Die russische Luftwaffe in Syrien hat am vergangenen Wochenende ein Trainingscamp der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vernichtet, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Montag unter Berufung auf eine Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums.
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Nach Angaben des russischen Militärs flogen Kampfjets der Typen Su-34, Su-24M und Su-25 20 Angriffe auf zehn IS-Stützpunkte. Unter anderem wurde dabei ein Gebäude vernichtet, in dem Sprengstoffgürtel angefertigt worden waren. Zudem wurden ein Munitionslager und vier Kommandostellen der Terroristen dem Erdboden gleichgemacht. Als Beweis wurden mehrere Videos veröffentlicht.

Der ägyptische Außenminister Sameh Schukri befürwortete gestern Russlands Vorgehen gegen die IS-Radikalen, denn „nur so kann die Verbreitung des Terrorismus gestoppt werden“. Außer Kairo gibt es jedoch nicht viele Akteure, die Russlands Syrien-Einsatz unterstützen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan äußerte in einem Interview für den TV-Sender „Al Jazeera“ die Hoffnung, Moskau „zu einer Änderung seiner Position zu Syrien“ bewegen zu können, und kündigte ein entsprechendes Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin an.

Noch schärfer waren die Äußerungen des britischen Premiers David Cameron. Seinen Worten nach unterstütze Russland „den Schlächter Assad, was ein schrecklicher Fehler ist. Das macht die Region noch instabiler und wird zur weiteren Radikalisierung und dem Aufschwung des Terrorismus führen.“


Trotz der Berichte des russischen Verteidigungsministeriums glaubt man im Westen immer noch nicht, dass die russischen Luftstreitkräfte in Syrien den IS, und nicht die so genannte „gemäßigte Opposition“ bekämpfen.


Kommentar:
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"Gemäßigte Terroristen": von Geheimdiensten erfunden?

Cameron forderte Moskau deshalb erneut auf, sich der internationalen Koalition mit den USA an der Spitze anzuschließen, und verlangte abermals den Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.


Kommentar: Der Plan ist, Syrien zu destabilisieren, um Russland strategisch näher zu kommen, wie es bereits im Irak, Afghanistan und Libyen geschehen ist. Und so einem Plan möchte sich kein Mensch mit einem Gewissen anschließen. Und das zu Recht.


Dieser erklärte seinerseits gestern überraschend in einem Interview mit dem iranischen Sender „Khabar TV“, er würde „sofort zurücktreten, wenn das die Krise im Land lösen könnte.“ Assad ergänzte aber sofort, dass diese Entscheidung „nur das syrische Volk selbst treffen“ könnte bzw. sollte.