© REUTERS/ Christophe Petit Tesson/Pool
Die belgische Polizei hat die Möglichkeit gehabt, die Zelle des sogenannten Islamischen Staates (IS, auch Daesh) auszuheben, die hinter den Anschlägen von Paris und Brüssel steht. Das berichtet die US-Zeitung „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht des Komitees zur Kontrolle der Polizei.

Laut dem Dokument vom September 2016 verfügte die belgische Polizei durchaus über Informationen, laut denen die Brüder Abdeslam, mutmaßliche Terroristen aus dem Brüsseler Bezirk Molenbeek, mit anderen terrorverdächtigen Personen in Verbindung standen.

Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass die Brüsseler Polizei Ibrahim Abdeslam Anfang 2015 wegen Drogenbesitzes verhaftet und nach einem Verhör wieder freigelassen hatte. Zu diesem Zeitpunkt war der Mann bereits von Anti-Terror-Behörden beobachtet worden. Sein Bruder Salah Abdeslam wurde nicht einmal von den Geheimdiensten geprüft, nachdem er sein Foto in sozialen Netzwerken gegen die Abbildung der IS-Flagge getauscht hatte.

Am 13. November 2015 hatten drei koordinierte Terrorgruppen eine Serie von Anschlägen in Paris und im Vorort Saint Denis verübt. Die Explosionen forderten 130 Tote und mindestens 350 Verletzte.

Am 22. März 2016 wurde der Brüsseler Flughafen von zwei Explosionen erschüttert. 14 Menschen wurden dabei getötet und etwa 100 verletzt. Die beiden Täter, der 29-jährige Ibrahim el-Bakraoui und der 24-jährige Najim Laashraoui, haben sich in die Luft gesprengt.