"Was die Dunkelheit nicht besitzen kann, sucht sie zu zerstören"
Rockefeller Oktopus

Hauptmitglied der frühen US-Bank-Elite John D. Rockefeller, der in einer Zeichnung aud dem fühen 20. Jahrhundert (auf zutreffende Weise) portraitiert ist.
Wahrscheinlich haben Sie alle möglichen Theorien gelesen, die versuchen die Ursachen des "neuen kalten Krieges" zu erklären, in dem wir uns gerade befinden. Von dem peinlich simplistischen Einfall der westlichen Presse: "Putin ist ein Hitler", bis hin zur nuancierteren Idee eines "Energie-Krieges" zwischen USA-Europa-Russland. Die Wahrheit jedoch, warum wir als eine Spezies da sind wo wir gerade sind ist eigentlich ziemlich simpel. Um es aber zu verstehen, werden Sie den Einfall eines "neues kalten Krieges" fallen lassen und mit "dem 120-Jahre alten Krieg der niemals endete" ersetzen müssen.

Wenn Sie es mögen, die Geschichte kondensiert und relevant zu aktuellen Ereignissen präsentiert zu bekommen, dann lesen Sie weiter.

Vor über 100 Jahren, im Jahre 1904, schlug einer der Gründungsväter von sowohl der Geopolitik als auch der Geostrategie, Sir Halford Mackinder, Absolvent der Oxford Universität und Mitbegründer der London School of Economics, eine Theorie vor, welche die geopolitische Analyse von einer lokalen oder regionalen Ebene auf eine globale Ebene erweiterte. Geopolitik ist die Studie (durch Leute in Machtpositionen) der Auswirkungen von Geografie (menschlich und physisch) auf die internationale Politik und internationale Beziehungen. Allgemeinverständlich bedeutet das die Studie darüber, wie man die Welt - ihre menschlichen und natürlichen Ressourcen - am besten und zu einem größtmöglichen Ausmaß kontrollieren kann. Wenn Sie oder ich über die Welt nachdenken, dann denken wir an einen großen komplizierten Ort mit Milliarden von Menschen. Wenn die "Elite" an die Welt denkt, denkt sie an einen Globus oder eine Landkarte mit Nationalstaaten, die, ihr zufolge, geformt und verändert werden kann und sollte, und zwar en masse.

Mackinder teilte die Welt bloß in ein paar Regionen auf.
  • Die "Weltinsel", ein Gebiet, das die miteinander verbundenen Kontinente Europa, Asien und Afrika ungefähr umfasst.
  • Die küstennahen Inseln, einschließlich der britischen Inseln und der japanischen Inseln.
  • Die abgelegenen Inseln, einschließlich Nordamerika, Südamerika und Australien.
Das bei weitem Wichtigste von ihnen war die "Weltinsel" und ganz besonders was er das "Kernland" nannte, was im Grunde genommen Russland bedeutet. Mackinder sagte, dass wer auch immer das "Kernland" regiere (Russland), der kontrolliere die "Weltinsel" (Eurasien und Afrika), und wer auch immer das kontrolliere, der kontrolliere die Welt. Das ist eine ziemlich offensichtliche Analyse der Situation, weil sich die große Mehrheit der Weltbevölkerung und Ressourcen auf dem eurasischen Kontinent befindet, und das Innehaben einer riesigen nördlichen Position auf dieser Landmasse - mit einer Nachhut, die durch einen unpassierbaren gefrorenen Ozean geschützt ist - gibt einem den besten Aussichtspunkt oder eine "höhere Warte", wenn man so will.

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Mackinders geostrategische Weltkarte
Wahrscheinlich war es eine Folge der britischen Erfahrung des Imperiums, die Mackinder zu dieser Schlußfolgerung kommen ließ. Die Briten hatten ein großes Imperium, auf dem "die Sonne niemals unterging" (und das Blut niemals trocknete), und während die britischen Eliten sehr viel Geld machten und sehr viel Leid verursachten indem sie andere Völker ihrer Ressourcen enteigneten, waren sie nie wirklich in der Lage "die Welt zu regieren", weil das "Kernland" (Russland) nicht erobert und zu einem untergeordneten Staat westlicher Mächte geworden war, größtenteils auf Grund seiner massiven Größe und der Tatsache, dass Russland schon seit langem selbst ein Imperium gewesen ist.

1904 waren Mackinders Ideen (die von seinen Zeitgenossen geteilt wurde) unter der anglo-amerikanischen Elite jener Zeit bereits allgemein bekannt. Diese Elite strebten nach globaler Herrschaft indem sie jegliche Konkurrenz zu den Vereinigten Staaten verhindern wollten. Russland war dieser natürliche potentielle Konkurrent, erneut wegen seiner Größe, seiner Ressourcen und seiner imperialen Geschichte. Also sogar schon vor der Wende zum 20. Jahrhundert waren die US-Elite zusammen mit ihren britischen Co-Ideologen emsig damit beschäftigt Russland als eine Bedrohung ihrer Pläne der globalen Hegemonie zu "neutralisieren". Als Mackinder seine Ideen veröffentlichte, hatten die US-amerikanischen und britischen Kräfte aus Politik, Industrie und Bankwesen den Prozess des "Regime-Wechsels" in Russland bereits begonnen - über eine der "abgelegenen Inseln", speziell Japan.

Zuerst Krieg, dann Revolution

1898 hatte Russland einem Abkommen mit China zugestimmt, das den chinesischen Hafen "Port Arthur" an Russland verpachtete. Zu der Zeit war das Russlands einziger pazifischer Warmwasser-Seehafen (und er war strategisch genauso wichtig wie heute die Krim für Russland). Sowohl die Briten als auch die Amerikaner waren über die enge Beziehung zwischen Russland und Deutschland besorgt (Zar Nikolaus II und Kaiser Wilhelm II von Deutschland waren Cousins) und über die Möglichkeit, dass Frankreich sich ihnen in einer dreifachen anti-britischen Allianz anschließen könnte. Für die Briten und Amerikaner war dies eine "eindeutige Bedrohung der internationalen Ordnung".1 Um Russlands Absichten in Asien zu durchkreuzen, unterschrieben Großbritannien und Japan 1902 die "anglo-japanische Allianz", die festsetzte, dass, wenn entweder Japan oder Großbritannien von mehr als einem Feind angegriffen würde, sie einander militärisch unterstützen würden. Hiermit gaben die Briten den Japanern quasi grünes Licht für einen Krieg gegen Russland wenn nötig, mit der Gewißheit, dass weder Frankreich noch Deutschland (Russlands Verbündete) sich einmischen und einen Krieg mit Großbritannien riskieren würden. Von diesem Punkt an agierte Japan als ein Schutzherr britischer Interessen in Ostasien.

russisch-japanischer krieg

Ein russischer Propaganda-Druck aus dem Jahr 1905, der russische Seemänner zeigt, die japanische Patronen rauchen, die von "John Bull" (England) zur Verfügung gestellt werden während die USA dabei zuschaut.
Vom 8. Februar 1904 bis zum 5. September 1905 wurde der erste "große Krieg" des 20. Jahrhunderts zwischen Japan und dem zaristischen Russland ausgefochten; größtenteils ging es um den Zugang zu "Port Arthur". Die britische Regierung versorgte die japanische Marine mit Kriegsschiffen und während des Kriegs selbst leitete sie Geheimdienstinformationen an die Japaner weiter. Die vielleicht bedeutenste Hilfe an die japanische Regierung kam in Form von Krediten von britischen und amerikanischen Banken und Finanzinstituten, die insgesamt einer heutigen Summe von $5 Milliarden entsprechen, einschließlich eines $200 Millionen "Kredits" vom prominenten Wall Street Banker Jacob Schiff.2 Während des 1. Weltkriegs vergaben Schiff und andere Wall Street Bankiers auch Kredite an die zentralen Mächte, obwohl diese offiziell die Feinde ihres adoptierten Heimatlandes, den USA, waren.

Russland zog mit über einer Million Soldaten und Matrosen gegen Japans 500.000 Männer, doch Russland verlor den Krieg trotzdem, größtenteils auf Grund der Unterstützung der Briten und Amerikaner. Die entscheidende Schlacht trug sich am 27. - 28. Mai 1905 zu, als die russischen und japanischen Kriegsflotten an der Tsushima Meerenge aufeinander trafen. Zwei Drittel der russischen Flotte wurden zerstört. Russlands Niederlage wurde durch den Portsmouth Vertrag noch unterstrichen, der Japans Auftauchen als überragende Macht in Ostasien bestätigte und Russland dazu zwang, seine Pläne zur Entwicklung der sibirisch-pazifischen Region und Gründung von fernöstlichen Handelsrouten aufzugeben. Japan wurde außerdem zur sechst-größten Marinemacht und die Kriegskosten verpassten Russlands Wirtschaft einen erheblichen Schlag.

russisch-japanischer krieg

Eine Darstellung aus dem Jahr 1905 über die desaströse (für Russland) Schlacht von Tsushima, als 2/3 der russischen Flotte zerstört wurden.
Sogar noch bevor der Krieg offiziell beendet wurde waren es Russlands fatale finanzielle Schwierigkeiten, die Niederlage bei Tsushima und der Druck seitens der Briten, was den Zaren dazu brachte sich letztlich von dem Abkommen von Bjorko abzurücken, das er mit Kaiser Wilhelm (und damit indirekt auch Frankreich) unterzeichnet hatte. Sobald die britische Regierung von dem geheimen Abkommen erfuhr, das auf der Jacht des Kaisers auf der Ostsee unterzeichnet wurde - ein Abkommen, das durch die Ausrichtung Russlands mit Deutschland die "Weltordnung" bedroht hätte - drohte sie, die finanziellen Mittel, die nach Russland flossen, zu stoppen und verordnete die russische Presse, die sie offensichtlich kontrollierte, zur Lostretung einer anti-deutschen Propagandakampagne. Der Kaiser schrieb dem Zar: "Die Gesamtheit Ihrer einflussreichen Presse ist seit zwei Wochen in heftiger Weise anti-deutsch und pro-britisch geworden. Zweifellos werden sie zum Teil mit den großen Mengen britischen Geldes gekauft."3

Als Russland nun isoliert und wirtschaftlich gebrochen und die Bedrohung einer eurasischen Integration verhindert wurde, lag der nächste logische Schritt darin, den Zaren vollständig loszuwerden und Russland zu einem kontrollierten, debilen und "gefangenen" Markt für die westliche Finanzwelt zu machen. Doch um dieses Ziel zu erreichen würde erst Kaiser Wilhelms Deutschland entschlossen abgefertigt werden müssen und das bedeutete Krieg. Um die nötige Vorarbeit für diesen Krieg zu leisten unterzeichneten die Briten 1907 die anglo-russische Abmachung und holten dann später die Franzosen zur "triple entente" ins Boot. Damit verbündeten sie die weltmächtigsten Militärwesen gegen Deutschland.

Zwischen 1903 und 1914 wurde die britische Öffentlichkeit schrittweise in eine anti-deutsche Raserei hochgeschaukelt und mit zahllosen Nachrichtenartikeln, Büchern und Pamphleten bestürmt, die (fälschlicherweise) vor Deutschlands aggressiver Wiederaufrüstung warnten und vor seiner Absicht, in Großbritannien einzumarschieren und die Weltherrschaft an sich zu reißen. Alfred Harmsworth, der britische Zeitungs- und Verlagsmagnat zu der Zeit, der eng verwoben mit der britschen Politiker- und Banken-Elite war, übte durch seine Zeitungen einen riesigen Einfluss auf die britische Öffentlichkeit aus. In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Matin sagte Harmsworth: "Die Deutschen machen sich in ganz Europa verhasst. Ich werde meiner Zeitung nicht erlauben irgendetwas zu publizieren, das die Gefühle der Franzosen auf irgendeine Weise zu verletzen vermag, doch ich möchte nichts drucken, das angenehm für die Deutschen sein könnte."3

Die anti-deutsche Hysterie kulminierte in der Verabschiedung des britischen Official Secrets Act von 1911, der im Grunde die britischen Geheimdienste MI5 und MI6 begründete. Es passt ins Bild, dass diese Geheimdienste, die heutzutage damit beauftragt sind terroristische Attacken zu fabrizieren um der britischen - und globalen - Öffentlichkeit Angst einzujagen und so dazu zu bringen, Kriege zu unterstützen, ihre Wurzeln in einer fabrizierten Bedrohung durch Deutschland haben.

Der ausgewählte "Siedepunkt" für einen anglo-amerikanischen Krieg um Deutschland zu zerstören, die europäischen Mächte zu schwächen und das gesamte Europa westlichen Bankeninteressen zu unterwerfen, war der Balkan. Im November 1912 identifizierte der russische Botschafter in Bulgarien in einem Telegramm an den russischen Außenminister (Iswolski) einen Repräsentanten der britischen Zeitung The Times, der behauptete, dass "sehr viele Menschen in England daran arbeiten, die Komplikationen im Balkan zu verschärfen um einen neuen Krieg herbeizuführen, der zur Zerstörung der deutschen Flotte und des deutschen Handels führen würde".4

Dieser Times-Journalist war höchst wahrscheinlich James David Bourchier, ein Mitglied der englischen Aristokratie, der tief im Balkanbund verwickelt war - eine vom russischen Botschafter in Belgrad, nicholas Hartwig, begründete Organisation mit dem Ziel für die Unabhängigkeit der Balkanstaaten von den osmanischen and österreich-ungarischen Imperien zu lobbyieren. Nicholas Hartwig war ein Agent des englischen Monarchen Edward VII und gehörte somit der britischen Elite an.5 Die Unabhängigkeit der Balkanstaaten war völlig in Übereinstimmung mit dem Ziel der britischen Elite die konkurierenden Imperien auseinander zu nehmen.

Die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand im Jahr 1914 wurde als der Funke, der den Ersten Weltkrieg aufflammen ließ, dargestellt. Aber dies ist eine Verzerrung der Fakten. Wie bereits erwähnt waren die britischen Kriegspläne gegen Deutschland zu diesem Zeitpunkt mindestens schon ein Jahrzehnt alt. In jedem Fall kamen zu dieser Zeit Morde an Mitgliedern des Königshauses und der Adelsfamilien in Europa ziemlich häufig vor und der Tod Ferdinands war nichts, das zwangsläufig einen Weltkrieg provoziert hätte. Sicherlich war das österreichisch-ungarische Reich nur daran interessiert, die Serben zum Schweigen zu bringen, und Deutschland, als Verbündeter von Österreich-Ungarn, war entschieden gegen eine Krise, die außer Kontrolle gerät.

Erzherzog Ferdinand und sein Mörder Gavrilo Princip

Zwei Sündenböcke der westlichen Elite. Erzherzog Ferdinand und sein Mörder, Gavrilo Princip.
Nach der Ermordung erklärte die britische Regierung Österreich-Ungarn und Deutschland auf trügerische Weise, dass sie Österreich-Ungarns Recht auf Kompensation für Serbien anerkenne. Als Österreich am 23. Juli ihr Juli Ultimatum an die Serben erteilte - eine Serie von Forderungen, die absichtlich unzumutbar gestaltet waren - erwartete es in Folge einen lokalen Krieg. Doch der russische Außenminister Sazonov (ein weiterer britischer Agent)6 reagierte darauf, indem er am 28. Juli russische Truppen gegen den Willen des Zaren mobilisierte. Die Briten mobilisierten still und leise ebenfalls ihre eigenen Truppen in der Erwartung einer deutschen Bewegung gegen Belgien, die am 4. August stattfand.

Was weder Deutschland noch Österreich-Ungarn realisierten, war, dass die Ermordung - der casus belli - von den Serben inszeniert wurde, mit der Unterstützung von britischen Agenten in der russischen Regierung. Im Gerichtsverfahren des Mordes 1917 gestand der serbische Oberst Dragutin Dimitrijević, dass er Ferdinands Mörder angeheuert hatte und dass der Mord mit dem Wissen und der Zustimmung des russischen Botschafters in Belgrad - Nicholas Hartwig - und des russischen Militärattaché in Belgrad, Viktor Artamonov, geplant war. Sowohl Hartwig und Artamonov standen im Grunde auf der Gehaltsliste der britischen Regierung. Wäre es damals weithin bekannt geworden, dass die Russen direkt am Mord beteiligt waren, hätte die britische Regierung den Krieg gegenüber der britischen Öffentlichkeit nicht rechtfertigen können. Die britische Öffentlichkeit hatte dank der systematischen Fütterung mit anti-russischer Propaganda während des "Great Game" des 19. Jahrhunderts eine überzeugte anti-Zaren-Einstellung.

Kaiser Wilhelm II und Zar Nikolaus II

Kaiser Wilhelm II (links) und Zar Nikolaus II, die die militärische Uniform des anderen tragen.
Sogar als die russischen und deutschen Armeen am 1. Juli aus ihren Barracken rausmarschierten, tauschten der Zar und der Kaiser Telegramme untereinander aus, in dem vergeblichen Versuch ein Desaster abzuwenden. In einer Notiz später an diesem Tag verstand der Kaiser endlich die Tiefe der britischen Niederträchtigkeit:
"Ich habe keinen Zweifel darüber: England, Russland und Frankreich haben sich untereinander abgesprochen, um den österreichisch-serbischen Konflikt als Ausrede herzunehmen, einen Krieg der Auslöschung gegen uns zu führen... die Dummheit und Unfähigkeit unseres Verbündeten hat sich in eine Falle für uns herausgestellt ... das Netz wurde ganz plötzlich über unsere Köpfe geworfen und England erntet höhnisch grinsend den großartigsten Triumph in ihrer beharrlich ausgeführten, rein anti-deutschen Weltpolitik, gegen die wir uns als hilflos erwiesen haben. Wir sind in eine Situation gebracht worden, die England den erstrebten Vorwand liefert uns unter dem heuchlerischen Mantel der Gerechtigkeit auszulöschen."7
Es sollte nicht überraschen, dass während dieses "großen" Krieges um die freie Welt zu beschützen, die britischen und amerikanischen Rüstungsfirmen, viele mit Verbindungen zur City of London und den Wall Street Banken, alle Seiten des Konflikts mit Waffen belieferten. Um nur ein Beispiel zu geben: die unter britischem Besitz stehende Armstrong-Pozzuoli Company mit Hauptquartier an der Bucht Neapels, beschäftigte 4.000 Männer und war der Haupt-Marine-Lieferant an Englands Feind Italien. Und ein hochrangiger englischer Marineoffizier, Rear Admiral Ottley, war einer der Leiter!8 Während des Kriegs sagte der wütende Labour-Abgeordnete Philip Snowden dem House of Commons dass "U-Boote und all die Torpedos, die in der österreichischen Marine benutzt werden und von den Whitehead Torpedo-Werken in Ungarn hergestellt werden... sie stellen Torpedos mit britischem Geld her um britische Schiffe zu zerstören."9 Dieselben Torpedos wurden von deutschen U-Booten verwendet um britische, und später, amerikanische Schiffe zu versenken.

So viel zum Thema Revolution

Die verheerenden Auswirkungen des britisch inspirierten russisch-japanischen Kriegs auf Russland provozierte 1905 die russische "Revolution", die bis 1907 andauerte. Diese Revolution ebnete den Weg zum Sturz des Zaren und die Machtergreifung der nihilistischen Bolschewisten in der Oktoberrevolution 1927. Dieses Ereignis würde Russlands Geschichte für die nächsten 70 Jahre festlegen. Das zaristische Russland, zur Zeit des Ersten Weltkriegs ein britischer Verbündeter, war alles andere als ein Hemmnis. So scheint es, dass die britischen und amerikanischen Regierungen es als eine Gelegenheit gesehen haben, dem Zaren in den Rücken zu fallen zu einer Zeit und von einer Richtung aus, die er am wenigsten erwartet hatte.

Genau wie der Erste Weltkrieg waren der Sturz des Zaren und die russische Revolution schon jahrelang vorbereitet worden. Genau genommen scheint es, als ob der russisch-japanische Krieg 1905 von oben erwähntem Jacob Schiff and Co. benutzt wurde, um die Saat dieser 1917er Revolution schon 12 Jahre im Voraus zu säen. In ihrem Buch Jacob H. Schiff: A Study in American Jewish Leadership hält die erfolgreiche jüdisch-amerikanische Autorin Naomi Wiener Cohn fest:
"Der russisch-japanische Krieg verbündete Schiff mit George Kennan in dem Versuch revolutionäre Propaganda unter russischen Kriegsgefangenen in Japan zu verbreiten (Kennan hatte Zugang zu ihnen). Die Operation war ein streng gehütetes Geheimnis und wurde von Kennan bis zur Revolution im März 1917 nicht öffentlich gemacht. Er erzählte dann wie er die japanische Erlaubnis erhalten hatte, die Lager zu besuchen und wie die Gefangenen ihn um etwas zu lesen baten. Indem er veranlasste, dass die "Freunde russischen Friedens" über eine Tonne revolutionäres Material einschifften, sicherte er sich Schiffs finanzielle Unterstützung. Laut Kennan sind fünfzig Tausend Offiziere und Männer [als] leidenschaftliche Revolutionäre nach Russland zurückgekehrt. Dort wurden sie zu den fünfzig Tausend "Saaten der Freiheit" in einhundert Regimenten, die zum Sturz des Zaren beitrugen."
Während Schiff wegen seiner Behandlung der russischen Juden ein scharfer Gegner des russischen Zaren war, ist es schwierig zu sagen ob seine Sympathie für seine Co-Religionsanhänger in Russland die Motivation für Schiff und andere jüdische Wall Street Banker und Industrielle war, die sie dazu bewogen die bolschewistische Revolution zu finanzieren. Immerhin erhielten sie als Resultat davon gewaltige finanzielle Belohnungen.

Karl Marx Wall Street

Cartoon von Robert Minor in einer St. Loius Depesche (1911). Karl Marx ist umgeben von einem wertschätzenden Publikum von Wall Street Finanziers: John D. Rockefeller, J.P. Morgan, John D. Ryan von der National City Bank, und ein Partner Morgans, George W. Perkins. Direkt hinter Karl Marx steht Teddy Roosevelt, Führer der Progressive Partei.
Der russische General Arsene de Goulewitsch, der die bolschewistische Revolution erster Hand miterlebte, sagte: "Die Hauptversorger von finanziellen Mitteln für die Revolution waren weder die verrückten russischen Millionäre noch die bewaffneten Banden Lenins. Das "wirkliche" Geld kam in erster Linie aus britischen und amerikanischen Kreisen, die schon seit sehr langer Zeit das Anliegen der russischen Revolution unterstützt hatten... Mir wurde gesagt, dass Lord [Alfred] Milner über 21 Millionen Rubel zur Finanzierung der russischen Revolution ausgegeben hatte".10 Milner war seiner Zeit der vielleicht hervorstechenste Agent des britischen Imperiums. Der in Deutschland geborene Milner war Hoher Kommissar für Südafrika und er bereitete den Weg für Konzentrationslager und ethnische Säuberungen während des Boer Kriegs um die britische Kontrolle über Afrika zu vergrößern. Milner war außerdem der Chefautor der Balfour Deklaration, obwohl diese unter Arthur Balfours Name veröffentlicht wurde. In seinem Buch über Milner fasste Edward Crankshaw Milners "Ideologie" zusammen:
"Einige der Stellen [in Milners Büchern] über Industrie und Gesellschaft... sind Stellen, von denen jeder Sozialist stolz wäre, sie geschrieben zu haben. Doch sie wurden nicht von einem Sozialisten geschrieben. Sie wurden von "dem Mann, der den Boer Krieg inszenierte" geschrieben. Einige der Stellen über Imperialismus und die Bürde des weißen Mannes hätten von einem eingefleischten Tory geschrieben sein können. Sie wurden von dem Schüler von Karl Marx geschrieben."11
Milner doppelte ideologische Parteilchkeit - und vollkommene Gleichgültigkeit seiner deutschen Wurzeln gegenüber - spiegelte die Parteilichkeit der Wall Street Banker. Otto H. Kahn, Partner von Jacob Schiff und Felix Warburg bei Kuhn, Loeb & Co. und Direktor der American International Corp., sagte am 30. Dezember 1924 in einer Rede zur League for Industrial Democracy: "worin ihr Radikale und wir mit entgegengesetzten Ansichten uns voneinander unterscheiden, ist nicht so sehr das Ziel als Zweck, nicht so sehr, was herbeigeführt werden soll, sondern wie es herbeigeführt werden soll und kann".

De Goulevitch zitiert 1917er Berichte von örtlichen Beobachtern und Journalisten in Petrograd über britische und amerikanische Agenten, die 25-Rubel-Noten an Soldaten des Pavloski Regiments austeilten, kurz bevor sie meuterten und sich der Revolution anschlossen.5 De Goulevitch benannte außerdem Sir George Buchanan, den derzeit britischen Botschafter Russlands als einen der Hauptspieler in der Finanzierung von dem, was im Grunde eine frühe "Farbrevolution" in Russland war. Wie Jennings C. Wise geschrieben hat: "Historiker dürfen niemals vergessen, dass Woodrow Wilson... es Leon Trotsky möglich machte, Russland mit einem amerikanischen Pass zu betreten."12

Lord Milner

Lord Alfred Milner: Erz-Imperialist und Liebhaber der "Farbenrevolution"
Nun, als der Zar tot war und die vom Westen unterstützten Bolschewisten an der Macht waren, hatten die USA und andere westliche Regierungen und Unternehmen nicht nur erfolgreich Russlands Wirtschaft und Industrie zerstört, sondern auch Teile von Russlands Reich abgespalten. Der Vertrag von Brest-Litovsk ist ein Beleg für die Nutzlosigkeit der Bolschewisten insofern, als sie, um Russland aus dem Krieg zu ziehen, gezwungen waren, Territorium an Deutschland und Österreich-Ungarn abzutreten. Die erste Verhandlungsrunde geriet ins Stocken, weil die verrückten Revolutionäre glaubten, dass Deutschland und Österreich-Ungarn selbst kurz vor einer Revolution standen. Als Lenin und Co. endlich zur Vernunft kamen, waren sie gezwungen einen sogar noch strafenderen Vertrag mit den zentralen Mächten zu unterzeichnen. Während Russland viel von seinem verlorenen Territorium nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgewann, so verlor es im Jahr 1991 alles wieder. Tatsächlich ähneln die westlichen Grenzen nach 1991 eine bezeichnende Ähnlichkeit zu denen, die vom Brest-Litovsk Vertrag auferlegt wurden.

Unter Lenin und Trotsky hatte die bolschewistische "Revolution" praktisch die russische Wirtschaft und ihre Industrie stillgelegt und westlichen Bankern erlaubt zum "Wiederaufbau" einzugreifen. Beachten Sie die Worte eines amerikanischen Journalisten, Arbeiterorganisators und Publizisten, Albert Rhys Williams, der sowohl ein Zeuge als auch ein Teilnehmer in der Oktoberrevolution war, als er vor dem Senate Overman Committee aussagte:
Mr. Williams: [...] es ist wahrscheinlich wahr, dass unter der sowjetischen Regierung die Industrie vielleicht viel langsamer in ihrer Entwicklung sein wird als unter dem üblichen kapitalistischen System. Aber warum sollte ein großes industrielles Land wie Amerika die Erschaffung und die daraus folgende Konkurrenz eines weiteren großen industriellen Rivalen wünschen? Sind die Interessen Amerikas in dieser Hinsicht nicht übereinstimmend mit dem langsamen Tempo der Entwicklung, die Sowjet-Russland für sich entwirft?

Senator Wolcott: Sie präsentieren hier also ein Argument, von dem Sie denken, dass es dem amerikanischen Volk gefallen wird und ihr Punkt ist dieser: dass, wenn wir die sowjetische konstituierte Regierung Russlands anerkennen, dann werden wir eine Regierung anerkennen, die industriell für sehr viele Jahre nicht mit uns konkurrieren kann?

Mr. Williams: Das ist eine Tatsache.

Senator Wolcott: Das ist ein Argument, [das aussagt], dass unter der sowjetischen Regierung Russland für sehr viele Jahre, wenn überhaupt, sich in keiner Position befinden wird, sich Amerika industriell anzunähern?

Mr. Williams: Eindeutig.
Als die Bolschewiken1922 ihre erste Bank gründeten, Ruskombank, war einer ihrer Direktoren Max May von Guaranty Trust. Guaranty Trust war eine J.P. Morgan Firma. Als er Ruskombank beitrat, sagte May:
"Die Vereinigten Staaten, ein reiches Land mit gut entwickelter Industrie haben es nicht nötig, irgendetwas von fremden Ländern zu importieren, aber... sie sind sehr daran interessiert, ihre Produkte in andere Länder zu exportieren und sehen Russland als den am geeignetsten Markt für diesen Zweck, wenn man den riesigen Bedarf Russlands auf allen Ebenen des wirtschaftlichen Lebens bedenkt."13
J.P. Morgans Guaranty Trust erhöhte auch die Darlehen für die deutschen Kriegsbemühungen, während es gleichzeitig die Briten und Franzosen gegen die Deutschen finanzierte, und auch die Russen, sowohl unter dem Zar gegen Deutschland, und dann auch die Bolschewiken gegen den Zar und für die "Revolution".14

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Zwei Weltkriege, mit freundlicher Genehmigung der anglo-amerikanischen Elite.
Über die Wall Street Banker brach die US-Regierung unter Woodrow Wilson nach dem Zweiten Weltkrieg mit der internationalen Konvention und weigerte sich, die Schulden von den massiven Kriegsdarlehen zu erlassen, mit denen sie ihre Verbündeten (vor allem England und Frankreich) vollgepumpt hatten.15 Deutschland befand sich durch die Reparationen, die vom extrem strengen Versailler Vertrag verlangt wuden, in einer sogar noch schlimmeren Position. Keines dieser Länder war in der Lage das Geld, das sie schuldeten, zurückzuzahlen, und so wurde der "Dawes Plan" erlassen, wodurch die US-Regierung Deutschland Geld leihen würde, damit es die Reparationszahlungen an Frankreich und England leisten konnte, die das GEld dann zurück an die USA geben würden, um ihre Kriegsschulden abzuzahlen. So funktioniert das mit dem "komischen Geld". Nichtsdestotrotzwar der Erste Weltkrieg ein Segen für die USA. 1914 hatte sie Ausländern $4,5 Milliarden geschuldet, und 1928 standen dann Ausländer zu $ 25 Milliarden in ihrer Schuld, einschließlich Europas Kriegsschulden. Das Ergebnis war, dass viel von Europas Gold auch in Fort Knox landete. Michael Hudson, Professor für Wirtschaft, behauptet, dass die Motivation für die massiven finanziellen Ansprüche der USA an Europa politischer Natur waren, und nicht wirtschaftlicher.

Im Jahr 2010 zahlte Deutschland der US-Regierung den letzten Teil seiner Schuld. Großbritannien zahlt noch immer. Die Schulden bei den USA und Verbündeten vom Ersten Weltkrieg waren der hauptsächliche Grund für den Kollaps der deutschen Wirtschaft in den frühen 1930ern, was zur Machtergreifung Hitlers und der Nazis führte... die ebenfalls von derselben Kabale von Wall Street Bankern finanziert wurden.16

Eine Schöne Neue Welt

1925 schlug der europäische Theoretiker des Imperialismus, Gerhart Von Schulze-Gaevernitz vor, dass die Geschichte zeigen würde, dass das wichtigste Ergebnis des 1. Weltkrieges nicht "die Zerstörung der königlichen Dynastien [war], die Deutschland, Russland, Österreich und Italien beherrschten", sondern die "Verlagerung der Schwerkraft des Weltzentrums von Europa, wo es seit den Tagen des Marathon existiert hatte, hin zu Amerika". Diese neue Ära des "Superimperialismus", sagte er, hatte den traditionellen Imperialismus auf den Kopf gestellt, weil jetzt "das Finanzkapital die politische internationale Macht vermittelte, um die monopolistische Kontrolle und Profite aus natürlichen Ressourcen, Rohmaterial und Arbeitskraft zu bekommen, mit der Tendenz zur Autarkie, indem alle Regionen und die Rohmaterialien der gesamten Welt kontrolliert werden."17

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Der russische Autor und Kritiker des sowjetischen Totalitarismus Aleksandr Solzhenitsyn schätzte, dass unter dem durch den Westen auferlegten sowjetischen Regime 66 Millionen Menschen starben.
Während der 1920er wurde Russland praktisch von US-Unternehmen wieder aufgebaut und mehrere von Lenins 5-Jahres-Plänen wurden von Wall Street Banken finanziert. Das Ziel bestand in der Vorbereitung Russlands für den 2. Weltkrieg, den es für die Alliierten gewann, doch in dessen Verlauf es großflächig ruinierte wurde (wieder einmal). Wie die anderen europäischen Mächte sammelte es massive Schulden gegenüber der Wall Street und Londoner Bankern an. Wie Antony Sutton enthüllte, wurde das Ausmaß des westlichen Einflusses und der Kontrolle in Sowjetrussland durch die Tatsache veranschaulicht, dass die Militärfahrzeuge, die vom nordvietnamesischen Militär benutzt wurden um amerikanische Soldaten zu bekämpfen, in einer sowjetischen Fabrik hergestellt wurden - der Kama River Truck Plant, dessen Inhaber das US Ford Unternehmen war.

Indem Russland die bolschewistische Revolution aufgezwungen wurde, stellte die Wall Street sicher, dass es mit der USA nicht konkurrieren konnte. Für die folgenden 70 Jahre erweiterten die "Manager der Welt" aus den USA und Westeuropa ihre globale Herrschaft durch Nutzung einer erfundenen "kommunistischen Bedrohung" (die sie selbst erfanden). In den späten 1980ern entschied die westliche Bankenelite, dass ihre globale Macht ausreichend genug sei um den "Eisenvorhang" zurückzuziehen, und Russland - wieder einmal - zu öffnen - dieses Mal jedoch für eine neo-liberale Plünderung des sogenannten "freien Markts" und der "offenen Gesellschaft". Den Großteil der 1990er Jahre lief alles nach Plan, bis Wladimir Putin auf der Bühne erschien und damit anfing, die "Wir beherrschen die Welt"-Party der westlichen Elite zu verderben.

Was also nützt diese kleine Geschichststunde? Ich hoffe, sie dient dazu zwei Dinge hervorzuheben. Dass vor über 100 Jahren die westliche Banken/Unternehmens/politische Elite - die Art Leute, die Dinge denken und sagen, wie...
"An diese Sterne zu denken, die man Nachts dort oben sieht, diese riesigen Welten, die wir nie erreichen können. Ich würde die Planeten annektieren wenn ich könnte; daran denke ich oft. Es macht mich traurig, sie so klar und doch so fern zu sehen."

"Ich behaupte, dass wir die erste Rasse auf der Welt sind, und je mehr wir von der Welt bewohnen, desto besser für die menschliche Rasse."

~ Cecil Rhodes
...sehr gut verstanden, dass die einzige Art die Welt zu beherrschen darin lag, dass Russland niemals als Konkurrent zu ihrem Handlungszentrum auftauchen würde - London, und dann die USA. Von einer praktischen Perspektive aus gesehen würden sie, um dieses Ziel zu erreichen, Russland auf dem eurasischen Kontinent ununterbrochen ins Abseits drängen müssen und europäische Nationen, ganz besonders westeuropäische Nationen davon abhalten müssen, jemals ein Bündnis mit Russland zu bilden. Diese Aufgabe begann so richtig in den späten 1980ern. Sie hält bis zum heutigen Tag an, doch sie ist am Scheitern.

Die am besten ausgelegten Pläne...

putin goldene türen
Seit er an die Macht gekommen ist hat Putin begonnen, Russland genau das zu geben, was die westliche Bankenelite über 100 Jahre lang versucht hat zu verhindern: es zu einem starken, unabhängigen Land zu machen, frei (zum größtmöglichen Ausmaß) von dem giftigen Einfluss der westlichen Banken. Sogar noch schlimmer: Putins Pläne scheinen nicht darauf begrenzt zu sein einfach nur Russland zu befreien, sondern beeinhalten die Vorstellung, Russlands Einfluss dazu zu nutzen, einen "neue Weltordnung" zu begründen - nicht basierend auf der Hegemonie einiger Weniger, sondern auf Multipolarität, echter nationaler Souveränität, gegenseitigem Respekt, und aufrichtigem freien Handel zwischen den Nationen. In ihren 15 kurzen Jahren am Steuer Russlands haben Putin und seine Freunde einen weiten Weg zum Erreichen ihrer Ziele zurückgelegt. Es ist interessant, wie die westlichen Elite darauf geantwortet hat. Von den Versuchen der NATO Russland in Osteuropa einzukreisen, zu auferlegten wirtschaftlichen Sanktionen auf Basis von Schein-Anklagen, zur Sabotage der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland-EU, zur Inszenierung eines Putsch 2014 in der Ukraine, bis hin zur Manipulation von Ölpreisen und zur Ermordung von "Oppositionsfiguren" in und außerhalb Russlands; die anglo-amerikanische Elite greift zu zunehmend verzweifelten und hysterischen Mitteln um das globale Ungleichgewicht, an dem sie so hart gearbeitet haben aufrecht zu erhalten. Doch nichts was sie tun scheint Russland aus der Ruhe zu bringen oder es von dem Weg abzubringen, den es gewählt hat.

Was können wir also als Nächstes von den westlichen Eliten erwarten? Abgesehen von einem totalen nuklearen Krieg mit Russland (der keine Option ist und es niemals war, entgegen der Propaganda des Kalten Krieges), welche niederträchtigen, scheinheiligen Manöver bleiben noch übrig? Viele nicht, das ist sicher. Die vielleicht einzig übrig bleibende Waffe in ihrem Arsenal ist diejenige, die es ihnen wie keine andere so lange erlaubt hat den Erdball zu dominieren: der allmächtige US-Dollar, seine Position als die Welt-Leitwährung, und der "Petrodollar".

Jahrzehntelang haben diese zwei finanziellen "Instrumente" alle anderen Länder dazu gezwungen, große Reserven der amerikanischen Währung zu besitzen, wodurch die US-Wirtschaft mit einer "Trittbrettfahrt" versorgt wurde und sie ihre Position als die weltgrößte Wirtschaft sichern konnte. Würde der US-Dollar aus irgendeinem Grund zusammenbrechen, würde das massive Panik im Weltwirtschaftssystem auslösen und ziemlich wahrscheinlich zu einem Kollaps der Regierungen auf der ganzen Welt führen. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum sowohl Russland und China keine Zeit verschwenden um das Fundament für eine neue wirtschaftliche Ordnung zu begründen, die nicht auf dem Dollar basiert. Wenn diese Initiative weit genug fortschreitet, könnte es in naher Zukunft zu einer Zeit kommen, wo der Dollar auf sichere Weise abgestoßen werden und mit einer anderen Leitwährung, oder einer Vielzahl von Währungen, ersetzt werden kann. Dadurch würde die systemische Bedrohung der globalen Wirtschaft (wenn nicht sogar der US-Wirtschaft) durch einen Dollarzusammenbruch verhindert oder gemildert werden und die westliche Elite, mit ihrer Basis in den USA, dazu zwingen eine bescheidenere und gerechtfertigtere Position zwischen den Nationen einzunehmen.

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Ob das Füttern des schwarzen Lochs bald vorbei ist?
Jeder der das Wesen dieser "Eliten", von denen ich spreche, recherchiert und verstanden hat, weiß, dass sie nicht die Art Leute sind, die eine Niederlage einfach akzeptieren, sogar wenn sie ihnen ins Gesicht starrt. Sie sind wie ein hoch-narzisstischer Schachspieler, der, wenn er sieht, dass das "Schach und Matt" kurz bevor steht, sich dazu entscheidet alle Figuren vom Brett zu stoßen (und es vielleicht zu verbrennen... genauso wie den Raum), anstatt die Schmach der Niederlage erleiden zu müssen. Denn dann kann behauptet werden: "Siehst du, du hast nicht gewonnen, wir müssen nochmal neu anfangen". Die Schach-Analogie ist zutreffend, wenn man bedenkt, dass einer der Hauptrepräsentanten der eurasischen Strategie Mackinders' Zbigniew Brzezinski ist - der Autor von The Grand Chessboard (Das große Schachbrett), wo er schrieb: "es ist unerlässlich, dass kein eurasischer Herausforderer auftaucht, der in der Lage ist Eurasien zu dominieren und somit Amerika herauszufordern".

Da die Schulden der USA derzeit bei über 104% des BIP (und steigend) liegen und die USA unfähig oder unwillig sind, diese Schulden zu reduzieren oder das BIP zu erhöhen, sind die USA praktisch insolvent, ein - bis auf den Namen - "gescheiterter Staat". Das einzige was ihren wirtschaftlichen Zusammenbruch verhindert, bis jetzt, ist, dass so viele andere Nationen davon abhängen, dass die USA nicht zusammenbrechen. Im Angesicht des fast sicheren Endes ihrer Herrschaft als Machthaber der Welt ist es möglich, dass sich die westliche Psycho-Elite für die "finanzielle nukleare Option" entscheiden wird und den amerikanischen Dollar selbst kollabieren lässt, in einem letzten, wahnsinnigen Versuch die Niederlage abzuwenden indem das gesamte Kartenhaus umgestürzt wird... damit sie von Null an alles wieder "aufbauen" können?

Wie es mein einführendes Zitat zur Geltung bringt: "Was die Dunkelheit nicht besitzen kann, das sucht sie zu zerstören."

Anmerkungen

1 Chapman, John W. M. Russia, Germany and the Anglo-Japanese Intelligence Collaboration
2 Schiff organised the purchase by US investors of $200 million in Japanese bonds
3 Farrer, England Under Edward VII p. 143
4 Stieve, Isvolsky and the First World War p. 116
5 Durham, Twenty years of Balkan Tangle ch 19 pp 2-3 and Docherty and Macgregor, Hidden History: The secret origins of the First World war Ch.18
6 See; Docherty and Macgregor, Hidden History: The secret origins of the First World war Ch.16
7 Barnes, Genesis of the World War, pp. 268-9
8 Perris, The War Traders: an Exposure
9 Murray, Krupps and the International Armaments Ring: the scandal of modern civilization p.3
10 De Goulevitch,: Czarism and Revolution, Omni Publications, California, pp. 224, 230
11 Crankshaw, The Forsaken Idea: A Study of Viscount Milner (London: Longmans Green, 1952), p. 269.
12 Wise, Woodrow Wilson: Disciple of Revolution (New York: Paisley Press, 1938), p.45
13 Sutton, A. Wall Street and the Bolsheviks Ch. 4
14 ibid
15 Hudson, M. Super Imperialism: The Origin and Fundamentals of U.S. World Dominance p. 50
16 Sutton, A. Wall Street and the Rise of Hitler
17 ibid