Das Kind der Gesellschaft
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Studie: Jedes dritte Kind frühstückt nicht

Bielefeld (dpa) - Keinen Hunger, keine Zeit oder zu dick? Jedes dritte Kind frühstückt nicht. Bei den 15-Jährigen geht sogar jeder Zweite ohne Frühstück aus dem Haus. Erschreckend: Viele der Kinder finden sich zu dick und verzichten deshalb.

Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland geht einer neuen Studie zufolge ohne Frühstück aus dem Haus. Forscher der Universität Bielefeld haben für eine internationale Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgefunden, dass bei den 15-Jährigen sogar jeder zweite das Frühstück auslässt. Das berichtete die Uni am Montag (14. November). Je wohlhabender die Familien sind, desto häufiger nehmen die Kinder der Studie zufolge morgens eine Mahlzeit zu sich. Die Forscher vermuten, dass viele der Kinder aus Gewichtsgründen nicht frühstücken: Denn die Hälfte der Mädchen und ein Drittel der Jungen hielten sich für zu dick.
Bomb

Augsburg: Bei Baggerarbeiten wird eine 250 Kilo-Bombe entdeckt

In Augsburg ist am Montag eine englische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Beinahe wäre eine Evakuierung im Umkreis von 300 Metern nötig gewesen.

Gegen 15 Uhr wurden der Katastrophenschutz, die Berufsfeuerwehr Augsburg und die Freiwillige Feuerwehr Göggingen zu einem Bombenfund in die Augsburger Schillstraße, Ecke Soldnerstr gerufen.

An der Baustelle am Griesle wurde nach Angaben der Feuerwehr durch Baggerarbeiten eine Bombe ausgegraben. Polizei und Berufsfeuerwehr sperrten das Gebiet weiträumig ab. Der Bus wurde umgeleitet. Für die Bombe mit rund 250 kg wurde eine Evakuierung im Umkreis von 250 - 300 Meter organisiert.
Bad Guys

Bevölkerungsexplosion - Wovon sollen wir leben?

Eine Milliarde Menschen leidet an Hunger. Jeden Tag. Doch die Weltbevölkerung wächst und wächst. Wird es uns gelingen, endlich vernünftig zu konsumieren, um wenigstens die kommenden Jahrzehnte zu überstehen? Und wie viele Menschen kann die Erde auf Dauer ernähren?

Als der Geograph Chris Reij von der Universität Amsterdam 2004 nach zehn Jahren wieder in den Niger reiste, traute er seinen Augen nicht: Wo sich früher wüstenähnliches Land ausgebreitet hatte, wuchsen nun massenhaft Bäume - und das im Sahel, einer Region, die in Europa mit Dürre und Hunger in Verbindung gebracht wird, aber nicht mit Aufforstung.
Afrikanisches Kind bei Feldarbeit
© Reuters
Mehr Menschen brauchen mehr Nahrung. Aber wo soll die herkommen?

Die Einheimischen erzählten Reij eine verblüffende Geschichte: Ein australischer Entwicklungshelfer hatte ihnen in den achtziger Jahren einen Handel angeboten: Er gab ihnen Lebensmittel, dafür aber sollten sie Bäume pflanzen.

Den Erfolg dieses Projekts konnte Reij mit Satellitenfotos belegen: Allein in Niger sind auf diese Weise fünf Millionen Hektar Land wieder begrünt worden, eine Fläche von der Größe Niedersachsens. Besonders drastisch war der Unterschied in jenen Regionen mit der höchsten Bevölkerungsdichte.
Cult

Hinweise von Bekenner-DVD: Neonazis sollen weitere Anschläge verübt haben

Die unter mehrfachem Mordverdacht stehende Thüringer Neonazi-Gruppe soll möglicherweise für drei weitere Anschläge verantwortlich sein. In zwei Fällen gibt die Bekenner-DVD konkrete Hinweise.
köln, anschlag
© Federico Gambarini/DPA
Nagelbomben-Anschlag in Köln, 2004: Ob das Attentat aufs Konto der Thüringer Nazizelle geht, wird nun offiziell ermittelt

Die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) ist möglicherweise für weitere Anschläge verantwortlich. So habe die Analyse der Bekenner-DVD "durch die Ermittler des Landeskriminalamtes jetzt Hinweise auf einen bisher unaufgeklärten Sprengstoffanschlag in der Kölner Innenstadt im Jahr 2001 ergeben", teilte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montag in Düsseldorf mit. Ebenfalls auf das Konto der Nazizelle gehen könnten laut jüngsten Ermittlungen der 2004 verübte Anschlag mit einer Nagelbombe, ebenfalls in Köln, und der brutale Mord an einem Pizzeria-Chef im sächsichen Döbeln.

Das Opfer in Döbeln war ein 41-jähriger Libanese, der am 1. November ohne erkennbaren Grund ermordet wurde. Ein Unbekannter hatte die Pizzeria betreten und den Betreiber mit vier Schüssen regelrecht hingerichtet. Das Phantombild vom Täter, das die Polizei seinerzeit rumreichte, ähnelt - wie sich nun zeigt - auf verblüffende Weise dem Fahndungsfoto von Uwe Bönhardt, einem Mitglied der jetzt im Fokus stehenden Terrorzelle. Die Staatsanwaltschaft betont allerdings, dass dieser Verdacht bisher nicht bestätigt ist. Die Ermittlungen laufen weiter - wie viele in diesen Tagen.
Einstein

Einstein irrte: Wissenschaftliche Kreativität und damit Chance auf große Entdeckung längst nicht verschwunden

Albert Einstein 01
© AP
Albert Einstein
Forscher vermuten, dass zwei Dinge dafür verantwortlich sind: Immer größer werdende Menge an Wissen und abnehmende Zahl rein theoretischer Arbeiten.

Washington. "Wer bis zum 30. Lebensjahr keinen bedeutenden Beitrag zur Wissenschaft geleistet hat, wird es nie mehr tun", soll Physik-Genie Albert Einstein einmal gesagt haben. "Ein Physiker ist mit 30 faktisch tot." Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Einsteins Karriere ihren Höhepunkt hatte, mag dies gestimmt haben. Grundsätzlich aber ist mit 30 die wissenschaftliche Kreativität - und damit die Chance auf eine große Entdeckung - längst nicht verschwunden, schreiben US-Forscher im Fachblatt Proceedings der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS). Das belege unter anderem das Alter zahlreicher Nobelpreisgewinner zum Zeitpunkt ihrer preiswürdigen Entdeckung.

Untersuchungen und Nachforschungen

Benjamin Jones von der Northwestern Universität (Evanston/US-Staat Illinois) und Bruce Weinberg von der Ohio State Universität (Columbus/US-Staat Ohio) hatten sich die Nobel-Preisträger bis 2008 aus den Fächern Physik, Chemie und Medizin angeschaut, insgesamt 525 Wissenschafter. Sie ermittelten, wie alt diese waren, als sie die Entdeckung machten, für die sie später den Nobelpreis bekamen. Das Ergebnis: In den Jahren vor 1905 - der Nobelpreis wird seit 1901 vergeben - waren die Preisträger aller Bereiche zum Zeitpunkt ihrer bahnbrechenden Entdeckung tatsächlich jung: 69 Prozent der Chemiker, 63 Prozent der Mediziner und 60 Prozent der Physiker waren noch keine 40 Jahre alt. Ein Fünftel aller preiswürdigen Entdeckungen wurden vor 1905 von Wissenschaftern unter 30 gemacht.
Nuke

Fukushimas GAU-Opfer demonstrieren für Entschädigung

Laut der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press demonstrierten gestern 10.000 Menschen in Fukushima für eine Abfindung der Opfer der Nuklearkatastrophe des Atomkraftwerks Fukishima Daiichi. In einer 20 Kilometer großen Sperrzone um das Kernkraftwerk mussten zehntausende Japaner evakuiert und Häuser, Höfe, Vieh und Geschäft zurücklassen werden.

Zur Interessenvertretung der Betroffenen schloss sich jüngst eine Gruppe von rund 30 japanischen Rechtsanwälten zusammen. Für aktuell 50 Mandanten ersuchen sie Entschädigungszahlen bei der japanischen Regierung und dem Energiekonzern Tepco.

Nach Schätzungen eines Expertengremiums wird die Stilllegung des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Fukushima I) mindestens 30 Jahre dauern, die Entgiftung der Sperrzone mehrere Jahrzehnte. Dies geht aus dem Entwurf für einen Bericht hervor, der zum Jahresende vorgelegt werden soll.
Nuke

Neue Enthüllungen über das wahre Ausmaß der Fukushima-Katastrophe

Die aktuellen Berichte aus Fukushima belegen eindringlich, dass von einem Ende der atomaren Katastrophe keine Rede sein kann. Kraftwerksbetreiber Tepco hat jetzt mitgeteilt, dass am Reaktor 2 radioaktives Xenon-133 und Xenon-135 festgestellt worden sei. Das deutet darauf hin, dass die Kernschmelze dort nach wie vor anhält. Wie wenig man den Beteuerungen von Tepco Glauben schenken kann, dass davon "keine Gefahr" ausginge, zeigen neue Analysen des norwegischen "Institute for Air Research" über das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe von Beginn an.

Es errechnete für die Tage vom 11. bis 15. März mit 16.700 Peta-Becquerel "die größte zivile Freisetzung in der Geschichte der Menschheit" bezogen auf Xenon-133. Die Werte von radioaktivem Cäsium-137 beliefen sich der Studie zufolge für die Monate März und April auf 36 Peta-Becquerel, gut 40 Prozent der geschätzten Freisetzung während der Tschernobyl-Katastrophe.

Bis heute wurde doppelt so viel Cäsium-137 in die Atmosphäre freigesetzt wie von der japanischen Regierung bisher zugegeben wurde. Die Wissenschaftler schätzen, dass ihre Luft-Messungen jedoch nur 19 Prozent der gesamten Cäsium-137-Menge erfassen. Alles andere sei ins Meer gelangt. Die Studie ist die bisher umfangreichste Untersuchung über die Ausbreitung der Radioaktivität durch die Katastrophe von Fukushima und wertet die Daten von rund 1.000 Messungen rund um die Welt aus, nicht nur in Japan, sondern auch in den USA und Europa. Den meisten bürgerlichen Medien war dies nicht mehr als eine Kurzmeldung wert.
Hourglass

Fast gesamtes Schweröl aus "Rena" abgepumpt - 60 Tonnen bleiben noch

Wellington - Gut einen Monat nach dem Schiffsunglück vor der Küste Neuseelands hat die Bergungsmannschaft den Durchbruch geschafft: Fast das gesamte Schweröl von der «Rena» ist abgepumpt worden.

Arthur Jobard von der neuseeländischen Schifffahrtsbehörde MNZ, sprach am Sonntag von «einem Meilenstein» bei dem wochenlangen Einsatz. Insgesamt mehr als 300 Tonnen Öl konnten die Arbeiter aus den Tanks abpumpen. Rund 60 Tonnen Heizöl sind Schätzungen zufolge noch an Bord der «Rena». Das Abpumpen dieser Restmenge könnte schwierig werden, weil sich das Öl in den Treibstofftanks mit Wasser vermischt hat.
Bomb

Munitionslager im Iran explodiert: Mindestens 17 Tote

Teheran - Bei der Explosion eines Munitionslagers der iranischen Revolutionsgarden im Westen von Teheran sind mindestens 17 Mitglieder der militärischen Eliteeinheit getötet worden. Mindestens 23 Revolutionsgardisten wurden nach amtlichen Angaben verletzt. Ersten Ermittlungen zufolge wurde die schwere Detonation durch einen Unfall beim Umlagern von Munition ausgelöst.

Das staatliche Fernsehen zitierte den Kommandeur der Revolutionsgarden, Ramesan Scharif, mit den Worten, 17 Revolutionsgardisten seien durch die Explosion gestorben. Erste Angaben, wonach die Totenzahl mit 27 Opfern deutlich höher lag, seien auf ein "unleserliches" Fax zurückzuführen gewesen, sagte Scharif demnach.

Medienberichten zufolge ereignete sich die Explosion in einem Militärlager in Bid Ganeh, rund 20 Kilometer südwestlich vom Zentrum der iranischen Hauptstadt Teheran. Die Nachrichtenagentur ISNA meldete unter Berufung auf Rettungskräfte, einige der Opfer seien lebensgefährlich verletzt. Krankenwagen, Rettungsteams mit Suchhunden und ein Hubschrauber begaben sich an die Unglücksstelle.
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Dioxin-Ursache noch nicht gefunden: Belastetes Tierfutter in zehn Bundesländern

Mit Dioxin belastetes Tierfutter ist mittlerweile in zehn Bundesländern aufgetaucht. Restmengen wurden gesperrt und dürfen nicht verfüttert werden, die Suche nach der Ursache läuft. Laut den Behörden besteht keine Gefahr für Menschen, Tiere und Umwelt.
Futterpellets
© Carmen Jaspersen/DPA
Ein Landwirt hält Futterpellets in den Händen. Der Dioxin-Skandal um verseuchtes Futtermittel weitet sich in Deutschland aus.

Der Dioxin-Skandal um verseuchtes Futtermittel weitet sich in Deutschland aus. Bislang sind zehn Bundesländer betroffen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa am Freitag ergab. Unterdessen läuft die Suche nach der Ursache für das Dioxin in Futtermittel aus Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen auf Hochtouren. Noch vorhandene Restmengen sind mittlerweile überall gesperrt und dürfen nicht verfüttert werden. Gefahr für Menschen, Tiere und Umwelt bestehe nicht, meinen die Behörden.

Betroffen sind Zuckerrübenschnitzel, die als Bestandteil von Tierfutter hergestellt werden. Bundesweit gab es Untersuchungen, nachdem ein Hersteller aus Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) Überschreitungen des zulässigen Dioxin-Höchstwertes gemeldet hatte. Den Behörden in Düsseldorf zufolge machen die Schnitzel nur 10 bis 15 Prozent des fertigen Futters aus. Darum sei es unwahrscheinlich, dass die Grenzwerte im Endprodukt überschritten würden.
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