US-Forscher haben gezeigt, dass auf Sprache trainierte Schimpansen gemeinsam mit einem Experimentator mittels Gesten derart kommunizieren und Handlungen koordinieren können, um so ein gestelltes Ziel zu erreichen.

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Archivbild: Gestikulierender Schimpanse.
Atlanta (USA) - Hierzu entwickelten die Forscher eine Aufgabe, deren Lösung die Koordination zwischen den Schimpansen und einem Menschen erforderte, um eine Futterbelohnung zu finden, die in einem großen Freilandgehege versteckt war.

Während die Schimpansen das Versteck kannten, war der Mensch, der das Futter beschaffen musste, über dessen Position nicht informiert. Die Affen mussten ihren menschlichen Partner in der Folge zu besagter Position weisen.

Wie das Team um Dr. Charles Menzel vom Language Research Center der Georgia State University aktuell um Fachjournal Nature Communications berichtet, erlaubte der Versuchsaufbau es den Schimpansen, die Art der Kommunikation selbst frei zu wählen, allerdings mussten sie zur Lösung der Aufgabe die Kommunikation mit dem Experimentator beginnen und aufrechterhalten.

"Tatsächlich benutzten die Schimpansen Gesten, um die Unterstützung der uninformierten Person zu bekommen und waren so in der Lage, diese Person zu Objekten zu lotsen, die zehn Meter oder mehr von ihnen entfern versteckt waren", so Menzel.

Gerade aufgrund des offenen Versuchsaufbaus, illustriere das Ergebnis die komplexe Fähigkeit der Schimpansen zu hochgradiger Absichtlichkeit, stellen die Forscher fest. Hierzu gehöre besonders die Fähigkeit, wegweisende Gesten zu nutzen. "Die Studie erweitert unser Wissen darüber, wie sich Schimpansen erinnern und sich miteinander über ihre Umwelt austauschen können."

Für Dr. Anna Roberts von der University of Chester, stellen zur Koordination von Handlungen genutzte Gesten einen wichtigen Baustein in der Evolution der Sprache dar. Abschließend ziehen die Forscher auch Verbindungen zu Kinderspielen wie etwa Topfschlagen, in dem alleine mit den Hinweisen "wärmer" oder "kälter" der verblindete Spieler von seinen Mitspielern zum Ziel geführt werden muss: "Die flexible Benutzung richtungsweisender Gesten sowie das Berücksichtigen des Ortes, an dem das Futter versteckt ist, aber auch das Berücksichtigen der Handlungen des (durch die Gesten geleiteten) Experimentators wurde auf diese Weise noch nie zuvor bei Schimpansen beobachtet", erläutert Roberts abschließend.

Quelle: gsu.edu