Teil 2: Der Begleiter der Sonne und der dazugehörige Kometenschwarm

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Kapitel 15: Nemesis

Jedermann weiß, dass unser Sonnensystem von einem einzigen Stern angetrieben wird: Der Sonne. Zumindest liegt die Vermutung nahe, dass unser Sonnensystem ein Ein-Stern Sonnensystem ist, da wir morgens nur eine Sonne am Himmel aufgehen sehen. Allerdings wäre dies eine ziemlich kuriose Konstellation, da die meisten von Astronomen bisher beobachteten Sterne Teil eines Mehrfach-Sternsystems sind, welche am häufigsten in einem Binärsystem auftreten (Doppel- bzw. Zweifach-Sternsysteme). Basierend auf den Daten des Chandra Röntgen Observatoriums der NASA, wird geschätzt, dass über 80% aller Sterne entweder Teil eines Binärsystems oder eines Mehrfach-Sternsystems sind.84 Die 60 Sternsysteme, die unserem Sonnensystem am nächsten sind, wurden von Grazia und Milton untersucht. Dabei kamen sie zu einem vergleichbaren Ergebnis:
61% der 60 nächstgelegen Sterne sind Teil eines Doppel- (binären) oder Dreifach-Sternsystems.85
Ein Doppel-Stern Modell für unser eigenes Sonnensystem ist eine verlockende Perspektive, nicht zu letzt deshalb, weil diese Konstellation viele ‘Anomalien’, die in der Ein-Stern Hypothese auftreten, erklären könnte. Wie es das Binary Research Institute (BRI) ausdrückt:
...elliptische Umlaufbahn-Gleichungen haben sich als bessere Vorhersage-Modelle der Präzessions-Raten erwiesen als die New Comb's Formel. Sie haben in den letzten hundert Jahren eine viel größere Genauigkeiten bewiesen. Darüber hinaus scheint ein bewegliches Modell des Sonnensystems eine Anzahl von Problemen der Sonnensystembildungs-Theorie, einschließlich des fehlenden Drehimpuls der Sonne zu lösen. Aus diesen Gründen kommt das BRI zu dem Schluss, dass unsere Sonne höchstwahrscheinlich Teil eines Binärsystems mit einem langen Zyklus ist.86
Bedenken Sie jedoch, dass die oben identifizierten Binärsysteme aus Sternen bestehen, die hell genug sind um von Teleskopen erfasst zu werden. Das bedeutet, dass die Prozentzahl an Binärsystemen vielleicht sogar noch höher liegt, da manche Systeme ‘nicht brennende’ Sterne enthalten können wie zum Beispiel die sogenannten ‘Braunen Zwerge. Für Plasma-Kosmologen sind Binärsysteme die logische Art wie einzelne Sterne mit hohem elektrischen Stress umgehen, indem sie sich in einen Prozess der Fission (die Spaltung in zwei oder mehrere Teile) begeben.87 Wenn eine Kugel in zwei gleich große Kugeln geteilt wird, bleibt die Gesamtmasse die gleiche (Materie verschwindet nicht), aber die Gesamtoberfläche dieses Paares erhöht sich um ca. 26% im Vergleich zur anfänglichen Kugel.88 Die Gesamtoberfläche, die dem elektrischen Feld ausgesetzt ist, erhöht sich somit und verringert dadurch die Stromdichte (Ampere pro Quadratmeter). Deshalb ermöglicht eine elektrisch induzierte Teilung den Sternen, den auf sie einwirkenden elektrischen Stress zu verringern, indem dieser Stress auf zwei oder mehr Sterne aufgeteilt wird.

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Abbildung 37: Sirius ist Binärsystem (zweifach Sternsystem). Sirius A ist der hellere Stern. Sirius B ist dunkler und so nahe an Sirius A, dass man ihn erst 1862 entdeckte.
Wegen des geringeren elektrischen Stresses, der nach der Teilung auf Binärsysteme einwirkt, sollten braune Zwerge (Sterne, die einem schwachen elektrischen Feld ausgesetzt sind und deshalb nicht so hell sind) eigentlich ziemlich oft in Binärsystemen vorkommen:
Wenn die Partner eines resultierenden Binär-Paares nicht die gleiche Größe haben, wird der größere [Stern] wahrscheinlich die höhere Stromdichte aufweisen - jedoch ist dieser Wert immer noch geringer als der ursprüngliche. (Angenommen die Gesamtladung und der Gesamtantriebsstrom des anfänglichen Sterns verteilen sich auf die neuen Sterne proportional zu ihrer Massen.) In diesem Fall kann es sein, dass der kleinere Teil des Paares eine so geringe Stromdichte aufweist, dass er abrupt auf den Status eines "braunen Zwerges" oder "gigantischen Gasplaneten" fällt.89
Wie wir gesehen haben, sind binäre Sterne sehr häufig und wahrscheinlich sogar noch häufiger als es in der wissenschaftlichen Literatur angegeben wird. Ist unsere Sonne also nur eine weitere Anomalie in einem ziemlich ereignislosen Universum, so wie es uns die Mainstream Wissenschaft sagt? Ist unsere Sonne wirklich der einzige Stern im Sonnensystem? Ein bedeutender Hinweis darauf, dass unser Stern vielleicht doch Teil eines binären Systems ist, erschien im Magazin Nature am 19. März 198290 als die Paläontologen David Raup und Jack Sepkoski ein zyklisches Muster des Massensterbens auf der Erde in fossilen Funden entdeckten.91 Ihre Forschungen ergaben, dass die Erde in den letzten 250 Millionen Jahren regelmäßig Massensterben erlebt hat, wie in Abbildung 38 zu sehen ist.

Der Physiker Richard Muller von der Berkeley Universität entdeckte im Mai 1986 einen weiteren wichtigen Anhaltspunkt, als er das Iridium-Niveau, welches in der Eozän-Oligozän Grenze an 66 verschiedenen Orten auf allen 5 bewohnten Kontinenten gemessen wurde, zusammenstellte: Die Zeit also, in der das Massensterben vor 39 - 35 Millionen Jahren stattfand. Wie in Abbildung 39 dargestellt, waren die Resultate überraschend: In jedem dieser 66 verschiedenen Standorte fand Muller abnormale Iridium Werte.92

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Abbildung 38: Graphische Darstellung der Intensität der Massensterben, anhand der Daten von Sepkoski. Von diesen 19 Ereignissen (umkreiste Punkte), liegen 11 (grün umkreiste Punkte) auf den senkrechten Linien, die den 27-MJ (Millionen Jahre) Intervall kennzeichnen.
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Abbildung 39: 66 Anomalien in der Iridium-Konzentration, die in der E-O Grenze gemessen wurden.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was so besonders an Iridium ist. Zusammen mit Gold, Platin, Osmium und Rhenium, ist Iridium eines der ‘edlen Elemente’, die 10.000 Mal häufiger in meteorischen Gesteinen als in der Erdkruste vorkommen.93 Jedoch sind es nicht nur Meteore, die diese Elemente auf die Erde bringen; die massiven Strahlungen, die durch Supernovas ausgestrahlt werden, können ebenfalls große Mengen an Schwermetallen generieren, einschließlich Iridium.

Während also die Iridium Anomalien an der E-O Grenze andeuten, dass das Massensterben vor 37 Millionen Jahren wegen eines kosmischen Ereignisses stattgefunden hat, muss sich jedoch noch herausstellen ob der Täter eine Supernova oder ein Meteor-Bombardement war. Luis Alvarez94 war einer der Befürworter der Supernova-Theorie. Für diese Ansicht argumentierte er folgendermaßen
Pu-244, eins der Isotope von Plutonium, ist kein natürlicher Bestandteil der Erdkruste und auch nicht von Meteoriten. Es ist jedoch eins der schweren Elemente, die durch Supernovae entstehen. Wenn also die Massensterben auf Supernovae zurückzuführen sein sollten, müssten wir wegen der hohen Halbwertszeit von Pu-244 (80 Millionen Jahre), abnormal hohe Werte dieses Isotops in den geologischen Epochen-Grenzschichten finden. Die Analyse der Pu-244 Konzentrationen in der Lehm-Probe von der E-O Grenze führte zu folgendem Schluss: Es gab kein Plutonium. Eine Supernova hat die Dinosaurier nicht getötet. Diese Resultate wurden später in der Abhandlung mit dem Namen "Negative Resultate für die Supernova Hypothese" veröffentlicht. In dieser Abhandlung beschrieben [Alvarez et al.] ihre Messungen, die zeigten, dass kein Pu-244 zu finden war und wie diese Tatsache die Supernova Hyphothese ausschließt...95
Wenn es also keine Supernova war, dann ist die einzig mögliche Ursache für dieses Massensterben ein Bombardement durch Asteroiden oder Kometen (wie ich in Kapitel 18 erkläre, unterscheiden sich Asteroiden oder Kometen wahrscheinlich in Wirklichkeit nur durch ihre Ladung). Seitdem haben mehrere Forschergruppen - darunter auch das Team von Mellot und Bambach96 - und der Astronom Dr. Daniel Whitmire von der Universität Louisiana Arbeiten veröffentlicht, die bestätigen, dass Meteor Bombardements in der Tat die Ursache dieses Massensterbens auf der Erde waren. Als es allmählich klar wurde, dass die Mehrzahl zyklischer Massensterben auf der Erde durch Asteroiden verursacht wurde, stellte sich eine andere Frage: Was ist die treibende Kraft hinter diesem zyklischen Asteroid Bombardement? Die Idee, dass ein Asteroid oder ein Schwarm von Asteroiden einem stabilen 27 Millionen Jahre Orbit folgen kann, kann man ausschließen. Kleine astronomische Körper bleiben nicht lange in einem stabilen Orbit. Wie wir in den letzten Jahren immer wieder beobachten konnten: Wenn Kometen sich großen Himmelskörpern wie Saturn, Jupiter oder der Sonne annähern, werden sie entweder zerstört oder zerbrechen in kleinere Broken und werden drastisch geschwächt oder von diesen Planeten ‘geschluckt’ (deswegen auch der Begriff "Sonnenstreifer" Komet. Von diesen Kreutz-Kometen werden immer mehr von Sonne „verschluckt“). Und wenn diese Kometen die Nahbegegnung überleben, wird ihr Orbit drastisch verändert, nachdem sie aus der Anziehung des Planeten entkommen sind und wieder aus dem Sonnensystems katapultiert werden. Also ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein Asteroiden-Schwarm das Sonnensystem durchkreuzen kann und während dieser Reise einen stabilen Orbit beibehält. Und noch unwahrscheinlicher ist es, dass der selbe Schwarm bei seinen nächsten Begegnungen mit dem Sonnensystem immer und immer wieder zyklisch den selben Orbit verfolgt, wie es den letzten 500 Millionen Jahren nachweislich immer wieder in genauen Abständen geschehen ist und durch Raupp und Sepkovsky’s Forschungsarbeiten bewiesen wurde97. Desweiteren impliziert ein Orbit dieser Größe, dass diese hypothetischen Asteroiden mehrere Lichtjahre vom Sonnensystem entfernt ihre Reise zurücklegen98 und somit den Orbit-störenden Gravitationskräften anderer Sterne ausgesetzt sind.


Abbildung 40: Alfred Rethel, ‘Nemesis’, 1837. Ölgemälde im Hermitage Museum
Wenn also die Asteroiden selbst einem solchen 27 Millionen Jahre Orbit nicht folgen können, dann muss offensichtlich etwas anderes für diesen stabilen Orbit verantwortlich sein: Etwas, das groß genug ist um einem solchen Orbit zu folgen und dadurch regelmäßig frische Kometen zu uns schickt. An diesem Punkt kam Richard Muller auf die Idee, dass ein Begleiter der Sonne - eine zweite Sonne - solch einem Orbit folgt. Seine Hypothese war, dass dieser Begleitstern alle 27 Millionen Jahre Asteroiden und Kometen, die sich in seinem Orbit befinden, mit zieht und auf dem Weg ins Sonnensystem chaotisch verstreut. Muller benannte diesen hypothetischen Begleiter der Sonne nach der griechischen Göttin ‘Nemesis’, 99 die schonungslos die übermäßig Reichen, Hochmütigen und Mächtigen verfolgt hat. Wie wir noch sehen werden, ist dieser Name sehr passend, denn im weiteren Verlauf des Buches werden wir die mögliche Rolle von diesen ‘Reichen, Hochmütigen und Mächtigen’ auf kosmische Ereignisse erörtern. Nach Mullers bahnbrechender Arbeit begannen mehrere Forschergruppen - darunter der Astronom Frank Low100 von der Universität von Arizona und Thomas Chester101 vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA - am Himmel nach Nemesis zu suchen. Ihre Suche hat Jahre gedauert, jedoch ohne Erfolg: Nach Nemesis wird also immer noch gefahndet. Wie wir bereits zuvor erfahren haben, sind jedoch einige Sterne wie z.B braune Zwerge überhaupt nicht hell (die Sternkategorie die Whitmire für Nemesis als wahrscheinlich erachtet102), genauso wie die etwas helleren erloschenen roten Zwerge (Mullers Wahl für Nemesis).

Wenn der Begleiter der Sonne ein brauner Zwerg ist - und wenn er ebenfalls auf Ekliptikalebene kreist - kann man das Auffinden dieses Sterns mit dem Entdecken eines dunklen und unsichtbaren Objektes vergleichen, welches von Millionen von leuchtenden Objekten umgeben ist: Ein Kunststück, das noch schwieriger ist, als die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Dies ist eine äußerst passende Metapher, denn wie Whitmore erklärt, gibt es bis heute keine Technologie, die es uns erlaubt dunkle Himmelskörper wie die braunen Zwerge erfolgreich und systematisch aufzuspüren:
Derzeit durchsuche ich die 500 Millionen Punktquellen umfassende Datenbank 2MASS nach Beweisen für dieses Objekt. Diese Beobachtungen deckten 99% des Himmels im nahen 1-2 Mikrometer Infrarotbereich ab. Die optimale Wellenlänge für unsere Suche ist 5 Mikrometer, aber bisher existiert keine solche komplette Himmelsbeobachtung104.
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Abbildung 41: Künstlerische Darstellung eines braunen Zwerges.
Sollte Nemisis existieren, deutet der Fakt, dass er selbst nach Jahren intensiver Suche nicht gefunden wurde stark darauf hin, dass es sich hierbei um einen dunklen Stern handelt. Nebenbei bemerkt sind Braune Zwerge gemäß der Mainstream Wissenschaft kleine Sterne am Ende ihres Lebens. In der Standardkosmologie nehmen ihre "internen Fermireaktionen" aufgrund des Mangels an Treibstoff (Wasserstoff) ab, was sie immer dunkler und dunkler werden lässt. Jedoch gibt es einige Probleme mit diesem Modell. Zum Beispiel erzeugen braune Zwerge Röntgenstrahlung:
Das im Erdorbit stationierte Röntgenteleskop Chandra entdeckte kürzlich einen braunen Zwerg (Spektralklasse M9), welcher Röntgenstrahlen-Ausbrüche emittiert. Dies erzeugt ein zusätzliches Problem für die Befürworter des stellaren Fusionsmodels. Ein so kalter Stern sollte nicht in der Lage sein, Röntgenstrahlung zu erzeugen. Wie ein "gravitioneller Kollaps" Röntgenstrahlen erzeugen kann bleibt ungeklärt. "Wir waren schockiert" sagte Dr. Robert Rutledge, führender Autor vom Kalifornischen Institute für Technologie in Pasadena, dessen Abhandlung über die Entdeckung in der 20. Juliausgabe des Astrophysical Journal Letters erschien. "Wir erwarteten nicht, von solch einem leichten Objekt solche Ausbrüche zu sehen. Das ist wirklich wie "eine Maus, die wie ein Löwe brüllt""105
Im astronomischen Standardmodell "sollten" braune Zwerge zu kalt und zu klein sein um Fusionsreaktionen in ihren Kernen aufrecht zu erhalten. Die Minimaltemperatur "sollte" drei Millionen Grad Kelvin und die Masse sollte mindestens sieben Prozent der Sonne betragen. Jedoch erfüllen manche braune Zwerge diese Kriterien nicht. Deshalb kann die Abwesenheit nuklearer Fusion nicht durch die Größe und/oder Temperatur erklärt werden. Überdies geben sie Röntgenstrahlen ab, was der Hauptmarker für nukleare Aktivität ist.106

Im elektrischen Modell stellt der braune Zwerg jedoch keine Anomalie dar. Er ist einfach ein Stern, der nicht leuchtet weil das lokale elektrische Feld zu schwach ist. Aus dieser Perspektive ist es nicht die Größe (und somit das schwache Gravitationsfeld), welches einen Stern dunkel macht, sondern der elektrische Stress. Wenn der elektrische Stress zu gering ist, leuchtet der Stern nicht (egal welche Größe er hat). Folglich ist die Größe und Temperaturspanne, welche durch die gängigen Wissenschaften festgelegt wurden und einen braunen Zwerg definieren, irrelevant. In Abbildung 42 haben wir Muller's Simulation107 für den Orbit von Nemisis verfeinert. In dieser Simulation ist Nemisis etwas größer und sein Perihel etwas näher an der Sonne. Die relative Masse von Nemesis und der Sonne ist ziemlich ähnlich. Sie drehen sich gemeinsam um den selben Punkt, auch "Massezentrum" genannt; der rote Kreis auf der rechten Seite des Bildes.

In der gleichen Abbildung ist der Sonnenorbit die schmale schwarze Ellipse auf der linken Seite. Der Orbit von Nemesis ist die große rote Ellipse auf der rechten Seite. Die rechte Abbildung zoomt auf das Perihel (die Region, in der sich die Sonne und Nemesis am stärksten annähern). Beachten Sie, dass wegen der langen orbitalen Periode der Orbit von Nemesis sehr abgeflacht ist (eine flache Ellipse).

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Abbildung 42: Simulation des Nemesis Orbit (Masse = 0,56 der Sonnenmasse - Perihel entspricht 49 AU)
Abbildung 43 stellt den Orbit von Nemesis und das Sonnensystem dar. Diese Simulation basiert auf folgender Hypothese: Nemesis' Masse = 56% der Sonnenmasse. Nemesis' Perihel = 49 AU (die grobe Distanz zwischen der Sonne und Pluto). Dauer des Orbits von Nemesis = 26,9 Millionen Jahre Zyklus wie durch Mellot und Bambach berechnet.108 Die daraus resultierende Geschwindigkeit von Nemesis (relativ zur Sonne am Perihel) würde 7,49 Kilometer pro Sekunde betragen. Das Aphel (die größte Distanz zwischen Erde und Nemesis) wären 203.000 AU, oder 3,21 Lichtjahre109. Die Exzentrizität der Umlaufbahn von Nemesis wäre 0,999, was einer sehr abgeflachten elliptischen Form entspricht. Allerdings gibt die Simulation keine Auskunft über Nemesis' aktuellen Aufenthaltsort relativ zur Sonne. Laut Mellot und Bambachs Tabelle, welche zyklische Massensterben auflistet, ereignete sich das letzte Ereignis, auch als mittlere Miozän Unterbrechung bekannt, vor etwa 14 Millionen Jahren. Angenommen dies ist der Fall, sollte sich der Begleiter der Sonne gerade nahe seines Aphels entlang seines 27-Millionen-Jahre Orbits befinden und keine Gefahr für das Leben auf der Erde darstellen. Aber ereignete sich die mittlere Miozän Unterbrechung wirklich vor 14 Millionen Jahren? Um ihre Zeittafeln zu erstellen, testeten Mulller, Raup und andere Proben der betreffenden geologischen Sedimentschichten, oder genauer, sie testeten zahlreiche Fossilien von Tieren und Pflanzen, die während des Massensterbens getötet wurden, während sie sich hauptsächlich auf die Radiokarbon-Datierung stützen.
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Abbildung 43: Nemesis' hypothetischer Orbit - Die Größe der Himmelskörper wurde übertrieben dargestellt
Fußnoten:

84Cruttenden, W., Lost Star, p.111
85De Grazia, A. & Milton, E.R., Solaria Binaria, p.17
86‘Introduction to Binary Companion Theory’, Binary Research Institute. Siehe: www.binaryresearchinstitute.org/bri/research/introduction/theory.shtml
87Scott, D., The Electric Sky, p. 157-159
88Scott, D.E., ‘Electric cosmology - Stellar Evolution’, The Electric Sky, online Version. Siehe: electric-cosmos.org/hrdiagr.htm
89Scott, D., The Electric Sky, p.158
90Raup, D. & Sepkoski, J., ‘Mass extinctions in the marine fossil record’, Science, Band 215, Ausgabe 4539, pp. 1501-1503
91 Gemäß der Berechnungen durch Raup & Sepkoski beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Massensterben-Zyklus von 27 MJ aufgrund zufälliger Ereignisse bei einer Chance von weniger als 1%.
92
Muller, R., Nemesis: The Death Star, p.74-77
93Ibid., p.44
94 Während dieser Zeit war Luis Alvarez der Direktor der Princeton Forschungslabore, wo Muller seine Forschungen zu Nemesis durchführte.
95
Ibid., p.59
96Melott A. & Bambach R., ‘Nemesis Reconsidered’, monatliche Notizen des Royal Astronomical Society Letters, p.407
97Raup, D. & Sepkoski, J., ‘Mass extinctions in the marine fossil record’, Science, Band 215, Ausgabe 4539, pp. 1501-1503
98Ein Asteroid mit vernachlässigbarer Masse (einige Tonnen) hätte relativ zur Sonne ein Aphel von annähernd 200.000 AU oder 3,16 Lichtjahren. Solch ein entferntes Aphel (die weiteste Distanz zu Sonne) würde den Asteroiden den Gravitationskräften anderer Sterne in der Nähe aussetzen, wie zum Beispiel Proxima Zentauri (4,24 Lichtjahre von der Erde entfernt) oder dem binären Sternsystem Alpha Centauri A und B (4,35 Lichtjahre von der Erde entfernt), während die Gravitationskräfte unserer Sonne dabei buchstäblich gegen Null gehen würde.
99
Muller R., Nemesis, p.114
100‘Astronom Frank J. Low, 1933-2009’, obit. UA News, University of Arizona. Siehe: uanews.org/story/astronomerfrank-j-low-1933-2009
101Thomas Jay Chester’s Webseite: tchester.org/znet/tchester/
102Daniel P. Whitmire & Albert A. Jackson, ‘Are periodic mass extinctions driven by a distant solar companion?’,Nature 308, 713 - 715 (19 April 1984)
103Muller R., Nemesis, p.109
104Bruce A., 2012: Science or Superstition, p.67
105Scott D., The Electric Sky, p. 127
106Ibid., p. 127-129
107Muller, R., Nemesis, p.106
108 Mellot und Bambach verbesserten Mullers Berechnungen bezüglich der Periode von 27 Millionen Jahren. Siehe: Melott A. & Bambach R., ‘NemesisReconsidered’, monatliche Notizen der Royal Astronomical Society Letters 407
109 Zum Vergleich: der uns nächste Stern ist Proxima Centauri mit einer Entfernung von 4,24 Lichtjahren.
110
‘Mittlere Miozän Unterbrechung’, Wikipedia. Siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/Middle_Miocene_disruption