In einer dünn besiedelten Region Pakistans hat sich ein Erdbeben der Stärke 7,6 ereignet. Es zerstörte mehrere Häuser, unter anderem sollen die Dächer zweier Schulen eingestürzt sein. Die Erdstöße waren über tausend Kilometer weit zu spüren.

Islamabad - Ein starkes Erdbeben hat die pakistanische Provinz Balutschistan erschüttert. Dabei kamen nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen ums Leben. Provinzchef Babar Yaqoob sagte, die Zahl der Toten werde wohl noch steigen. In den Bergregionen gebe es offenbar schwere Schäden.

Das Beben habe eine Stärke von 7,6 gehabt, teilte das Geoforschungszentrum Potsdam mit. Mehrere Gebäude wurden zerstört; die Zeitung "Express Tribune" berichtet zudem in ihrer Online-Ausgabe, in Awaran seien die Dächer zweier Schulen eingestürzt. Unklar blieb, ob sich dort zum Zeitpunkt des Bebens am Dienstagnachmittag jemand aufhielt.

Der pakistanische Nachrichtensender Express News zeigte Bilder einer durch das Erdbeben entstandenen Insel, die ein paar hundert Meter vor der Küste der Stadt Gwadar aus dem Meer ragte. Es handele sich dabei um ein hügeliges Terrain. Auf dem Festland versammelten sich mehrere hundert Menschen, um sich die neue Insel anzuschauen.

Rettungsteams auf dem Weg zum Unglücksort

Das internationale Krisen-Informationszentrum GDACS berichtete, im Umkreis von 100 Kilometern um das Epizentrum lebten mehr als 300.000 Menschen. Die US-Erdbebenwarte meldete eine Stärke des Bebens von 7,7; das Epizentrum habe demnach 69 Kilometer nordöstlich des Ortes Awaran gelegen.

Ein Behördensprecher aus Awaran berichtete, dort habe es beim Einsturz mehrerer Häuser mindestens zwei Tote gegeben. Rettungsteams seien auf dem Weg in die Region.

In der 200 Kilometer entfernten Hafenstadt Karachi flohen Menschen panisch aus ihren Häusern. Die Erdstöße waren noch bis in die rund 1200 Kilometer entfernte indische Hauptstadt Neu-Delhi zu spüren.

Im April waren bei einem Erdbeben im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet rund 30 Menschen ums Leben gekommen. Balutschistan ist die größte der vier Provinzen Pakistans, sie ist zugleich aber am dünnsten besiedelt.

rls/kaz/dpa/AP/Reuters