Massenstrandung von Pilotwalen 1902 am Strand von Cape Cod
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Massenstrandung von Pilotwalen 1902 am Strand von Cape Cod.
Greenbelt (USA) - Während das Stranden einzelner Individuen unterschiedliche Ursachen haben kann, stellen Massenstrandungen von Walen und Delfinen Wissenschaftler seit jeher vor ein Rätsel. Jetzt untersuchen NASA-Wissenschaftler ob auch Sonnenstürme der Auslöser für das rätselhafte Verhalten der Meeressäuger sein könnten.

Wie Antti Pulkkinen vom Goddard Space Flight Centre der NASA in einer Pressemitteilung erläutert, vermutet sein Forscherteam, dass die mit erdgerichteten Sonnenstürmen einhergehende magnetische Anomalien und Störungen dafür verantwortlich sein könnten, dass das Navigationssystem der Tiere gestört wird. Vorausgesetzt - so die Theorie der Forscher - dass dieses biologisch-natürliche Navigationssystem sich wie das vieler anderer Zugtiere auch, am Magnetfeld der Erde orientiert, das wiederum von Sonnenstürmen beeinflusst werden kann.

Während einige Forscher etwa von der US-Navy unter Wasser genutzte Technologien - wie etwa niedrigfrequentes Sonar - für die Massenstrandungen verantwortlich machen, zeigt sich der Wissenschaftler davon überzeugt, dass derartige Technologien alleine nicht alle Vorfälle dieser Art erklären können. Es fehlen schlichtweg jene Daten, die einen Zusammenhang mit der Anwendung der Technologien oder mit anderen bereits vorgeschlagenen Erklärungen nachweisen.
historische Massenstrandungen von Walen 1577
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Dokumentierte Fälle historischer Massenstrandungen, hier eine Darstellung von 1577 belegen, dass moderne Technologien alleine nicht der Grund für die Vorfälle sein können (siehe auch Abb. oben).
Derzeit sammeln die Wissenschaftler die Daten zu den Massenstrandungen der vergangenen Jahrzehnte, um diese mit jenen von Sonnenstürmen und deren Auswirkungen vergleichen zu können: „In dieser Richtung gab es bislang erst wenige quantitative Untersuchungen. Zumindest werden wir durch den statistischen Abgleich klären können, ob es eine Verbindung zwischen den Massenstrandungen und der Sonnensturmaktivität gibt - oder auch nicht“, so Pulkkinen.

„Wenn wir einen Verbindungen zwischen den beiden Phänomenen aufzeigen und nachweisen können, so werden wir eines Tages vielleicht auch in der Lage sein, Tierschützer vorab vor möglicherweise bevorstehenden zukünftigen Ereignissen zu warnen. Auf diese Weise könnten schon vorab Maßnahmen für die Rettung möglichst vieler betroffener Tiere getroffen werden.“