In dem russischen Bergwerk, in dem seit Tagen nach verschütteten Kumpeln gesucht wurde, hat es eine weitere Explosion gegeben. Mehrere Rettungskräfte wurden in den Tod gerissen. Auch für die 30 noch vermissten Bergleute sehen die Behörden keine Überlebenschance mehr.
grubenunglück russland
Bei dem seit Tagen andauernden Grubenunglück in Russland sind nach Einschätzung der Behörden 36 Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Rettungskräfte. Schon am Donnerstag hatten zwei Methangas-Explosionen das Bergwerk Workutaugol in der Region Komi erschüttert, als 110 Bergleute unter Tage waren. 80 von ihnen wurden gerettet. Nun ereignete sich eine dritte Explosion, die die Mine einstürzen ließ, wie Bergwerksdirektor Denis Paikin sagte. Angesichts der Gaskonzentration und des Feuers unter Tage sei davon auszugehen, dass alle vermissten Kumpel und Retter tot seien.

Schacht könnte geflutet werden

Die jüngste Explosion ereignete sich offiziellen Angaben zufolge genau an der Stelle, an der die Vermissten vermutet wurden. Weil der Brand in 780 Meter Tiefe weiter loderte, erwog die Grubenleitung, den Schacht mit den Leichen entweder teilweise zu fluten oder luftdicht abzuschließen. Der Unglücksort liegt etwa 2000 Kilometer östlich von Moskau.

Gewerkschafter kritisierten Sicherheitsmängel in Gruben des Betreibers Workutaugol, wie die Zeitung Moskowski Komsomolez berichtete. Der russische Bergbau gilt als gefährlich. 2007 waren bei einer Explosion in der Grube Uljanowskaja im sibirischen Kusbass 110 Bergleute getötet worden. Bei einem Unglück 2010 ebenfalls in Sibirien starben 75 Menschen.