Das Kind der Gesellschaft
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Verfassungsbeschwerde wird Massenbeschwerde: 36.000 Deutsche klagen gegen ESM

Historischer Unterstützerrekord: Der Euro-Pakt geht vielen Bundesbürgern gegen den Strich. Fast 36.000 Deutsche haben sich deshalb den Klagen gegen den Euro-Rettungsschirm ESM angeschlossen. Aus der Verfassungsbeschwerde ist eine Massenbeschwerde geworden.
© dapd
Der zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts: Erste ESM-Entscheidung am 12. September.
Karlsruhe - Die Verfassungsklagen gegen die Euro-Rettungsbeschlüsse des Bundestags haben nach Angaben der ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) einen Unterstützerrekord erzielt. Für die von ihr vertretenen Klagen hätten inzwischen knapp 36.000 Bundesbürger Vertretungsvollmachten unterzeichnet, sagte Däubler-Gmelin der "Augsburger Allgemeinen" vom Samstag.

Damit gilt die von zahlreichen Organisationen unterstützte Verfassungsbeschwerde des Vereins "Mehr Demokratie" als größte Massenverfassungsklage in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung hatte 2007 fast 35.000 Unterstützer gefunden.

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Hartz IV: Immer mehr Menschen beziehen es auf Dauer

Trotz guter Arbeitsmarktlage haben viele Langzeitarbeitslose offenbar immer schlechtere Karten, einen Job zu finden. Nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung ist der Anteil der Erwerbslosen, die bereits zwei Jahre und länger auf Hartz IV angewiesen sind, seit 2009 bundesweit um fünf Prozent auf 61 Prozent gestiegen. Das Blatt beruft sich dazu auf Daten der Bundesagentur für Arbeit.

In Ostdeutschland liegt der Anteil der Dauerbezieher von staatlicher Grundsicherung demnach sogar bei knapp 65 Prozent.

In den alten Ländern sind es rund 59 Prozent. Die gleiche Tendenz zeigt sich auch bei Erwerbstätigen, die wegen ihrer geringen Löhne schon mindestens zwei Jahre lang zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind. Ihr Anteil hat sich seit 2009 bundesweit ebenfalls um etwa fünf auf knapp 60 Prozent erhöht. Im Vorjahr gab es rund 794.000 so genannte Aufstocker. Das waren 47.000 mehr als im Jahr 2009.

Eye 1

Mit Twitter wird gestohlenes iPhone gefunden

Virtuelles Mörderraten gab es ja schon kürzlich bei einem Tatort, virale Schnitzeljagden von Unternehmen sind inzwischen Teil ausgeklügelten Marketings und keine Seltenheit mehr. Aber was, wenn das Verbrechen echt ist? Dann kann sich der Dieb in Zeiten von Mobile und Social Web schnell inmitten einer Schnitzeljagd wiederfinden. So geschehen im vorliegenden Falle.
© Twitter
Dem New Yorker David Pogue wurde auf einer Zugfahrt das iPhone gestohlen. Wo und wann genau, kann er nicht mehr sagen. Der Dieb war geschickt gewesen - doch er ahnte offenbar nicht, mit wem er sich damit angelegt hatte: Pogue ist angesehener Technikkolumnist bei der New York Times, hat über 1,4 Millionen Follower auf Twitter - und rief das Web um Hilfe, um sein Smartphone wiederzufinden. Die Diebstahlsicherung half ihm dabei.

Noch während der Zugfahrt suchten Pogue und die Schaffnerin das Abteil ab - nichts. Pogue, der auch ein MacBook hat, aktivierte sofort die Funktion “Find My iPhone”, mit der das iPhone lokalisiert werden kann - ohne Erfolg. Der Dieb muss das Gerät kurze Zeit nach dem Auffinden ausgeschaltet haben. Pogue hat den Kampf hier eigentlich schon aufgegeben. Es gehe ihm nicht um seine Daten, wie er schreibt. Das Gerät sei passwortgeschützt. Es tue ihm nur weh um ein teures Telefon.

Heart - Black

Ertrunkene "Gorch Fock"-Kadettin wird von deutschem Marineoffizier verhöhnt

Vor vier Jahren stürzte auf dem Marine-Schulschiff "Gorch Fock" eine Kadettin unter mysteriösen Umständen in den Tod. Ein Kapitänleutnant hat jetzt die Tote und ihre Angehörigen im Internet verhöhnt. Die Eltern, die immer noch auf Aufklärung drängen, sind fassungslos - und sehen sich in ihrem Misstrauen bestätigt.

Ein Marineoffizier hat die 2008 ertrunkene Gorch Fock-Kadettin Jenny Böken und ihre Eltern öffentlich verhöhnt. Gegen den Kapitänleutnant wird nach Marineangaben sowohl dienst- als auch strafrechtlich ermittelt.

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© dpa
Vor vier Jahren ertrank die damals 18-jährige Offiziersanwärterin Jenny Böken. Die genauen Todesumstände sind bis heute ungeklärt.

Heart - Black

Familientragödie in Dortmund - 3 tote Kinder

Zunächst sieht es so aus, als seien die Geschwister bei einem Brand ums Leben gekommen. Doch jetzt steht fest: Zumindest eines der drei Kinder, die heute morgen in einer ausgebrannten Wohnung in Dortmund gefunden worden waren, ist einem Verbrechen zum Opfer gefallen.
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© dpa
Polizisten stehen am Eingang der ausgebrannten Wohnung im Dortmunder Norden, in der am frühen Freitagmorgen zwei Kinder tot aufgefunden wurden. Ein drittes starb wenig später im Krankenhaus.
Als die Feuerwehr am frühen Freitagmorgen zu einem Brand in der Dortmunder Innenstadt gerufen wird, machen die Einsatzkräfte eine schreckliche Entdeckung: In der Wohnung im Erdgeschoss finden sie zwei Kinder tot auf. Ein drittes Kind kann zunächst schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden - dort erliegt der Junge wenig später seinen Verletzungen.

Butterfly

Teddybären-Abwurf über Weißrussland führt zur Entlassung zweier Generäle

Der mit eiserner Hand über sein Land herrschende weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat den Chef der Luftwaffe, Dimitri Pachmelkin, und den Leiter der Grenzschutzbehörde des Landes, General Igor Raschkowski, wegen angeblicher Pflichtvernachlässigung ihrer Posten enthoben. Fünf weitere ranghohe Militärs seien verwarnt worden, heißt es in Medienberichten.
© AP Photo/Gero Breloer
Die beiden Schweden Tomas Mazetti und Hannah Frey, mit einem ihrer Teddybären.
Hintergrund ist eine Aktion von Kritikern des Präsidenten vom 4. Juli dieses Jahres. Sie flogen mit einem einmotorigen Kleinflugzeug von Litauen nach Weißrussland und warfen an kleinen Fallschirmen zahlreiche Teddybären über Dörfern und der Hauptstadt Minsk ab. Die plüschigen Fallschirmspringer trugen Protestbotschaften, auf denen etwa die eingeschränkte Meinungsfreiheit sowie die Verfolgung politisch Andersdenkender angeprangert wird.

Bad Guys

Komplizin des Kinderschänders und Mörders Marc Dutroux wird vorzeitig aus Haft entlassen und soll ins Kloster gehen

Kidnapping, Vergewaltigung, Ermordung - die Taten des Kindermörders Marc Dutroux beschäftigen Belgien seit 1995. Die Freilassung seiner Frau und Komplizin nach 16 Jahren Haft ist heftig umstritten.
© Reuters
Der Eingang des Klosters in Malonne.
Brüssel. Die Komplizin und Ex-Frau des belgischen Kindermörders Marc Dutroux wird nach 16 Jahren Haft vorzeitig aus der Haft entlassen. Sie darf künftig in einem Kloster des Ordens der Klarissen in Malonne unweit der Stadt Namur leben. Diese Entscheidung eines Gerichts in Mons vom Dienstag wurde von Angehörigen der Opfer und von Opferverbänden scharf kritisiert. Zugleich begann in Belgien auch eine politische Debatte über das Recht von Schwerverbrechern auf vorzeitige Entlassung und auf Resozialisierung.

Das Gericht verbot der 52 Jahre alten Frau, sich den Familien der Opfer zu nähern. Jean-Denis Lejeune, der Vater eines Mädchens, das im Alter von acht Jahren von Dutroux verschleppt, vergewaltigt und dann ermordet wurde, beklagte aber, dass künftig nur etwa 60 Kilometer zwischen dem Aufenthaltsort der Täterin und der Opfer lägen.

Heart - Black

Radfahrer stirbt durch Olympiabus

© AFP
Bei einem tragischen Unfall am Olympic Park ist ein Radfahrer tödlich verunglückt. Er war mit einem Olympiabus kollidiert. Dessen Fahrer ist nun von der Polizei festgenommen worden.

Nach dem tragischen Tod eines Radfahrers in der Nähe des Olympic Parks in London ist der Fahrer eines offiziellen Shuttle-Busses festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei steht er im Verdacht, den Tod des 28-Jährigen durch gefährliches Fahren verursacht zu haben. Am Mittwochabend war der Bus mit dem Radfahrer zusammengestoßen, der Mann starb noch am Unfallort.

Unter dem Eindruck der Ereignisse forderte der britische Zeitfahr-Olympiasieger Bradley Wiggins die Einführung einer allgemeinen Helmpflicht. "Radsport ist ein gefährlicher Sport. Macht es zum Gesetz, einen Helm zu tragen", sagte der viermalige Olympiasieger und diesjährige Gewinner der Tour de France: "Als ich als Kind in London gelebt habe, bin ich selbst mehrmals angefahren worden."

Sherlock

Holi-Fest - Fest der Ignoranz?

© BLZ/Markus Wächter
Weiße Kleidung ist Pflicht - damit man möglichst bunte nach Hause kommt. In Berlin feiert man das indische Holi-Fest, mit Farbbeuteln und viel Gejohle. Doch was andernorts spirituelle Bedeutung hat, verkommt zum bloßen Event.

Berlin - Indien liegt gleich hinterm Ostbahnhof. Zumindest war das am Wochenende so. Indien war da aber auch nur ein paar Hundert Quadratmeter groß. Im Grunde war es auch nicht viel mehr als eine festgetrampelte und stellenweise ziemlich matschige Wiese.

Doch davon ließen sich die mehrere hundert Partywilligen nicht abschrecken. Denn auf dem Gelände des Postbahnhofs in Friedrichshain stieg das Holi-Open-Air-Festival. Was in Indien ein traditionelles Frühlingsfest ist, sollte in Berlin zu einer Art bunter Sommerparty werden. Wie beim Fest in Indien wurden auch hier kleine Beutel mit Farbpulver in die Höhe geworfen und verstreut.

Kommentar: Wir sind sicherlich keine Party-Muffel, doch ein traditionelles Fest aus dem Kontext zu reißen, inmitten Europas im Hochsommer zu feiern und einen spirituellen Anspruch zu haben, ist äußerst fragwürdig. Zu dem ein Veranstalter bekannt gibt, dass das bunte Pulver aus Maismehl besteht. Was angesichts der Dürre in Amerika und Ernteausfällen Deutschlands ein weiterer Punkt ist, nicht spirituell zu sein, oder einfach einer Illusion des Glücks zu folgen. Was letzten Endes Ignoranz ist.


Question

Massenschlägerei in Münchner Moschee

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© Focus Online
Das Islamische Zentrum der E. Afghanen in Bayern e.V. in der Neumarkter Straße in München
In einer Moschee in München sind 40 bis 50 Gläubige aufeinander los gegangen und haben sich eine Massenschlägerei geliefert. Die Polizei rückte mit einer Hunderschaft an - und musste einen Tag später wiederkommen.

Schon am Montag gegen 22 Uhr kam zu einem Streit in einer Moschee im Stadtteil Berg am Laim. Wie die Polizei mitteilte, eskalierte dieser aus noch unbekannter Ursache. 40 bis 50 Moscheebesucher gingen aufeinander los. Dabei kamen auch Messer und Holzlatten zum Einsatz.

Bei der Prügelei wurden nach Polizeiangaben fünf Menschen mit Messern leicht verletzt. Zudem wurde einer Person ein großer Teil seines Ohres abgebissen. Die Verletzten kamen in die umliegenden Krankenhäuser und wurden bis auf eine Person am Dienstag wieder entlassen.