Verborgene Geschichte
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Antikes Grabtuch wirft überraschendes Licht auf einst benutzte Materialien

2.800 Jahre altes Grabtuch wirft neues Licht auf prähistorische Textilherstellung

Das 2.800 Jahre alte Grab eines reichen Dänen aus der Bronzezeit überrascht die Archäologen: Denn eine neue Untersuchung enthüllt, dass die Überreste des Toten in einen aus Brennnesseln gewobenen Stoff gehüllt worden waren. Die Brennnesseln dafür stammen zudem nicht aus Dänemark, sondern aus der mehr als 1.000 Kilometer entfernten Steiermark in den Alpen. Das zeige die Analyse von Strontium-Isotopen in den Pflanzenfasern, berichten Bodil Holst von der Universität von Bergen und seine Kollegen im Fachmagazin "Scientific Records". Die Wildpflanze Brennnessel habe demnach in der Bronzezeit eine unerwartet wichtige Rolle für die Textilherstellung gespielt. Stoffe aus diesem Material seien offenbar sogar über große Entfernungen hinweg transportiert worden.

Bronzezeit, Gewebe, Grab
© The National Museum of Denmark
2.800 Jahre altes Gewebe aus dem Bronzezeit-Grab von Lusehøj in Dänemark; die Fäden des Stoffes bestehen aus Brennnesselfasern.
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Antikythera-Mechanismus: Forscher auf der Suche nach weiteren antiken Computern

Seit mehr als 100 Jahren sorgt der sogenannten Mechanismus von Antikythera unter Forschern und Wissenschaftlern für Rätselraten, stellt das komplexe Zahnradwerk doch einen mechanischen Vorgänger von Computern da, mit dem verschiedene Kalender und astronomische Berechnungen aufeinander abgestimmt werden konnten (...wir berichteten). Allerdings stammt die Apparatur aus der Antike und ist rund 2000 Jahre alt. Jetzt wollen Taucher erneut zum Fundort tauchen, um dort nach weiteren "antiken Computern" zu suchen.
Antikythera
© cc-by-sa 3.0
Der Mechanismus von Antikythera im Nationalen archäologischen Museum von Athen.
Woods Hole (USA) - 1901 wurden die stark verkrusteten und zugewachsenen Reste des Mechanismus von Schwammtauchern aus einem römischen Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen. Die Komplexität des mechanischen Räderwerks ist für die Antike einzigartig und wurde erst wieder von Uhrmachern im mittelalterlichen Europa erreicht.
Better Earth

Die meisten Neandertaler waren rechtshändig und sprachen daher wahrscheinlich miteinander

Durch die Untersuchung an Zähnen und Skelettteilen eines Neandertalers, schließen deutsche Wissenschaftler darauf, dass auch die ausgestorbene Menschenart überwiegend Rechtshänder waren. Dies wiederum legt eine Dominanz der linken Hirnhälfte und damit die Fähigkeit zur Sprache nahe.
© senckenberg.de
Die untersuchte Vorderzahnreihe dieses Neandertalers "Regourdou 1" weist charakteristische Kratzspuren auf, die Rückschlüsse auf seine Händigkeit ermöglichen.
Frankfurt (Deutschland) - Wie die Forscher um Dr. Virginie Volpato von der Abteilung Paläoanthropologie und Messelforschung des Senckenberg Forschungsinstitutes im Fachjournal PLoS ONE berichten, benutzten somit auch die meisten Neandertaler, wie etwa neunzig Prozent aller heutigen Menschen zum Essen oder Schneiden die rechte Hand.

"Es gab schon früher Hinweise darauf, dass Neandertaler vorrangig die rechte Hand benutzt haben", erklärt Volpato. "Grundlage hierfür war die verstärkte Muskulatur am rechten Arm der Spezies. Wir haben nun erstmals eine umfassende Analyse der Arme und Schultern durchgeführt und diese mit Kratzspuren an den Zähnen verglichen."
Meteor

Von Nazis aus Tibet geholte Buddha-Statue kam aus dem Weltraum

Stuttgarter Wissenschaftler haben eine von der sogeannnten "Schäfer-Expedition" im Jahre 1938 von Tibet nach Deutschland verbrachte, etwa 1.000 Jahre alte Statue erneut untersucht und dabei eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Es handelt sich um die weltweit einzige menschliche Darstellung, die aus einem - zudem noch recht seltenen - Meteoriten gefertigt wurde.
Buddha, Meteorit
© Dr. Elmar Buchner
Der "Eisenmann" ist weltweit die einzige menschliche Darstellung, die aus einem Meteoriten gefertigt wurde.
Stuttgart (Deutschland) - Wie das deutsch-österreichische Forscherteam um Dr. Elmar Buchner vom Institut für Planetologie der Universität Stuttgart aktuell in der Fachzeitschrift Meteoritics and Planetary Science berichtet, besteht die Statue aus Ataxit, einer sehr seltenen Klasse der Eisenmeteoriten.

"Ernst Schäfer war Zoologe und wurde auf dieser Expedition von weiteren deutschen Forschern begleitet. Offiziell wurde die Reise (im Rahmen der "Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe" der SS) zu Forschungszwecken durchgeführt, wobei die Nationalsozialisten im Dritten Reich die Wurzeln der 'arischen Rasse' in Tibet vermuteten und dieser mythologische Hintergrund zumindest einen Anlass für die Expedition darstellte", erläutert Buchner. "Nach 1938 landete die Statue in einer privaten Sammlung in München und wurde 2007 bei einer Auktion versteigert; niemand hatte bislang den außerirdischen Ursprung der Figur auch nur vermutet.
Better Earth

Keine weiteren Tauchgänge zur "Ostsee-Anomalie" in diesem Jahr: Dritte Expedition abgebrochen

Vor wenigen Stunden hat Dennis Asberg vom "Ocean-X-Team" die Heimkehr des Forschungsschiffes Ancylus bekannt gegeben. Die mittlerweile dritte Expedition, auf der eine im Juni 2011 mittels Radar am Grunde der Ostsee entdeckte kreisförmige Struktur erneut untersucht werden sollte, musste wegen stürmischem Seegang abgebrochen werden, ohne das Tauchgänge zu dem mittlerweile als "Ostsee-Anomalie" bezeichneten Objekt möglich waren.
© oceanexplorer.se
Archiv: Erste Sonaraufnahme (Juni 2011) der mysteriösen Struktur am Grunde der Ostsee.
Norrtälje (Schweden) - Der Wellengang sei zu stark gewesen, als das man über der Struktur in rund 80 Metern Tiefe vor Anker hätte gehen können, erklärte Asberg auf der Seite der Facebook-Gruppe zum immer noch rätselhaften und viel diskutierten Fund der Schatztaucher. Vor diesem Hintergrund seien auch keinerlei Unterwasseraktivitäten möglich gewesen.
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Zahnfüllung aus Bienenwachs: Womöglich ältester Hinweis auf medizinische Zahnbehandlung in der Steinzeit

Bereits vor 6.500 Jahren haben Menschen womöglich ihre Zahnschmerzen mit Zahnfüllungen bekämpft. Darauf weist ein gut erhaltenes Kieferstück hin, das in Slowenien ausgegraben wurde und bis jetzt im Naturgeschichtemuseum von Trieste in Italien lagerte. Ein internationales Forscherteam durchleuchtete die Zähnedes Kieferstücks unter anderem mithilfe von Röntgen- und Infrarotstrahlen und fand heraus, dass ein Eckzahn mit Bienenwachs gefüllt war.
Zahn, Bienenwachs, Füllung
© Bernardini et al. (2012) PLoS ONE doi:10.1371/journal.pone.0044904
Die gelbe gestrichelte Linie deutet die Wachsfüllung im 6.500 Jahre alten Eckzahn an.
Dabei konnten die Wissenschaftler nicht ganz eindeutig nachweisen, ob die Füllung noch vor dem Tod des Zahnträgers gemacht wurde, oder erst nachdem dieser verstorben war. Treffe ersteres ein, wurde das Wachs jedoch vermutlich eingesetzt, um einen Riss im Zahn zu füllen und damit Zahnschmerzen zu lindern, berichten die Forscher im Fachmagazin PLOS ONE. Ihr Fund wäre damit der bisher älteste Beleg für eine therapeutische Zahnbehandlung.
Sherlock

Journalisten der Bundeswehr sind von der Existenz der "Bosnischen Pyramiden" überzeugt

Während die internationale Archäologengemeinschaft größtenteils eine deutlich ablehnende Meinung zur Theorie des archäologischen Quereinsteigers Semir Osmanagic vertritt, der in auffällig geformten Hügeln rund um das bosnische Dorf Visoko einen gewaltigen Pyramidenkomplex sieht und diese Theorie durch Ausgrabungen zu bestätigen versucht, scheint die deutsche Bundeswehr eine gänzlich Gegenteilige Sicht der Dinge zu vertreten. Zumindest schlägt sich ein 2006 veröffentlichter und erst im vergangenen August (2012) aktualisierter ausführlicher Artikel über Osmanagics Arbeiten eindeutig auf die Seite des Selfmade-Archäologen.
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Blick auf Visoko und den Hausberg Visocica (1973), in dem der Selfmade-Archäologe Semir Osamanagic eine gewaltige Pyramide zu erkennen glaubt.
Koblenz (Deutschland) - Der Artikel mit dem Titel "Pyramiden in Bosnien? - Die Ausgräber legen immer mehr Beweise vor" erschien erstmals im August 2006 in der vom Heeresführungskommando in Koblenz für die einst in Bosnien-Herzegowina stationierten SFOR-Truppen konzipierten Bundeswehr-Feldzeitung "Der Keiler". Während "Der Keiler", der auch für die deutsch sprechenden Truppenteile der Schweizer, Österreicher und Italiener in Bosnien und im Großraum Prizren in einer Auflage von 3.000 Exemplaren herausgegeben wurde, mit dem Abzug des Großteils der deutschen Stabilisierungskräfte (nun EUFOR) aus Bosnien-Herzegowina sowie mit der folgenden Schließung der Feldlager in Mostar (Herzegovina) und später in Rajlovac (Sarajevo/Bosnien) eingestellt wurde, ist der Artikel weiterhin auf der offiziellen Internetseite der Bundeswehr (deutschesheer.de) mit dem (aktualisierten) Stand vom 07.08.12 zu finden.
Question

Neu entdecktes Papyrusfragment bezieht sich auf Jesus' Ehefrau

Vier Wörter auf einem bislang unbekannten Papyrusfragment stellen den für die Harvard-Professorin Karen L. King den ersten Beweis dafür dar, dass zumindest einige der frühen Christen davon überzeugt waren, dass Jesus verheiratet war.
Ehefrau Jesu, Papyrus
© Karen L. King
Das neu entdeckte Fragment mit der Bezeichnung "Evangelium der Ehefrau Jesu".
Vatikan - Wie die Professorin der Harvard Divinity School gestern auf dem 10. Internationalen Kongress für Koptische Studien im Vatikan berichtete, können diese in koptischer Schrift verfassten Wörter wie folgt übersetzt werden: "Jesus sagte zu ihnen, meine Gemahlin" und finden sich auf einem Papyrusfragment von einer Größe von 3,8 x 7,6 Zentimeter.

"Die christliche Tradition ging bislang davon aus, dass Jesus nicht verheiratet war, auch wenn für diese Behauptung keine vertrauenswürdigen Beweise vorliegen", so King. "Dieses 'neue' Evangelium beweist zwar nicht, dass Jesus verheiratet war, aber es berichtet uns davon, dass diese Frage überhaupt nur als Teil von lautstarken Debatten über Sexualität und Heirat aufkam. Von Anfang an waren die Christen uneins darüber, ob es besser sei, verheiratet zu sein oder nicht. Erst ein Jahrhundert nach Jesus' Tod begannen sie sich die Frage nach dem Familienstand Jesu zu stellen, um damit ihre jeweiligen Positionen zu stärken."

Auch Roger Bagnall, Direktor des Institute for the Study of the Ancient World in New York und Ariel Shisha-Halevy, Kopten-Experten an der Hebrew University in Jerusalem, halten das Fragment nach eingehender Untersuchung für wahrscheinlich authentisch. Weitere Untersuchungen sollen diese Experteneinschätzung nun noch anhand von chemischen Analysen etwa der verwendeten Tinte überprüfen.
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Ältester Jagdwaffenfund: Altpaläolithische Frühmenschen waren bereits vor 300.000 Jahren geschickte Jäger

Die Entdeckung der bislang ältesten Jagdwaffen in Form von acht erstaunlich gut erhaltenen und etwa 300.000 Jahren alten Speeren an der altpaläolithische Fundstelle in Schöningen, lösten heftige Diskussionen und neue Fragen zur damaligen Lebensweise der Hominiden in Mitteleuropa aus. Die Speere sowie Steinartefakte und Tierreste zeigen, dass die Menschen bereits damals geschickte und erfolgreich angepasste Jäger waren, die dem modernen Menschen in ihrer Planungstiefe, ihrem Abstraktionsvermögen und ihrer reichen Erfahrung sehr ähnlich waren.
Altpaläolithische Fundstelle, Speere
© Nicholas J. Conard, Universität Tübingen, uni-tuebingen.de
Einer der am besten erhaltenen Speere an der Fundstelle Schöningen.
Tübingen (Deutschland) - Wie die Forscher um Prof. Nicholas Conard und Dr. Jordi Serangeli, beide vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen aktuell berichten, gehörten die Waffen zwar höchstwahrscheinlich zur Art "Homo heidelbergensis", allerdings wurden bisher noch keine Knochen von Menschen am Fundort entdeckt.
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Forscher entdecken einzigartige pyramidenartige Strukturen in Italien

Pyramidenkammer Italien
© anselm.edu
Blick in eine der unterirdischen Pyramidenkammern von Orvieto.
Orvieto (Italien) - Unterhalb der zentralitalienischen Stadt Orvieto im Südwesten Umbriens in der Provinz Terni haben Archäologen zwei für Italien einzigartige pyramidenartige Strukturen entdeckt, die wahrscheinlich von den Etruskern erbaut wurden.

Wie Professor David George vom katholischen Saint Anselm College in den USA und Claudio Bizzarri vom Parco Archeogico Ambientale dell'Orvietanoas berichten, konnten die in den unterirdischen Fels gearbeiteten pyramidalen Strukturen ins 5. Jahrhundert v. Chr. datiert werden.

Die beiden Pyramidenkammern sind durch eine Reihe von Tunneln miteinander verbunden. Neben Funden etruskischer Töpferware aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. konnten einige Artefakte sogar bis ins Jahr 1200 v. Chr. datiert werden. Georges und Kollegen gehen davon aus, dass die unterirdische Anlage als Gräber und/oder Heiligtum angelegt wurden.
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