Über 100 Jahre nach dem legendären Schiffsunglück der Titanic will ein irischer Journalist nun herausgefunden haben, dass nicht der Eisberg schuld am Untergang des vermeintlich unsinkbaren Luxusdampfers war, sondern ein Feuer.
© F.G.O. Stuart/ Wikipedia
Historische Aufnahme der RMS Titanic bei ihrer Abfahrt in Southampton am 10. April 1912, vier Tage vor ihrem Untergang.
Mit einer Gesamtlänge von knapp 270 Metern und Kabinen für 1.300 Passagiere galt die »RMS Titanic« der White Star Line Rederei zur Zeit ihrer Indienststellung im Jahre 1911 als das größte Passagierschiff der Welt. Unter britischer Flagge lief sie am 10. April 1912 im Hafen von Southampton zu ihrer Jungfernfahrt nach New York City aus. Während ihrer Reise kollidierte sie in der Nacht auf den 15. April 1912 etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland seitlich mit einem Eisberg und sank 3.840 Meter tief in den Atlantik.

Wie in dem britischen Nachrichtenportal The Independent berichtet wird, hat sich der 53-jährige Journalist Senan Molony fast drei Jahrzehnte mit dem Fall Titanic beschäftigt und kommt nach seinen Recherchen zu der Schlussfolgerung, dass nicht der Eisberg alleine dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass das Schiff unterging, sondern ein Feuer im Frachtraum entscheidenden Anteil daran gehabt hatte. Er fand auf alten Fotos und in früheren Aussagen von Zeitzeugen Beweise für seine Behauptung, dass ein Feuer mindestens zehn Tage lang unkontrolliert in dem Kohlebunker Nummer 6 loderte.

Durch die Hitze sei die Außenhaut des Schiffes genau an der Stelle stark aufgeweicht und beschädigt worden, wo sie später von dem Eisberg gestreift wurde.

Auf den Fotoaufnahmen soll unter anderem auf der vorderen rechten Seite der Außenhülle ein zirka 9,1 Meter langer schwarzer Streifen zu sehen sein, das Experten zufolge von einem Feuer in einem Kohlebunker, der nur schwer zugänglich war, verursacht wurde. Die Titanic sei im Grunde genommen eine tickende Zeitbombe gewesen, deren bitteres Schicksal auch ohne den Eisberg besiegelt gewesen wäre, denn früher oder später wäre sie ohnehin explodiert, wenn das Feuer weiterhin still vor sich hin gelodert hätte. Einen weitere Beleg für seine Theorie sieht Molony darin, dass die Titanic am Pier in Southampton bewusst verkehrtherum angelegt haben soll, damit die vielen Menschen, die am Hafen das Auslaufen des Schiffes begleiteten, nicht die von der Hitze schwarzen Stellen an der Außenwand bemerkten. Die Reederei habe zudem allen ihren Angestellten nachdrücklich untersagt, jemals den Brand zu erwähnen.

Das Feuer soll auch der Grund gewesen sein, warum die Titanic unbedingt so schnell nach New York wollte, obwohl man mehrfach vor Eisberge gewarnt hatte. Mr. Dilley, der von Molony in seiner Recherche als Zeuge aufgeführt wird, soll als junger Mann als Heizer auf der Titanic gearbeitet haben und folgendes berichtet haben:
„Wir haben das Feuer einfach nicht ausbekommen und unter den Heizern wurde darüber gesprochen, dass wir den großen Kohlebunker nach der Ankunft in New York leeren sollen, nachdem die Passagiere von Bord gegangen sind. Danach wollten wir Feuerwehrboote rufen, die uns zur Hilfe eilen.“
Insgesamt zwölf Männer sollen versucht haben, das Feuer zu löschen, das bis zu 1.000 Grad Celsius heiß gewesen war.

Bereits in 2008 behauptete der Journalist Ray Boston, dass er herausgefunden hatte, dass bei den Testfahrten in Belfast auf der Titanic ein Feuer ausgebrochen sei. Das wäre anfangs zwar als harmlos eingestuft worden, doch bis zu ihrer geplanten Abfahrt in Southampton hätte es sich nicht mehr löschen lassen. Deshalb habe der Bankier und Titanic-Eigentümer John Pierpont Morgan auch seine beabsichtigte Reise auf dem Luxusdampfer nur einen Tag vor der Abfahrt kurzfristig wegen einer angeblichen Krankheit abgesagt. Boston behauptet, dass Morgan in Wahrheit einen Rückzieher gemacht hatte, denn er soll sein Reisegepäck sogar eigenhändig zu seinem Rolls-Royce zurückgetragen haben.