Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat die Ägäis-Region erschüttert. Eine Frau kam zu Tode, mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Der Erdstoß war auf dem türkischen Festland und auf den griechischen Inseln Lesbos und Chios zu spüren.
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Ein starkes Seebeben hat die Westküste der Türkei und griechische Inseln in der Ägäis erschüttert. Dabei kam auf der Insel Lesbos eine Frau ums Leben. Ihre Leiche wurde von Feuerwehrleuten aus den Trümmern eines Hauses geborgen, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA berichtete. Auf Lesbos wurden außerdem mindestens zwölf Menschen verletzt.

Laut Angaben der US-Erdbebenwarte USGS befand sich das Epizentrum des Bebens im Meer in zehn Kilometern Tiefe, rund elf Kilometer südlich der Küstenstadt Plomari an der Küste der Insel Lesbos. Nach Angaben des Erdbeben-Monitors des Helmholtz-Zentrums in Potsdam hatte das Beben eine Stärke von 6,4.


Der Bürgermeister von Plomari, Manolis Armenakas, sagte dem Sender ERT, einige Gebäude, darunter auch der der Glockenturm einer Kirche, seien beschädigt worden. Mehrere Häuser wiesen Risse auf. Zudem gab es einige Erdrutsche, die zum Teil Straßen versperrten, wie der Lokalpolitiker weiter mitteilte.

AFP-Reporter in Izmir berichteten, in der türkischen Küstenstadt sei das Erdbeben deutlich zu spüren gewesen und habe für Besorgnis unter den Einwohnern gesorgt. Laut der türkischen Erdbebenwarte gab es mehrere kleinere Nachbeben.

Griechenland und die Türkei liegen an wichtigen Bruchlinien und werden immer wieder von Erdbeben erschüttert. Allein dieses Jahr gab es an der Ägäis-Küste mehrere Beben bis zu einer Stärke von 5,5. Am 17. August 1999 verwüstete ein Erdbeben der Stärke 7,0 die dicht besiedelte Region am Marmarameer zwischen Izmir und Istanbul und kostete mehr als 17.000 Menschen das Leben.

Im europäischen Raum kommen die meisten Erdbeben in Griechenland, den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei vor. Auch Italien und der westliche Balkan sind besonders betroffen. Der größte Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte.

ala/dpa/AFP