Erst die Brände, nun die Flut: Nach heftigen Regenfällen sind im US-Bundesstaat Colorado mindestens drei Menschen gestorben. Straßen, Dämme und Häuser wurden überschwemmt, ganze Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten.
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© AP/ The Colorado Springs Gazette
Überschwemmungen in Colorado: Wasserlawine ins Rollen gebracht
San Francisco - Bei Überschwemmungen im US-Bundesstaat Colorado sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Heftige Regenfälle lösten in den Bergen einen regelrechten Wassersturz aus. Häuser und Autos wurden von den Fluten mitgerissen, Dämme und Straßen überspült.

In der vergangenen Woche hatte es in der Region heftig geregnet; mancherorts fielen bis zu 20 Zentimeter Wasser. Besonders stark betroffen waren die Städte Colorado Springs, Denver, Fort Collins, Greeley, Aurora und Boulder. Viele Dörfer in den Bergen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen, die Universität in Boulder wurde geschlossen.

Laut Behörden starb ein Opfer in der kleinen Ortschaft Jamestown, als ein Gebäude einstürzte. Eine Mann ertrank nördlich von Boulder, als er versuchte, einer Frau zu helfen, die von einer Sturzflut weggerissen wurde. Die Frau wird demnach noch vermisst. In Colorado Springs wurde ein 54-Jähriger tot aus einem Bach geborgen.

US-Präsident Barack Obama rief in der Region den Notstand aus. Damit können dort die nationalen Hilfsprogramme starten.

Laut weather.com handelte es sich bei den Niederschlägen in Boulder um die heftigsten seit dem Jahr 1919. "Das ist keine normale Katastrophe", sagte der Sheriff des Landkreises, Joe Pelle. Die Menschen hätten sich mittlerweile alle in höher liegende Gebiete geflüchtet.

Normalerweise wird in der Gegend ein Teil des Regens von einer Bodenschicht aus Kiefernnadeln und Zweigen aufgesogen. Doch wegen der schweren Waldbrände der vergangenen Wochen ist dieser Mechanismus gestört. Schon leichter Regen reicht aus, um eine Wasserlawine ins Rollen zu bringen. Auf dem Weg ins Tal reißt der Sturzbach Erde und Geröll mit und kann sich so zu einer tödlichen Flut entwickeln.

gam/dpa/AP