Eine Sturmfront mit mehr als 60 Tornados ist durch den Mittleren Westen der USA gezogen und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Autos wurden umgestürzt, Bäume entwurzelt, Stromleitungen rissen. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben.

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© Jin Young/ReutersCirca 68 Tornados verwüsten Mittleren Westen
Eine breite Sturmfront mit zahlreichen Tornados hat am Sonntag im Mittleren Westen der USA schwere Verwüstungen angerichtet. Hinzu kamen vielerorts schwere Gewitter, Regenfälle und heftiger Hagel. Mindestens fünf Menschen seien ums Leben gekommen, sagte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde von Illinois, Jonathon Monken.

Nach einem Bericht des Senders NBC wurden alleine in Peoria 37 Verletzte in Krankenhäusern behandelt. Die Zahl der Verletzten könne noch erheblich steigen, warnte Monken. Nach seinen Angaben wurden in zwei Regionen von Illinois 70 Häuser vollständig zerstört und Hunderte weitere Gebäude beschädigt. Das Rote Kreuz richtete in den betroffenen Zonen vier Notunterkünfte ein.

Besonders schwer betroffen war laut Medienberichten die Kleinstadt Washington im US-Bundesstaat Illinois. "Ich blicke auf Straßenzüge mit einst 20 bis 30 Häusern, und es ist keines mehr da", zitierte Fox News einen Augenzeugen.

Dort kam mindestens ein Mensch ums Leben, sagte Monken. Im südlichen Zipfel des Staates gab es nach seinen Angaben zwei Todesopfer. Auch in der Kleinstadt New Minden kamen zwei Menschen ums Leben. US-Präsident Barack Obama werde laufend über die Lage unterrichtet, teilte das Weiße Haus mit.

Allein in Indiana, Illinois und Kentucky habe es Berichte über 68 Tornados gegeben. Fernsehbilder zeigten umgestürzte Autos, entwurzelte Bäume und gerissene Stromleitungen. In Chicago musste ein American-Football-Spiel unterbrochen werden, Fans und Spieler mussten sich im Inneren des Stadions in Sicherheit bringen. Der Nationale Wetterdienst warnte vor besonderen Gefahren in weiten Teilen der USA.

In Detroit wurde der Luftverkehr zwischenzeitlich eingestellt, in Chicago landeten und starteten Maschinen mit im Durchschnitt zweieinhalb Stunden Verspätung, wie die Luftaufsichtsbehörde mitteilte.


AFP/dpa/resi/gal