Nach dem verheerenden Erdbeben in Italien zitterte die Erde am Montag ein weiteres Mal in einer besonders sensiblen Region: Islands größter Vulkan Katla erlebte die stärkste Erschütterung seit 1977. Ein Ausbruch wäre nicht nur für den internationalen Flugverkehr fatal.
katla vulkan

Symbolbild
Reykjavík - Sofort kommen Erinnerungen an den Ausbruch des Gletschervulkans Eyjafjallajökull im April 2010 hoch. Damals legte die Eruption den Flugverkehr in Nordeuropa für mehrere Tage lahm. Ähnliches könnte bald wieder passieren.

Islands größter Vulkan Katla hat am Montag deutliche Aktivität gezeigt, nachdem mehrere Beben der Stärke vier den Krater erschütterten. Das berichtet „Bloomberg“ unter Berufung auf örtliche Wissenschaftler. Insgesamt sollen es rund 14 Beben gewesen sein am 1.450 Meter hohen Vulkan, der sich an der Südküste der Insel befindet.

Zunächst gab es keine Berichte von Verletzten oder Schäden. Die Vulkaninsel ist nur dünn besiedelt und die Isländer sind für solche Fälle gut gerüstet und sie gewöhnt. Noch liegt die dicke Eisschicht ruhig auf Katlas zehn Kilometer großem Krater.

Die letzten Eruptionen 1955 und 1999 vermochten es nicht, die kalte Schutzschicht zu durchbrechen. Als sie das letzte Mal durchbrochen wurde, vor knapp 100 Jahren, spuckte der Vulkan 1918 allerdings fünf Wochen lang Asche in die Luft. Die Folgen für den Flugverkehr und die Menschen in Nordeuropa wären schwerwiegend.

Die örtlichen Wissenschaftler messen derzeit keine weiteren Beben, was dafür spricht, dass kein heißes Magma auf dem Weg zur Oberfläche ist. Allerdings wurden im Fluss Múlakvísl, der mit dem Vulkan verbunden ist, deutliche Konzentrationen von Gasen gemessen, die bei erhöhter Magma-Aktivität auftreten.

Ein neuer Ausbruch wäre nicht nur wegen der Asche gefährlich. Wie „Wired“ berichtet, könnte auch ein Jökulhlaup auftreten, eine Art Gletscherflut. Das Schmelzwasser des den Vulkan umgebenden Gletschers könnte sich durch die Hitze bahnbrechen und in die Landschaft ergießen. Die Wissenschaftler behalten Katla deshalb jetzt besonders wachsam im Auge.