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Teil 3: Irdische Auswirkungen der Annäherung von Nemesis und seinem begleitenden Kometenschwarm


Kapitel 20: Einfluss der geringeren Sonnenaktivität auf die Erde

Jetzt, da wir mehr über die elektrische Natur der Sonne wissen und ihre reduzierte Aktivität bemerkt haben, ist es an der Zeit, einen Blick darauf zu werfen, wie einige Ideen, die wir zuvor diskutiert haben, mit ungewöhnlichen Naturerscheinungen hier auf der Erde zusammenhängen oder sie sogar direkt verursachen. Als erstes müssen wir ein anderes Schlüsselelement des Models des elektrischen Universums erforschen: Wie stellt sich die Erde selbst analog zu einem Kondensator dar. Wir wissen, dass die Erde durch die Sonne und der von ihr ausgehenden Sonnenwinde angetrieben wird, welche auf die Erde treffen, um sie herum und durch die Ionosphäre fegen und sie damit elektrisch aufladen. Dies ist der Grund weshalb, trotz der vielen Entladungen zwischen der Erde und ihrer Ionosphäre (zum Beispiel in der Form von Blitzen), sich das elektrische Feld zwischen der Erde und der Ionosphäre nicht auflöst: Es wird regelmäßig von der Sonne aufgeladen.

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Abbildung 67: Das vertikale elektrische Atmosphärenfeld
Zusammen kann man die obereren und unteren Teile der Erdatmosphäre als isolierende Blase, ihre Doppelschicht (DS), betrachten. Die Ionosphäre reicht von 50 km bis in eine Höhe von über 500 km187. Dieser Bereich ist wegen ihrer Interaktion mit der solaren Strahlung im Vergleich mit der tieferen Atmosphäre hoch ionisiert. Sonnenpartikel ionisieren die Moleküle der Ionosphäre, welche in ihrer Natur meist gasförmig sind. Tatsächlich sind diese Ionen der Grund dafür, dass die obere Atmosphäre auch Ionosphäre genannt wird. Die elektrische Ladung der Ionosphäre ist positiv188. Weil die elektrische Ladung der Erde negativ ist189, existiert zwischen der Erdoberfläche und der Ionosphäre ein vertikales elektrisches Feld. Wie in Abbildung 67 dargestellt, entspricht das elektrische Atmosphärenfeld im Durchschnitt 100 Volt pro Meter190, jedoch ist es am Äquator stärker und nimmt in höheren Breitengraden ab.

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Abbildung 68: Die elektrischen Felder und Potentiale der Erde in Abhängigkeit zur Sonnenaktivität.
Sie wundern sich vielleicht, sollte ein solches elektrisches Feld in der Atmosphäre existieren, warum wir dann nicht durch einen Stromschlag sterben? Immerhin hat die Luft um unsere Köpfe ein elektrisches Potential, das etwa 180 Volt höher ist als das zu unseren Füßen. Ein Grund ist, dass trotz der großen Differenz im elektrischen Potential, die Flussdichte der Luft mit rund 10-12 Ampere pro Quadratmeter extrem gering ist191. So ist der durch dieses Feld verursachte Stromfluss die meiste Zeit nicht wahrnehmbar. Abbildung 68 zeigt den Einfluss solarer Aktivität auf das elektrische Atmosphärenfeld der Erde und ihr elektrisches Kern-Oberflächenfeld. Auf der Rechten Seite der Abbildung 68 ist die solare Aktivität schwach und demnach erhält die Erde weniger (positiv geladenen) Sonnenwind (kleiner gelber Pfeil). Als Konsequenz ist das elektrische Potential der Ionosphäre weniger positiv und es tendiert dazu, weniger freie Elektronen aus dem Inneren der Erde an die Oberfläche anzuziehen, was die Erdoberfläche weniger negativ geladen zurück lässt. Als Resultat ist das elektrische Feld zwischen der Erdoberfläche und der Ionosphäre (das elektrische Atmosphärenfeld) geschwächt (kleiner oranger Pfeil im rechten Bild). Wenn weniger freie Elektronen von innerhalb der Erde zu ihrer Oberfläche gezogen werden, ist das elektrische Feld zwischen der Erdoberfläche und ihrem Kern ebenfalls geschwächt (kleiner roter Doppelpfeil im rechten Bild)192. Lasst uns diese Idee im Kopf behalten, dass schwache Sonnenaktivität das elektrische Atmosphärenfeld und das elektrische Kern-Oberflächenfeld verringert, weil es ein wichtiger Faktor in der Erklärung der vielen ungewöhnlichen Naturphänomene sein wird, die wir uns in den kommenden Kapiteln ansehen werden.

Fußnoten:

187Chavalier, G., The Earth’s electrical surface potential, p.60
188Bennett, A. J. & Harrison, R. G., ‘Variability in surface atmospheric electric field measurements’, Journal of Physics:Conference Series, 2008, p.142
189G.A. Erman war der erste Wissenschaftler, der die generelle negative Ladung der Erde in seiner Forschungsarbeit erwähnte, mit dem Titel "Kritische Beiträge zur atmosphärischen Elektromie", veröffentlicht 1803, Annalen der Physik, Band 15
190Bennet, A.J., ‘Variability in surface atmospheric electric field measurements’, 2008, J. Phys., Conf. Ser. 142 012 046
191Chavalier, G., The Earth’s electrical surface potential, p.4
192Man beachte, dass es zur Existenz eines elektrischen Feldes genügt, wenn es relative Unterschiede in einem Potential gibt. Deshalb müssen die Regionen, in denen ein elektrisches Feld entsteht, keine gegensätzlichen Polaritäten aufweisen. Im Falle der Erde kann das elektrische Potential zwischen der Oberfläche und dem Kern gemeinsam negativ sein, aber die relativen Unterschiede machen es möglich, dass ein elektrisches Feld existieren kann.