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© Stephan Lohse
Im Dresdner Stadion wurde es kurzzeitig dunkel.
Dresden. Ausgerechnet in Dresden hat die Frauenfußball-WM ihre erste organisatorische Panne erlebt. Mitten in der Vorrundenpartie zwischen Kanada und Nigeria (0:1) ging nach knapp 70 Minuten plötzlich das Licht aus. Kurzzeitig war es stockfinster im Rudolf-Harbig-Stadion, nur die elektronischen Werbebanden sorgten für etwas bläuliches Licht.

Zwar sprang nach einer knappen Minute wenigstens eine Notverssorgung an, für elf Minuten hatte das Dresdner WM-Stadion jedoch nur Dämmerlicht anzubieten. Erst danach ließ sich die normale Beleuchtung wieder reaktivieren und die Partie konnte weitergehen.

Ein „Netzwischer" in der Johannstadt sei die Ursache für den Schlamassel gewesen, berichtete anschließend Roland Wendt, der Technische Leiter des Rudolf-Harbig-Stadions. Für weniger als eine viertel Sekunde sei der Strom weg gewesen. Paradoxerweise zu kurz, denn die Notstromaggregate des Stadions benötigen 0,3 Sekunden zum Anfahren. Da der Strom jedoch plötzlich wieder da war, sei es zu einer Phasenverschiebung gekommen, der die Elektrik nicht standgehalten habe.

Bei der Drewag ist man derzeit dabei, die genauen Ursachen für den Stromausfall zu finden. Wie Pressesprecherin Gerlind Ostmann am Mittwoch auf Anfrage von DNN-Online erklärte, steht aber fest, dass es gegen 22 Uhr zu einem Kurzschluss in einem Mittelspannungskabel im sogenannten 10-KV-Netz in Johannstadt kam. Da dieses Netz mit dem im Harbig-Stadion verbunden ist, fiel die Stromversorgung für 170 Millisekunden aus. „Es kommt immer mal wieder zu diesen Ausfällen, das ist nun einmal Technik, die kann man nicht vorhersagen. Dass dies gerade während des Spiels passiert ist, ist aber besonderes Pech", sagte die Drewag-Sprecherin.

Bereits im Winter hatte die Stadiontechnik für Negativschlagzeilen gesorgt. In der Nacht vor dem angesetzten Heimspiel von Dynamo Dresden gegen Heidenheim im Januar war die Rasenheizung ausgefallen. Die Dresdner hatten das Spiel 90 Minuten vor dem Abpfiff absagen müssen.

Die Fans nahmen die WM-Unterbrechung am Dienstagabend mit Humor. Viele der 13.638 Zuschauer zückten ihre Kameras, um das ungewöhnliche Ereignis festzuhalten. Lauter Jubel hallte durch die dunklen Ränge, mehrfach ging die LaOla durch das Rund, wurden „Dynamo Dynamo"-Rufe angestimmt. Nach etwa elf Minuten ging es weiter, ohne Notstromaggregat, stattdessen über das normale Energienetz.

Dem Spiel schien die Pause zudem gut getan zu haben. Kurz nach Wiederanpfiff traf die Nigerianerin Perpetua Nkwocha zum Tor des Tages. Davor und danach hatten die Zuschauer ein durchschnittliches Spiel mit zahlreichen Torchancen gesehen. Kanada traf den Pfosten, Nigeria sogar Pfosten und Latte. Beide Teams, die schon vor der Partie keine Chance mehr aufs Viertelfinale hatten, zeigten aber auch sichtbare Mängel im Spielaufbau, eine hohe Fehlerquote sowie eine eklatante Abschlussschwäche.