Das Kind der Gesellschaft
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MIB

Iran: Mutmaßlicher CIA-Spion festgenommen

Der Iran hat am Sonntagabend einen angeblichen Spion des US-Geheimdienstes CIA im Fernsehen vorgeführt. Vor laufenden Kameras sagte der Mann, er sei ausgebildet worden, um den iranischen Geheimdienst zu unterwandern.
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Amir Mirsa Hekmati behauptet, er sei ein Agent des US-Geheimdienstes

Das iranische Staatsfernsehen hat am Sonntag über die Festnahme eines US-Bürgers berichtet, der ein Agent des US-Geheimdienstes CIA sein soll. Der Mann namens Amir Mirsa Hekmati sei in Arizona geboren und habe iranische Wurzeln, berichtete das Staatsfernsehen. Er sei im Jahr 2001 in die US-Armee eingetreten und habe eine jahrelange Ausbildung als Geheimagent absolviert. Später sei er auf den US-Stützpunkt Bagram in Aghanistan geschickt worden, wo er Zugang zu Geheimdokumenten gehabt habe.

Der Plan sei gewesen, "nützliche Informationen zu opfern" und diese den Iranern zuzuspielen, sagte Hekmati, der sich auf Farsi und Englisch äußerte, in dem Fernsehbericht. Auf diese Weise habe er Kontaktmann des iranischen Geheimdienstministeriums werden wollen. Der iranische Geheimdienst habe jedoch "die Aktivitäten in Bagram überwacht" und den Agenten so entlarvt, berichtete das Staatsfernsehen weiter.
Heart - Black

Urteil: Jahrelanger Sex mit Tochter, aber kein Missbrauch

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Das Gericht hat entschieden. Der Inzest-Vater Adolf B. aus Willmersbach hat seine Tochter nicht vergewaltigt. Zumindest könne ihm keine Vergewaltigung an seiner damals mutmaßlich erst zwölf- oder 13-jährigen Tochter nachgewiesen werden. Damit wäre der jahrelange Sex zwischen Vater und Tochter einvernehmlich gewesen. Mit Nötigung und Körperverletzung kommt der Inzest-Vater milde davon.

Der wegen Inzests mit seiner Tochter Renate angeklagte 69-jährige Adolf B. aus Willmersbach ist mit einer relativ milden Gefängnisstrafe davonkommen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verhängte am Montag eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten gegen ihn. Die Staatsanwältin hatte 14 Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung gefordert.

Die Strafkammer verurteilte den ehemaligen Gerüstbauer jedoch lediglich wegen Inzests sowie Nötigung und Körperverletzung. Vom Vorwurf der jahrelangen Vergewaltigung der heute 46-jährigen Tochter sprach es ihn frei. „Vergewaltigung können wir nicht nachweisen“, sagte der Vorsitzende Richter Günther Heydner.

Angeklagt waren mehrere hundert, nicht verjährte Fälle seit 1991. Das Gericht ging von zehn noch nicht verjährten Inzest-Fällen seit 2006 aus. Heydner betonte, die Kammer sei durchaus davon ausgegangen, dass Renate B. von ihrem Vater erstmals als Zwölf- oder 13-Jährige zum Sex gezwungen worden sei. „Diese Frau hat allem Anschein nach eine schlimme Kindheit in einem schlimmen Elternhaus gehabt. Sie wurde in jungen Jahren mit Dingen konfrontiert, die alles andere als schön waren“, sagte er. „Aber darum geht es nicht“. Das Gericht habe dem Vater nachweisen müssen, dass er sich auch nach 1991 seine Tochter immer mit Gewalt gefügig gemacht habe. „Das können wir nicht“, sagte Heydner.
Bad Guys

Abruzzen, Italien: Mafia bereicherte sich am Aufbau nach Beben

Vier Männer wurden am Montag verhaftet

L'Aquila - Mafia-Mitglieder sollen kräftig am Wiederaufbau nach dem Erdbeben in den Abruzzen vor rund zweieinhalb Jahren mitverdient haben. Vier am Montag verhaftete Männer hätten sich den Ermittlern zufolge mit kriminellen Absichten in die Bauvergabe nach dem schweren Beben im Frühjahr 2009 in Italien eingeschaltet, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Im Baugeschäft ist die Organisierte Kriminalität traditionell äußerst aktiv. Die verhafteten Männer sollen der 'Ndrangheta angehören - sie gilt als derzeit stärkste Mafia-Organisation.

Im Fokus des mutmaßlichen Millionengeschäfts sollen vor allem private Aufträge gestanden haben, die für den Wiederaufbau der am schwersten beschädigten oder zerstörten Häuser in der Stadt L'Aquila vergeben worden seien, hieß es. Einer der Verhafteten stamme aus der Stadt selbst. Den Haftbefehlen waren lange Ermittlungen vorausgegangen. Nähere Einzelheiten zu dem mutmaßlichen Vorgehen der Mafiosi wurden zunächst nicht bekannt.
Bomb

Erneut Explosion bei Neuhausen

Cottbus/Neuhausen - An der Landstraße bei Neuhausen (Spree-Neiße) ist es am Samstagvormittag erneut zu einer Explosion gekommen. Eine entsprechende Meldung des RBB bestätigte die Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße. Die Explosion ereignete sich nach Angaben eines Sprechers an der gleichen Stelle wie die am vergangenen Mittwoch, wo ein rund zehn Meter großer Krater entstand. Weder Menschen noch Sachen seien zu Schaden gekommen. Als Ursache werden sogenannte Riegelminen vermutet, die die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg als Panzersperren einsetzte.

Bei ihnen handelt es sich laut Polizei um einfache, mit Sprengstoff gefüllte Blechkästen, die durch Korrosion und Erschütterungen spontan detonieren können. Sie lägen dort in vier Metern Tiefe. Nach dem Krieg hätten die in der Region lebenden Menschen die Munition irgendwie loswerden wollen und wohl in einen bei Kämpfen entstandenen Krater geworfen, um sie dort zu vergraben. Inzwischen sei die Gefahrenzone weiträumig mit Bauzäunen und Warnschildern abgesperrt worden. Einige Einwohner durften vorübergehend nicht mehr in ihre Häuser.

«Es besteht höchste Lebensgefahr», sagte der Neuhausener Bürgermeister Dieter Perko (CDU) am Samstagabend im Fernseh-Nachrichtenmagazin «Brandenburg aktuell». Die Einwohner seien sehr beunruhigt und verängstigt. Es sollten jegliche Erschütterungen des Erdbodens vermieden werden.
Arrow Down

Über das Denken in Deutschland: Frustriert, verärgert und gefährlicher

Der Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer untersucht seit zehn Jahren, wie sich die Werte des Zusammenlebens in Deutschland verändern. In seinen jüngsten Erhebungen macht er beunruhigende Beobachtungen. Heitmeyer sieht die Gesellschaft der Bundesrepublik in einem explosiven Dauerzustand. Die Mitte drängt Randgruppen zunehmend nach außen.
menschen, schatten, bettler
© DAPD/DAPD

„Deutsche Zustände“, so lautet die die Reihe der Forschergruppe des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung. Untersuchungsgegenstand: die deutsche Gesellschaft, ihre Werte, ihre Vorurteile, der Zustand des Kitts, der unser Sozialgefüge zusammenhält. Mit Band zehn der empirischen Langzeitstudie legen die Sozialwissenschaftler nun eine Bilanz vor.

Es befördert einen zum Teil widersprüchlichen Komplex an Aussagen zutage. Einige sprechen für eine Liberalisierung der Gesellschaft, andere legen gegenteilige Schlussfolgerungen nahe.
Penis Pump

Vatikan kauft sich Porno-Domain: Vatican.xxx

Vatikanstadt. Erst der Skandal um das Schmuddel-Angebot des Weltbild-Verlags und nun sichert sich der Vatikan auch noch die schlüpfrige Internetadresse "vatican.xxx".

Aber nein, kein Grund zur Aufregung, das ist nur eine Vorsichtsmaßnahme. Die internationale Verwaltungsorganisation ICANN hatte die Top-Level-Domain ".xxx" erst vor Kurzem zugelassen. Eine Endung, die bei Anbietern von Pornografie besonders heiß begehrt ist.

Also schnappten die Kirchenoberen lieber selbst zu, um zu vermeiden, dass jemand anderes unter dem Namen "vatican.xxx" gar sündiges Material verbreitet. Das hatte die französische Tageszeitung La Croix berichtet.

Ein Schachzug, auf den auch viele große Unternehmen setzen. Diese haben die ".xxx"-Domains ebenfalls aufgekauft, damit ihre Marken nicht in ein falsches Licht gerückt werden.
Christmas Tree

Weihnachtsbäume mit krebserregenden Pestiziden belastet

BUND-Weihnachtsbaumtester finden in fast der Hälfte der Bäume teils verbotene Pestizide

Berlin - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat in sechs von 15 getesteten Weihnachtstannen und -fichten teils verbotene Pestizide gefunden.In einem Drittel der untersuchten Nadelproben von in Berliner und Leipziger Baumärkten und Straßenverkaufsstellen gekauften Bäumen wurde das in Deutschland verbotene Insektizid Flufenoxuron nachgewiesen. In zwei Proben wurde das nicht für Weihnachtsbäume zugelassene Herbizid Metolachlor und in einer Probe das in der EU seit 2004 verbotene Herbizid Atrazin gefunden. Diese Chemikalien gelten als krebserregend bzw. hormonell wirksam. Gleich drei Pestizide wurden in einer Nordmanntanne aus einem Leipziger Globus-Baumarkt gefunden. Sie stammt vom Tannenhof Zernitz-Lohm in Brandenburg. Die höchste Belastung wurde in einer Blaufichte gemessen, die ebenfalls in Leipzig in einem Hagebaumarkt gekauft wurde und deren Herkunft unbekannt ist.
Boat

Russland: Bohrinsel mit 67 Arbeitern sinkt bei Sturm

Im Ochotskischen Meer ist eine russische Ölplattform mit 67 Menschen an Bord gesunken. Bei Sturm und eisiger Kälte geriet die Bohrinsel in Seenot und sank. Rettungsmannschaften konnten nur 14 lebensbedrohlich verletzte Besatzungsmitglieder retten.

Nach dem Untergang einer Bohrinsel vor der russischen Ostküste rechnen die Behörden mit Dutzenden Toten. Nach Angaben der russischen Schifffahrtsbehörde war die Plattform in der Nacht zum Sonntag mit 67 Menschen an Bord im Ochotskischen Meer gesunken, nur 14 von ihnen konnten in den ersten Stunden aus dem eisigen Gewässer geborgen werden. Nach Einbruch der Nacht mussten die Bergungsmannschaften zudem ihre Arbeit unterbrechen.

Laut einem Sprecher des örtlichen Katastrophenschutzministeriums wurde die Kolskoje-Ölplattform in der Nacht (02.45 Uhr MEZ) von einem Schlepper und einem Eisbrecher von der Halbinsel Kamtschatka zur Insel Sachalin gebracht, als sie bei eisigen Temperaturen und Sturm in Seenot geriet und sank, erklärte ein Sprecher des örtlichen Katastrophenschutzministeriums. Bis zum späten Abend entdeckten die Rettungskräfte vier Leichen im Wasser, konnten sie aber wegen des hohen Wellengangs nicht bergen. 49 Menschen wurden noch vermisst, doch hatten sie im Eiswasser kaum Überlebenschancen. Der Zustand von zwei der 14 geretteten Besatzungsmitglieder sei zudem lebensbedrohlich.
Play

Seevögel in Gefahr: Fast alle Nordsee-Vögel haben Müll im Bauch

Abkommen und Gesetze weltweit sollen Ozeane und ihre Bewohner vor Plastikmüll schützen. Doch noch immer sterben viele Seevögel, weil Plastikreste ihre Mägen verstopfen. Besonders schlimm ist es im Ärmelkanal.

Vor 50 Jahren lagen die ersten Seevögel tot an Stränden, die verhungert waren, weil Plastikreste ihre Mägen verstopft hatten. Die Tiere hatten zu viel des im Meer treibenden Mülls gefressen. Seitdem sollen Abkommen und Gesetze weltweit Ozeane und ihre Bewohner vor Plastikmüll schützen.

Doch noch immer landen enorme Mengen Kunststoff in den Meeren. Den jüngsten Beleg liefern Biologen um Jan van Franeker vom Institut für marine Ressourcen und Ökosystem-Studien im holländischen Wageningen. In der Nordsee untersuchten die Forscher von 2003 bis 2007 den Inhalt von knapp 1300 Mägen von Eissturmvögeln (Environmental Pollution, Bd. 159, S. 2609, 2011).

An dieser Tierart lässt sich die Plastikverschmutzung der Meere gut abschätzen, weil Eissturmvögel auf dem offenen Meer leben und unverdauliche Stücke nicht auswürgen.
Cow

Milchwirtschaft in Norwegen - Ein Kilo Butter? 60 Euro!

Ausgerechnet zu Weihnachten ist Backen in Norwegen praktisch unmöglich: Es herrscht akuter Buttermangel. Hauptanbieter Tine hat Fehler bei der Berechnung des Butterbedarfs gemacht - jetzt sind die Regale leer. Auf dem Schwarzmarkt werden inzwischen Wucherpreise verlangt.

Das Backrezept auf der Webseite des norwegischen Molkereiriesen Tine muss auf Verbraucher wie Hohn wirken. Unter der Rubrik "Weihnachtsversuchung" steht dort die Bauanleitung für ein "gemütliches Pfefferkuchenhaus". Lecker sieht es aus, knusprig. "Selbst die Hexe aus Hänsel und Gretel würde neidisch werden", verspricht der Werbetext. Tatsächlich müsste die Hexe sich wohl keine Sorgen machen. Denn wo sollen 125 Gramm Butter herkommen, die laut Rezept für den Pfefferkuchenteig benötigt werden? In Norwegen herrscht seit Wochen akuter Buttermangel. Die Regale der Supermärkte sind leer. Hauptanbieter Tine kann nicht liefern. Am Schwarzmarkt werden inzwischen horrende Preise verlangt, 20 Euro und mehr für ein Kilogramm.
Butter
© Reuters
Magere Zeiten: Butterengpass in Norwegen

Die Suche nach dem Schuldigen läuft. Das ist schwierig, denn die Milchwirtschaft ist kein simples Wechselspiel von Angebot und Nachfrage, sondern ein kompliziertes Puzzle aus Paragraphen, Quoten und Zollvorschriften. Da gibt es viele Köche, die den Reisbrei verderben können, der in Norwegen an Weihnachten traditionell mit Schlagsahne zubereitet wird. Und die werde wahrscheinlich auch bald knapp, prophezeite die Zeitung Aftenposten am Freitag.
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