Die Welle 3
Die Wissenschaft des Geistes
Als Gehirnchirurg mit langjähriger Berufserfahrung hatte Dr. Eben Alexander bereits viel Ungewöhnliches erlebt. Er war immer wieder auch mit Berichten seiner Patienten konfrontiert worden, Schilderungen, die als typische Nahtoderfahrungen aufgefasst werden können. Da befinden sich Menschen an der Schwelle zum Tod. Ihr Gehirn ringt darum, das Bewusstsein aufrecht zu erhalten. Schließlich entgleitet die Situation. Die Ärzte scheinen den Betroffenen nicht mehr retten zu können. Die Gehirnfunktionen kommen zum Erliegen. Alles hängt nur noch am berühmten seidenen Faden. Doch der Patient kehrt wieder ins Leben zurück und erzählt von erstaunlichen Sinneseindrücken, die er eigentlich gar nicht mehr gehabt haben dürfte.

In Gesellschaft lacht sich's am besten - auch wenn manche sich partout nicht anstecken lassen wollen.
Graz - Was läuft im menschlichen Gehirn beim "Mitweinen" bei einem Liebesfilm oder dann, wenn uns das Lachen eines anderen ansteckt, ab? Und warum neigen manche Menschen eher zu solchen unwillkürlichen Übernahmen eines emotionalen Zustands als andere? Dieser Frage geht die Forschergruppe der Grazer Neuropsychologin Ilona Papousek nach. Das Prinzip dahinter beruht im Wesentlichen auf der unbewussten Wahrnehmung von Bewegungen, Mimik und Körperhaltungen unserer Mitmenschen.
Kinder, die zweisprachig aufwachsen, entwickeln offenbar zwei komplett getrennte Wahrnehmungssysteme für Laute. Sie nehmen dadurch Klänge und Silben jeweils leicht unterschiedlich wahr - je nachdem, welche Sprache sie gerade erwarten zu hören. Das zeigt ein Experiment US-amerikanischer Forscher. Die Existenz zweier verschiedener Lautsysteme bei Zweisprachigen erkläre, warum diese akzentfrei sprechen und flexibel zwischen beiden Sprachen umschalten können, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Psychological Science.
Langwierige IQ-Tests sind passé: Ein kurzer, einfacher Wahrnehmungstest könnte künftig ausreichen, um festzustellen, wie intelligent jemand ist. Denn US-amerikanische Forscher haben einen verblüffenden Zusammenhang entdeckt: Menschen mit einem höheren IQ erkennen und erfassen zwar vieles besser. In einem Punkt aber hinken sie ihren weniger intelligenten Artgenossen hinterher: Großräumige Bewegungen im Hintergrund nehmen sie schlechter wahr. Denn ihr Gehirn filtert diese als potenziell unwichtig heraus - intelligente Gehirne unterscheiden demnach konsequenter zwischen Wesentlichem und Unwichtigem, berichten die Forscher im Fachmagazin Current Biology.
Klingt kurios, funktioniert aber offensichtlich: Wenn wir beim Pauken von Vokabeln oder anderen Fakten die rechte Faust ballen, prägen sie sich besser ein. Ballen wir dann beim Abrufen des Gelernten die linke Faust, hilft dies ebenfalls. Das zeigt ein Experiment US-amerikanischer Forscher. Sie haben auch eine Idee, warum das funktioniert: Die einseitige Anspannung aktiviert jeweils die entgegengesetzte Seite unseres Gehirns. Und weil die Zentren fürs Merken und Abrufen in jeweils anderen Hirnhälften liegen, lässt sich ihre Tätigkeit gezielt anregen, wie die Forscher im Fachmagazin PloS ONE berichten.
Sich die Welt hinzubiegen, wie sie einem gefällt - das ist die Paradedisziplin der Menschen. Sie rechtfertigen noch die seltsamsten Dinge, die sie selbst verbockt haben. Sie fordern das eine und tun das Gegenteil. Und was man gestern geäußert hat, ist heute nichts mehr wert. Psychologen um Lars Hall von der schwedischen Universität Lund demonstrieren diese geschmeidige Flexibilität des Menschen und seiner Meinungen im Fachmagazin Plos One (Bd. 7, S. e45457, 2012) mit fast erschreckender Deutlichkeit.
Tübingen (Deutschland) - Die langsamen Hirnwellen, die beim Menschen im Tiefschlaf auftreten, sind wesentlich, um Gelerntes besser im Gedächtnis zu behalten. Werden diese Wellen durch Geräusche im gleichen Rhythmus in der Schlafphase stimuliert, führt dies sowohl zu besserem Schlaf als auch zu besseren Gedächtnisleistungen. Dies haben Professor Jan Born vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Tübingen und Kollegen von der Universität Lübeck in einer Studie festgestellt: Testpersonen wurden dabei im Schlaf Geräusche vorgespielt, die mit dem Rhythmus dieser langsamen Hirnwellen synchronisiert waren. Die Wissenschaftler haben damit eine einfache, nicht-invasive Methode gefunden, mit der sich die menschliche Hirnaktivität beeinflussen lässt, um sowohl Schlaf als auch Gedächtnis zu verbessern. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Neuron veröffentlicht (doi: 10.1016/j.neuron.2013.03.006).

Ansteigende Temperaturkurven während des Tummo vor dem Hintergrund der Detailansicht der Handposition während der Tummo-Meditation.
Frühere Studien anhand dieser Meditationstechnik konnten Anstiege der Körpertemperatur in Fingern und Zehen nachweisen (s. Video). Laut den Angaben des Tummo kontrolliere diese Praktik die "innere Energie" und wird von ihren Anhängern in Tibet als eine der heiligsten spirituellen Praktiken verstanden und praktiziert. Klöster, in denen das Tummo praktiziert wird, sind selten und liegen meist in abgeschiedenen Gegenden Tibets, berichten die Forscher.
Wie Wissenschaftler der "University of California", "Davis" und der "University of Arizona" feststellten, synchronisieren Paare Herzschlag und Atmung, und zwar auch dann, wenn sie mehrere Meter voneinander entfernt sitzen. »Es ist schon oft untersucht worden, dass in einer Beziehung der eine Partner empfinden kann, was der andere im selben Moment gefühlsmäßig durchmacht. Unsere Studie zeigt, dass sie auch auf der physiologischen Ebene dasselbe erfahren«, betonte der Forscher Emilio Ferrer.
Liege (Belgien) - Zu den klassischen Eindrücken von Nahtoderfahrungen gehört das Zugleiten auf ein "Licht am Ende eines dunklen Tunnels", in dem der vermeintlich Sterbende bereits verstorbene Freunde und Verwandte trifft, nachdem er seinen Körper verlassen hat.
Entsprechende Schilderungen reichen weit in der Vergangenheit zurück und werden von Forschern und Wissenschaftlern schon lange Kontrovers diskutiert.
Während die einige Forscher entsprechende Erfahrungen als Beweise für ein Leben nach dem Tod werten, gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass es sich um psycho-physiologische Abwehrmechanismen oder gar um reine Halluzinationen handelt. Grundsätzlich gibt es allerdings den Konsens darüber, dass das Phänomen an sich noch nicht vollständig verstanden, es aber Wert ist, erforscht zu werden.















