Monsanto und anderen Gentechnik-Agrobusinesskonzernen, die gehofft hatten, sich mit Bestechung und Gewalt über die Landwirtschaftsabkommen der Welthandelsorganisation ihren Weg in die reiche Landwirtschaft Russlands zu bahnen, hat die russische Regierung eine herbe Niederlage verpasst. Mit der neuen Entscheidung wird eine frühere Liberalisierung rückgängig gemacht, die die Regierung Medwedew erst vor wenigen Monaten beschlossen hatte. Sie könnte ein Signal dafür sein, dass sich die russische Regierung nach dem US-geführten Putsch in der Ukraine von dem Druck der USA distanziert.


Kommentar: Die russische Regierung ist nicht der Politischen Ponerologie verfallen, im Gegensatz zur USA und Co.:
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Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke



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Am 5. April verkündete der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew ein Verbot für den Import gentechnisch veränderter Organismen (GVO). In einer Rede vor den Delegierten der Landwirtschaftskonferenz in Wolgograd erklärte er: »Wir haben nicht die Absicht, gentechnisch veränderte Nahrungsmittel zu entwickeln oder ihren Import in unser Land zu genehmigen. Wir sind damit zufrieden, uns mit normalen Nahrungsprodukten zu versorgen. Wenn die Amerikaner gern Gentechnik-Produkte essen, so sollen sie es tun. Wir brauchen das nicht, wir haben genug Raum und Chancen zur Produktion organischer Nahrungsmittel. Wir haben das geeignete Land und die Voraussetzungen, normale organische Nahrung zu produzieren.«

Bei derselben Konferenz erklärte auch Landwirtschaftsminister Nikolai Fjodorow, Russland werde auch in Zukunft frei von gentechnisch veränderten Produkten bleiben. Ende Februar hatte das russische Parlament die Regierung aufgefordert, ein einstweiliges Verbot für alle gentechnisch veränderten Produkte nach Russland zu verhängen.

Der Landwirtschaftsausschuss der Staatsduma unterstützte ein Verbot für die Registrierung von und den Handel mit gentechnisch veränderten Organismen, bis Spezialisten ein System zur Kontrolle über die Auswirkungen von GVO auf Menschen und die Umwelt entwickelt haben. Jetzt hat Medwedew dies zur offiziellen Regierungspolitik erklärt, ein vernichtender Schlag für Monsanto und das US-amerikanische GVO-Kartell.