Vor kurzem feierten wir den 101. Geburtstag meiner Oma. Als wir gerade dabei waren, am Champagner zu nippen, sagte sie plötzlich wie aus heiterem Himmel: "Ich habe gehört, dass uns Russland retten wird". Da wir zuvor noch nie über Russland gesprochen hatten, geschweige denn über Weltpolitik, war dies eine höchst unerwartete Bemerkung für mich. Statt sie jedoch darüber zu befragen, verstand ich, dass Oma sich über die gegenwärtige Rhetorik über einen möglichen 'Atomkrieg' zwischen Russland und dem Westen bewusst ist, dass sie bereits zwei Weltkriege durchlebt hat und keinen weiteren ertragen will. Also antwortete ich lediglich: "Ja, du hast Recht, Wladimir Putin und Russland werden uns retten" und das Gespräch ging in normalen Bahnen weiter.
Trotz meiner beruhigenden und hoffnungsvollen Antwort bezweifle ich jedoch, dass Wladimir Putin, oder irgendjemand anderes 'uns' , 'die Welt' oder etwas anderes retten kann. Omas Beobachtung verwirrte mich. Ich fragte mich daraufhin verdutzt, wo sie diese Information erhalten haben könnte. Da der französische Medien-Mainstream, genauso wie seine westlichen Ansprechpartner, eine starke anti-russische/anti-Putin Desinformationskampagne durchführt, ist es unwahrscheinlich, dass Oma es aus diesen Medien erfahren hat. Vielleicht hatte es zuvor ein Mitarbeiter aus ihrem Pflegeheim gewagt, eine ähnliche Bemerkung auszusprechen? Vielleicht kam diese Bemerkung durch eine Art von limbischer Resonanz zustande, die meine Oma mit den Unterstützern der russischen Regierungspolitik teilt?

Inspiriert durch die Frage der Herkunft von Großmutters Bemerkung fragte ich mich dann schließlich, was für einen Einfluss Putin auf die Weltbevölkerung hat: Jedoch nicht auf der politischen, wirtschaftlichen oder geostrategischen Ebene (was bereits ausgiebig von anderen Beobachtern zusammengetragen wurde) sondern auf einer tieferen, subtilen symbolischen Ebene.

Bevor ich jedoch darauf eingehe, sollten wir uns etwas Anderes genauer anschauen, was scheinbar nicht damit zusammenhängt: Den Tod.


Die Angst vor dem Tod



Leugnung des Todes, Ernest Becker, 1997
Meine Oma will keinen dritten Weltkrieg durchmachen weil die größte und tiefste Angst des Menschen der Tod ist. Kriege lösen durch ihre unterschwellige Gleichsetzung mit dem Tod in uns genau die gleiche Urangst vor dem Tod bzw. vielen gewaltsamen Tötungen hervor.

Im Buch Leugnung des Todes enthüllt Ernest Becker auf brillante Weise die paradoxe Natur des Menschen. Unsere Häupter schweben in den Sternen: Wir können uns die wundervollsten Dinge vorstellen und darüber nachdenken, die abstraktesten Konzepte anpacken, uns die edelsten Gefühle zueigen machen, die schönsten Kunstwerke kreieren und uns sogar die Unsterblichkeit vorstellen. Zur gleichen Zeit stecken unsere Füße tief im Schlamm: Wir inkarnieren in verletzliches organisches Gewebe, das zum Verfall verurteilt ist.

Das Bewusstsein ist unser wertvollstes Geschenk, denn es ermöglicht uns, die atemberaubende Schönheit des Universums zu begreifen. Zugleich ist es aber auch unser schlimmster Fluch, weil es uns unsere eigene Sterblichkeit gewahr werden lässt. Wie der Wurm ist auch der Mensch ein Tier. Aber im Gegensatz zum Wurm ist sich der Mensch seiner Selbst bewusst und zutiefst gewahr über seine Sterblichkeit und sein unaufhaltsames und unerbittliches Schicksal: Nahrung für die Würmer zu werden.

Dass wir früher oder später dazu bestimmt sind zu sterben, könnte vielleicht die grundlegendste Wahrheit sein, zu der ein Mensch gelangen kann, doch diese Wahrheit vollständig zu akzeptieren würde sicherlich selbst den stärksten Geist in den Wahnsinn treiben. Der Schrecken unseres Zustandes ist so überwältigend, dass wir alle Arten von Lügen, Ablenkungen, Märchen und Verdrängungen erschaffen haben, um die Sicherheit unseres unvermeidlichen Todes zu leugnen. Das führt zu einigen bemerkenswerten Paradoxien, wie diese Form des natürlichen Narzismus: Das Gefühl, dass die Person neben dir sterben wird, doch nicht du selbst. Denn wenn es um die Vermeidung unserer tiefsten Ängste geht, kommt die Vernunft bzw. der Verstand, wenn überhaupt, erst an zweiter Stelle.


Jacob's ladder (Jakobsleiter), William Blake, 1805.
"Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels." (1. Mose 28:10-19)
Um zu verstehen wie immens kraftvoll diese Angst vor dem Tod ist, müssen wir nur die Quelle des enormen Erfolges von Religionen in den letzten Jahrtausenden realisieren: Sie liefern eine 'Lösung' für das Problem des Todes.

Wenn der religiöse Anhänger den richtigen Regeln und Ritualen folgt, wird er vor dem Tod gerettet und bekommt einen Platz im 'Himmel'. Obwohl diese Hoffnung recht einfältig und betrügerisch erscheint, stammt vielleicht die Idee dahinter von einer tieferen und realen objektiven Wahrheit.

In der Tat muss zu dem Zeitpunkt, an dem sich jemand der Tatsache voll bewusst wird, dass er trotz seiner spirituellen Neigungen nur ein schwaches, sterbliches Geschöpf ist, auch anerkennen, dass, wenn es Geschöpfe gibt, es auch einen Schöpfer geben muss. Dadurch, dass diese Person anerkennt, dass sie nur ein gebrechliches endliches Geschöpf ist, übersteigt sie diesen Zustand der Sterblichkeit, indem sie sich, durch den Glauben an einen allmächtigen unendlichen Schöpfer, mit ihm verbindet.

Meine Oma ist einer dieser Menschen, die Trost in der Religion gefunden haben. Sie glaubt, dass wenn sie auf der Erde gut ist, sie gerettet wird und in den Himmel kommt.

Für die meisten der 101 Lebensjahre meiner Oma bestimmte die Religion fast alle Aspekte des menschlichen Lebens. Doch für die meisten von uns sind diese Zeiten der religiösen Hingabe schon längst vergangen. In den letzten Jahrzehnten hat eine Welle des materialistischen Atheismus die Menschheit getroffen, die nicht mehr durch Gott gerettet werden kann, da es keinen Gott mehr gibt.

Helden: Unsere Brücke zur Unsterblichkeit und Transzendenz

Helden spielen in Sachen Angst-Linderung eine ziemlich ähnliche Rolle, wie Gott sie einmal gespielt hat. Es findet ein Prozess der Übertragung auf eine heroische Führer-Figur statt, wie es meisterhaft von Ernest Becker beschrieben wird:
"Wir können die Essenz der Transferenz folgendermaßen verstehen: als eine Bändigung des Terrors. Realistisch betrachtet enthält das Universum überwältigende Kräfte. Außerhalb unseres Selbst spüren wir Chaos. Wir können nicht viel gegen diese unglaubliche Kraft tun - außer einer Sache: wir können bestimmten Personen damit ausstatten. Das Kind nimmt die natürliche Ehrfurcht und den Schrecken und fokussiert diese Dinge auf Einzelwesen, [...] Das Übertragungs-Objekt, welches mit diesen transzendenten Kräften des Universums ausgestattet wird, hat jetzt in sich selbst die Kraft, sie zu kontrollieren, zu ordnen und zu bekämpfen."

~ Ernest Becker, Verleugnung des Todes
Dieser Prozess trifft auf unsere Ängste im Allgemeinen zu und insbesondere auf unsere Angst vor dem Tod . Wenn wir uns einer heroischen unsterblichen Figur anschließen, indem wir ihre Bestimmung teilen, werden wir ebenfalls unsterblich.

Die Erleuchtungs-Definition der Unsterblichkeit lautet wie folgt: "Leben in der Wertschätzung für Menschen, die noch nicht geboren sind, für die Arbeit, die du zu ihrem Leben und für ihre Besserwerdung beigetragen hast". Aus dieser Perspektive sind Helden in der Tat unsterblich:
"Jede Gruppe, egal wie klein oder groß sie ist, trägt als solche einen individuellen Impuls für "Verewigung" [Immortalisierung] in sich, der sich selbst durch die Erschaffung und Pflege von nationalen, religiösen und künstlerischen Helden[-bildern] manifestiert... der individuelle [Held] ebnet den Weg für den kollektiven Ewigkeits-Impuls."

~ Otto Rank, Kunst und Künstler
Das ist einer der Gründe, warum es so riesige Versammlungen von Menschen bei Beerdigungen gibt, die durch den Tod eines echten Helden in Trauer versunken sind.

Natürlich betrauern diese Anhänger den Verlust einer Person, die als große Quelle der Inspiration und Hoffnung für eine bessere Welt inkarniert ist. Aber sie beweinen auch sich selbst, weil sie schockiert sind über den Verlust ihres Bollwerkes gegen den Tod, denn dieser Verlust einer großen Seele erinnert sie akut an ihr eigenes unvermeidliches Ableben.


JFK Begräbnisfeierlichkeiten. Über eine Dauer von 18 Stunden erwiesen 250.000 Menschen dem Präsidenten ihren Respekt. Manche von ihnen standen bis zu 10 Stunden in einer Schlange, die sich auf bis zu 15 Kilometer erstreckte.
Man denke daran, wie wir Menschen kurz nach dem Tod eines Helden damit beginnen, Straßen und Flughäfen nach dem Namen des Toten zu benennen - als ob wir ihn physikalisch immortalisieren könnten, um seinen physischen Tod irgendwie zu kompensieren.

Wie stark die Angst vor dem Tod auch immer sein mag - sie ist nicht der einzige Motivator, warum wir uns Helden anschließen. Der Mensch hat einen natürlichen Drang zur Güte; das war laut Immanuel Kant einer der beiden erhabenen Mysterien der Schöpfung, die er "die moralischen Gesetzmäßigkeiten im Menschen" nannte. Der Mensch hat in der Tat diese innere Sehnsucht nach Schönheit, Harmonie und Perfektion.

Im Bewusstsein seiner Isoliertheit und Kläglichkeit kann sich der Mensch dazu entscheiden, sich mit einer Heldenfigur zu verbinden, die ideale Werte oder Ziele besitzt, die ähnlich den eigenen sind oder diese sogar übersteigen. Somit kann er Teil von etwas Größerem werden, eine Empfindung der Erweiterung des Selbst erfahren und eine verlässliche Quelle an Vertrauen und Inspiration finden.

Für Carl Jung war dieser Drang, sich mit einer Heldenfigur zu identifizieren, so stark, dass er ihn sogar als einen "Instinkt" bezeichnet hat, der das Bedürfnis des Individuums nach Transzendenz und Ganzheit erfüllt, um durch Identifikation mit einem Helden etwas Größeres und Höheres zu erreichen.

Sich selbst mit einer Heldenfigur zu verbinden hat mehrere große Vorteile: es kann Angst lindern und positive förderliche Führung bieten. Doch das kann auch exzessive Ausmaße annehmen, wie wir bald sehen werden.

Der Fall der Rechtsgerichteten Autoritären Mitläufer (RWA)



Berlin, Deutschland, 01.05.1934. Eine Menschenmenge begrüßt Hitler am Tag der Arbeit
Der Begriff 'Rechtsgerichtete Autoritäre Mitläufer' beschreibt eine bestimmte Art von autoritären Mitläufern und wurde 1981 vom kanadischen Psychologen Bob Altmeyer geprägt. (Im englischen Original heißt der Begriff: 'Right Wing Authoritarians' und die Abkürzung dafür ist: "RWA").

Zwei der Haupteigenschaften dieser Menschen ist der Grad ihrer Unterwerfung gegenüber wahrgenommenen Autoritäten und eine Aggressivität gegenüber Personen, die sich dieser wahrgenommenen Autorität entgegenstellen.

Sind RWAs so wie sie sind, weil sie verstärkt Angst vor dem Tod haben und keine innere Führung bzw. innere Tiefe besitzen?

Um dieser Frage nachzugehen, lassen Sie mich ein paar persönliche Erinnerungen mit Ihnen teilen. Ich erinnere mich daran, Zeuge mehrerer hitziger Gespräche über den Tod gewesen zu sein. Meistens waren ungefähr die Hälfte der Beteiligten zutiefst davon überzeugt, dass es nach dem Tod nichts gibt, und hatten deswegen logischerweise auch Angst vor dem Tod. Zur gleichen Zeit war die andere Hälfte ihrerseits genauso felsenfest davon überzeugt, dass der Tod nur eine Art von Übergang darstellt, und dass die Seele ihre Reise irgendwie fortführt. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese zweite Gruppe keine Angst vor dem Tod und dem Leid, der Veränderung und der Unsicherheit, die er mit sich bringt, gehabt hätten. Aber insgesamt waren diese Gruppe dadurch wahrscheinlich weniger terrorisiert.

Was wäre jedoch, wenn beide Parteien Recht haben? Tatsächlich haben Philosophen und Mystiker wie Mouravieff und Gurdjieff schon vor vielen Jahren darauf angespielt, dass vielleicht eine Koexistenz von zwei Arten von Menschen auf dieser Erde existiert: Wesen mit einer Seele und unbeseelte Wesen. Wenn das stimmt, könnte das vielleicht einer der Gründe sein, warum Menschen so unterschiedlich auf der wissenschaftlichen Skala der autoritären Mitläufer abschneiden. Menschen, die noch keine individuelle Seele besitzen haben vielleicht ein stärkeres Bedürfnis, sich an einen Führer zu binden als Menschen, die bereits eine eigene Seele haben - wegen ihrer (gerechtfertigten) tiefen Angst vor dem Tod und dem Mangel an innerer Führung (Gewissen).

© SOTT
Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke
In Super-Organismen wie Ameisen- und Bienenkolonien zeichnen sich die Individuen durch ein hohes Maß an Unterwürfigkeit gegenüber den kollektiven Regeln aus. Wenn diese Organismen ordentlich und sauber geführt werden, können sie enorme kollektive Ergebnisse erzielen, die bei Weitem die Summe aller individuellen Beträge übersteigt. Vom evolutionären Standpunkt aus betrachtet könnte man also argumentieren, dass Unterwürfigkeit gegenüber einer externen Autorität zu einer kohärenten und effektiveren Gruppe führt und damit die Überlebensrate erhöht... wenn die Autorität gut ist und ihr das Wohl der Gruppe am Herzen liegt.

Offensichtlich ist also nichts wirklich falsch daran, ein Anhänger zu sein; es gibt jedoch ein Problem: Die meisten unserer Führer haben einen schändlichen Einfluss auf ihre Anhänger. Erschwerend kommt hinzu, dass psychopathische Individuen die Hauptkandidaten für Führungspositionen in unserer Gesellschaft sind - wegen ihres rücksichtslosen Selbstvertrauens, ihrer Furchtlosigkeit, ihres scheinbaren Charismas und ihrer Fähigkeit, eiskalt zu lügen und zu manipulieren. Deshalb sind sie unter unseren Führern über-repräsentiert.

Den Werten und Zielen eines ruchlosen Führers zu folgen, kann zu einer starken kognitive Dissonanz unter den Anhängern führen. Auf der einen Seite will das animalische/instinktive Substrat des Anhängers einem Führer folgen und ein Teil des Rudels sein; auf der anderen Seite ist sein angeborenes Streben nach Güte unvereinbar mit den schändlichen Taten, die von der Gruppe im Namen des psychopathischen Führers begangen werden.

Die einzige Möglichkeit, diese beiden widersprüchlichen Kräfte in Einklang zu bringen, besteht in der Akzeptanz von Lügen. Die Lügen, die durch den Führer verbreitet werden, ermöglichen es diesen Anhängern, ein Mitglied der Gruppe zu sein und weiterhin beruhigt an die guten Taten des Führers zu glauben.

Genau deshalb verdrehen psychopathische Führer ständig die Realität: Es sind keine Eroberungskriege, sondern "Freiheit und Demokratie". Es ist nicht Versklavung, sondern "Gewährleistung der Sicherheit". Es ist kein Staatsstreich, sondern "Unterstützung einer Volksrevolution."

Was passiert jedoch, wenn ein guter Führer erscheint und den Instinkt in den Anhängern (und im Rest des Volkes) in ihrem besten Interesse nutzt, indem er mit gutem Beispiel und Ideen vorangeht und ihnen dadurch hilft, ihr Wissen, Mitgefühl und den Fortschritt und den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft zu verbessern?

Die Kraft von Symbolen und Archetypen

Im Milgram-Experiment wurden Versuchspersonen dazu aufgefordert, einem "Schüler" nach Anweisung einer Autoritätsperson elektrische Schläge zu versetzen. Die Versuchspersonen saßen vor einem Kasten, an dem elektrischen Schalter angebracht waren. Die Schalter zeigten die elektrische Spannung an, die die Testperson mit dem Betätigen des Schalters verabreicht und eine Textbeschreibung des Schmerzniveaus, die von "gering" bis "Gefahr/schwerwiegend" reichte und in "XXX" gipfelte. Im ursprünglichen Experiment konnte die Versuchsperson das "Opfer" nicht sehen, sondern sie oder ihn nur hören.

80% der Teilnehmer waren dazu bereit, bis auf 285 Volt zu gehen (an diesem Punkt gibt der "Schüler" - gespielt von einem Schauspieler - qualvolle Schreie von sich). Über 62% waren bereit, die vollständigen 450 Volt zu verabreichen, trotz der Schreie und der Beschriftungen auf der Maschine, die "Gefahr/schwerwiegend" und "XXX" angaben!

Das Milgram-Experiment enthüllte jedoch noch ein weiteres, weniger bekanntes Ergebnis: Variationen des Experiments zeigten, dass der Hauptfaktor für den Gehorsam die Legitimität der Autorität war, welche hauptsächlich durch Symbole auf die Teilnehmer wirkte:
  • wenn das Experiment in heruntergekommenen Büros durchgeführt wurde anstatt in der beeindruckenden Yale Universität, sank die Gehorsamkeitsrate.
  • Wenn der Versuchsleiter im Experiment in Alltagskleidern auftrat anstatt in einem Laborkittel (ein Symbol wissenschaftlicher Autorität), sank die Gehorsamkeitsrate ebenfalls.

Anzeige für "Die Welt" mit einem niedlichen Baby. Was hat ein Baby mit einer Zeitung zu tun? Nichts, aber es erzeugt positive Assoziationen.
Symbole erzeugen starke Gefühle und unbewusste Reaktionen. Erst im Nachhinein erschafft unser Verstand dann Geschichten, um das irrationale und zumeist unbewusste Verhalten, das daraus resultiert, zu rationalisieren.

Die Werbeindustrie hat dies schon vor Jahren verstanden und verwendet es zu ihrem eigenen Vorteil. Werbung umgeht unser intellektuelles Zentrum, um direkt unser emotionales Zentrum anzusprechen.

Der Schwerpunkt einer Werbeanzeige besteht nicht darin zu behaupten, dass dieses Auto schneller ist oder jenes Waschmittel sauberer wäscht (rationales Argument), selbst wenn die Botschaft in der Werbung dies ausdrücklich so sagt. Der Schwerpunkt ist, dass Sie das Produkt mit positiven Gefühlen in Verbindung bringen. Das ist der Grund, weshalb schöne Frauen neben einem Auto stehen und ein niedliches Babys neben einer Schachtel mit Waschmitteln, während eine angenehme Musik im Hintergrund läuft.

Und es funktioniert. Es funktioniert sogar so gut, dass Studien gezeigt haben, dass positive Assoziationen Menschen dazu veranlasst, ein Produkt auszuwählen, von dem sie sehr gut wissen, dass es schlechter ist als die Konkurrenzprodukte.

Natürlich wird der Konsument nach dem Kauf des Produktes seine irrationale Entscheidung mit intellektuellen Argumenten wegdiskutieren: das Auto ist zuverlässiger oder kraftstoffsparender. Diese Argumente können dann vielleicht sogar der Wahrheit entsprechen, doch der wahre Grund für den Kauf ist emotional: die Form des Wagens oder der Name oder der Inhalt der Werbung rufen positive Gefühle hervor, die nun mit dem gekauften Wagen verknüpft sind.

Was Führer und Helden betrifft sind Symbole und Gefühle sogar noch stärker, weil der Held ein sehr kraftvoller Archetyp ist. Archetypen sind fundamentale menschliche Leitmotive und Muster, die im kollektiven Unbewussten eingebettet sind. Sie befinden sich sehr tief in uns, sind instinktiv und werden von uns in Bildern, Symbolen und Gefühlen automatisch wiedererkannt. Mehr als jedes andere Konzept sind sie unmittelbar und tief mit unserem Unterbewussten verbunden.

Jung glaubte, dass jeder auf der Welt mit dem gleichen grundlegenden unterbewussten Modell darüber was ein 'Held' ist geboren wird; Das ist der Grund, weshalb Menschen, die nicht einmal dieselbe Sprache sprechen, an denselben Geschichten Gefallen finden können und auf dieselbe Art und Weise von einem archetypischen Helden angesprochen werden.

Nehmen wir zum Beispiel Star Wars (Krieg der Sterne). Wohl der beliebteste Film aller Zeiten. Ein Grund für seinen einmaligen Erfolg könnte seine zutiefst archetypische Beschaffenheit sein. George Lucas untersuchte ausgiebig Campbells Arbeit (Autor von Der Heros in tausend Gestalten) und ließ zahlreiche Merkmale des archetypischen Helden in seinen Filmen einfließen. Auf diese Weise machte er den Film zu einem zutiefst und universell ansprechenden Machwerk.

Was ist ein Held?
"Wahres Heldentum ist bemerkenswert nüchtern, sehr undramatisch. Es ist nicht der Drang, alle anderen zu übertreffen, koste es was es wolle - sondern der Drang, allen anderen zu dienen, koste es was es wolle."

~ Arthur Ashe
Nachdem wir jetzt die Rolle kennen, die Helden in unserem Unterbewusstsein spielen, lassen Sie uns jetzt versuchen die Haupteigenschaften eines Helden zu verstehen. Vor allem zeigt der Held Mut, ganz besonders im angesicht des Todes.


Marine Lt. John F. Kennedy an Bord einer PT-109
Wenn ein Held dem Tod gegenübersteht ohne zurückzuweichen können wir tatsächlich unsere instinktive Angst vor dem Tod bezwingen, indem wir uns mit ihm identifizieren. Aber dieser 'Trotz vor dem Tod' ist nicht die auf Adrenalin basierende "Missachtung des Todes", die wir heute (beispielsweise) bei Pseudo-Helden in Risikosportarten sehen. Nein, dieser Trotz vor dem Tod, ist Mut verbunden mit moralischen Grundsätzen. Helden folgen zuallererst strikt höheren Prinzipien wie Gerechtigkeit, Freiheit und Loyalität, vor allem anderen, und setzten somit sogar ihr eigenes Leben und Wohlergehen an die zweite Stelle.

Als Sulla Julius Cäsar befahl, sich von Cornelia scheiden zu lassen, weigerte sich der junge Ehemann (erst 16 zu der Zeit) dies zu tun und entschied sich dazu, lieber der Todesstrafe gegenüberzutreten. Die Hilfe einiger Freunde der Familie milderte das Urteil ab. Ihm wurde Cornelias Vermögen entzogen, und er wurde geächtet. In diesem Fall hatte Julius Cäsar den Mut, lieber dem Tod ins Auge zu blicken, als den heiligen Bund der Ehe und seine Liebe für Cornelia zu verleugnen.

Auf ähnliche Weise riskierte John F. Kennedy (JFK) sein Leben und entkam wie durch ein Wunder dem Tod, um seine Mannschaft zu retten, deren Patrouillen-Torpedo-Boot von einem japanischen Torpedo in zwei Hälften gesprengt worden war. Für JFK war das Leben seiner Mannschaft wichtiger als sein eigenes Leben.

Bezüglich Wladimir Putin, Präsident von Russland - heute der Hauptverteidiger der Armen und der Schwachen und der einzige wirkliche Gegenspieler der zerstörerischen Expansion des US-Imperiums - kann man mit ziemlicher Sicherheit feststellen, dass er andauernd sein Leben riskiert. Schauen Sie nur auf Fidel Castro, der, obwohl er eine viele kleinere Gefahr für das US-Imperium war, Berichten zufolge 638 organisierten Mordversuchen von der CIA ausgesetzt war. Dennoch wich er niemals von seinen Prinzipien ab, das kubanische Volk zu verteidigen.

Wladimir Putin, der archetypische Held

Was Putin für Russland erreicht hat, seit er im Jahr 2000 zum ersten Mal Präsident wurde, kann man nur als ökonomisches und soziales Wunder bezeichnen. In folgender Tabelle sind die Hauptindikatoren für die ökonomischen und sozialen Bereiche aufgelistet, und wie sie sich von 2000 - 2014 in Russland entwickelt haben.


Russlands Evolution (2000/2014). Quellen : The Guardian / Awara
Die meisten westlichen Politiker würden wahrscheinlich ihre (zumeist nicht vorhandene) Seele verkaufen, um nur ein Zehntel dieser Ergebnisse zu erreichen. Sie wären auch hocherfreut, wenn sie nur annähernd eine so außergewöhnlich hohe Popularität wie Putin besitzen würden. Seit Juni 2014 erfährt Putin in Russland eine Zustimmungsrate von ungefähr 90%.


Kommentar: Seit dem Beginn seiner ersten Amtszeit, vom 7. Mai 2000 bis auf den heutigen Tag, fiel dieser Wert nie unter 63%. Der Durchschnittswert für diese gesamte Periode (über 15 Jahre) liegt bei 74%. Das sind in der Tat Zahlen, von denen unsere westlichen "Führer" nur träumen können.


Aber leider ist nicht jeder Politiker Wladimir Putin.

Russische Leute, die Putin T-Shirts tragen und verkaufen.
Würden Sie ein Obama oder Merkel T-Shirt tragen?
Tatsächlich reicht Putins Popularität in seinem eigenen Land jedoch noch viel weiter als der Enthusiasmus, den politische Führer normalerweise genießen. Millionen von Putin-Souvenirs werden jedes Jahr gekauft. In seinem Land ist Putin vielmehr als nur ein brillanter Staatsmann und außergewöhnlicher Politiker. In Russland wird Putin mehr verehrt als jeder Rockstar; er ist ein Held der Nation.

Einige Analysten behaupten, dass diese Beliebtheit auf eine sorgfältig geplante Pro-Putin-Propaganda in den staatlich kontrollierten russischen Medien zurückzuführen ist. Wenn das der Fall sein sollte, wie können wir dann seine himmelhohe Populartitäts-Rate in England, in Europa als Ganzes und selbst in den USA erklären? Wie können wir seine unglaublich hohe Populartitäts-Rate von 92% in China erklären und die buchstäbliche Faszination, die das chinesische Volk für Putin hegt?


Kommentar: Und wie können wir die Tatsache erklären, dass selbst in Deutschland, wo nachweislich die größte Propaganda-Welle gegen Russland und Putin losgetreten wurde, die Mehrheit der Bevölkerung sein Vorgehen unterstützt?


Erstaunlicherweise genießt Putin also trotz der riesigen Propagandawelle der westlichen Medien gegen ihn eine höhere Beliebtheitsrate als westliche Politiker in ihren eigenen Ländern. Zum Beispiel ergab kürzlich eine Umfrage in England: 78% der Briten wollen lieber Putin als Staatsoberhaupt für England haben. Der amtierende Premierminister von England, David Cameron, kam nur auf 22%.

Die extreme Anti-Putin-Haltung der westlichen Eliten und ihrer Medien und zur gleichen Zeit Putins sehr hohe Popularitätsrate in diesen westlichen Bevölkerungen legt nahe, dass die Anerkennung als Führer durch die Leute nicht sehr stark von Daten, Analysen oder Worten beeinflusst wird. Etwas anderes spielt hier anscheinend eine Rolle.

Der Prozess, der hier im Spiel ist, könnte dieses scheinbar unverfängliche Gespräch, das ich vor einigen Wochen hatte, veranschaulichen. Einer meiner Freunde erzählte mir über die ganzen schlimmen Dinge, die Putin macht (laut der westlichen Medien natürlich). Also fragte ich ihn: "Dann muß dir Putin wirklich missfallen?" Er antwortete: "Nein, überhaupt nicht. Ich mag ihn, er ist mein liebster Staatsmann." Ich war verblüfft über dieses offensichtliche Paradox und fragte nach: "Weshalb magst du ihn, wenn er solch ein Übeltäter ist?" Seine letzte Antwort sagt alles: "Weil ich die Art mag, wie er aus dem Kreml geht. Er geht wie ein Mann."

Als ich diese Worte hörte, erinnerte ich mich an etwas aus Gustave Le Bon's Buch Psychologie der Massen. Le Bon zeigt, dass es nicht analytische Inhalte (logisches Denken, nackte Tatsachen, wissenschaftliche Schlussfolgerungen, etc.) sind, die Menschen ansprechen, sondern einfache Dinge wie Slogans, Bilder und Symbole.

Ein Staatsmann kann sich an den eloquentesten politischen Diskursen beteiligen, die Unterstützung aller Experten und Lobpreisungen von unterwürfigen Journalisten genießen, aber wenn er nicht auf einer tiefen Ebene die symbolischen Attribute einer großen Führungspersönlichkeit besitzt, wird er von den Menschen niemals als solche anerkannt werden. Da der Held ein solch starker Archetyp ist, sind wir fähig, Helden aus dem Bauch heraus zu erkennen. Dies wurde vermutlich seit Anbeginn der Zeiten fest in unserem instinktiven Substrat verdrahtet. Für Millionen von Jahren haben Tiergruppen wie Affen oder Wölfe die Alphamännchen instinktiv erkannt, eine Hierarchie aufgebaut und ihre Rolle zum Besten der Gruppe gespielt.


Eines der Bilder, die verwendet werden um Putin zu verspotten. Auf der symbolischen Ebene erzeugen diese Bilder bei den Menschen wahrscheinlich das genaue Gegenteil
Hier kommt eine unerwartete ironische Wendung ins Spiel: die Massenmedien versuchen Putin zum Gespött zu machen, indem sie einige seiner Wesenszüge erfinden oder verdrehen. Sie konzentrieren sich dabei besonders auf Dinge, die ihn als männlichen Macho darstellen (Putin mit nacktem Oberkörper, Sport treibender Putin, Putin beim Abfeuern von Gewehren, etc.). Dabei erkennen sie wahrscheinlich folgendes nicht: Indem sie Putin auf diese Weise versuchen zu verspotten (womit sie vielleicht auf der bewussten Ebene der Leute erfolgreich sind), erreichen sie auf den grundlegenderen unbewussten/symbolischen Ebenen das genaue Gegenteil. Denn diese Wesenszüge sind auf diesen Ebenen symbolische Attribute, die mit dem Helden-Archetyp verbunden sind.

Wladimir Putin betrat die internationale Bühne im großen Stil Anfang 2014, als er die Menschen in der Ost-Ukraine und auf der Krim gegen die wiederholten Angriffe durch das - vom Westen unterstützte - Putsch-Regime in Kiew verteidigte. Am 30. September 2015 festigte er dann seinen Status als außergewöhnlich bemerkenswerte Führungspersönlichkeit, als er anordnete, dass die russische Luftwaffe in Syrien gegen das einschreitet, was vorher als "die größte weltweite Bedrohung: ISIS" vom Westen propagiert worden war: Eine Gruppe, die (nicht zufälligerweise) durch die Übertragung und Verstärkung der Todesangst für das westliche - und tatsächlich globale - Publikum definiert wird.

In den Augen der Menschen verstärkte dieses mutige, zügige und effiziente Eingreifen de facto seine Rolle des Friedenswächters in der Welt, des Führers also, der uns beschützt. Durch die Intervention in Syrien wurde Putin, ob er es wollte oder nicht, ein weltweiter Held.

Terrorismus-induzierte Angst und Hysterisierung

Das 21. Jahrhundert ist 'das Jahrhundert des Terrors'. Es begann mit dem 11.September, gefolgt von den Bombenanschlägen in Madrid (2004), in London (2005), den Angriffen in Mumbai an zehn unterschiedlichen Stellen (2008), dem Massaker an einem tunesischen Strand (2015) und den beiden Massakern in Paris, um nur einige der krassesten Beispiele zu nennen.

Diese anscheinend nie endenwollende Aneinanderreihung von terroristischen Anschlägen hat unsere Angst vor dem Tod noch verschärft. Denn jetzt versteht jeder, dass ein Angriff überall und zu jeder Zeit stattfinden kann und dass jeder von uns ein potentielles Ziel dieses Terrors ist. Jeder Einzelne von uns kann jeden Moment sterben, selbst wenn wir absolut gesund und vollkommen vorsichtig sind.


Kanzler Adam Sutler (V wie Vendetta)
Die vom Terrorismus verstärkte Todesangst könnte vielleicht erklären, warum Stars (in der Musik, in Filmen oder im Sport) heutzutage so populär sind. Sie sind die modernen wenn auch künstlichen Helden unserer Zeit. Pseudo-Helden besitzen nur den Anschein des Heldentums und nicht dessen Substanz.

Terrorismus funktioniert auf durchtriebene und listige Weise. Durch die Steigerung der Todesangst erhöht sich unser Bedürfnis nach Sicherheit und dadurch unser Wunsch nach (heute oftmals bösen) Autoritätsfiguren. Oder wie es Kanzler Adam Sutler im Film V wie Vendetta ausdrückt:
"Was wir jetzt brauchen ist eine klare Botschaft an die Bevölkerung des Landes. Ich will, dass diese Botschaft in jedem Fernseher zu sehen, in jeder Zeitung zu lesen und in jedem Radio zu hören ist! Diese Botschaft muss durch das gesamte Interlink erschallen! Ich will, dass alle verstehen, dass wir uns kurz vor unserer Auslöschung befinden! Ich will, dass jeder Mann, jede Frau und jedes Kind begreift, wie dicht wir vor dem Chaos stehen! Ich will, dass jedem wieder einfällt WARUM ES OHNE UNS NICHT GEHT!!!"

~Kanzler Adam Sutler: V wie Vendetta

Ironischerweise treibt uns Terrorismus dazu, genau jenen Führern zu folgen, die sehr oft selbst die Baumeister dieses Terrors sind. Darüber hinaus führt diese Terrorismus-induzierte Angst zur Hysterisierung, Vernebelung unseres Gehirns, zur Deaktivierung unseres kritisches Denkens und zur Akzeptanz der absurdesten, krassesten und größten Lügen als die Wahrheit.

Weil es keine Alternative gab, war das für eine lange Zeit eine sichere Gewinnstrategie der Elite. Die einzig verfügbaren Führer waren ruchlos. Die einzig verfügbaren Berichte und Geschäftsbücher waren die falschen. Obwohl viele Menschen Zweifel an der Integrität ihrer Führer hatten, zogen sie es vor, sich nicht so ansprechenden Autoritäten zu unterwerfen, anstatt dem Todes-Terror ins Gesicht zu schauen, wenn eine Autorität oder ein Retter sich als etwas anderes entpuppte.

Aber wie es Lincoln einst so treffend ausdrückte:
"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."

~ Abraham Lincoln
Die Hälfte der Amerikaner hat heute Zweifel an der offiziellen Schilderung der Regierung über die Ereignisse um den 11. September. Mehr als 60% der Menschen in den USA glauben, das JKF durch eine Verschwörung getötet wurde. 62% der britischen Wähler glauben, dass "Politiker die ganze Zeit lügen und man ihnen kein Wort glauben kann." Inzwischen ist die populärste Partei in fast jedem Industrieland im Westen die Nichtwähler Partei und immer mehr schließen sich ihr an.

Also gibt es offensichtlich sehr viele desillusionierte Menschen auf diesem Planeten. Eine ganze Menge an Leuten, die mit dem Treiben der Eliten nicht einverstanden sind, die ihre Lügen durchschauen, aber noch immer schweigen, weil sie sich isoliert, machtlos und bedroht fühlen. Alle diese Menschen, Männer ebenso wie Frauen, hungern nach spirituellen Wahrheiten, die ihnen die Last des Lebens erleichtern würden. In einer idealen Welt würden diese spirituellen Wahrheiten tatsächlich als ihr fundamentales Grundrecht respektiert. Ich frage mich oft, was passieren würde, wenn diesen Menschen ein Weltklasse-Held/Führer vorgestellt wird, der wirklich und wahrhaftig ihre verborgenen Gedanken, Sehnsüchte und Ängste beruhigen, lindern und befrieden will? Ein Held/Führer, der für Wahrheit und Gerechtigkeit eintritt?

Fazit

Mit einem Helden wie Putin kann sich das bisherige globale Gleichgewicht völlig verändern. Terrorismus erhöht zwar immer noch unsere Angst vor dem Tod und das dazugehörige Bedürfnis nach Helden, aber jetzt ist die Situation ein zweischneidiges Schwert - denn dieser Terror treibt immer mehr Menschen zu Putin.

Sicherlich übt Putin eine starke Anziehungskraft auf alle Menschen aus, die seine Sicht auf die Welt teilen: Gerechtigkeit, Multi-Polarität, Respektierung der Unabhängigkeit von Nationen, Beendigung der Aggressions-Kriege, ein Verbot von genmanipulierter Nahrung, Respekt für Religionen, echte Neutralisierung des Terrorismus, Reduzierung von Ungleichheiten, Ende der De-Industrialisierung, etc. Einige seiner zukünftigen Anhänger, die ihn jetzt noch für eine Bedrohung für ihren Lebensstil halten, könnten sogar auf der gegenteiligen Seite des politischen Spektrums zu finden sein.

Eines der interessantesten Ergebnisse in Bezug auf die autoritäre Persönlichkeit liegt darin, dass sie einem Führer gegenüber ergeben ist, doch nicht zwangsläufig irgendeiner Ideologie. Sie können daher sehr leicht von einem Dogma zum anderen umschalten, wenn der Führer für sie der Richtige ist. Dieser Punkt wurde von Adorno et al. veranschaulicht, der zeigte, dass ein Führer eine autoritäre Persönlichkeit vom Katholiken zum Kommunisten machen kann. In der selben Weise erwähnte er die vielen loyalen Nazis, die im östlichen Nachkriegs-Europa zu loyalen Kommunisten wurden, sowie zu ergebenen Untertanen der anglo-amerikanischen Ordnung im westlichen Nachkriegs-Europa.

Selbst rechtsgerichtete Führer in den USA [von denen die meisten dies wahrscheinlich nur sagen, um noch mehr untergebene Anhänger für ihre psychopatische Ordnung zu unterjochen. Denn in Wirklichkeit missachten sie Putin und seine menschliche Art aufs tiefste. Anm: de.sott.net] sind nicht darin gescheitert, die heldenhafte Natur von Wladimir Putin zu bemerken:
Ralph Peters, strategischer Analytiker bei FOX News: "[Russland] hat einen wirklichen Führer, während unser Präsident unfähig und nicht willens ist, uns anzuführen."

Rudy Giuliani, ehemaliger Bürgermeister von New York: "Putin entscheidet, was er tun möchte und tut es in nur einem halben Tag. Er trifft eine Entscheidung und führt sie rasch aus und jeder reagiert darauf. Das ist es, was man einen wahren Führer nennt."

Sarah Palin: "Menschen sehen Putin als jemanden, der mit Bären ringt und nach Öl bohrt, und unserer Präsident trägt Mom Jeans und redet zweideutig."

Donald Trump: "[Putin] hält sein Land am Laufen und immerhin ist er ein Führer, ganz anders als das was wir in diesem Lande haben."
Sie kennen ihre Wähler und wissen, was diese brauchen (einen starken Führer). Sie haben taktisch schnell einen solchen Anführer in Putin erkannt und benutzen sein Beispiel, um ihren "demokratischen" Rivalen - US-Präsident Obama - herabzusetzen. Was sie wohl indes nicht sehen, ist, dass Putin sich letztlich das Reservoir ihrer Anhänger, der typischen rechtsgerichteten autoritären Mitläufer, zunutze machen könnte - da er im Gegensatz zu ihnen über die heldenhaften Attribute verfügt, die solche Persönlichkeiten anziehen.

Der Einzug Putins in die Arena der Helden hat auch die Farblosigkeit von Pseudo-Führern wie Obama oder dem französischen Präsidenten Hollande deutlich gemacht. Im Internet kann man eine erstaunliche Zahl von Vergleichen zwischen Putin und jenen Pseudo-Führern finden.

Obwohl solche Scherze harmlos erscheinen, offenbaren sie eine tiefere Wahrheit - und das ist wohl einer der Gründe, weshalb sie so beliebt sind. Sie symbolisieren einen scharfen Kontrast zwischen den heroischen Eigenschaften Wladimir Putins (Tapferkeit, Männlichkeit, etc.) und den feigen, rückgratlosen Charakterzügen seiner Gegenspieler.

Die Eliten sind sich der symbolischen und politischen Kraft von Helden bewusst. Stars haben einen großen Einfluss auf das, was wir denken und glauben (weit mehr als der Einfluss von Politikern oder Journalisten). Das ist der Grund, weshalb Prominente von jedem Vertreter der gleichgeschalteten Medien gnadenlos schlecht gemacht werden, sobald sie es wagen der offiziellen "Wahrheit" zu widersprechen (man denke beispielsweise an Charlie Sheen).

In der Tat findet die entscheidendste Schlacht in unseren Köpfen statt; es geht bei alledem um die Beeinflussung unserer Emotionen und Gedanken. Aus dem Grund wird der Werdegang von Medien-Organisationen wie Russia Today von Washington als solch eine Bedrohung wahrgenommen. Damit ein Held die Dimension des Internationalen erreichen kann, braucht er ein internationales Publikum. Damit die Wahrheit verbreitet werden kann, muss sie ans Licht gebracht werden. Nun, da das zur Realität geworden ist, ist Putin dramatisch und kraftvoll auf der internationalen Bühne erschienen, und Russland wurde zu einem Spieler der Weltklasse.

Das globale System der Unterdrückung, das von den Westmächten während der vergangenen paar Jahrhunderte geschaffen wurde, basiert noch immer auf Lügen. Doch immerhin gibt es heutzutage eine Instanz, die eine wahrheitsgemäße Darstellung dessen anbietet, was wirklich vor sich geht. Und es ist weitaus einfacher, die Lügen von der Wahrheit zu unterscheiden wenn wir beides prüfen können, was nicht der Fall wäre, wenn wir eine Lüge identifizieren müssten, wenn alles was wir haben um sie zu recherchieren die selbe Lüge ist, die überall als einzige, angebliche Wahrheit nachgeplappert wird.

Wie ich also zuvor erwähnte, ist es unwahrscheinlich, dass Putin die 'Menschheit retten' wird, doch er bietet uns allen ein äußerst wertvolles Geschenk: die Gelegenheit, die Worte und Taten unserer westlichen Führer miteinander zu vergleichen - und somit die Möglichkeit, uns selbst an wirklich positiven Werten auszurichten und die Wahrheit der Lüge vorzuziehen. Und das ist ein höllisch schönes Weihnachtsgeschenk! (Nebenbei bemerkt, existiert die Hölle nicht, also keine Angst!).