Nach den heftigen Unwettern vom Wochenende hat sich in Österreich die Lage in der Nacht zum Montag deutlich gebessert. Das von der Umwelt abgeschnittene Großarltal kann seit 5.00 Uhr früh mit dem Auto auf einer Spur wieder verlassen werden. Auch Italien kämpft weiter gegen die Wetterkapriolen. Im Nordosten des Landes gab es mehrere Todesopfer durch Blitze oder herabstürzende Geröllmassen. Wegen der Wasserkrise in Italien hat die Regierung in Rom den Notstand für Latium und Umbrien ausgerufen.

Bislang Eingeschlossenes Großarltal wieder erreichbar
© Unbekannt
Ein deutscher Urlauber ist in Österreich in einen Hochwasser führenden Bach gestürzt und gestorben. Der Münchner wollte am Sonntag das Wasser mit Hilfe eines über den Bach gespannten Drahtseils überqueren, stürzte ab und wurde von der reißenden Strömung sofort abgetrieben. Der 57-Jährige konnte am Montag nur noch tot geborgen werden.

Salzburger Großarltal war nach heftigem Regen von der Außenwelt abgeschnitten

Eine Straße ist am 06.08.2017 in den Salzburg Gebirgsgauen (Österreich) überschwemmt.
© dpa, Markus Winkler, hds hel kno
Eine Straße ist am 06.08.2017 in den Salzburg Gebirgsgauen (Österreich) überschwemmt.
Ein deutscher Urlauber ist in Österreich in einen Hochwasser führenden Bach gestürzt und gestorben. Der Münchner wollte am Sonntag das Wasser mit Hilfe eines über den Bach gespannten Drahtseils überqueren, stürzte ab und wurde von der reißenden Strömung sofort abgetrieben. Der 57-Jährige konnte am Montag nur noch tot geborgen werden.

Große Steine liegen am 06.08.2017 in Großarl (Österreich) nach Murenabgängen auf einer Straße. Nach schweren Murenabgängen waren Obertauern und Teile von Großarl nicht erreichbar.
© dpa, Markus Winkler, hds hel kno
Große Steine liegen am 06.08.2017 in Großarl (Österreich) nach Murenabgängen auf einer Straße. Nach schweren Murenabgängen waren Obertauern und Teile von Großarl nicht erreichbar.
Das bei Urlaubern beliebte Großarl-Tal im Bundesland Salzburg war besonders stark von Regen, Hagel und Schlammlawinen betroffen. Die Landstraße aus und in den Touristenort war durch eine Mure auf einer Länge von zwei Kilometern verschüttet. Viele Reisende, darunter auch Deutsche, saßen im Tal fest. Zwei Notfalllager wurden errichtet. Aus dem Großarltal mussten wegen medizinischer Notfälle mehrere Menschen per Hubschrauber oder mit einem Lastwagen aus dem Tal gebracht werden. Die Gäste eines Hotels wurden wegen Überflutungsgefahr in die oberen Geschosse des Gebäudes gebracht

Auch Obertauern war nach den Murenabgängen nicht mehr auf dem Straßenweg zu erreichen. Unmengen an Geröll versperrten auch die Fahrbahn nach Obertauern. In der Nacht zum Sonntag mussten etwa 50 Menschen geborgen werden, die mit ihren Fahrzeugen eingeschlossen waren.

In Oberösterreich starb ein 77-Jähriger bei einem Spaziergang an einem Blitzschlag. Der Mann war gemeinsam mit einem Freund in Waldzell bei Ried im Innkreis unterwegs, als es zu dem tödlichen Zwischenfall kam. Er konnte zunächst wiederbelebt werden, erlag aber Sonntagnachmittag seinen Verletzungen in einem Krankenhaus. Starkregen und Hagel zogen nachts auch über die Steiermark.

Schwere Unwetter haben in Österreich enorme Schäden angerichtet. Besonders betroffen waren in der Nacht zum Sonntag bei Urlaubern beliebte Orte im Salzburger Land: So hat sintflutartiger Regen das Großarltal von der Umwelt abgeschnitten.
© DPA
Schwere Unwetter haben in Österreich enorme Schäden angerichtet. Besonders betroffen waren in der Nacht zum Sonntag bei Urlaubern beliebte Orte im Salzburger Land: So hat sintflutartiger Regen das Großarltal von der Umwelt abgeschnitten.
Die Straße aus dem Tal in St. Johann im Pongau war laut Polizei gesperrt. Aufräumarbeiten waren nach Schlammlawinen im Gange.
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Die Straße aus dem Tal in St. Johann im Pongau war laut Polizei gesperrt. Aufräumarbeiten waren nach Schlammlawinen im Gange.
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"Ich habe schon viel erlebt, aber noch nie so etwas Arges", sagte Feuerwehrkommandant Josef Promegger.
Italien: Tote nach Unwetter, Notstand wegen Wasserknappheit

Brände in Italien
© dpa, Angelo Carconi, DRN hel jhe kno
Brände in Italien
Auch Italien kämpft weiter gegen die Wetterkapriolen. Im Nordosten des Landes gab es mehrere Todesopfer durch Blitze oder herabstürzende Geröllmassen. Süditalien musste sich zum Wochenstart wieder auf hohe Temperaturen, Trockenheit und Waldbrände einstellen, während die Einsatzkräfte im Nordosten nach schweren Unwettern mit Aufräumarbeiten beschäftigt sind. In Südtirol blieben am Montag mehrere Straßen wegen Erdrutschen und Geröll blockiert oder gesperrt.

Wegen der Wasserkrise in Italien hat die Regierung in Rom den Notstand für Latium und Umbrien ausgerufen. Damit werden dem Zivilschutz besondere Befugnisse in den bei Touristen beliebten Regionen erteilt, um der Versorgungsknappheit entgegenzutreten. Viele Regionen vor allem in Mittel- und Süditalien leiden seit Wochen an ungewöhnlicher Trockenheit. In Rom stand kurzzeitig sogar eine Wasserrationierung zur Debatte