Bei einem gewaltigen Blitzschlag in die Rudenhütte in der Kärntner Asten sind am Freitagabend zwei Schwestern im Alter von 18 und vier Jahren getroffen worden. Sie waren gemeinsam mit ihrer Mutter (37) zur Hütte aufgestiegen, um Festvorbereitungen zu treffen. Weil der Rettungshubschrauber nicht fliegen konnte, musste der Großvater seine Familie selbst bergen.

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"Meine Schwiegertochter war mit ihren drei Mädchen mit zur Hütte aufgestiegen. Wir bedanken uns nämlich bei den Viehtreibern immer mit einem Essen und das wollte meine Schwiegertochter vorbereiten", erzählt Großvater Gottfried S. Er treibt jedes Jahr sein Vieh im Sommer in die Asten auf die Hochweide. Als der Blitz in seine Hütte einschlug, war er mit seinem Sohn und Nachbarn vor dem Unwetter gerade in eine andere Hütte geflüchtet.

18- Jährige an Beinen getroffen

Das älteste Mädchen (18) saß direkt neben der Steckdose, durch die der Blitz in der Hütte wieder austrat. Sie wurde an den Beinen getroffen. Die vierjährige Schwester, die sich in der Nähe befand, wurde ebenfalls erfasst. Auch die Mutter und die dritte Tochter (5) waren zu Tode erschrocken.

"Ich habe dann versucht, gegen 20.15 Uhr den Rettungshubschrauber über die Landesalarm- und Warnzentrale zu alarmieren, aber der konnte nicht fliegen. Doch meine älteste Enkeltochter konnte ihre Beine nicht mehr spüren. Da auch die Bergrettung Winklern eine Zeit brauchte, um zu uns zu gelangen, haben mein Sohn und ein paar Nachbarn meine Schwiegertochter und die verschreckten Mädchen die Hälfte der Strecke selbst hinuntergetragen. Die andere Hälfte hat dann die Bergrettung übernommen", erzählt S., der "maßlos enttäuscht" ist, dass kein Rettungshubschrauber geflogen ist.

Die Frau und die drei Kinder sind so mit der Rettung erst um Mitternacht im Klinikum Klagenfurt angelangt, wo sie nach eingehender Beobachtung am Samstag wieder entlassen werden konnten. Sie sind mit dem Schrecken davongekommen.

"Es hat alles zerfetzt"

Die Hütte selbst wurde durch den Blitz schwer beschädigt. "Es hat alles zerfetzt, von Lampen bis zu Steckdosen. Sogar einen Balken im Boden hat es aufgewölbt", erzählt S. Die genaue Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt.