Ein schweres Gewitter hat am Freitag der Hitzewelle in Baden-Württemberg ein Ende gesetzt. Überschwemmungen und Brände hielten die Polizei in Atem. Besonders betroffen war die Region Stuttgart.
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Wassermassen überfluteten am Freitag Straßen und Keller in Stuttgart
In einigen Teilen der Region Stuttgart hat es am Freitagabend heftig gewittert - doch Unwetter und größere Schäden blieben laut Polizei aus. In der Landeshauptstadt sowie in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen hatten Polizei und Feuerwehr mehr als 120 Einsätze. Straßen waren überflutet, Keller liefen voll, Bäume stürzten um und Äste flogen umher, sagte die Polizei dem SWR. In der Region fielen stellenweise in einer Stunde 30 bis 40 Liter Regenwasser pro Quadratmeter, etwa zwei Drittel des üblichen Monatsaufkommens an Niederschlägen in der Region, so ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag.

Die Unterführung der B14 in der Stuttgarter Innenstadt musste zeitweise gesperrt werden. Im Stadtteil Bad Cannstatt riss der Sturm einen Baum um, der auf die Oberleitung der S-Bahn krachte. Der Verkehr war allerdings kaum beeinträchtigt.

Brände durch Blitzeinschläge

Der Rest des Landes wurde zwar größtenteils vom Unwetter verschont, in Laupheim bei Biberach setzte aber ein Blitz den Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Brand. Zwei Frauen wurden dabei verletzt. Eine von ihnen bekam einen Stromschlag, weil sie ihre Hand an einem Fenstergriff hielt als der Blitz einschlug. Die zweite erlitt eine Rauchvergiftung.

Ebenfalls nach einem Blitzeinschlag geriet ein Dachstuhl in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) in Brand. Es entstand ein Schaden von rund 100.000 Euro. Dabei wurde niemand verletzt. Das Haus war nach Polizeiangaben unbewohnt. Weitere Dächer brannten in Kißlegg im Kreis Ravensburg. Dabei entstanden laut Polizei insgesamt Schäden von mehreren Hunderttausend Euro.

Wetter kühlt ab - Bauern nicht zufrieden

Für die nächsten Tage sagen die Meteorologen vom DWD mildere Temperaturen voraus. Diese sinken übers Wochenende laut Prognosen auf 22 bis 25 Grad - mancherorts sogar unter 20 Grad - und halten sich auf dieser Höhe noch weit bis in die nächste Woche. Weiterhin ist örtlich mit Regen zu rechnen. Doch der ist nicht so lang anhaltend, wie es sich die Bauern im Land wohl wünschen. Die Trockenheit hatte viele Felder in den vergangenen Wochen ausgedörrt.