Russische Wissenschaftler haben die Idee vorgetragen, Atomwaffenraketen einzusetzen, um die Erde vor Asteroiden zu schützen, die uns theoretisch täglich treffen könnten.
Einschlag Asteroid, Meteoriteneinschlag
© NASA
Kein seriöser Astronom wird es leugnen, dass die Erde einer latenten Gefahr durch Asteroiden ausgesetzt ist, die unsere gesamte Zivilisation auslöschen könnte. Entsprechend stellt sich die Frage nicht, ob es tatsächlich geschehen wird, sondern vielmehr wann es passiert. Erst in 2013 flog der 45 Meter große Asteroid »2012 DA14« in nur knapp 28.000 Kilometer Entfernung an uns vorbei und blieb damit sogar noch unterhalb der Umlaufbahn von geostationären TV-Satelliten - entdeckt wurde er nur ein Jahr zuvor. Deshalb hat Russland nun den Vorschlag eingebracht, militärische, mit Atomsprengköpfen bestückte Interkontinentalraketen zur Asteroiden-Abwehr einzusetzen. Diese Raketen wären schon jetzt in der Lage, den erdnahen Weltraum zu erreichen. Man müsste sie lediglich etwas umrüsten, um sie gegen Asteroiden von 20 bis 50 Meter Durchmesser einsetzen zu können und sie haben den entscheidenden Vorteil, dass sie im Notfall sehr kurzfristig einsatzfähig wären und man schnell auf Bedrohungen aus dem All reagieren könnte.

Russland steht mit seiner Sorge eines verheerenden Impakts nicht alleine da, auch die Europäer suchen mit ihrem Projekt NeoShield (Science and Technology for Near-Earth Object Impact Prevention) nach einer geeigneten Asteroiden-Abwehr. Und in 2020 soll sogar die Asteroiden-Impact-Mission (AIM) als gemeinsames Projekt der europäischen und amerikanischen Raumfahrtagenturen ESA und NASA starten.

Es fällt auf, dass die internationalen Weltraumagenturen in letzter Zeit erstaunlich viel und oft das Thema Asteroidenabwehr aufgreifen und sogar Programme wieder aufleben lassen, die erst kurz zuvor aus Kostengründen aufgegeben wurden. Man bekommt den Eindruck, dass wir schon viel zum lange das Glück hatten, nicht ernsthaft getroffen worden zu sein - und wir wissen, dass wir eigentlich statistisch längst überfällig sind. Man hat auch das Gefühl, dass sich in den letzten Monaten zudem die Anzahl der kosmischen Brocken häufen, die in unsere Erdatmosphäre eindringen und noch über dem Boden explodieren.