Imker stürmen Monsanto-Frankreich

Französische Imker haben letzte Woche die Büros einer Zweigstelle von Monsanto besetzt. Sie riefen den Konzern und die Politik auf, den Verkauf und den Anbau von Gentechnik-Pflanzen zu stoppen. Speziell geht es ihnen um die im Frühjahr anstehende Aussaat des GVO-Mais MON810. Mut fassen die Gegner durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom September 2011. Danach ist Honig, der mit GVO-Spuren verunreinigt ist, nicht mehr verkehrsfähig.

Das MON 810-Anbauverbot wurde in Frankreich gerichtlich aufgehoben. Die französische Regierung will jedoch weiter daran festhalten. Presseberichten zufolge erreichten die Imker immerhin, dass sich Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet heute mit den GVO-Gegnern an einen Tisch setzt.

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Red Flag

Mossad im Iran: Terror unter falscher Flagge?

Inmitten der sich verschärfenden Rhetorik und der wachsenden Anspannung zwischen dem Iran und den westlichen Staaten (1) erschien am vergangenen Wochenende im US-Magazin Foreign Policy ein Bericht, der die jahrelangen Vorwürfe des Iran untermauert, denen zufolge Terror-Gruppen im Iran ausländische Unterstützung in der Absicht erhielten, das Land zu destabilisieren.
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© David Silverman/Getty Images

Die für ein unabhängiges Balutschistan - eine sich über den Südosten des Iran, den Westen Pakistans und den Südwesten Afghanistans erstreckende Region - kämpfende islamistische Gruppe Jundallah (Soldaten Gottes) hatte in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Anschlägen auf sich aufmerksam gemacht. Am spektakulärsten war ein Selbstmordattentat im Oktober 2009, bei dem 42 Menschen getötet wurden.

Der Anschlag galt einem von den Revolutionären Garden organisierten Treffen zwischen sunnitischen und schiitischen Stammesführen, auf dem für die Geschlossenheit zwischen beiden Religionsgemeinschaften geworben werden sollte.

„Wir sehen den jüngsten Terroranschlag als Ergebnis amerikanischer Aktivitäten“, sagte Irans Parlamentssprecher Laridschani nach dem Anschlag. Zudem hätten „gut informierte Quellen” bestätigt, dass auch Großbritannien in das Attentat verstrickt sei. (2) Vorwürfe gingen auch in Richtung Pakistan, wo die Jundallah ihre Stützpunkte unterhält. Iranische Vertreter sprachen von einer „vernichtenden Antwort“ auf das Attentat, der Gegenschlag könne auch auf pakistanischem Gebiet erfolgen. (3)
Che Guevara

Proteste in Bukarest halten an

Erste Verhaftungen - Neues Gesundheitsgesetz soll erstellt werden

Bukarest - Am Universitätsplatz in der rumänischen Hauptstadt Bukarest haben sich auch am Montagnachmittag etwa 200 Demonstranten, meist Pensionisten, versammelt. Es ist der vierte Tag der Protestkundgebungen gegen Staatschef Traian Basescu und die Regierung unter Premierminister Emil Boc von den Liberaldemokraten (PDL), denen sie den drastischen Spar- und Reformkurs der vergangenen eineinhalb Jahre, einschließlich Gehalts- und Stellenkürzungen im öffentlichen Sektor, vorwerfen.

Die Demonstrationen in Bukarest sind offiziell weiterhin nicht genehmigt. Auch in der westrumänischen Stadt Timisoara (Temeswar) fanden Proteste statt - diese sind jedoch der Nachrichtenagentur "Mediafax" zufolge vom Bürgermeisteramt bewilligt worden. Laut Innenminister Traian Igas (PDL) haben in den vergangenen Tagen in 36 Städten landesweit 8.600 Menschen an diversen Protestaktionen teilgenommen. Dabei waren rund 2.000 Gendarmen im Einsatz, einige davon seien ebenfalls verletzt worden.
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