Teil 2: Der Begleiter der Sonne und der dazugehörige Kometenschwarm

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Kapitel 14: Veränderungen der Sonnenaktivität

Wie oben erwähnt ist die Sonnenaktivität das Resultat solarer Entladungen, ausgelöst durch elektrisch geladene Himmelskörper und Planetenkonstellationen. Die drei Hauptentladungsformen (Eruptionen, CMEs und Sonnenflecken) stehen in einem engen Zusammenhang und zeigen einen Anstieg der Sonnenaktivität an. Für den Moment wollen wir uns auf die Sonnenflecken als Hauptindikator der Sonnenaktivität konzentrieren.

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Abbildung 32: Sonnenflecken am 22. Juni 2004. Die Sonnenflecken sind die schwarzen Punkte etwa in der Mitte des Bildes.
Sonnenflecken wurden seit Jahrhunderten beobachtet, studiert und aufgezeichnet. Gelehrte im Osten, angefangen mit dem chinesischen Astronom Gan De, begannen bereits um 364 v. Chr.73 die Sonnenflecken zu studieren. Die erste eindeutige Erwähnung von Sonnenflecken eines westlichen Beobachters wurden um 325 v. Chr. durch Theophrastus74, ein Student Platos und Aristoteles, aufgezeichnet. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts begannen Wissenschaftler damit, die sichtbaren Sonnenflecken systematisch zu zählen. Diese Aufzeichnungen bieten uns eine äußerst nützliche Datensammlung der Sonnenaktivität über eine Zeitspanne von mehr als 250 Jahren (von 1750 bis heute). Wie in Abbildung 33 dargestellt, variierte die durchschnittliche Anzahl an Sonnenflecken über diesen Zeitraum erheblich von 0 Flecken pro Monat bis zu mehr als 250.

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Abbildung 33: Durchschnittliche Anzahl an Sonnenflecken pro Monat (1750 bis heute).
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Abbildung 34: Sonnenzyklus 24: Beobachtete Daten im Vergleich zu Vorhersagen der NASA.
Seit dem Jahr 2013 erleben wir den 24. Sonnenzyklus (SC24), welcher ungewöhnlich und unerwartet schwach ausfällt. Den offiziellen Prognosen zufolge sollte SC24 bereits 2006 beginnen, jedoch war die Sonnenaktivität auch in den darauffolgenden vier Jahren extrem schwach (2006-2010) und begann schließlich erst im Jahr 201075. Zusätzlich zu diesem verspäteten und schwachen Start verringerte die NASA die ursprüngliche erwartete maximale monatliche Sonnenfleckenanzahl von 180 für den Sonnenzyklus 24 kontinuierlich hinunter auf 80 Sonnenflecken pro Monat. Abbildung 34 zeigt dem schwachen Sonnenzyklus 24 (blaue Line) und die wiederholte Korrektur der Sonnenzyklusprognosen (lila Kurve = Prognose 2006; grüne Kurve = Prognose 2008; gelbe Kurve = Prognose 2009; rote Kurve = Prognose 2010)77.

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Abbildung 35: Vergleich der Sonnenzyklen 19, 20, 21, 22 and 23
Joe Gurman, ein Projektwissenschaftler der NASA Sonnenbeobachtungsmission Stereo78, äußerte sich kürzlich über SC24 wie folgt:
Gemessen an der Anzahl der Sonnenflecken ist es wahrscheinlich das schwächste Sonnenmaximum seit mehr als einem Jahrhundert.79
Das Maximum des Zyklus 23 im Jahr 2000 lag im Vergleich dazu bei 120 Sonnenflecken. Sonnenzyklus 23 (lila Kurve) war im Vergleich zu seinen Vorgängern bereits schwach, wie es in Abbildung 35 zu sehen ist. Die Sonnenzyklen 22 (blaue Kurve) und 21 (grüne Kurve) erreichten ein Maximum von fast 160 Sonnenflecken. Das sind 35% mehr als Sonnenzyklus 23 und 100% mehr als die erste Schätzung des Sonnenmaximus für Zyklus 24.

SC23 hatte nicht nur ein schwaches Maximum; wie anhand der Sonnenfleckenskala im zweiten Jahr (die senkrechte Linie in Abbildung 35) für SC21, SC22 und SC23 dargestellt, hatte er auch einen schwächeren Start als seine Vorgänger. Dies lässt erkennen, dass die Sonnenaktivität wahrscheinlich bereits um 199880kurz nach Beginn des Sonnenzyklus 23 begann abzunehmen. Seither sieht es so aus, als hätte sich die Abschwächung der Sonnenaktivität sogar noch beschleunigt. Die zahlreichen "Anpassungen" der Prognosen für SC24 legen den Schluss nahe, dass die NASA nicht alle Faktoren, welche die Sonnenaktivität beeinflussen, versteht. Dies wirft auch eine Reihe von Fragen auf. Auf welchen Annahmen basierten die oben beschriebenen, wiederholt über-optimistischen Prognosen? Wie kann es sein, dass das beobachtete Maximum für SC24 so komplett gegensätzliche Ergebnisse lieferte im Vergleich zum vorausgesagten Maximum? Welche anderen Faktoren, denen sich selbst die NASA vielleicht nicht bewusst ist, beeinflussen die Sonnen-Aktivität?

Interessant ist auch die Art, wie die NASA neuerdings die Sonnenflecken zählt: Die Sonnenflecken-Anzahl wird jetzt überhöht dargestellt.. Somit ist mit diesen Daten kein wissenschaftlicher Vergleich zur Vergangenheit mehr möglich. Tatsächlich gibt es momentan also noch weniger Sonnenflecken als die Daten der NASA Teleskope angeben80/1:
Wenn man die selben optischen Standards - die schon seit Jahrhunderten verwendet werden - für das Zählen der heutigen Sonnenflecken anwendet, dann leben wir momentan in einer Periode, die dem Dalton Minimum - einer Phase des besonders kühlen Erdklimas - entspricht. Diese Realität wird durch die neue Zählweise der NASA vertuscht, da jetzt Beobachtungen verwendet werden, die aus einem Fleck mehrere Flecken machen. Um die Sache zu verdeutlichen, hier ein Beispiel: Ein Wissenschaftler will die Flecken auf der Sonne zählen, dazu schaut er mit einem Teleskop, das man schon seit Jahrhunderten in dieser Auflösung benutzt, auf die Sonne und zählt 10 Flecken. Ein anderer Wissenschaftler von der NASA schaut zur gleichen Zeit mit den neuen hochauflösenden Objektiven auf die Sonne und zählt 15 Flecken. Das selbe Objekt, doch zwei unterschiedliche Ergebnisse durch unterschiedliche optische Messmethoden.
Sollen wir etwa vermuten, dass die Herren bei NASA da einen Fehler gemacht haben, nicht ganz so helle sind oder etwa unaufrichtig? Egal was die Antwort auf die Frage ist, eines steht fest: Das ist eine klare Verfälschung der Daten. Die Wissenschaftler der NASA müssten sich eigentlich darüber bewusst sein, zumal sie seit Jahrzehnten mit Teleskopen arbeiten, dass ihre High-Tech Instrumente Sonnenflecken aufspüren können die viel kleiner sind als die, die man mit den damaligen Teleskopen im 17. Jahrhundert entdecken konnte.

Es bleibt festzuhalten, dass in der jüngeren Vergangenheit öfters mal Daten manipuliert wurden um eine dominante Ideologie zu stützen bzw. Daten zu vertuschen, die etwas anderes aussagen. Beispielsweise der "East Anglia Skandal", bei dem Wetter Stationen in ländlichen Gegenden entfernt wurden und in Folge dessen die Daten der Wetterstationen in Städten80/2 überbewertet wurden um die globalen Durchschnittstemperaturen zu berechnen.

Bemerkenswert an Sonnenzyklus 24 (SC24) ist neben seiner ungewöhnlich schwachen Aktivität auch die gleichzeitig außergewöhnlich häufigen Meteor-Ereignisse über unseren Köpfen. Wir werden dies später noch genauer diskutieren81. Lassen Sie uns jedoch für den Moment von der Prämisse ausgehen, dass die Zunahme der beobachteten Feuerbälle an unserem Himmel mit einer ansteigenden Kometenaktivität im inneren Sonnensystem zusammenhängt.

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Abbildung 36: Zunahme an Feuerbällen über die gesamte AMS Beobachtungsperiode (2005 bis heute).
Die Tabelle in Abbildung 36 basiert auf den gesammelten Daten der American Meteor Society (AMS)82. Die Menge an Feuerbällen nahm von 2005 bis 2012 um 1931% zu. Leider hat die AMS keine Daten vor 2005, aber offensichtlich wurden Beobachter bereits um das Jahr 2002 auf Berichte über Feuerbälle und Meteoriten aufmerksam83. Nun haben wir auf der einen Seite eine außergewöhnlich ruhige Sonne und auf der anderen Seite eine außergewöhnliche hohe Kometen/Meteor Aktivität. Übersehen wir hier etwas? Wie können wir eine hohe Kometenaktivität mit einer verminderten Sonnenkativität in Einklang bringen? Was verursacht den Rückgang der Sonnenaktivität? Was verursacht den Anstieg der Meteoraktivität? Könnte eine Ursache für beides verantwortlich sein?

Fußnoten:

73Rogers, L., ‘The History of Trigonometry’. Siehe: nrich.maths.org/6843
74‘A Primer on Spaceweather’, NOAA. Siehe: www.swpc.noaa.gov/primer/primer.html
75Während 2008 und 2009 fiel die durchschnittliche Anzahl der Sonnenflecken auf weniger als 5 pro Monat. Siehe www.ips.gov.au/Solar/1/6
76Das Maximum des Sonnenzyklus 24 war Mitte 2013
77Die Anzahl der beobachteten Sonnenflecken in der von iceagenow.info erstellten Grafik endete im August 2010. Die folgende durchschnittliche monatliche Sonnenflecken-Zählung wurde der ISP Datenbank (Australien Bureau of Meteorology) entnommen und der Grafik hinzugefügt. Siehe:www.ips.gov.au/Solar/1/6
78
Solar Terrestrial Relations Observatory.
79Howell, E., ‘Sun’s 2013 Solar Storm Peak Expected to Hit Century Low’. Livescience Siehe: www.livescience.com/26 005-sun-solar-space-weather-2013.html
80‘Sonenzyklus 23’, Wikipedia. Siehe: www.en.wikipedia.org/wiki/Solar_cycle_23
80/1 Siehe: http://iceagenow.info/2015/08/sunspot-count-now-lower-than-during-the-dalton-minimum/ oder http://de.sott.net/article/19123-Graf-Zahl-Weit-gefehlt-bei-Sonnenflecken-Die-NASA-kann-nicht-zahlen
80/2 Siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/Urban_heat_island
81Siehe Kapitel 18 ‘Kometen oder Asteroiden’ und Kapitel 21 ‘Zunahme der Kometenaktivität’
82American Meteor Society. Siehe: www.amsmeteors.org/members/fireball/browse_events/?year=2012&state=&num_-report=2
83‘Watching the skies’, Fireballs and Meteorites. Siehe: fireballs-meteorites.blogspot.fr/2007/03/march-november-2002.html