Malaysia Airlines Airbus
© Ahmad Yusni
Malaysia Airlines gilt als zuverlässige Airline. Sie fliegt mit Boeing und Airbus-Maschinen nach eigenen Angaben täglich 37 000 Passagiere zu 80 Zielen im In- und Ausland.
Ein Riesenflugzeug ist wie vom Erdboden verschluckt. Keine Spur, kein Notruf, keine Trümmer, nur Spekulationen, was in 10 000 Metern Höhe passiert sein könnte. Viele Theorien kursieren, manche sind abstrus.

Was ist mit der spurlos verschwundenen Malaysia-Airlines-Maschine passiert? Die Ermittler stochern seit Samstag frustriert im Nebel. Sicher scheint nur eins: Irgendwo zwischen Malaysia und Vietnam war MH370 vergangenen Samstag zuletzt auf dem Radar zu sehen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagt Azharuddin Abdul Rahman, Chef der malaysischen Zivilluftfahrt: Totalausfall aller Bordinstrumente, Sabotage, Selbstmord des Piloten - und auch Entführung. Die Theorien, von realistisch bis abstrus:

Selbstmord

Die nüchternen Vietnamesen haben die Piloten im Visier: «Der hat bestimmt Selbstmord begangen, der hatte Stress mit seiner Familie», kommentiert ein Online-Leser in der Zeitung «Dan Tre». «Seine letzten Worte waren "Gute Nacht" - der hatte doch was zu verbergen», meint ein anderer Leser. Und: «Nur der Kapitän kann alle Signale in der Kabine abdrehen.»

Vorsätzlich ins Unglück gesteuert

Ob Pilot oder Passagier - der US-Experte Greg Feith ist laut Bild.de überzeugt, dass jemand das Flugzeug absichtlich manipulierte. «Alles deutet darauf hin, dass hier vorsätzlich gehandelt wurde.... Ich bin überzeugt, es wird zu strafrechtlichen Ermittlungen führen», sagt der Mann, der laut der Zeitung jahrelang bei der US-Behörde für Transportsicherheit NTSB tätig war.

Terroranschlag gegen Chinesen

In China kursieren viele Gerüchte über einen Anschlag von Terroristen aus den Reihen der muslimischen Minderheit der Uiguren. Vor rund zwei Wochen hatte eine Terrorgruppe an einem Bahnhof in Südwestchina bei einem Anschlag 33 Menschen getötet. «Eine Frau hatte nach ihrer Verhaftung von einem Dschihad gegen China gesprochen», sagte der Kommentator Li Wei dem Hongkonger Fernsehsender Phoenix. Rund zwei Drittel der Passagiere der MH370 waren chinesische Staatsbürger.

Terroranschlag gegen Malaysia

In Malaysia hat die Theorie Anhänger, Schiiten könnten hinter einem Anschlag stecken, weil sie sich im überwiegend sunnitischen Malaysia an die Wand gedrückt fühlen. Über intermuslimische Konflikte im eigenen Land kann die weitgehend staatlich kontrollierte Presse nicht berichten - die Theorien kursieren via Mundpropaganda.

Entführung

Die Angehörigen der 239 Menschen an Bord klammern sich an jeden Hoffnungshalm, dass die Maschine womöglich doch nicht abgestürzt ist. Einige sagen, sie hätten die Handys ihrer vermissten Verwandten erreicht, es habe dort geklingelt, ehe die Verbindung abbrach. Andere sagen, vermisste Passagiere seien in sozialen Netzwerken online gewesen. «Wir können die Entführung eines Flugzeuges nicht ausschließen», sagte der chinesische Kommentator Li.

Die Amerikaner waren es

Die Theorie stammt aus dem Iran, einer Hochburg von Verschwörungstheoretikern. Die Amerikaner hätten die Maschine entführt, «um die Beziehungen zwischen dem Iran und China und Südostasien zu sabotieren», sagte der Abgeordnete Hossein Naghavi Hosseini nach Angaben der Agentur Tasnim. Der US-Geheimdienst habe die Maschine für eine Aktion unter «Falscher Flagge» entführt, meint der iranische Sender Press TV. Damit sind verdeckte militärische Operationen gemeint, die es so aussehen lassen, als habe der Gegner sie ausgeführt. Mit dieser Theorie werden auch die Anschläge 2001 in New York und Washington als US-Aktion dargestellt.

Ausserirdische Intervention

Die hat Alexandra Bruce vom obskuren Sender «ForbiddenKnowledgeTV» ausgemacht. Auf Radarbildern, die kurz vor dem Verschwinden entstanden, sei ein mysteriöses Flugobjekt zu sehen. «Wir können es nur als UFO bezeichnen», meint die Frau.