winter im juli
© unbekannt
Winterwetter mitten im Juli – das gibt's derzeit vor allem in höheren Lagen Kärntens, Salzburgs und der Steiermark. Am Sonnblick etwa wurde Sonntag früh eine 20 Zentimeter dicke Schneedecke registriert, auf der Turracher Höhe, der Nockalm und der Großglockner-Hochalpenstraße mussten nach Angaben der Polizei die Schneepflüge ausrücken - zudem herrscht dort Schneekettenpflicht.
"Unsere Messstation auf der Villacher Alpe registriert im Schnitt alle zwei Jahre im Juli eine Schneedecke", sagte Paul Rainer von der Wetterwarte Klagenfurt angesichts der untertags maximal gemessenen sechs Zentimeter Neuschnee. Zuletzt hatte es 2007 etwas Schnee im Juli gegeben, im Jahr 2004 wurde der Rekordwert von 16 Zentimetern gemessen. Anno 1979 fielen 14 Zentimeter Schnee, 1970 waren es 13 Zentimeter.

Laut Polizei hatte das Wetter keine Auswirkungen auf den Verkehr, man rechnete auch damit, dass der schwere, matschige Schnee bald wieder wegschmelzen würde. Rainer bestätigte diese Ansicht: "Der Höhepunkt des Kälteeinbruchs ist erreicht, ab Dienstag sollte es langsam wieder wärmer werden." Die 30- Grad- Marke werde bis Ende Juli zwar nicht mehr erreicht werden, am kommenden Wochenende sollten sich aber wieder 25 Grad ausgehen.

Experte: Lange, kühle Phase "schon außergewöhnlich"

Im Land Salzburg sorgte der Kälteeinbruch in der Nacht auf Sonntag für Schneefall bis auf knapp 1.600 Meter Seehöhe in den Tauern, viele Almen sind "angezuckert". Die maximale Temperaturen- Obergrenze "liegt heute zwischen neun und 15 Grad", sagte Michael Butschek von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Salzburg Sonntagmittag.

Wenn es einmal im Sommer kurz auf die Almen herunterschneie, sei das nichts Außergewöhnliches, erklärte auch der Salzburger Experte. Sehr wohl bemerkenswert sei aber die lang anhaltende, kühle Phase, die derzeit Mensch und Natur fest im Griff hat. "Dass es über mehrere Tage so herbstliche Temperaturen hat, ist im Juli schon außergewöhnlich", sagte Butschek.

Sölkpass in der Steiermark gesperrt

Doch nicht nur Kärnten und Salzburg präsentierten sich am Sonntag ganz in Weiß - fast konnte man Wintersport- Verhältnisse in den höher gelegenen Gebieten der Obersteiermark ausmachen. Denn die Gipfel von Planai, Galsterbergalm, Hauser Kaibling sowie Planneralm und Riesneralm zeigten sich am Sonntag verschneit. Die Landesstraße L704 über den 1.788 Meter hohen Sölkpass - in der Steiermark der Indikator für "Wintereinbrüche" schlechthin - wurde um 9 Uhr gesperrt. Im vergangenen Sommer war der Pass zwischen Mur- und Ennstal übrigens nur Ende August wegen Schneefalls gesperrt.

Der auf 1.902 Metern Seehöhe gelegene Gipfel der Planai bei Schladming zeigte sich bis weit unter die Bergstation mit einer durchgehenden weißen Decke, in der Menschen herumstapften, um sich mitten im Sommer ein Wintererlebnis zu gönnen. Angezuckert bis verschneit zeigte sich die auf rund 1.700 Metern gelegene Riesneralm bei Donnersbachwald, ebenso die Planneralm, das zwischen 1.600 und 2.200 Meter hoch gelegene höchste Skigebiet des Bundeslandes.