
Vor 34.000 Jahren war Europa nicht gerade dicht besiedelt: Menschen lebten verstreut in kleinen Gruppen. Doch anders als einigen Neandertaler-Gruppen gelang es den anatomisch modernen Menschen offenbar schon damals, Inzucht zu vermeiden, wie nun ein internationales Forscherteam mit österreichischer Beteiligung berichtet. Da ihre Gruppen kaum mehr als zwei Dutzend Individuen umfassten, mussten sie sich dazu wohl aktiv mit anderen Sippen austauschen - sprich: bewusste Fortpflanzungspolitik betreiben.
Unter der Leitung von Martin Sikora und Eske Willerslev vom Dänischen Naturhistorischen Museum in Kopenhagen haben die Forscher das Genom von vier anatomisch modernen Menschen untersucht, die vor 34.600 bis 33.600 Jahren im europäischen Teil des heutigen Russlands lebten. 1955 wurde am archäologischen Fundplatz Sungir das Grab eines erwachsenen Mannes gefunden, außerdem entdeckte man dort ein Doppelgrab zweier Buben, die im Alter von neun bis dreizehn Jahren verstorben waren. Bei ihnen lag als Grabbeigabe ein männlicher Oberschenkelknochen, der mit Rötel gefärbt war und vermutlich als Talisman diente, erklärte der aus Wien stammende Archäologe Philip Nigst, der an der Universität Cambridge forscht.












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