Die Wissenschaft des Geistes
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Keine limbische Resonanz: Psychopathen gähnen nicht mit anderen Menschen

Es ist ein Phänomen, dass wir alle kennen. Wenn jemand in unserer Umgebung gähnt, fangen andere auch zu gähnen an. Nur bei Psychopathen wirkt das Gähnen nicht ansteckend, wie eine Studie jetzt zeigt.
© SOTT.net
Psychopathen regieren unsere Welt: 6% der Weltbevölkerung sind geborene genetische Psychopathen -> Können Sie sich vorstellen, was das für den Rest von uns bedeutet?

Müde, hungrig oder langweilig - plötzlich reißen wir den Mund weit auf, schließen die Augen und atmen tief ein und aus. Warum wir überhaupt Gähnen beschäftigt Forscher schon seit langem, es gibt verschiedene Theorien über dieses Verhalten.

Sicher ist, dass Gähnen bei Menschen, Schimpansen und Hunden ansteckend wirkt. Allein das Gähn-Geräusch löst bei Artgenossen das Bedürfnis aus selbst zu gähnen. Dieses Phänomen führen Wissenschaftler auf das Einfühlungsvermögen zurück: Wer sich gut in andere hineinversetzen und seine Gefühle nachempfinden kann, lässt sich besonders leicht anstecken. Gähnen hat bei sozialen Säugetieren auch etwas mit der Bindung zu tun, daneben stärkt es das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gruppe. Die emotionale Nähe spielt hier natürlich eine entscheidende Rolle. Von Freunden oder Familienmitglieder lassen wir uns leichter anstecken als von Fremden. Finden wir jemanden sympathisch gähnen wir mit, obwohl wir es gar nicht müssen.

Kommentar: Der genannte Punkt, dass man Menschen nicht sofort abstempeln soll ist sehr wichtig. Denn oftmals benötigt es Jahre hinter die "Maske der Vernunft" eines Psychopathen schauen zu können.


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Voruteil über Entscheidungsfähigkeit von Frauen widerlegt: Wankelmütigkeit durch gestörte Hirnströme

Entscheidungen nach Vorliebe beruhen auf Kommunikation zwischen spezifischen Hirnregionen
© Universität Zürich
Ist der Informationsfluss zwischen zwei Hirnarealen gestört, werden wir wankelmütiger.
Steak oder lieber Geschnetzeltes, und zum Nachtisch Eis oder doch lieber Kuchen? Solche Entscheidungen fallen schwerer, wenn die Kommunikation zwischen bestimmten Hirnregionen gestört ist. Wissenschaftler aus der Schweiz haben diesen Effekt im Experiment gezeigt. Die im Magazin Nature Communications vorgestellten Ergebnisse widerlegen außerdem ein altes Vorurteil über die Entscheidungsfähigkeit von Frauen.

Im Restaurant erst stundenlanges Studieren der Speisekarte, dann Unsicherheit beim Bestellen und vielleicht sogar noch eine nachträglich geänderte Bestellung - wir alle kennen solche Situationen: Manchmal fällt es schwer, sich zu entscheiden. Solche Schwierigkeiten kommen im Alltag in allen Lebensbereichen vor, nicht nur beim Essen. Sie betreffen vor allem Fragen, bei denen persönliche Vorlieben eine Rolle spielen. Es ist dagegen einfach, wenn man etwa Steaks liebt oder Eis überhaupt nicht mag.

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Das Gehirn kann durch Neurogenese neue Zellen bilden - 5 Wege zur Verbesserung der Wahrnehmung

Bis vor circa 20 Jahren galt als sicher, dass ein ausgereiftes Gehirn keine neuen Gehirnzellen mehr bilden könnte. Heute sind sich Wissenschaftler weitgehend einig darüber, dass eine Neurogenese im menschlichen Gehirn möglich ist. Auch im Erwachsenenalter können neue Neuronen gebildet werden, und die Bildung kann durch die richtige Ernährung und Lebensweise sogar noch gesteigert werden.

© Lightspring / Shutterstock
In zwei Gehirnregionen, der subventrikulären Zone und dem Hippocampus, gibt es Hinweise auf Neurogenese im reifen Gehirn. Vor allem der Hippocampus ist für Lernen und Gedächtnis zuständig, Funktionsstörungen können zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Depression, Angst und Parkinson führen. Das Risiko lässt sich jedoch verringern, und gleichzeitig kann die Bildung von Gehirnzellen im Erwachsenenalter durch die fünf folgenden Schritte gefördert werden:

1) Sport.

Es klingt vielleicht wie ein Klischee, aber die effektivste Methode zur Förderung der Neurogenese im Gehirn ist regelmäßige sportliche Betätigung. Das Herz durch Laufen, Radfahren oder Schwimmen zum Pumpen zu bringen und die Durchblutung zu steigern, erhöht den Spiegel des Wachstumsfaktors BDNF (»brain derived neurotrophic factor«) und des Nervenwachstumsfaktors GDNF (»glial cell line-derived trophic factor«). Beide fördern die Neurogenese.

Music

Nach einer OP: Musik mindert Bedarf an Schmerzmitteln

Wer auf den OP-Tisch muss, sollte davor eine Playlist mit seinen Lieblingsliedern zusammenstellen. Die Musik kann Angst und Schmerzen rund um Operationen nehmen - und sogar Bewusstlose beeinflussen.
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Musik kann nach Operationen helfen, Schmerzen und Angst der Patienten zu lindern. Zu diesem Ergebnis kommen britische Wissenschaftler, die 72 Studien zu dem Thema ausgewertet haben. Die Musik mindert demnach den Bedarf an Schmerzmitteln und macht die Patienten zufriedener. Die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürze sich durchs Musikhören aber nicht, schreiben die Forscher um Catherine Meads von der Brunel University in Uxbridge im Fachmagazin The Lancet.

An den ausgewerteten Studien hatten jeweils 20 bis 458 Patienten teilgenommen, insgesamt fast 7000 Menschen. Die Forscher untersuchten die Wirkung von Musik vor, während und nach Operationen. Mal hatten die Versuchspersonen Kopfhörer auf, mal kam die Musik aus Lautsprechern.

Die Analyse ergab, dass die Wahl der Musikstücke und der Zeitpunkt der Beschallung kaum einen Unterschied machen. In der Regel seien für die Tests jedoch beruhigende Musikstücke gewählt worden, so die Forscher. Die Melodien wirken laut den Untersuchungen sogar bei bewusstlosen Patienten.

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Bist du vertrauenswürdig? Die Pupillenweite als unbewusstes Signal für Vertrauen oder Misstrauen

Wie die Pupillen unseres Gegenübers unser Vertrauen oder Misstrauen wecken

Verräterische Pupillen: Ob wir jemandem vertrauen, hängt auch von seinen Augen ab. Denn unbewusst achten wir darauf, ob unser Gegenüber seine Pupillen weitert oder verengt. Ist Ersteres der Fall, neigen wir eher dazu, ihm zu vertrauen, wie ein Experiment belegt. Dieses unwillkürliche und unbewusst wahrgenommene Pupillensignal spielt daher eine wichtige Rolle für unsere sozialen Interaktionen, so die Forscher im Fachmagazin Psychological Science.
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Wenn es darum geht, jemanden zu vertrauen, dann schauen wir genau hin. Denn unbewusst wertet unser Gehirn verschiedenste Merkmale unseres Gegenübers aus, um zu entscheiden, ob er vertrauenswürdig ist. So spielt beispielsweise ein authentisches Lächeln eine wichtige Rolle, aber auch die Gesichtszüge und sogar die Stimme. Jetzt zeigt sich, dass auch unsere Pupillen verräterische Signale senden.

Kommentar: Vorsicht ist geboten bei psychopathischen Personen: Sie verstehen es meisterhaft, soziale Signale so gut vorzutäuschen, dass selbst Psychopathie-Experten auf sie hereinfallen. Da sich die Pupillen auch bei Freude oder sexueller Erregung weiten, sollte man dieses Signal - sowie auch solche wie z.B. die eines Lächelns oder von Charisma - demnach nicht als sichere Hinweise auf die Absichten einer Person werten. Erfahren Sie mehr über Psychopathie in den folgenden Artikeln:


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Zuviel Arbeit, zu wenig Zeit: Schon mäßiger Stress sabotiert die Selbstkontrolle und beeinflusst unsere Entscheidungen

Neuronale Muster im Gehirn verändern sich bei Entscheidungen unter Stress
© Freeimages.com/Luca Baroncini
Zu viel arbeit, zu wenig Zeit: Stress beeinflusst unsere Entscheidungen
Gesundes Obst oder lieber Kuchen? Wenn wir unter Stress leiden, dann wird wahrscheinlich der ungesunde, aber leckere Kuchen gewinnen. Denn schon mäßiger Stress kann unsere Selbstkontrolle herabsetzen und unsere Entscheidungen beeinflussen, wie Neurologen mittels Hirnscans beobachtet haben. Das Wissen um diesen Effekt könnte nun helfen, Maßnahmen zur Stützung unserer Selbstkontrolle zu finden, schreiben die Forscher im Magazin Neuron.

Starker Stress schlägt nicht nur auf die Nerven und kann Müdigkeit, Schmerzen und Burn-out-Syndrom verursachen. Auch unser Verhalten ändert sich unter Stress: Wir bekommen Probleme, schnelle Entscheidungen zu treffen, und entscheiden uns anders. Dies liegt daran, dass bei starkem Stress die Selbstkontrolle im Gehirn geradezu ausgebremst wird: Wir gehen weniger streng mit uns selbst um.

Kommentar: Wenn wir gestresst sind, befindet sich unser Organismus im Kampf-oder-Flucht-Modus, und der präfrontale Cortex wird abgeschaltet, d.h., der Bereich im Gehirn, welcher für situationsangemessene Handlungssteuerung und die Regulation von Emotionen zuständig ist. Da Stress jedoch für die meisten Menschen ein täglich wiederkehrender Begleiter ist, resultiert das nicht selten in einem Zustand von Dauerstress, der langfristig krank machen kann. Eine hervorragende Methode für den gesunden Umgang mit Stress sind Atem- und Meditationsübungen. Probieren Sie das wissenschaftlich erprobte Stressabbauprogramm Éiriú Eolas aus, das mittlerweile von Tausenden Menschen weltweit praktiziert wird:


Die

Schizophrenie ist allein dem Menschen vorbehalten

Komplexes Gehirn: Menschen können schizophren werden - Tiere nicht

Bis heute sind die Ursachen für die Entwicklung einer Schizophrenie weitgehend unklar. Bekannt ist, dass nur Menschen schizophren werden können, Tiere jedoch nicht. Forscher haben nun herausgefunden, warum das so ist.

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Ursachen für Schizophrenie weitgehend unklar

Rund ein Prozent der Bevölkerung entwickelt im Laufe des Lebens eine Schizophrenie. Die Ursachen für die Entwicklung einer Schizophrenie sind noch immer weitgehend unklar. Vor kurzem haben Wissenschaftler bestimmte Genveränderungen als Schizophrenie-Risikofaktor entdeckt. Patienten, die an dieser schweren psychischen Erkrankung leiden, weisen eine zwei- bis dreifach höhere Sterberate auf als Personen ohne eine solche Diagnose. Todesursachen sind häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie in einer Studie im vergangenen Jahr festgestellt wurde. Bei schizophrenen Menschen verändern sich die Wahrnehmung, das Denken und das Fühlen ebenso wie der innere Antrieb und die Art, sich zu bewegen. In vielen Fällen so stark, dass Freunde oder Angehörige meinen, einen anderen Menschen vor sich zu haben.

Tiere können nicht schizophren werden

Wie Die Welt online berichtet, hat Schizophrenie eine Ausnahmestellung: Die schwere Krankheit ist dem Menschen vorbehalten. Andere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen können auch Tiere bekommen. So können Hunde überängstlich sein, Affen depressiv, und Tiere, die gefangen gehalten werden, entwickeln nicht selten auch Zwangsstörungen. Schizophrenie hingegen wurde den Angaben zufolge im Tierreich noch nie beobachtet. Warum das so ist, haben nun Forscher um den Genetiker Joel Dudley von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York herausgefunden. Im Fachjournal Molecular Biology and Evolution berichten die Wissenschaftler, dass das hoch spezialisierte komplexe Gehirn dafür verantwortlich ist, dass sich Schizophrenie entwickeln konnte - und zwar ausschließlich beim Menschen.

Kommentar: Genetik wird immer als alleiniger Faktor genannt, doch was ist zum Beispiel mit Infektionen die eine Schizophrenie auch verursachen können?


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Rätselhafter Amnesie-Fall verblüfft Wissenschaftler: Mann erlebt den gleichen Tag immer wieder und vergisst alles nach 90 Minuten

Ein Mann lebt den gleichen Tag immer wieder und vergisst alles nach 90 Minuten
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Ein solcher Fall war selbst Forschern bisher unbekannt: Ein 38-Jähriger Mann entwickelt nach einer normalen Wurzelbehandlung eine Gedächtnisstörung, die ihn nach 90 Minuten alles Erfahrene wieder vergessen lässt. Und nicht nur das: Er wacht seit zehn Jahren jeden Morgen auf und glaubt, es wäre der Tag seines Zahnarzt-Termins. Was an Filme wie "Und täglich grüßt das Murmeltier" erinnert, ist für den Mann jedoch traurige Realität.

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Der Mensch und seine vielen Ichs - Verwirrung pur

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Jeder Mensch hat heute viele Rollen, bewegt sich in verschiedenen Lebenswelten.
"Werdet endlich erwachsen!" - "Dann gebt doch die Kinder ins Heim und setzt euch den ganzen Tag ins Café, ihr Schwachmaten!" - "Schämt euch bis ans Ende der Welt." Ein paar Wochen lang wütete auf Twitter eine Auseinandersetzung unter dem Hashtag #Regrettingmotherhood. Mütter hatten zugegeben, dass sie das Muttersein nicht ausschließlich genießen. Vordergründig empörte die Massen, dass diese Frauen nicht glücklich und erfüllt sind, allein weil sie Kinder haben - so wie es der Muttermythos verlangt. Unterschwellig ging es in dieser Debatte aber noch um etwas anderes: Die Frauen sagten, sie liebten ihre Kinder zwar, doch wenn sie sich noch einmal entscheiden könnten, würden sie sie nicht bekommen. Ein Widerspruch, den offenbar viele Leute nicht aushalten konnten.

Das Innenleben ist manchmal kompliziert. Ein Teil will die Beziehung, der andere nicht, ein Teil will einen festen Job, der andere frei sein, und manchmal will eben auch ein Teil Mutter sein und ein Teil nicht. Jeder Mensch hat heute so viele Rollen, bewegt sich in so verschiedenen Lebenswelten, realen und ersehnten, vergangenen, gegenwärtigen und künftigen, und entwickelt entsprechend viele Teilidentitäten.

Kommentar: Die Erkenntnis, dass der Mensch viele Ichs besitzt, ist nun wirklich nicht neu. Schon um 1912 lehrte zum Beispiel Georges I. Gurdjieff, dass unsere Psyche aus vielen fragmentierten Einzelteilen besteht, die ständig im Kampf untereinander stehen, nichts von sich wissen und glauben, jeder sei sein eigener Herr:
Es ist ein großer Fehler zu denken, dass ein Mensch immer ein- und derselbe bleibt. Ein Mensch ist auf lange Sicht niemals derselbe. Er verändert sich laufend. Und das sein ganzes Leben lang.
Man stelle sich ein Land vor, wo jeder fünf Minuten lang König sein darf und währenddessen mit dem ganzen Königreich anstellen kann, was er möchte. So ist unser Leben.
Er gründete unter anderem die Schule des sog. "Vierten Weges". P.D. Ouspensky, ein Schüler Gurdjieffs, schrieb das Buch "Auf der Suche nach dem Wunderbaren", welches ausführlich auf dieses Thema eingeht und aufzeigt, wie sehr wir durch unsere vielen Ichs gesteuert und getäuscht werden und wie wir es anstellen können, diesem Kreislauf auf lange Sicht zu entkommen.

Aber natürlich sind die heutigen Neurowissenschaften ebenfalls auf diesen Umstand aufmerksam geworden und zum Beispiel Bücher wie "Gestatten, mein Name ist Ich: Das adaptive Unterbewusste" von Timothy D. Wilson oder "Schnelles Denken, langsames Denken" von Daniel Kahneman zeigen sehr gut, wie wenig wir doch über uns selbst wissen und wie viel Unsinniges wir über uns selbst glauben.


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Kann schlechte Laune ansteckend sein?

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Menschen ahmen die Körperhaltung, Mimik und Gestik ihrer Mitmenschen nach. Und dadurch auch ihre Stimmung.
Mit Räucherstäbchen und Kräuterduft reinigt man in Indien Räume, in denen negative Emotionen aus der Vergangenheit haften könnten - sonst droht weiteres Unglück. In anderen Ländern scheinen die Menschen ähnliche Befürchtungen zu haben: Der Psychologe Krishna Savani fand heraus, dass auch Amerikaner ungern in einem Büro arbeiten wollen, in dem zuvor ein schlecht gelaunter Mensch gesessen hat. Es könnten ja emotionale Rückstände darin sein, die sich übertragen.

Ist das bloß Aberglaube? Oder kann miese Stimmung tatsächlich ansteckend sein wie eine Grippe?