• Ein Waldbrand in der portugiesischen Region Pedrógão Grande hat mindestens 25 Menschen das Leben gekostet.
  • Das Feuer brach am Samstagnachmittag aus, 750 Feuerwehrleute bekämpfen die Flammen.
  • Der Bürgermeister vermutet Brandstiftung als Ursache.
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In Portugal sind bei einem der schlimmsten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Er sei schockiert vom "Ausmaß der Tragödie", sagte Ministerpräsident António Costa, als er am Sonntagmorgen die Zahl der Todesopfer bekanntgab. Die meisten Menschen starben auf der Flucht vor dem Waldbrand in ihren Autos, als das Feuer ihnen den Weg abschnitt.

Rund 750 Feuerwehrmänner versuchen, die Brände in der Gegend um die Stadt Pedrógão Grande zu löschen. Das Gebiet befindet sich rund 150 Kilometer nordöstlich von Lissabon. Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" seien, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande Valdemar Alves. Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in der Region ein und sagte sichtlich mitgenommen: "Das ist eine beispiellose Situation."

Bürgermeister vermutet Brandstiftung als Ursache

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren 16 der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden. Drei der Opfer seien nach ersten Erkenntnissen in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen gestorben. Außerdem würden mindestens zwei Personen vermisst.

Das Feuer in der dünn besiedelten Region von Pedrógão Grande war am Samstagnachmittag gegen 14:00 Uhr Ortszeit aus noch unbekannten Gründen ausgebrochen. Bürgermeister Alves sagte, er sei überzeugt, dass es sich um Brandstiftung handele. 21 Verletzte, darunter sechs Feuerwehrmänner, wurden nach amtlichen Angaben in Krankenhäuser gebracht.

In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Feuerwehrfahrzeuge wurden von den Flammen zerstört, mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen. Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von mit rund 200 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, teilte der Zivilschutz mit.

Insgesamt elf Waldbrände im ganzen Land

Die Flammen griffen auf die Nachbarkreise Figueiró dos Vinhos, Castanheira de Pera und Gois über. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hieß es. Spanien kündigte an, zwei Canadair-Löschflugzeugen zu entsenden. Außerdem rückte noch in der Nacht Verstärkung aus verschiedenen Teilen des Landes an.

Neben dem Feuer in Pedrógão Grande gab am Wochenende noch weitere Waldbrände in Portugal, die von mehr als 1500 Einsatzkräften bekämpft wurden. Grund ist eine ungewöhnliche frühe Hitzewelle mit Temperaturen von teilweise mehr als 40 Grad. Bereits im vergangenen Jahr hatten Waldbrände mehr als 100 000 Hektar Land vernichtet.