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Fr, 12 Feb 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Question

Forscher identifizieren die genetische Ursache für Schizophrenie

Forscher entdecken Zusammenhang zwischen C4 Gen und Schizophrenie
© lassedesignen/fotolia.com
Die Ursache einer Schizophrenie liegt möglicherweise in den Genen.
Schizophrenie ist eine Erkrankung mit gefährlichen Nebenwirkungen. Die Krankheit löst beispielsweise Störungen im Bereich der Wahrnehmung und des Denkens aus. Wissenschaftler suchten schon lange nach biologischen Wurzeln der Schizophrenie. Deren Entdeckung könnte in Zukunft zu Möglichkeiten führen, um die Krankheit zu behandeln oder sogar ganz zu verhindern.

Wenn Menschen an Schizophrenie leiden, sind sie oft nicht mehr in der Lage ein normales Leben zu führen. Die Ursachen der Erkrankung sind noch unbekannt, aber amerikanische Forscher versuchten jetzt in einer Studie die biologische Wurzel der Krankheit zu identifizieren, um die Schizophrenie besser zu behandeln oder ganz zu besiegen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten die Wissenschaftler in dem Fachjournal Nature.

Kommentar: Entscheidend scheinen auch die epigenetischen Umstände zu sein: Jemand mit einer genetischen Prädisposition für Schizophrenie könnte einen Ausbruch der Krankheit durch Lebensstil und Ernährungsweise abwenden. Wenn eine Person jedoch unter psychotischen Episoden leidet, heißt das noch lange nicht, dass dies ein Problem sein muss oder ein Hindernis dafür, sich und seine Lebensziele zu verwirklichen. Sogar Menschen mit schizophrenen Symptomen schaffen es, eine Karriere zu haben und ein erfolgreiches Leben zu führen: Schizophrene sind nicht dumm.

Diverse Studien und unsere eigenen Nachforschungen deuten darauf hin, dass Gluten, Stärke, Milchprodukte und Zucker psychotische Symptome noch verschlimmern. Eine strenge Befolgung der ketogenen Ernährung hilft beim Ausgleichen der Abnormalitäten in der Gehirnchemie. Es gibt auch viele Studien, die zeigen, dass hochqualitatives Fischöl, eine Schwermetall-Entgiftung und Nahrungsergänzung mit Vitamin B3 ebenfalls hilfreich sind. Diese Maßnahmen sollten jedoch am besten unter der Anleitung eines kundigen Arztes oder Heilpraktikers erfolgen, die die nötigen Tests durchführen, die angemessene Behandlung verschreiben und den Verlauf überwachen können.

Zusätzlich zur körperlichen Ebene hat sich die kognitive Verhaltenstherapie als erfolgreiche Methode in der medikamentenfreien Therapie einer Schizophrenie erwiesen.


Shoe

Der Weg des geringsten Widerstands: Das Unterbewusstsein sorgt für den geringst möglichen Energieaufwand - auch beim Sport

Unser Körper neigt dazu, möglichst Energie sparend zu arbeiten. Das funktioniert auch beim Laufen völlig automatisch und nicht bewusst gesteuert.
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Wir müssen nur den inneren Schweinehund überwinden - das reden wir uns oft ein, wenn es darum geht, sich für sportliche Anstrengungen zu motivieren. Dabei ist unser Körper quasi automatisch bestrebt, uns möglichst energieeffizient zu bewegen, wie ein Experiment von Max Donelan von der Simon Fraser University und seinem Team zeigt. Sie hatten neun Freiwillige gebeten, ein robotisches Exoskelett an den Beinen zu tragen, das ihren normalen Bewegungsablauf behinderte: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ihre Beine nicht mehr wie gewohnt schwingen, weil das Exoskelett wie ein Stützapparat das Knie stabilisierte. Gleichzeitig konnten Donelan und Co messen, welchen Widerstand der Körper aufbringen musste, um normal laufen zu können - ein Indikator für den nötigen Energieaufwand.

Kommentar:


Evil Rays

Sonogenentik: Mit Ultraschallwellen lassen sich Gehirnzellen fernsteuern

© Salk Institute
Erstmals haben Forscher bei Fadenwürmern ganz gezielt einzelne Nervenzellen im Gehirn mit Ultraschall angeknipst. Löst die so genannte "Sonogenetik" bald die Optogenetik ab?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Sreekanth Chalasani vom Salk Institute of Biological Studies im kalifornischen La Jolla haben erstmals ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt, einzelne Hirnzellen mit Hilfe von Ultraschallwellen zu aktivieren. Mit der auf den Namen "Sonogenetik" getauften Technik gelang es den Forschern so, das Verhalten von Fadenwürmern der Art Caenorhabditis elegans zu manipulieren und sie etwa abrupt ihre Bewegungsrichtung ändern zu lassen.

Kommentar:


Music

Warum bleibt bei Alzheimer die Erinnerung an Musik und das Spielen von Instrumenten?

Alzheimerpatienten und Menschen mit anderen Gedächtnisstörungen verlieren oft nach und nach ihre gesamte Vergangenheit. Die Erinnerung an Musik oder die Fähigkeit, ein Instrument spielen zu können, halten dem Vergessen manchmal allerdings hartnäckig stand. Wie kann das sein?
© fotolia / Zerophoto
Clive Wearing war Profitenor und Dirigent renommierter Londoner Chöre und arbeitete als Musikprogrammdirektor für die BBC. Heute kennt man den Briten als Mann mit dem Sekundengedächtnis: Seit eine durch Herpesviren verursachte Entzündung 1985 Teile seines Gehirns zerstörte, ist seine Vergangenheit quasi ausgelöscht und nichts bleibt länger als wenige Augenblicke in seinem Gedächtnis haften. Was dem Vergessen jedoch standhielt, ist seine Musikalität. So erinnert er sich, wie der Neurowissenschaftler Oliver Sacks bereits in einem 2007 erschienenen Buch schilderte, immer noch an komplizierte Musikstücke. Er kann nach wie vor meisterlich Klavier spielen und singen - und sogar einen Chor dirigieren.

Kommentar:


Snakes in Suits

Testosteron-Wert macht Psychopathen noch schlimmer: Forscher finden gestörte Verbindung zwischen Kontroll- und Emotionszentrum

Verbindung zwischen Kontroll- und Gefühlszentrum ist gestört
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Bei Psychopathen reagiert das Gehirn anders auf Gefühle.
Gestörte Verbindung: Bei Psychopathen ist die Verbindung zwischen dem Kontrollzentrum im Stirnhirn und dem Gefühlszentrum gestört, wie ein Experiment nun nahelegt. Das erklärt, warum diese Menschen zwar kein Mitgefühl empfinden, aber durchaus Wutanfälle und andere Gefühlsausbrüche bekommen können. Interessant auch: Das Geschlechtshormon Testosteron scheint die Störung dieser Kontrolle sogar noch zu verschlechtern.

Sie gelten als gefühlskalt und berechnend: Psychopathen empfinden gängiger Ansicht nach selbst kaum Emotionen und sind unfähig, mit anderen mitzufühlen. Ihre verringerte Fähigkeit zur Empathie verrät sich unter anderem daran, dass sie seltener vom Gähnen anderer angesteckt werden und auch ihre Spiegelneuronen sind weniger aktiv, wie Studien zeigen. Kein Wunder, dass rund 20 bis 30 Prozent der wegen schwerer Gewalttaten im Gefängnis sitzenden Kriminellen psychopathische Tendenzen aufweisen.


Kommentar: Psychopathen haben entgegen der Abmilderung im Artikel gar keine Fähigkeit zur Empathie.


Kommentar: Lesen Sie auch die folgenden Artikel über Psychopathie:


Bulb

5 Wege, wie jeder von uns zum Heldentum in unserer Zeit beitragen kann

Der menschliche Verstand ist leicht zu programmieren und menschliches Verhalten ist weitestgehend autonom, wenn das Unterbewusstsein eine Ahnung hat, was es tun soll. Aus Nachlässigkeit scheint es, dass Menschen dazu neigen, sich an die Vorstellungen, die Umweltflüsse und an das Verhalten, das sie umgibt, anzupassen, zumindest aus Gründen des Überlebens und des Hineinpassens.
Obwohl der einzelne Mensch die Verantwortung für seine eigenen Gedanken und für sein eigenes Verhalten übernimmt, begnügen sich die meisten Menschen damit, dass sie andere Menschen nachmachen, sogar wenn das bedeutet, dass sie dann etwas Selbstzerstörerisches machen.

Während wir aufwachsen, lernen wir, wie wir spielen und mit den anderen interagieren und wir lernen wie die anderen auf uns reagieren. Wir beginnen ein Verständnis zu entwickeln, welches Verhalten erwünscht ist und welches nicht. Und während wir unsere Aufmerksamkeit verschenken, nehmen wir wahr, dass es da ein subtiles System der Belohnung und Bestrafung gibt, das eingebettet ist in die soziale Interaktion.

Kommentar: Zum heutigen "Heldentum" kann jeder von uns beitragen, mit scheinbar kleinen alltäglichen Entscheidungen und Handlungen - in Bezug auf alle oben genannten Punkte und mehr - , deren Ausrichtung besonders darauf liegen sollte, für das Gemeinwohl zu handeln und Gleichgesinnte zu finden, denen positive Veränderungen ebenso am Herzen liegen und von den Hindernissen auf dem Weg wissen.


Family

Anderen zu helfen schützt Sie davor, im Sumpf Ihrer eigenen Probleme zu versinken

Vielleicht meinen Sie, dass Sie durch Ihre persönlichen Probleme selbst so überfordert sind, als dass Sie noch einen traurigen Freund aufmuntern könnten, genauso wie Sie auf der Arbeit zu beschäftigt sind, um sich einen Moment Zeit zu nehmen, von einem Kollegen Notiz zu nehmen. Forschungen zeigen jedoch, dass Sie sich selbst keinen Gefallen tun, wenn Sie sich auf Ihre eigenen Probleme fokussieren und dabei die Unterstützung anderer aus den Augen verlieren.

Laut einer neuen kleinen Studie kann es Sie tatsächlich vor den negativen Auswirkungen von Stress schützen, wenn Sie anderen helfen. Für die Studie haben Forscher der University of California, Los Angeles und der Yale University School of Medicine 77 Erwachsene zwischen 18 und 44 Jahren rekrutiert. Zwei Wochen lang erhielten die Teilnehmer jeden Abend die Erinnerung daran, eine Reihe von Fragebögen auszufüllen.

Ein Fragebogen erkundigte sich nach jeglichen stressigen Ereignissen, die sie erlebt hatten; und zwar in Bezug auf die Arbeit, Beziehungen, Finanzen und andere Bereiche. Ein weiterer Fragebogen bat die Teilnehmer, jegliche pro-soziale (helfende) Verhaltensweisen anzugeben, denen sie nachgegangen waren - vom Aufhalten einer Tür bis zum Helfen bei Hausaufgaben. Bei anderen Befragungen sollten die Teilnehmer berichten, wie oft sie bestimmte positive und negative Emotionen an dem Tag erlebt hatten, und ihre mentale Gesundheit für den Tag von einer Skala von 0 bis 100 einschätzen.

Kommentar: Siehe auch folgende englische Artikel:


Family

Auch die mentale Gesundheit des Vaters beeinflusst Entwicklung des Babys: Depressionen können Frühgeburten auslösen

Mentale Gesundheit von Vätern wirkt sich auf ungeborenes Kind aus
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Depressionen wirken sich auf den Nachwuchs aus.
Wenn Frauen eine Fehlgeburt erleiden ist dies ein tragischer Moment für die gesamte Familie. Viele Paare verfallen danach in Trauer und Depressionen. Forscher beschäftigten sich jetzt mit der Frage, ob Familien mit depressive Vätern öfter Fehlgeburten erleiden.

Wissenschaftler in Schweden versuchten jetzt die Auswirkungen von Depression bei Männern besser zu verstehen. Und besonders deren Auswirkungen auf ihre ungeborenen Kinder. Die große Studie hat nun festgestellt, dass Depressionen bei Männern eine Frühgeburt wahrscheinlicher machen. Die Forscher von der „Stockholm University“ veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal BJOG.

Kommentar: Neben der Möglichkeit von Fehlgeburten wird auch die Genetik des Kindes maßgeblich durch Lebensstil, Erfahrungen und Traumata beider Eltern beeinflusst - Der Spruch "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" hat somit viel weitreichendere Implikationen als bisher gedacht... Das Erbe unserer Eltern betrifft also sogar ihre "Lebenslektionen", die dann zu unseren eigenen werden...


People

Der erste Eindruck: Menschen stellen sich vor allem zwei unbewusste Fragen zur Einschätzung des Gegenübers

Menschen entscheiden innerhalb eines kurzen Moments, ob der erste Eindruck ihres Gegenübers positiv oder negativ ausfällt. Doch wovon hängt es ab, ob jemand als sympathisch oder eher unsympathisch wahrgenommen wird? Diese Frage stellte sich auch die Psychologin Amy Cuddy und kam bei ihrer Arbeit zu einem interessanten Ergebnis: Demnach würde sich jeder unterbewusst zwei bestimmte Fragen stellen, wenn er auf einen bislang unbekannten Menschen trifft.
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Zwei Fragen reichen meistens aus.

Erster Eindruck entsteht innerhalb einer Zehntelsekunde


Wenn wir jemanden zum ersten Mal treffen, benötigt unser Gehirn nur den Bruchteil einer Sekunde, um ein Urteil über den Unbekannten zu fällen. Doch was ist ausschlaggebend dafür, wie wir jemanden einschätzen? Wie kommt es, dass die eine Person es schafft, einen guten Eindruck zu hinterlassen, während man sich in der Nähe eines anderen eher unwohl fühlt? Laut der Harvard-Professorin Amy Cuddy würden dabei zwei bestimmte Frage eine zentrale Rolle spielen, die sich jeder unterbewusst stelle, wenn er zum ersten Mal einen bislang fremden Menschen trifft.

Info

Neuronale Knotenpunkte: Gehirn verarbeitet Informationen über zentrale "Verkehrsknotenpunkte"

Nicht nur in der Luftfahrt gibt es zentrale Verkehrsknotenpunkte. Auch innerhalb des Gehirns werden Informationen hauptsächlich über einige wenige Nervenzellen weitergereicht.
Innerhalb der einzelnen Regionen unserer Großhirnrinde werden Informationen offenbar über ganz bestimmte neuronale Knotenpunkte weitergereicht. Das berichten Wissenschaftler um Sunny Nigam von der Indiana University im Journal of Neuroscience. Die Forscher zeichneten in Tier- und Zellversuchen die elektrische Aktivität von bis zu 500 Nervenzellen im somatosensorischen Kortex von Mäusen auf. Diese Hirnregion ist vor allem für die haptische Wahrnehmung zuständig. Anhand von hochauflösenden Bildgebungsverfahren und aufwändigen Computersimulationen entdeckte das Team schließlich, dass etwa 70 Prozent der Signale innerhalb des Areals nur etwa 20 Prozent der Neurone passieren.

Kommentar: Soziales Netzwerk im Gehirn: Nervenzellen kommunizieren ähnlich wie Freunde in Netzwerken